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A-Ret ist ein topisches Gel auf Tretinoin-Basis, das häufig zur Behandlung von Akne und Anzeichen lichtbedingter Hautalterung verwendet wird. Es wirkt, indem es die Hautzellerneuerung beschleunigt, hilft, die Poren zu klären und die Hautoberfläche zu erneuern. Obwohl es wirksam ist, kann es vorübergehende Reizungen verursachen und erfordert Sonnenschutz. Die richtige Anwendung und Pflege sind für optimale Ergebnisse unerlässlich.
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A-Ret (Wirkstoff: Tretinoin) ist ein topisches Retinoid (Vitamin‑A‑Derivat), das in der Dermatologie zur Behandlung der Akne vulgaris sowie zur Verbesserung lichtbedingter Hautalterung (feine Linien, Falten, Pigmentstörungen) eingesetzt wird. Tretinoin wirkt, indem es die Zellproliferation und -differenzierung normalisiert, die abnormale follikuläre Keratinisierung reduziert, die Talgproduktion hemmt und entzündungshemmende sowie antibakterielle Effekte entfaltet. Durch die regelmäßige Anwendung werden Mikrokomedonen ausgeschleust, die Bildung neuer Läsionen gehemmt und die Hautstruktur verfeinert. Da Tretinoin ein starkes Arzneimittel ist, das nicht nur kosmetische Verbesserungen, sondern auch lokale Reizerscheinungen auslösen kann, unterliegt es der Verschreibungspflicht und sollte nur unter dermatologischer Aufsicht angewendet werden.
Die übliche Dosis von A-Ret (Tretinoin 0,1 %) beträgt: Tragen Sie eine erbsengroße Menge der Creme oder des Gels einmal täglich, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen, gleichmäßig dünn auf die gereinigte und vollständig abgetrocknete betroffene Hautpartie auf. Achten Sie darauf, die Augen-, Mund- und Nasenschleimhäute sowie die Augenlider auszusparen. Eine häufigere Anwendung oder größere Mengen erhöhen nicht die Wirksamkeit, verstärken aber die Hautreizung signifikant.
Darreichungsform: Topische Creme oder Gel mit 0,1 % Tretinoin (1 mg Tretinoin pro 1 g).
Wirkungseintritt: Erste klinische Verbesserungen der Akne sind in der Regel nach 2‑4 Wochen regelmäßiger Anwendung sichtbar; eine spürbare Besserung lichtbedingter Hautveränderungen stellt sich meist erst nach 3‑6 Monaten kontinuierlicher Behandlung ein.
Wirkdauer: Die durchschnittliche Plasmahalbwertszeit von Tretinoin bei topischer Applikation beträgt etwa 0,5‑2 Stunden. Die Wirkung auf die Hauterneuerung hält jedoch über die reine Verweildauer im Gewebe hinaus an; nach Absetzen bilden sich die Effekte langsam zurück.
Alkoholempfehlung: Es sind keine direkten Wechselwirkungen zwischen topischem Tretinoin und Alkohol bekannt. Dennoch kann Alkoholkonsum die Haut austrocknen und die Barrierefunktion beeinträchtigen, was die Verträglichkeit von Tretinoin verschlechtern kann. Daher wird gemäßigter Alkoholkonsum während der Behandlung generell empfohlen.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Lokale Hautreaktionen wie Rötung (Erythem), Trockenheit, Schuppung (Peeling), Brennen, Stechen, Juckreiz und Spannungsgefühl – insbesondere zu Beginn der Therapie. Diese Symptome sind dosisabhängig und klingen meist innerhalb von 2‑4 Wochen ab. Eine vorübergehende Verschlechterung der Akne (sogenannte „Initialflares“) kann in den ersten Behandlungswochen auftreten.
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Allgemeine Informationen über A-Ret (Tretinoin)
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Tretinoin (all-trans-Retinsäure)
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Cordes® VAS (Kombination mit 4 % Hydrochinon), aber keine für 0,1 % Tretinoin als Monopräparat; A-Ret ist ein Generikum, das auf Rezept importiert werden kann. Weitere Handelsnamen sind u. a. Retin‑A, Avita, Renova (in anderen Ländern) sowie zahlreiche Generika aus Importen. In Deutschland nicht dauerhaft regulär im Markt.
- ATC‑Code: D10AD01 (topisch bei Akne)
- Darreichungsformen und Dosierungen: Creme oder Gel mit 0,01 %, 0,025 %, 0,05 % und 0,1 % (1 mg/g) Tretinoin.
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): Da in der EU keine feste Vermarktung erfolgt, gibt es keine standardisierten deutschen Hersteller. Die Originalprodukte (Cordes, Retirides) werden international von Galderma, Johnson & Johnson (Retin‑A) oder Bausch Health (Renova) hergestellt.
- Registrierungsstatus in Deutschland: In Deutschland nicht regulär für die topische Akne‑Therapie zugelassen, Import auf Einzelrezept möglich. Die Zulassung von Tretinoin für die intravenöse Indikation (akute Promyelozytenleukämie) hingegen ist gegeben. Insgesamt problematische Verfügbarkeit.
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Tretinoin ist ein endogenes Retinoid und vollständiger Agonist der nukleären Retinsäurerezeptoren (RAR‑α, ‑β, ‑γ). Die Bindung an die RARs moduliert die Expression einer Vielzahl von Zielgenen, die unter anderem in die Regulation der Keratinozytenproliferation und -differenzierung eingebunden sind. Bei Akne vulgaris beschleunigt Tretinoin durch eine Normalisierung der follikulären Keratinisierung die Ablösung von Korneozyten aus dem Follikelausführungsgang und verhindert so die Bildung von Mikrokomedonen. Gleichzeitig bewirkt die Behandlung eine verstärkte Talgsekretion und eine leichte Reduktion der Propionibacterium‑acnes‑Population. Weitere Effekte umfassen eine Hemmung der Matrixmetalloproteinasen (MMP), eine Steigerung der Kollagensynthese und eine verbesserte Angiogenese, was die Grundlage für die Reduktion photooxidativer Hautschäden (feine Linien, Falten) darstellt. Die systemische Resorption beträgt bei gesunder, nicht okkludierter Haut etwa 1‑5 %; bei geschädigter Barriere oder großflächiger Anwendung kann die Absorption allerdings auf bis zu 31 % ansteigen. Die Metabolisierung erfolgt hepatisch über CYP-Enzyme, die terminale Plasmahalbwertszeit liegt bei etwa 0,5‑2 Stunden.
Anwendungsgebiete
- A‑Ret offiziell (in Ländern mit Marktzulassung): Topische Behandlung der Akne vulgaris (Komedonen, papulopustulöse Akne).
- Empfohlene Off‑Label‑Anwendungen (basierend auf der Datenlage): Verbesserung von feinen Linien, Falten, Pigmentstörungen (Melasma, postinflammatorische Hyperpigmentierung) und Hautrauigkeit bei lichtgeschädigter Haut; Behandlung von Verhornungsstörungen wie Ichthyosis und folikulärer Keratose (Keratosis pilaris).
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Kinder und Jugendliche (unter 12 Jahren): Die Sicherheit und Wirksamkeit ist nicht ausreichend belegt; die Anwendung wird nicht empfohlen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Tretinoin ist bei topischer Anwendung aller Konzentrationen (einschließlich 0,1 %) in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, da großes Risiko von Fehlbildungen (spontane Aborte, major congenitale Missbildungen) beim ungeborenen Kind besteht. Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Therapiebeginn ein Schwangerschaftstest negativ sein, und während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung über mindestens einen Monat nach Ende der Anwendung erforderlich. In der Stillzeit nicht im Brustbereich anwenden.
- Patienten mit Ekzemen, Rosazea, perioraler Dermatitis oder vorgeschädigter Hautbarriere: Vorsicht, weil Tretinoin stark reizend wirkt.
- Patienten mit einer zugrundeliegenden Überempfindlichkeit gegen Tretinoin oder einen sonstigen Bestandteil, z. B. Konservierungsmittel (Parabene, BHA)
Fahrtauglichkeit und Alkohol
A‑Ret (Tretinoin) wird topisch angewendet und hat keine bekannten Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit. Dennoch können selten systemische Nebenwirkungen wie Benommenheit oder Sehstörungen (bei Absorption) auftreten – in diesem Fall sollten Sie kein Fahrzeug führen. Alkohol ist in Maßen vertretbar, aber aufgrund der potenziellen Austrocknung der Haut und einer Verschlechterung der lokalen Verträglichkeit sollte auf starken Alkoholkonsum während der Behandlung verzichtet werden.
Dosierungsanleitung
- Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren): Die Creme oder das Gel 0,1 % wird einmal täglich, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen, dünn auf die gereinigte und trockene Haut aufgetragen. Bei trockener, empfindlicher Haut beginnt man in den ersten 2‑4 Wochen nur mit 2‑3 Anwendungen pro Woche (z. B. Montag, Mittwoch, Freitag). Eine erbsengroße Menge ist völlig ausreichend für das gesamte Gesicht. Die Dosis nicht erhöhen, da dies die Nebenwirkungen verstärkt, nicht aber die Wirksamkeit.
- Dauer der Therapie: Eine Aknetherapie sollte mindestens 8‑12 Wochen fortgeführt werden, um eine signifikante Verbesserung zu erzielen. Die volle Wirkung ist oft erst nach 4‑6 Monaten regelmäßiger Anwendung zu erwarten.
- Art der Anwendung: Waschen Sie Ihre Haut mit einem milden, nicht schälenden Reiniger, tupfen Sie sie trocken und warten Sie etwa 20 Minuten, bis die Haut vollständig trocken ist (vermindert Reizung). Tragen Sie das Tretinoin dann in einer dünnen Schicht über die gesamte betroffene Region (z. B. gesamtes Gesicht) auf – nicht nur punktuell auf einzelne Läsionen. Augenkontakt, Mund‑, Nasenschleimhaut sowie wunde oder ekzematöse Areale unbedingt meiden. Nach dem Auftragen die Hände gründlich waschen.
- Hinweise für die 0,1 %‑Konzentration: Die 0,1 %‑Formulierung ist maximal wirksam, verursacht aber auch die stärksten lokalen Reizerscheinungen. Daher wird diese Dosierung nur bei schwerer Akne oder äußerst widerstandsfähiger milder bis mittelschwerer Akne eingesetzt, wenn 0,025 % oder 0,05 % keine ausreichende Wirkung zeigten.
- Kombinationen: A‑Ret kann in Kombination mit anderen topischen Aknemitteln (Benzoylperoxid, topische Antibiotika) angewendet werden. Achten Sie jedoch auf einen Abstand von morgens (z. B. Benzoylperoxid) und abends (Tretinoin), da viele Wirkstoffe durch Tretinoin inaktiviert werden können.
- Vergessene Dosis: Tragen Sie die vergessene Dosis auf, sobald Sie sich daran erinnern; falls es jedoch fast Zeit für die nächste abendliche Anwendung ist, lassen Sie sie aus. Verdoppeln Sie nicht die Dosis.
Häufig beobachtete Nebenwirkungen (Initial‑Phase & dauerhaft)
Sehr häufig – anfängliche (ersten 2‑4 Wochen) Retinoidreaktion
- Rötung, Trockenheit, Abschuppung (Peeling), Spannungsgefühl, leichte Schmerzen / Brennen beim Auftragen.
- Vorübergehende Verschlimmerung der Akne (zunehmende Papeln und Pusteln).
Häufige Nebenwirkungen (bei fortlaufender Therapie)
- Erhöhte Sonnenempfindlichkeit, Juckreiz, Kontaktdermatitis, Erosionen (bei sehr schlechter Verträglichkeit).
- Hyper‑ oder Hypopigmentierungen vor allem bei dunkleren Hauttypen.
Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (systemisch, meist durch übermäßige Resorption)
- Benigne intrakranielle Hypertension (Pseudotumor cerebri) mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit – insbesondere bei gleichzeitiger Gabe von Tetracyclinen oder hohen Dosen von Vitamin A.
- Allergische Kontaktdermatitis mit vesikulären, nässenden Hautausschlägen – selten, aber möglich bei Überempfindlichkeit.
- Schwere Hypervitaminose‑A‑Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen) bei großflächiger okklusiver Anwendung über Monate (extrem selten).
Absolute Kontraindikationen
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Tretinoin oder einen der Hilfsstoffe (z. B. Butylhydroxyanisol, Parabene).
- Schwangerschaft, Stillzeit sowie fehlende zuverlässige Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter.
- Akute oder subakute Ekzeme (insbesondere atopische Dermatitis im aktiven Schub), Rosazea, periorale Dermatitis.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- Andere topische Aknemittel (Benzoylperoxid, Salicylsäure, Resorcin, Adapalen): Starke additive Reizwirkung – gleichzeitige Anwendung vermeiden. Benzoylperoxid inaktiviert Tretinoin chemisch, deshalb Benzoylperoxid morgens, Tretinoin abends auftragen.
- Tetrazykline (Doxycyclin, Minocyclin, Tetracyclin): Gleichzeitige, auch systemische Gabe von Tetracyclinen erhöht das Risiko einer benignen intrakraniellen Hypertension (Pseudotumor cerebri) signifikant. Diese Kombination ist daher kontraindiziert.
- Vitamin‑A‑haltige Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel, hochdosiertes Retinol, Isotretinoin (systemisch): Additive Vitamin‑A‑Toxizität (Hypervitaminose A) mit schweren Leberschäden, Haarausfall, Knochenschmerzen, Hirndrucksteigerung. Kombination unbedingt vermeiden.
- Keratolytika / Peelings (AHAs, BHAs, Salicylsäure, Glykolsäure): Verschiedene gleichzeitige Anwendung verstärkt die Schälwirkung und Irritation – großzügigen zeitlichen Abstand von mindestens einer Woche einhalten oder tagsüber/abends trennen.
- Sonnenexposition (UV‑Licht, Solarium): Tretinoin erhöht die Empfindlichkeit gegenüber UV‑Licht massiv – strikten Sonnenschutz (Lichtschutzfaktor ≥ 50) anwenden und intensive UV‑Bestrahlung meiden.
- Hormonelle Kontrazeptiva: Keine klinisch relevante Wechselwirkung – orale Kontrazeptiva können sogar zusätzlich aknehemmend wirken.
Praktische Hinweise
- Startphase – „Retinoid Reaction“ einplanen: In den ersten 2‑4 Behandlungswochen treten fast immer Rötung, Schuppung und leichte Reizung auf. Vermeiden Sie in dieser Zeit andere reizende Produkte (Peelings, tonische Lösungen mit Alkohol).
- Sonnenlicht vermeiden & Sonnenschutz: Tretinoin macht die Haut hoch lichtempfindlich. Tragen Sie täglich großzügig eine Sonnenschutzcreme (Lichtschutzfaktor ≥ 50) auf, meiden Sie intensive Mittagssonne und Solarien während der gesamten Therapie.
- Hautpflege während der Therapie: Benutzen Sie eine nicht‑komedogene, feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme (z. B. mit Ceramiden, Glycerin), um Trockenheit und Schuppung abzumildern. Tragen Sie die Feuchtigkeitscreme morgens und bei Bedarf zusätzlich auf, etwa 20 Minuten nach dem Abschminken.
- Make‑up: Make‑up kann verwendet werden, bevorzugen Sie ölfreie, nicht‑komedogene Produkte, die keine reizenden Inhaltsstoffe enthalten.
- Okklusive Verbände: Nicht abdecken mit Folie oder luftdichten Verbänden – dies erhöht die systemische Resorption, die lokale Reizung und das Risiko von Nebenwirkungen.
- Lagerung: Lichtempfindlich! Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der verschlossenen Originaltube, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Nicht anwenden bei Ekzemen, Sonnenbrand, rissiger oder offener Haut, exfoliativer Dermatitis. Keine Anwendung im Genitalbereich oder in den Achselhöhlen.
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Adapalen (z. B. Differin): Topisches Retinoid der dritten Generation – ähnlich wirksam wie Tretinoin bei Akne, aber deutlich besser verträglich (weniger Rötung, Schuppung). Off‑Label auch für Anti‑Aging geeignet. In niedriger Dosierung (0,1 %) rezeptfrei, in höherer Dosis (0,3 %) verschreibungspflichtig. Allerdings in Deutschland derzeit als 0,1 %‑Monopräparat kaum erhältlich, meist als Kombination mit Benzoylperoxid (Epiduo).
- Retinol (verschiedene freiverkäufliche Seren, Cremes): Deutlich schwächeres, aber auch wesentlich weniger reizendes Vitamin‑A‑Derivat (OTC). Wirkt über Umwandlung zu Tretinoin in den Hautzellen; daher stärkere Datenlage für Akne und Anti‑Aging, aber geringere Wirksamkeit als verschreibungspflichtiges Tretinoin.
- Benzoylperoxid (z. B. Acnecide, Cordes BPO): Bakterizid (besonders gegen Cutibacterium acnes) und komedolytisch mit keratolytischen Eigenschaften. Besonders geeignet bei entzündlichen Papeln/Pusteln. Frei verkäuflich, aber ebenfalls potenter Reizfaktor.
- Tretinoin 0,025 % oder 0,05 % (niedrigere Konzentration): Viele Patienten, die 0,1 % nicht vertragen, profitieren trotzdem von niedrigprozentigem Tretinoin, wenn sie es langsam auftitrieren.
- Azaleinsäure (z. B. Skinoren, Finacea): Topisches Aknemittel mit entzündungshemmender und komedolytischer Wirkung, zusätzlich depigmentierend bei Melasma und oft besser verträglich als Tretinoin. Frei verkäuflich in der 15 %‑Creme (Skinoren).
- Tretinoin + Hydrochinon (z. B. Cordes VAS): Kombinationscreme zur Behandlung von Melasma und postinflammatorischer Hyperpigmentierung bei hellem Hauttyp, nicht primär für Akne.
- Niedrig dosierte orale Isotretinoin (verschreibungspflichtig): Bei schwerer, therapierefraktärer, knotig‑zystischer Akne, wenn topische Retinoide versagen; ist mit teratogenen Risiken und systemischen Nebenwirkungen verbunden.
Klinische Wirksamkeit
Tretinoin ist seit Jahrzehnten ein etablierter Goldstandard in der topischen Akne-Therapie. In randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zeigt die 0,1 %‑Formulierung eine signifikante Reduktion sowohl der komedonalen (um 68–80 %) als auch der entzündlichen Läsionen (um 55‑65 %) im Vergleich zu Placebo innerhalb von 10‑12 Wochen. Die Wirksamkeit ist dabei höher als mit 0,025 % oder 0,05 %, jedoch auch mit einer höheren Rate an lokalen Hautreizungen verbunden.
Für die Anti‑Aging‑Indikation liegen mehrere placebokontrollierte Langzeitstudien (je 24‑52 Wochen) vor: 0,1 % Tretinoin‑Creme reduzierte feine Linien (um etwa 30‑50 %), Falten, Pigmentflecken (Melasmapigment) und verbesserte die Hautglätte und -elastizität signifikant gegenüber der Grundlage. Die Behandlung mit Tretinoin war der Standard‑Retinol‑Creme statistisch überlegen. Aufgrund der fehlenden standardisierten Marktverfügbarkeit in Deutschland muss Tretinoin in der Regel über internationale Apotheken importiert werden, was die klinische Realität erschwert. Trotzdem bleibt Tretinoin für Patienten mit therapierefraktärer Akne oder altersbedingten Photo‑Schäden ein wichtiges dermatologisches Instrument.
Wichtig: A‑Ret (Tretinoin 0,1 %) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das aufgrund seiner hohen lokalen Reizpotenz (Abschuppung, Rötung, Brennen) und seines teratogenen Potenzials nur unter strenger ärztlicher Aufsicht verwendet werden darf. Bei zu frühem Behandlungsabbruch wegen starker Reizerscheinungen sollte eine niedrigere Konzentration (0,025 % oder 0,05 %) oder ein besser verträgliches Retinoid (Adapalen) erwogen werden. Tretinoin ist während der Schwangerschaft und Stillzeit absolut kontraindiziert – eine zuverlässige Verhütung muss gewährleistet sein. Tragen Sie das Gel oder die Creme ausschließlich abends auf und kombinieren Sie es niemals mit gleichzeitiger Anwendung von Benzoylperoxid im selben Auftrag (Inaktivierung). Vermeiden Sie übermäßige Sonnenexposition und tragen Sie tagsüber konsequent einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30‑50 auf. Bei Auftreten von starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen oder Benommenheit muss die Behandlung sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Die vollständige Fachinformation und Packungsbeilage gelten als verbindlich; dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.
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