Aczone

Generic Aczone (Diaminodiphenyl sulfone)

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Aczone (Dapson) ist ein topisches Gel zur Behandlung von Akne, das durch gezielte Bekämpfung von Entzündungen und Bakterien in der Haut wirkt. Es ist wirksam bei der Reduzierung von Hautunreinheiten bei minimaler systemischer Resorption. Obwohl es im Allgemeinen gut verträglich ist, ist bei Personen mit bestimmten Bluterkrankungen Vorsicht geboten. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollte es immer unter dermatologischer Aufsicht angewendet werden.

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Dapson ist ein Sulfon‑Derivat mit antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften und wird zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen der Haut, wie der Dermatitis herpetiformis und anderen blasenbildenden Dermatosen, eingesetzt. Es wirkt gegen den Lepraerreger und wird in der Lepratherapie immer in Kombination mit anderen Antibiotika angewendet.

Die übliche Dosis von Dapson beträgt: Die Erhaltungsdosis liegt bei Erwachsenen für die meisten Indikationen zwischen 50 und 100 mg Dapson pro Tag (1 bis 2 Tabletten zu 50 mg). Die Therapie wird mit niedriger Dosierung begonnen und die Dosis wird vom Arzt schrittweise auf die Zieldosis erhöht.
Darreichungsformen: Dapson ist als Tablette zu 50 mg und als Gel zur topischen Aknebehandlung im Handel.
Wirkungseintritt: Die maximale Plasmakonzentration wird etwa 2 bis 6 Stunden nach der oralen Einnahme erreicht.
Die terminale Halbwertszeit: Von Dapson ist sehr lang und beträgt etwa 2 bis 4 Tage. Nach einer Therapiedauer von mehr als einer Woche stellen sich die steady‑state‑Konzentrationen ein; mit einer klinischen Besserung wird in den meisten Fällen innerhalb von 1 bis 3 Wochen gerechnet.
Alkoholempfehlung: Auf Alkohol sollte während der Behandlung verzichtet werden.
Häufigste Nebenwirkungen: Methämoglobinämie (dosisabhängig), Hämolyse (insbesondere bei G6PD‑Mangel), Kopfschmerzen, Magen‑Darm‑Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen), Hautreaktionen.

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Allgemeine Informationen über Dapson

  • INN (Internationale Nicht‑Eigentumsbezeichnung): Dapson, (4,4‘-Diaminodiphenylsulfon)
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Dapson‑Fatol® (50 mg), Dapson‑Tiofarma 100 mg sowie zahlreiche Generika.
  • ATC‑Code: J04BA02 (Lepramittel) und D10AX05 (Aknetherapeutikum).
  • Darreichungsformen und Wirkstärken: Dapson wird als Tablette zu 50 mg und 100 mg sowie als Gel zur topischen Anwendung angeboten.
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): Riemser Pharma GmbH (Dapson‑Fatol), Esteve Pharmaceuticals GmbH.
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Dapson ist ein Sulfon‑Derivat. Es hemmt kompetitiv die bakterielle Dihydropteroatsynthetase (DHPS) und damit die Folsäuresynthese, was bakteriostatisch wirkt. Zusätzlich besitzt Dapson starke entzündungshemmende und immunmodulatorische Eigenschaften, die auf der Hemmung der Myeloperoxidase der neutrophilen Granulozyten, der Blockade von Leukotrien‑B4‑Rezeptoren und der Reduktion reaktiver Sauerstoffspezies beruhen. Nach oraler Gabe wird Dapson zu etwa 70–80 % resorbiert, die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 70 %. Die Ausscheidung erfolgt zu ca. 90 % renal, der Rest über den Metabolismus in der Leber (Acetylierung und Hydroxylierung).

Anwendungsgebiete

  • Dermatitis herpetiformis (Duhring‑Krankheit)
  • Bullöses Pemphigoid
  • Lepra (im Rahmen der WHO‑Multidrug‑Therapie)
  • Pemphigus vulgaris
  • Lineare IgA‑Dermatose
  • Chronische Vaskulitiden

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Glucose‑6‑Phosphat‑Dehydrogenase (G6PD)-Mangel: Bei G6PD‑Mangel erhöht sich das Risiko für eine schwere hämolytische Anämie massiv. Vor Therapiebeginn ist der G6PD‑Status zu bestimmen.
  • Schwere Leber‑ oder Nierenfunktionsstörungen: Dapson wird über die Leber metabolisiert und renal eliminiert; bei schweren Organdysfunktionen ist die Anwendung kontraindiziert.
  • Herz‑ und Lungenerkrankungen: Patienten mit eingeschränkter kardiopulmonaler Reserve haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen durch eine Methämoglobinämie; hier sind engmaschige Kontrollen erforderlich.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Dapson passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf Dapson nur nach strengster Nutzen‑Risiko‑Abwägung eingesetzt werden.
  • Kinder: In der Pädiatrie erfolgt die Dosierung streng gewichtsadaptiert (z. B. etwa 2 mg/kg KG/Tag).

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Dapson kann Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Methämoglobinämie (z. B. periphere Zyanose) verursachen, was die Fahrtüchtigkeit erheblich beeinträchtigen kann. Alkohol verstärkt diese Effekte und sollte während der Behandlung vermieden werden.

Dosierungsanleitung

  • Dermatitis herpetiformis: Die Erhaltungsdosis liegt bei 50‑150 mg (1‑3 Tabletten) pro Tag, die Dosis wird individuell titriert.
  • Bullöses Pemphigoid / Pemphigus: 50‑150 mg/Tag als adjuvante Therapie zu Kortikosteroiden.
  • Lepra (im Rahmen der Multidrug‑Therapie): Tägliche Gabe von 100 mg Dapson (2 Tabletten zu 50 mg) ohne Unterbrechung in Kombination mit Rifampicin und Clofazimin.
  • Lupus erythematodes (Off‑Label): 50‑150 mg/Tag.
  • Art der Anwendung: Dapson sollte ein‑ bis zweimal (entsprechend der Erhaltungsdosis) rund um die gleiche Tageszeit, bevorzugt abends, mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige unerwünschte Wirkungen (1‑10 %)

  • Methämoglobinämie (dosisabhängige Blaufärbung von Lippen und Nägeln, Müdigkeit, Kopfschmerzen)
  • Hämolyse (besonders bei G6PD‑Mangel mit Abfall des Hämoglobinspiegels)
  • Agranulozytose, aplastische Anämie (schwere Blutbildveränderungen)
  • Hypersensitivitätsreaktionen (Dapson‑Syndrom: Fieber, Exanthem, Eosinophilie, Hepatitis)
  • Periphere Neuropathie (motorische Ausfälle, Parästhesien)
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall

Gelegentliche bis seltene Nebenwirkungen

  • Psychosen, Albuminurie, Nephritis, photosensibilisierende Hautreaktionen, Vitamin‑B12‑Mangel.

Absolute Kontraindikationen

  • Schwere Leber‑ oder Niereninsuffizienz.
  • Glucose‑6‑Phosphat‑Dehydrogenase (G6PD)-Mangel (relativ, jedoch engmaschige Hämoglobin‑Kontrolle zwingend).
  • Schwere Anämie, bekannte Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide oder einen sonstigen Bestandteil.
  • Akute Porphyrie.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • Rifampicin: Senkt die Dapson‑Konzentration drastisch (beschleunigte Clearance). Eine Dosisanpassung ist jedoch in der Lepra‑Standardtherapie meist nicht erforderlich.
  • Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol): Erhöht die Dapson‑Spiegel erheblich mit gesteigertem Risiko für Hämolyse und Methämoglobinämie.
  • Probenecid: Hemmt die renale Ausscheidung von Dapson, was zu erhöhten Serumspiegeln führt.
  • Ribavirin, andere hämolytisch wirksame Arzneimittel: Additives Risiko einer hämolytischen Anämie.
  • Nitroderivate, Lokalanästhetika (Benzocain, Lidocain): Verstärken die Methämoglobinämie.
  • Folsäureantagonisten (Pyrimethamin, Trimethoprim, Methotrexat): Erhöhen die Wahrscheinlichkeit hämatologischer Nebenwirkungen.
  • Omeprazol: Kann die Clearance von Dapson in bestimmten ethnischen Gruppen (Kaukasier) reduzieren.

Praktische Hinweise

  • Blutbildkontrollen: Vor Therapiebeginn und in den ersten 3 Monaten wöchentliche Bestimmung des Blutbilds, des Hämoglobins und der Methämoglobin‑Konzentration; danach alle 8 Wochen.
  • G6PD‑Testung: Vor der ersten Dosis sollte ein G6PD‑Mangel ausgeschlossen werden.
  • Therapiedauer: Die Behandlung ist meist langfristig (Monate bis Jahre), in der Regel in Kombination mit anderen Immunsuppressiva oder Antibiotika.
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) trocken und vor Licht geschützt lagern.

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Bei Dermatitis herpetiformis und blasenbildenden Autoimmundermatosen: Sulfasalazin (Antibiotikum, das das Folsäure‑System hemmt), Sulfapyridin (Crossover‑Antibiotikum, heute aber schwer verfügbar), Colchicin, Methotrexat, Mycophenolatmofetil, Rituximab, systemische Kortikosteroide (z. B. Prednisolon).
  • Bei Neutrophilen Dermatosen (Sweet‑Syndrom, Pyoderma gangraenosum): Colchicin, Dapson‑äquivalent, Methotrexat, Kortikosteroide.
  • Bei Lepra: Rifampicin, Clofazimin, Ethionamid, Fluorchinolone, Clarithromycin.

Klinische Wirksamkeit

Dapson ist seit Jahrzehnten die Therapie der ersten Wahl bei Dermatitis herpetiformis; nach kurzer Behandlungsdauer können die Hautläsionen innerhalb weniger Tage abheilen, wobei eine strikte glutenfreie Diät als kausale Therapie begleitend unerlässlich ist. Bei bullösem Pemphigoid und Pemphigus vulgaris wirkt Dapson adjuvant und steroidsparend. In der Lepra‑Therapie ist es essenzieller Bestandteil der WHO‑Multidrug‑Kombination und hat die Behandlung der Lepra nachhaltig verändert. Unerwünschte Wirkungen wie Methämoglobinämie und Hämolyse müssen durch regelmäßige Laborüberwachung kontrolliert werden.

Wichtig: Dapson ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die Anwendung darf nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle (Blutbild, Leber‑, Nierenfunktion, Methämoglobin‑Spiegel) erfolgen. Bei Auftreten einer unkontrollierten Zyanose, schwerer Luftnot, Tachykardie, Ikterus oder starken Muskelschmerzen ist die Therapie sofort zu unterbrechen und ein Arzt aufzusuchen. Wegen des Risikos einer schweren Hämolyse ist der Nachweis eines ausreichenden G6PD‑Spiegels vor Therapiebeginn erforderlich. Das Medikament darf nicht bei schweren Leber‑ oder Nierenerkrankungen sowie bei akuter Porphyrie angewendet werden. Während der Behandlung sind Alkohol und gleichzeitige Anwendung von oxidativ wirkenden Medikamenten (z. B. Nitropräparaten, Trimethoprim/Sulfamethoxazol) zu vermeiden. Schwangere, Stillende und Kleinkinder sollten Dapson nur in absoluten Ausnahmefällen unter engmaschiger Überwachung erhalten. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des behandelnden Arztes.


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