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Amoxicillin (Handelsname Amoxypen, Clamoxyl oder generisch) ist ein halbsynthetisches Breitspektrum-Antibiotikum aus der Klasse der Aminopenicilline zur Behandlung bakterieller Infektionen mit empfindlichen Erregern bei Erwachsenen und Kindern. Es wird eingesetzt bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege (akute Otitis media, Sinusitis, akute Exazerbation der chronischen Bronchitis, ambulant erworbene Pneumonie), Harnwegsinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen, Helicobacter-pylori-Eradikation im Rahmen einer Kombinationstherapie, Borreliose (Lyme-Borreliose) und zur Endokarditisprophylaxe. Amoxicillin wirkt bakterizid durch Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese. Es bindet an Penicillin-bindende Proteine (PBPs) und blockiert die Transpeptidierung, einen essenziellen Schritt der Peptidoglykan-Quervernetzung, was zur osmotischen Lyse der Bakterienzelle führt. Das Aminopenicillin zeichnet sich durch eine verbesserte orale Bioverfügbarkeit und ein erweitertes Wirkspektrum im gramnegativen Bereich im Vergleich zu Penicillin V aus.
Übliche Erwachsenendosis: Die Standarddosierung beträgt 500 mg bis 1000 mg dreimal täglich im Abstand von etwa 8 Stunden. Bei leichteren Infektionen wie unkomplizierten Harnwegsinfekten werden 250 mg dreimal täglich verabreicht. Die 250-mg-Tablette oder -Kapsel dient der niedrigen Dosierung und der pädiatrischen Anwendung, die 500-mg-Tablette oder -Kapsel der Standarddosierung für Erwachsene. Bei schweren Infektionen wie Pneumonie kann die Dosis auf 750 mg bis 1000 mg dreimal täglich erhöht werden. Zur Eradikation von Helicobacter pylori wird Amoxicillin in einer Dosis von 1000 mg zweimal täglich in Kombination mit einem Protonenpumpenhemmer und Clarithromycin oder Metronidazol über 7 bis 14 Tage eingesetzt. Bei unkomplizierter Gonorrhoe wird eine Einzeldosis von 3 g verabreicht. Die Einnahme erfolgt unabhängig von den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit, wobei die Nahrungsaufnahme die gastrointestinale Verträglichkeit verbessert und die Resorption nicht beeinträchtigt. Bei schwerer Niereninsuffizienz (eGFR unter 30 ml/min) muss das Dosisintervall auf 12 Stunden verlängert werden; bei eGFR unter 10 ml/min auf 24 Stunden. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage, abhängig von der Infektion.
Darreichungsform: Hartkapseln oder Filmtabletten in zwei Stärken: 250 mg (gelb/weiß oder einfarbig, länglich, mit Bruchkerbe bei Tabletten) und 500 mg (gelb/weiß oder einfarbig, länglich, mit Bruchkerbe bei Tabletten). Erhältlich in Packungen zu 10, 14, 20, 21 und 30 Kapseln/Tabletten. Zusätzlich als Trockensaft zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (125 mg/5 ml, 250 mg/5 ml) und als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung verfügbar.
Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 1 bis 2 Stunden nach oraler Einnahme erreicht. Die antibakterielle Wirkung setzt unmittelbar nach Erreichen therapeutischer Konzentrationen am Infektionsort ein. Eine klinische Besserung der Infektionssymptome wie Fieber, Schmerzen und Entzündung ist innerhalb von 24 bis 72 Stunden zu erwarten. Bei akuter Otitis media und Sinusitis tritt eine deutliche Symptomlinderung meist nach 2 bis 3 Tagen ein.
Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Amoxicillin beträgt etwa 1 bis 1,5 Stunden bei normaler Nierenfunktion. Die dreimal tägliche Gabe gewährleistet das Überschreiten der minimalen Hemmkonzentration (MHK) für empfindliche Erreger über den größten Teil des Dosierungsintervalls. Amoxicillin wird überwiegend unverändert renal ausgeschieden (ca. 60 bis 80 %), ein kleinerer Teil wird hepatisch zu inaktiver Penicilloinsäure metabolisiert. Bei Niereninsuffizienz ist die Elimination verzögert und eine Dosisanpassung erforderlich. Probenecid hemmt die tubuläre Sekretion und kann die Halbwertszeit verlängern.
Empfehlung zu Alkohol: Es sind keine direkten pharmakologischen Wechselwirkungen zwischen Amoxicillin und Alkohol bekannt. Die Wirksamkeit von Amoxicillin wird durch moderaten Alkoholkonsum nicht beeinträchtigt. Dennoch sollte Alkoholkonsum während der Antibiotikatherapie eingeschränkt oder vermieden werden. Alkohol kann die Immunfunktion beeinträchtigen und die körpereigene Infektabwehr schwächen, was den Heilungsprozess verzögern kann. Zudem kann Alkohol die gastrointestinalen Nebenwirkungen von Amoxicillin wie Übelkeit und Durchfall verstärken und die Leber belasten. Patienten mit schweren Infektionen oder Fieber sollten generell auf Alkohol verzichten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.
Häufigste Nebenwirkungen: Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (insbesondere antibiotikaassoziierte Diarrhö), Appetitlosigkeit und leichte Bauchschmerzen sind sehr häufig und in der Regel mild und selbstlimitierend. Hautausschläge (makulopapulöse Exantheme) treten bei etwa 5 bis 10 % der Patienten auf, insbesondere bei gleichzeitiger Epstein-Barr-Virus-Infektion (Mononukleose), und sind meist allergischer Genese, jedoch nicht immer Ausdruck einer echten Penicillinallergie. Schwere allergische Reaktionen wie Urtikaria, Angioödem und anaphylaktischer Schock sind selten, können aber lebensbedrohlich sein; eine sorgfältige Anamnese bezüglich Penicillin-Allergie vor Therapiebeginn ist obligatorisch. Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö und pseudomembranöse Kolitis können durch Überwucherung resistenter Darmbakterien auftreten und erfordern bei schwerem Verlauf ein sofortiges Absetzen von Amoxicillin und eine spezifische Behandlung mit Metronidazol oder Vancomycin. Candida-Infektionen (Mundsoor, Vaginalmykosen) sind Folge der Störung der physiologischen Flora. Leberenzymerhöhungen und in seltenen Fällen Hepatitis wurden beschrieben. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und DRESS-Syndrom sind sehr seltene, aber schwerwiegende kutane Überempfindlichkeitsreaktionen. Amoxicillin ist bei Überempfindlichkeit gegen Penicilline und Cephalosporine (Kreuzallergie möglich) sowie bei infektiöser Mononukleose kontraindiziert.
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Was ist Amoxicillin?
Amoxicillin ist ein Breitspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline. Es ist eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika weltweit und deckt ein breites Spektrum grampositiver und gramnegativer Bakterien ab. Atemwegsinfektionen, Mittelohrentzündungen, Sinusitis, Harnwegsinfekte, Helicobacter-pylori-Eradikation, Endokarditisprophylaxe – die Liste der Indikationen ist lang. Es ist das Arbeitspferd unter den oralen Antibiotika, und das seit über fünfzig Jahren.
Amoxicillin tötet Bakterien, indem es die Quervernetzung der Peptidoglykane in der Zellwand blockiert. Es bindet an Penicillin-bindende Proteine, die Transpeptidasen, die für die Stabilität der bakteriellen Zellwand zuständig sind. Ohne funktionierende Zellwand platzt die Bakterienzelle unter ihrem eigenen osmotischen Druck. Eine simple, elegante Tötungsmaschinerie, die sich evolutionär seit Millionen Jahren bewährt hat und gegen die Bakterien nur mit Betalaktamasen ankommen, die den Betalaktamring sprengen. Deshalb wird Amoxicillin oft mit Clavulansäure kombiniert, einem Betalaktamase-Inhibitor, der das Antibiotikum vor der Zerstörung schützt.
Die Standarddosis beträgt 500 mg dreimal täglich oder 750 mg bis 1000 mg zweimal täglich, je nach Infektion und Schweregrad. Die 250-mg-Tablette wird vor allem bei Kindern und bei niedrigdosierten Therapien wie der Endokarditisprophylaxe eingesetzt. Die 500-mg-Tablette ist die therapeutische Standardstärke für Erwachsene. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt, unabhängig von Mahlzeiten. Amoxicillin wird auf nüchternen Magen besser resorbiert, aber mit Nahrung besser vertragen. Wer einen empfindlichen Magen hat, nimmt es zum Essen.
Wirkweise und Pharmakologie
Amoxicillin ist ein Betalaktam-Antibiotikum mit einem Aminobenzyl-Seitenarm, der die orale Resorption verbessert und das Spektrum auf gramnegative Bakterien erweitert. Es bindet kovalent an die Transpeptidasen, die für die Synthese der bakteriellen Zellwand verantwortlich sind. Diese Enzyme werden als Penicillin-bindende Proteine bezeichnet, und ihre Blockade verhindert die Quervernetzung der Peptidoglykanschicht. Die Zellwand wird instabil, und die Bakterienzelle lysiert. Die Wirkung ist bakterizid, also abtötend, nicht nur wachstumshemmend.
Das Spektrum umfasst Streptococcus pneumoniae, Streptococcus pyogenes, Haemophilus influenzae, Escherichia coli, Proteus mirabilis und Helicobacter pylori, unter vielen anderen. Nicht wirksam gegen Betalaktamase-produzierende Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Moraxella catarrhalis, es sei denn, es wird mit Clavulansäure kombiniert. Gegen atypische Erreger wie Mycoplasmen oder Chlamydien ist Amoxicillin wirkungslos, weil diese keine Zellwand haben.
Die Pharmakokinetik ist günstig. Die Bioverfügbarkeit nach oraler Einnahme liegt bei etwa 70 bis 80 Prozent und wird durch Nahrung nur geringfügig beeinflusst. Die maximale Plasmakonzentration wird nach etwa ein bis zwei Stunden erreicht. Amoxicillin verteilt sich gut in die meisten Gewebe, einschließlich Mittelohr, Nasennebenhöhlen und Bronchialsekret. Die Halbwertszeit beträgt etwa eine Stunde, was die dreimal tägliche Gabe nötig macht. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal, und bei Niereninsuffizienz ist die Dosis zu reduzieren, weil die Akkumulation zu toxischen Spiegeln und Krampfanfällen führen kann.
Anwendung von Amoxicillin
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser ein, mit oder ohne Nahrung. Wer zu Magen-Darm-Beschwerden neigt, nimmt sie zum Essen. Die Dosierung richtet sich nach der Infektion: 500 mg dreimal täglich ist das Standardschema für Atemwegs- und Harnwegsinfektionen. 1000 mg zweimal täglich ist eine Alternative mit besserer Compliance, weil die Mittagsdosis entfällt. Die 250-mg-Tablette wird bei Kindern oder bei niedrigdosierten Schemata eingesetzt.
Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine Doppeldosis erhöht die Wahrscheinlichkeit von Durchfall und anderen gastrointestinalen Nebenwirkungen, ohne die antibakterielle Wirkung zu verbessern.
Die Therapiedauer richtet sich nach der Infektion und beträgt meist fünf bis vierzehn Tage. Auch wenn die Symptome nach drei Tagen verschwunden sind, muss die Therapie fortgesetzt werden, bis die verordnete Packung leer oder die verordnete Dauer erreicht ist. Vorzeitiger Abbruch ist der häufigste Grund für Rezidive und Resistenzentwicklung. Das gilt für Amoxicillin genauso wie für jedes andere Antibiotikum.
Nebenwirkungen von Amoxicillin
Durchfall und gastrointestinale Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen und treten bei etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten auf. Amoxicillin verändert die Darmflora, und das kann zu weichem Stuhl oder Durchfall führen. Probiotika wie Saccharomyces boulardii oder Lactobacillus können die Darmflora während der Therapie unterstützen, und die Einnahme mit Mahlzeiten reduziert die Magen-Darm-Reizung. Bei schwerem, wässrigem Durchfall mit Fieber und Bauchschmerzen sofort den Arzt kontaktieren – das könnte eine pseudomembranöse Kolitis durch Clostridium difficile sein, eine seltene, aber gefährliche Komplikation jeder Antibiotikatherapie.
Allergische Reaktionen sind die zweite große Sorge. Penicillin-Allergie ist die häufigste Medikamentenallergie überhaupt, und die Symptome reichen von mildem Hautausschlag bis zum anaphylaktischen Schock. Ein makulopapulöses Exanthem, das typischerweise am Stamm beginnt und sich auf die Extremitäten ausbreitet, ist häufig und tritt oft erst nach einigen Tagen auf. Es ist meist harmlos und klingt nach Absetzen ab, aber der Patient sollte für zukünftige Therapien als Penicillin-allergisch gelten. Urtikaria, Angioödem und Atemnot sind Zeichen einer schweren Sofortreaktion und erfordern das sofortige Absetzen und notärztliche Hilfe. Wer bereits einmal auf ein Penicillin allergisch reagiert hat, bekommt Amoxicillin nicht noch einmal. Kreuzallergie mit Cephalosporinen ist möglich und sollte beachtet werden.
Nierenfunktionsverschlechterung – Amoxicillin wird renal ausgeschieden, und bei vorbestehender Niereninsuffizienz kann die Akkumulation zu toxischen Spiegeln und Krampfanfällen führen. Die Dosis muss bei Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min reduziert und das Dosisintervall verlängert werden.
Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)
Schwangerschaft und Stillzeit – Amoxicillin ist eines der sichersten Antibiotika in der Schwangerschaft und wird seit Jahrzehnten ohne Hinweise auf teratogene Effekte eingesetzt. Es passiert die Plazenta, aber die Konzentrationen sind niedrig, und ein Risiko für den Fötus ist nicht belegt. Stillen: Amoxicillin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über und kann beim Säugling Durchfall und Mundsoor verursachen. Die Anwendung während der Stillzeit ist vertretbar, aber der Säugling sollte auf gastrointestinale Symptome beobachtet werden.
Ältere Patienten vertragen Amoxicillin gut, aber die Nierenfunktion ist im Alter oft eingeschränkt, und die Dosis muss entsprechend angepasst werden. Kreatinin-Clearance vor Therapiebeginn berechnen, nicht nur das Serumkreatinin betrachten. Ältere Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko für Clostridium-difficile-Kolitis und sollten bei Durchfall engmaschig beobachtet werden.
Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz – Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min – brauchen eine Dosisanpassung. Bei Clearance zwischen 10 und 30 ml/min wird die Dosis auf 250 bis 500 mg alle zwölf Stunden reduziert, bei Clearance unter 10 ml/min auf 250 bis 500 mg alle 24 Stunden. Dialysepatienten erhalten eine zusätzliche Dosis nach der Hämodialyse, weil Amoxicillin dialysabel ist.
Patienten mit infektiöser Mononukleose, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, entwickeln unter Amoxicillin fast immer ein generalisiertes makulopapulöses Exanthem. Das ist keine echte Penicillin-Allergie, sondern eine immunologische Reaktion auf die Kombination von Amoxicillin und Epstein-Barr-Virus-Infektion. Amoxicillin sollte bei Verdacht auf Mononukleose nicht gegeben werden, einfach weil der Ausschlag unnötig beunruhigend ist.
Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)
Autofahren ist unter Amoxicillin problemlos möglich. Es gibt keine zentralnervösen Effekte, keine Sedierung, keine Beeinträchtigung der Reaktionszeit.
Alkohol hat keine direkte Wechselwirkung mit Amoxicillin. Anders als bei Metronidazol gibt es keine Disulfiram-ähnliche Reaktion und keine Kontraindikation. Trotzdem ist Alkohol während einer Infektion keine gute Idee – er schwächt das Immunsystem, dehydriert den Körper und kann die gastrointestinalen Nebenwirkungen von Amoxicillin verstärken. Ein Glas Wein zum Abendessen, wenn man sich auf dem Weg der Besserung befindet, ist vertretbar. Mehrere Drinks während einer fieberhaften Infektion sind kontraproduktiv.
Orale Kontrazeptiva – Amoxicillin kann die Wirksamkeit der Pille theoretisch beeinträchtigen, indem es die Darmflora verändert und den enterohepatischen Kreislauf der Östrogene unterbricht. Die klinische Relevanz ist gering, aber in der Packungsbeilage wird empfohlen, während der Therapie und für sieben Tage danach zusätzlich mit Kondomen zu verhüten.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Allopurinol – die gleichzeitige Gabe mit Amoxicillin erhöht das Risiko für allergische Hautreaktionen. Die Kombination sollte vermieden werden, wenn es Alternativen gibt.
Methotrexat – Amoxicillin kann die renale Clearance von Methotrexat reduzieren und toxische Spiegel verursachen. Die Kombination erfordert engmaschige Methotrexat-Spiegelkontrollen, besonders bei onkologischen Dosierungen.
Warfarin und andere orale Antikoagulanzien – Amoxicillin kann die Darmflora verändern und die Vitamin-K-Synthese reduzieren, was die INR erhöht. Die Kombination erfordert engmaschige INR-Kontrollen, besonders zu Beginn und nach Ende der Antibiotikatherapie.
Probenecid – dieses Gichtmedikament hemmt die renale Ausscheidung von Amoxicillin und kann die Plasmaspiegel erhöhen. Die Kombination wird manchmal therapeutisch genutzt, um die Wirkdauer von Amoxicillin zu verlängern, aber die Dosis muss angepasst werden.
Alternative Optionen
Amoxicillin ist das Standard-Aminopenicillin, aber es gibt Alternativen mit anderen Spektren und Resistenzprofilen.
Amoxicillin-Clavulansäure – die Kombination mit dem Betalaktamase-Inhibitor erweitert das Spektrum auf Betalaktamase-produzierende Bakterien und ist das Mittel der Wahl bei Infektionen, bei denen mit resistenten Erregern zu rechnen ist. Die gastrointestinalen Nebenwirkungen, insbesondere Durchfall, sind häufiger als unter Amoxicillin allein.
Penicillin V – das klassische orale Penicillin mit schmalerem Spektrum, vor allem gegen Streptokokken. Es wird bei Tonsillitis und Scharlach eingesetzt und ist bei diesen Indikationen gleich wirksam wie Amoxicillin, mit weniger Störung der Darmflora.
Cephalosporine wie Cefuroxim oder Cefixim – sie haben ein breiteres gramnegatives Spektrum und sind bei Penicillin-Allergie mit Vorsicht einsetzbar, weil die Kreuzallergie-Rate nur bei etwa 5 bis 10 Prozent liegt.
Makrolide wie Clarithromycin oder Azithromycin – sie sind die Alternative bei echter Penicillin-Allergie und decken Atemwegsinfektionen ähnlich gut ab, haben aber mehr gastrointestinale Nebenwirkungen und ein höheres Risiko für QT-Verlängerung.
INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland
INN (Internationaler Freiname): Amoxicillin
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Amoxypen (Infectopharm), Amoxicillin-ratiopharm, Amoxicillin HEXAL, Amoxicillin AbZ, Amoxicillin AL und zahlreiche weitere Generika
ATC-Code: J01CA04
Formen und Stärken: Filmtabletten zu 250 mg, 500 mg, 750 mg und 1000 mg; Saft für Kinder; Infusionslösung
Hersteller: Infectopharm (Amoxypen), diverse Generikahersteller (ratiopharm, HEXAL, AbZ, AL, 1A Pharma und weitere)
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)
Die richtige Dosierung wählen
500 mg dreimal täglich ist das Standardschema für die meisten Infektionen bei Erwachsenen. 250 mg dreimal täglich für leichtere Infektionen oder Kinder. 1000 mg zweimal täglich für schwere Infektionen oder zur Verbesserung der Compliance. Die 250-mg-Tablette ist für Kinder und niedrigdosierte Schemata, die 500-mg-Tablette ist der therapeutische Standard. Die Therapiedauer muss eingehalten werden, auch wenn die Symptome nach drei Tagen abgeklungen sind.
Bei Niereninsuffizienz Dosis reduzieren und Intervall verlängern. Bei schwerer Niereninsuffizienz mit Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min maximal 500 mg alle 24 Stunden.
In Deutschland ist Amoxicillin verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Amoxicillin 250 mg und 500 mg ohne Rezept kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich nach der Einnahme von Amoxicillin Auto fahren?
Ja, es gibt keine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit.
Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann auslassen und mit dem normalen Zeitplan fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.
Darf ich unter Amoxicillin Alkohol trinken?
Es gibt keine direkte Wechselwirkung, und ein Glas Wein gelegentlich ist vertretbar. Aber Alkohol schwächt das Immunsystem und kann die Magen-Darm-Nebenwirkungen verstärken. Bei einer fieberhaften Infektion sollten Sie auf Alkohol verzichten.
Bekomme ich Durchfall von Amoxicillin?
Das ist die häufigste Nebenwirkung und tritt bei etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten auf. Probiotika können helfen, die Darmflora zu unterstützen. Wenn der Durchfall schwer wird oder Blut enthält, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt.
Kann ich Amoxicillin bei Penicillin-Allergie nehmen?
Nein. Wenn Sie bereits einmal allergisch auf ein Penicillin reagiert haben, dürfen Sie Amoxicillin nicht einnehmen. Informieren Sie jeden Arzt und Zahnarzt über Ihre Penicillin-Allergie, bevor Ihnen ein Antibiotikum verschrieben wird.
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