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Arpamyl (Verapamil) ist ein Kalziumkanalblocker, es wird für die Behandlung des Bluthochdrucks und für die Entspannung und Erweiterung der Blutgefäße eingesetzt.
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Arpamyl wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris und bestimmten Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Das Medikament ist ein Kalziumantagonist (Verapamil), der die Blutgefäße entspannt, die Durchblutung verbessert und die Herzfrequenz senkt.
Die übliche Dosis von Arpamyl beträgt 180–480 mg pro Tag, verteilt auf 1 bis 3 Einnahmen, abhängig von der Erkrankung.
Darreichungsform: Tablette.
Wirkungseintritt: innerhalb von 1–2 Stunden.
Wirkdauer: etwa 6–8 Stunden.
Alkoholempfehlung: Vermeiden Sie Alkohol und Grapefruit(saft) während der Anwendung.
Häufigste Nebenwirkung: Schwindel.
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Allgemeine Informationen über Arpamyl
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Verapamil
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Arpamyl, Isoptin, Verapamil-ratiopharm, Verapamil AL, Verapamil Heumann
- ATC-Code: C08DA01
- Darreichungsformen und Dosierungen: Tabletten (40 mg, 80 mg, 120 mg, 240 mg), Retardtabletten (120 mg, 240 mg, 360 mg)
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): Mylan Healthcare GmbH (Viatris), Teva GmbH, Abbott GmbH & Co. KG, ratiopharm GmbH, Hexal AG, ALIUD Pharma GmbH
- Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Arpamyl (Verapamil) ist ein Kalziumantagonist vom Phenylalkylamin-Typ. Es blockiert spannungsabhängige L-Typ-Kalziumkanäle in den glatten Gefäßmuskelzellen und im Herzmuskel. Dies führt zu einer Entspannung der arteriellen Gefäße, einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Herzmuskels, einer Senkung des gesamten peripheren Widerstands und des Blutdrucks sowie einer Verringerung der Nachlast. Zusätzlich hemmt Verapamil die Erregungsleitung im AV-Knoten und verlangsamt die Herzfrequenz. Dadurch wird es zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris und zur Kontrolle bestimmter supraventrikulärer Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
Anwendungsgebiete
- Chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina)
- Instabile Angina pectoris (Ruheangina, Koronarspastik, Prinzmetal-Angina)
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Supraventrikuläre Tachykardien (z. B. AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, WPW-Syndrom)
- Vorhofflimmern und Vorhofflattern (zur Frequenzkontrolle)
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Ältere Patienten (≥ 65 J.): Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion Dosis reduzieren; häufigere Kontrolle der Blutdruck- und Herzfrequenzwerte.
- Schwangerschaft: Verapamil passiert die Plazenta. Anwendung nur bei strenger Indikation und unter ärztlicher Kontrolle; in den ersten drei Monaten möglichst vermeiden.
- Stillzeit: Verapamil geht in die Muttermilch über (geringe Mengen). Eine Anwendung während der Stillzeit ist mit Vorsicht möglich; der Säugling sollte auf Nebenwirkungen (Bradykardie, Blutdruckabfall) beobachtet werden.
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Arpamyl kann Schwindel und Benommenheit verursachen – die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein. Alkohol verstärkt diese Effekte. Grapefruitsaft hemmt den Abbau von Verapamil und kann zu erhöhten Spiegeln führen – daher meiden.
Dosierungsanleitung
- Standard (Erwachsene): Bei Bluthochdruck und Angina pectoris: Initial 80–120 mg zwei- bis dreimal täglich. Erhaltungsdosis: 240–480 mg/Tag. Bei AV-Knoten-Reentry-Tachykardie: kurzfristig höhere Initialdosen (bis 120 mg) unter EKG-Kontrolle.
- Retardpräparate: 240–480 mg einmal täglich (morgens oder abends) – besserer 24-Stunden-Wirkungsprofil.
- Leberinsuffizienz: Dosis auf 40–80 mg zwei- bis dreimal täglich reduzieren (verlängerte Halbwertszeit).
- Niereninsuffizienz: Bei leichter bis mittelschwerer Einschränkung keine Anpassung nötig; bei schwerer (Kreatinin-Clearance kleiner 10 ml/min) vorsichtig dosieren.
- Hinweis: Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten. Retardtabletten nicht teilen oder zerkauen.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1/100)
- Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Gesichtsrötung, periphere Ödeme (Knöchelschwellungen), Müdigkeit, Bradykardie (verlangsamter Herzschlag).
Gelegentliche Nebenwirkungen (1/100 bis weniger als 1/1000)
- Hypotonie (starker Blutdruckabfall), AV-Block ersten Grades, Tachykardie, Palpitationen, Zahnfleischhyperplasie (bei Langzeittherapie), Hautausschlag.
Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1/1000)
- Herzinsuffizienz, AV-Block zweiten oder dritten Grades, Asystolie, Sinusknotenstillstand, Leberfunktionsstörungen (erhöhte Transaminasen), Galaktorrhoe, Gynäkomastie, Stevens-Johnson-Syndrom.
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Verapamil oder einen sonstigen Bestandteil.
- Kardiogener Schock.
- Schwere linksventrikuläre Dysfunktion (Ejektionsfraktion kleiner 35 % oder NYHA III–IV).
- Hypotonie (systolischer Druck kleiner 90 mm Hg).
- Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom), AV-Block zweiten oder dritten Grades (außer bei Schrittmacherpatienten).
- Vorhofflimmern/Vorhofflattern mit akzessorischer Leitungsbahn (WPW- oder LGL-Syndrom) – Gefahr einer ventrikulären Tachykardie.
- Gleichzeitige intravenöse Gabe von Betablockern (z. B. Esmolol, Propranolol) – Risiko einer schweren Bradykardie und Asystolie.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- Betablocker (oral): Verstärkte negativ-inotrope, bradykarde und blutdrucksenkende Effekte – kombinierte Anwendung mit Vorsicht und unter EKG-Kontrolle.
- Digoxin: Verapamil erhöht den Digoxin-Spiegel um 50–75 % – Digoxin-Dosis reduzieren und Spiegel kontrollieren.
- Antiarrhythmika (Disopyramid, Flecainid, Chinidin): Verstärkung der kardialen Effekte, Risiko für AV-Block, Hypotonie – Vermeidung oder strenge Überwachung.
- Lithium: Verstärkte Neurotoxizität (Tremor, Ataxie) möglich – Überwachung der Lithiumspiegel.
- Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus: Verapamil erhöht die Spiegel dieser Immunsuppressiva – Dosisanpassung und Spiegelkontrolle.
- Phenobarbital, Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut: Senken den Verapamil-Spiegel (Induktion des Metabolismus) – mögliche Wirkungsabnahme.
- Grapefruit(saft): Hemmt den CYP3A4-vermittelten Abbau von Verapamil – erhöhte Plasmakonzentration und Nebenwirkungsrisiko – meiden.
- Alkohol: Verstärkt die zentral dämpfenden und blutdrucksenkenden Effekte – meiden.
- Statine (Simvastatin, Lovastatin): Verapamil erhöht die Statin-Spiegel – maximal 10 mg Simvastatin pro Tag empfohlen.
Praktische Hinweise
- Einnahme: Regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit. Retardtabletten (240 mg) einmal täglich morgens einnehmen. Bei Vergessen einer Dosis: Nachholen, wenn es noch mindestens 4 Stunden bis zur nächsten Dosis ist; sonst auslassen. Keine doppelten Dosen.
- Regelmäßige Kontrollen: Blutdruck, Herzfrequenz, EKG (insbesondere PQ-Zeit), Leberfunktionstests, Elektrolyte (Kalzium). Bei Langzeittherapie alle 6–12 Monate Kontrolluntersuchungen.
- Langsames Aufstehen: Wegen der Gefahr eines orthostatischen Blutdruckabfalls (Schwindel) langsam aus dem Sitzen oder Liegen aufstehen.
- Lagerung: Bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalverpackung, trocken und lichtgeschützt. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Überdosierung: Symptome: starke Bradykardie, AV-Block, Hypotonie, Asystolie. Sofort Notruf 112. Behandlung: stationäre Überwachung, Kalziumglukonat (i.v.), Atropin, Isoprenalin, Schrittmacher.
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Andere Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (Amlodipin, Nifedipin): Stärkere Vasodilatation, weniger Wirkung auf AV-Knoten (geeignet bei Bluthochdruck ohne Rhythmusstörung).
- Betablocker (Metoprolol, Bisoprolol): Senken Herzfrequenz und Blutdruck, aber kein Gefäßschutz bei Koronarspasmen (nicht bei Prinzmetal-Angina).
- ACE-Hemmer oder AT1-Blocker (Ramipril, Losartan): Erste Wahl bei Bluthochdruck mit Diabetes oder Nierenschäden, haben keine AV-leitungsverzögernde Wirkung.
- Diuretika (Hydrochlorothiazid, Indapamid): Blutdrucksenkung ohne direkte kardiale Wirkung, gut verträglich.
- Nitrate (Isosorbiddinitrat): Kurzzeitige Vasodilatation bei Angina pectoris, nicht zur Dauerbehandlung von Hypertonie geeignet.
- Ivabradin: Reine Frequenzsenkung (If-Kanal) ohne Blutdruckeffekt – nur bei Angina und Sinusrhythmus.
Klinische Wirksamkeit
Verapamil ist seit Jahrzehnten etabliert. Studien belegen eine signifikante Blutdrucksenkung bei arterieller Hypertonie (Senkung des systolischen Drucks um 15–20 mm Hg, diastolischen um 10–15 mm Hg) vergleichbar mit anderen Antihypertensiva. Bei chronisch stabiler Angina pectoris reduziert Verapamil die Häufigkeit von Anfällen und den Nitratbedarf. Als Mittel zur Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern ist Verapamil wirksamer als Digoxin und wird in Leitlinien empfohlen (insbesondere bei Patienten ohne Herzinsuffizienz). Bei der akuten Terminierung von AV-Knoten-Reentry-Tachykardie zeigt intravenöses Verapamil eine Konversionsrate von über 90 % innerhalb von 2–5 Minuten. Für die Behandlung des WPW-Syndroms ist Verapamil nicht zugelassen (Kontraindikation). Die CAST-ähnlichen Studien bei Verapamil zeigten kein erhöhtes Mortalitätsrisiko im Vergleich zu Diuretika oder Betablockern. In der Vergleichsstudie mit Atenolol erwies sich Verapamil als gleichwertig in der kardiovaskulären Ereignisprophylaxe.
Wichtig: Arpamyl (Verapamil) ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Die Anwendung darf nur unter ärztlicher Kontrolle und nach kardiologischer Diagnostik (EKG, Blutdruck, Ausschluss von AV-Blockiersymptomen, WPW-Syndrom oder schwerer Herzinsuffizienz) erfolgen. Eine Selbstbehandlung wegen der Gefahr von schweren Herzrhythmusstörungen, Hypotonie oder der Auslösung einer Herzinsuffizienz ist gefährlich. Besonders bei gleichzeitiger Einnahme von Betablockern oder Digoxin ist eine Dosisanpassung und regelmäßige Kontrolle (EKG, Digoxin-Spiegel) zwingend erforderlich. Bei neu auftretenden Schwindelattacken mit Pulsabfall unter 50 Schläge pro Minute, Luftnot oder Beinödemen ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Dieses Informationsblatt ersetzt nicht die aktuelle Fachinformation. Maßgeblich sind die Anweisungen des behandelnden Arztes und die Packungsbeilage.
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