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Budesonid-Kapseln werden zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn eingesetzt, indem sie die Entzündung im Darm reduzieren. Die Kapseln geben das Medikament gezielt im Darm frei, um eine lokale Wirkung zu erzielen. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Bauchschmerzen. Bei einer Langzeitanwendung sollte der mögliche Einfluss auf den Hormonhaushalt überwacht werden. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres Arztes für eine sichere und wirksame Behandlung.
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Budesonid ist ein Glukokortikoid mit stark entzündungshemmender Wirkung. Es wird hauptsächlich zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt, wie dem aktiven, milden bis mittelschweren Morbus Crohn, der das Ileum und/oder das Colon ascendens betrifft, sowie bei der mikroskopischen Kolitis. Die Kapseln sind magensaftresistent, um den Wirkstoff gezielt erst im Darm freizusetzen, wo er lokal wirkt. Budesonid entfaltet seine therapeutische Wirkung, indem es an Glukokortikoid-Rezeptoren in den Entzündungszellen der Darmschleimhaut bindet. Dies führt zur Hemmung der Phospholipase A2 und des Transkriptionsfaktors NF-κB, was wiederum die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren blockiert. Dadurch werden die Entzündungsreaktion, Schwellung und die damit verbundenen Beschwerden wirksam reduziert.
Die übliche Dosis von Budesonid 3 mg Kapseln beträgt: Zur Behandlung eines aktiven Morbus Crohn (Einleitung einer Remission) beträgt die empfohlene Tagesdosis 9 mg Budesonid (entsprechend 3 Kapseln a 3 mg), einmal täglich morgens eingenommen, für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen. Die volle Wirkung stellt sich in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen ein. Nach Ende der Behandlung sollte die Dosis normalerweise in den letzten 2 bis 4 Wochen reduziert werden. Bei Patienten mit mikroskopischer Kolitis wird zur Einleitung einer Remission ebenfalls 9 mg einmal täglich morgens gegeben. Zur Erhaltung einer Remission wird die Dosis auf 6 mg einmal täglich (entsprechend 2 Kapseln) oder die niedrigste wirksame Dosis reduziert. Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse B) wird eine Dosisreduktion auf 3 mg einmal täglich empfohlen.
Darreichungsform: Magensaftresistente Hartkapseln mit 3 mg Budesonid, die als magengeschützte, retardierende Granulatpellets gefüllt sind.
Wirkungseintritt: Der Wirkstoff wird im Dünn- und Dickdarm freigesetzt, die maximale Plasmakonzentration wird innerhalb von 30 Minuten bis zu 10 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die klinische Besserung der Beschwerden ist im Allgemeinen nach 2 bis 4 Wochen zu erwarten.
Wirkdauer: Dank der galenischen Formulierung wird Budesonid kontrolliert im Darm freigesetzt, was eine ausreichende lokale Exposition über den Tag hinweg ermöglicht. Die Plasmahalbwertszeit liegt zwischen 2 und 4 Stunden.
Alkoholempfehlung: Während der Behandlung mit Budesonid-Kapseln sollte auf Alkohol verzichtet werden, da Alkohol die Magen-Darm-Schleimhaut zusätzlich reizen und die Aufnahme des Arzneimittels beeinträchtigen könnte.
Häufigste Nebenwirkungen: Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Magen-Darm-Beschwerden wie Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, sowie systemische Effekte wie Muskelkrämpfe, Herzklopfen (Palpitationen), Kopfschmerzen und Schwindel. Seltener können Stimmungsschwankungen, Hautreaktionen, niedrige Kaliumspiegel und Gewichtszunahme auftreten.
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Allgemeine Informationen über Budesonid (3 mg Kapseln)
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Budesonid
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Budenofalk®, Budo-San®, Entocort® sowie zahlreiche Generika von verschiedenen Herstellern.
- ATC-Code: A07EA06 – intestinale Antiphlogistika.
- Darreichungsformen und Dosierungen: Retardierte, magensaftresistente Hartkapseln mit 3 mg Budesonid.
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): Dr. Falk Pharma GmbH (u.a. Budenofalk®), Tillotts Pharma GmbH (u.a. Entocort®).
- Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Budesonid ist ein Glukokortikoid mit einer etwa 15‑mal höheren relativen Rezeptoraffinität als Prednisolon. Es wirkt lokal im Darm, indem es an intrazelluläre Glukokortikoid-Rezeptoren in Entzündungszellen bindet. Der Wirkstoff-Rezeptor-Komplex wandert in den Zellkern und hemmt die Expression proinflammatorischer Gene, was zu einer Reduktion von Entzündungsmediatoren wie Zytokinen und Chemokinen führt. Aufgrund seiner hohen hepatischen First-Pass-Elimination (ca. 80-90%) wird der systemischen Verfügbarkeit von oralem Budesonid stark minimiert. Der in der Darmschleimhaut verbleibende Rest des Wirkstoffs entfaltet dort die erwünschte lokale entzündungshemmende Wirkung, während der systemische Anteil in der Leber durch CYP3A4 rasch zu inaktiven Metaboliten (6β‑Hydroxy‑budesonid und 16α‑Hydroxy‑prednisolon) abgebaut wird.
Anwendungsgebiete
- Morbus Crohn: Einleitung und Erhaltung der klinischen Remission bei milden bis mittelschweren, aktiven Schüben von Morbus Crohn, die den Krummdarm (Ileum) und/oder das aufsteigende Dickdarmsegment (Colon ascendens) betreffen.
- Mikroskopische Kolitis: Einleitung einer Remission bei aktiver mikroskopischer Kolitis (Subtypen: kollagene und lymphozytäre Kolitis).
- Autoimmunhepatitis: Behandlung einer chronischen Leberentzündung autoimmuner Genese.
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren): Die Anwendung bei Kindern wird aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die systemische Verfügbarkeit von oralem Budesonid ist gering, doch sollte das Mittel während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.
- Patienten mit schwerer Lebererkrankung (Leberzirrhose, Child-Pugh Klasse C): Die Anwendung ist kontraindiziert, da die systemische Verfügbarkeit von Budesonid bei diesen Patienten erheblich erhöht sein kann.
- Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse B): Die Dosis sollte auf 3 mg einmal täglich reduziert werden.
- Patienten mit Infektionskrankheiten (z. B. Tuberkulose, pilzliche, virale oder bakterielle Infektionen): Da Glukokortikoide die Immunantwort unterdrücken, sollten sie nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Im Falle einer aktiven Infektion ist eine spezifische antiinfektiöse Therapie erforderlich.
- Patienten mit Diabetes mellitus oder einer Familienanamnese für Diabetes: Glukokortikoide können den Blutzuckerspiegel erhöhen. Eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckers ist erforderlich.
- Patienten mit Glaukom (grüner Star), Katarakt (grauer Star) oder einer entsprechenden Familienanamnese: Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle wird empfohlen.
- Patienten mit Osteoporose: Glukokortikoide können den Knochenstoffwechsel beeinflussen. Bei Risikopatienten sollte die Knochendichte überwacht werden.
- Patienten mit Magen‑ oder Zwölffingerdarmgeschwüren (peptische Ulzera): Eine Behandlung sollte nur mit Vorsicht erfolgen, da Budesonid die Heilung von Ulzera verzögern kann.
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Budesonid kann Schwindel, Sehstörungen oder Müdigkeit verursachen, was die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen erheblich beeinträchtigen kann. Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden, da er die Magen-Darm-Schleimhaut reizen und die Aufnahme des Medikaments beeinträchtigen könnte.
Dosierungsanleitung
- Einleitung einer Remission bei Morbus Crohn und mikroskopischer Kolitis: 3 Kapseln (9 mg Budesonid) einmal täglich morgens, für bis zu 8 Wochen.
- Erhaltung einer Remission bei mikroskopischer Kolitis: 2 Kapseln (6 mg Budesonid) einmal täglich morgens (oder die niedrigste wirksame Dosis).
- Mäßige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse B): 1 Kapsel (3 mg Budesonid) einmal täglich.
- Art der Anwendung: Die Kapseln werden unzerkaut im Ganzen mit ausreichend Wasser (morgens vor der ersten Mahlzeit) eingenommen. Sie sollten nicht geöffnet, zerkaut oder zerdrückt werden. Die Einnahme sollte möglichst immer zur gleichen Zeit erfolgen.
- Ausschleichen: Nach Abschluss der Therapie sollte die Dosis in der Regel in den letzten 2‑4 Wochen schrittweise reduziert werden, um einen Rebound-Effekt zu vermeiden.
- Vergessene Dosis: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese nach, sobald Sie daran denken. Wenn die nächste Einnahme jedoch fast fällig ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, um eine vergessene Dosis auszugleichen.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 100 bis weniger als 1 von 10 Behandelten)
- Magen-Darm-Beschwerden: Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen.
- Nervensystem: Kopfschmerzen, Schwindel.
- Kreislauf: Herzklopfen (Palpitationen), Muskelkrämpfe.
- Stoffwechsel: Veränderungen der Cortisolspiegel, niedrige Kaliumwerte (Hypokaliämie), Gewichtszunahme, Ödeme.
- Psychische Veränderungen: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression.
Gelegentliche Nebenwirkungen (mehr als 1 von 1000 bis weniger als 1 von 100 Behandelten)
- Hautreaktionen: Hautausschlag, Juckreiz, Akne, Hautrötungen.
- Infektionen: Erhöhte Infektanfälligkeit (z. B. Atemwegsinfektionen).
- Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, erhöhter Augeninnendruck (Glaukom).
Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1000 Behandelten)
- Systemische Kortikoid-Effekte bei Langzeitanwendung oder hohen Dosen: Cushing‑Syndrom (Mondgesicht, Stammfettsucht), adrenale Suppression (Nebennierenunterfunktion), Wachstumsverzögerung bei Kindern, verminderte Knochendichte (Osteoporose), Katarakt (grauer Star).
- Psychiatrische Störungen: Schlaflosigkeit, Halluzinationen, Manie.
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Budesonid oder einen sonstigen Bestandteil.
- Schwere Lebererkrankung (Leberzirrhose, Child-Pugh Klasse C).
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- Starke CYP3A4‑Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Cobicistat): Diese Medikamente können die systemische Budesonid‑Exposition drastisch erhöhen. Die gleichzeitige Gabe sollte vermieden werden.
- Grapefruitsaft: Hemmt CYP3A4 und kann die Budesonid‑Konzentration im Blut erhöhen. Während der Behandlung sollte auf Grapefruitsaft verzichtet werden.
- Starke CYP3A4‑Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut): Diese können die Wirkung von Budesonid reduzieren. Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein.
- Östrogenhaltige orale Kontrazeptiva: Können die Budesonid‑Spiegel geringfügig erhöhen, die klinische Relevanz ist jedoch gering.
Praktische Hinweise
- Einnahme: Die Kapseln sollten im Ganzen mit Wasser vor der ersten Mahlzeit (morgens auf nüchternen Magen) eingenommen werden, um eine optimale Wirkstofffreisetzung im Darm zu gewährleisten.
- Nahrungsergänzung: Bei längerer Behandlung sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D geachtet werden, um das Risiko für Osteoporose zu mindern.
- Überwachung: Bei Langzeittherapie sind regelmäßige Kontrollen des Blutzuckers (bei Diabetikern), des Blutdrucks und der Augen (bei Risikopatienten) sowie der Knochendichte (bei Risikopatienten) erforderlich.
- Nicht abrupt absetzen: Die Behandlung sollte, insbesondere nach längerer Einnahme, nicht plötzlich beendet werden, da es zu einer Entzündungsreaktion (Rebound-Phänomen) kommen kann. Der Arzt wird die Dosis schrittweise reduzieren.
- Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Die Kapseln sollten in der Blisterpackung verbleiben, da der Inhalt der Kapseln magensaftgeschützt ist und nicht umgefüllt werden sollte.
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Budesonid als Rektalschaum (z. B. Budenofalk Rektalschaum): Zur lokalen Behandlung einer entzündlichen Aktivität im Enddarm (z. B. bei Colitis ulcerosa oder Proktitis).
- Mesalazin (z. B. Salofalk, Pentasa, Mezavant): 5‑Aminosalicylsäure (5‑ASA) als Alternative zur Behandlung von milden bis mittelschweren Schüben des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa.
- Prednisolon (orale systemische Kortikosteroide): Bei schweren Schüben oder wenn Budesonid nicht ausreichend wirkt. Prednisolon hat jedoch ein deutlich höheres systemisches Nebenwirkungsprofil.
- Immunsuppressiva (Azathioprin, 6‑Mercaptopurin, Methotrexat): Bei chronisch aktiven Verläufen oder zur steroidsparenden Therapie eingesetzt.
- Biologika (Infliximab, Adalimumab, Vedolizumab, Ustekinumab): Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung, die auf konventionelle Therapien nicht ansprechen.
Klinische Wirksamkeit
Budesonid 9 mg (3 Kapseln) als orale Darreichungsform ist in der Remissionsinduktion bei aktivem, milden bis mittelschweren Morbus Crohn der proximalen Kolonlokalisation wirksamer als Placebo. In placebokontrollierten Zulassungsstudien zeigten mit Budesonid behandelte Patienten über 8 Wochen signifikant höhere Remissionsraten (60‑70 %), was einer Schätzgröße eines Dosis-Wirkungs-Effektes entspricht. Auch in der Remissionserhaltung bei mikroskopischer Kolitis (kollagene und lymphozytäre Kolitis) ist Budesonid (3‑6 mg/Tag) überlegen gegenüber Placebo. Die Wirksamkeit beruht auf dem günstigen Verhältnis zwischen lokaler entzündungshemmender Wirkung im Darm und geringer systemischer Bioverfügbarkeit.
Wichtig: Budesonid (3 mg Kapseln) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden darf. Vor Beginn der Therapie muss der Arzt eine genaue Diagnose (z. B. mittels Koloskopie) gestellt haben, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen. Wegen des Risikos systemischer Kortikoid‑Nebenwirkungen, insbesondere bei Langzeittherapie, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden. Eine regelmäßige Überwachung von Blutdruck, Blutzucker (bei Diabetes), Augen (bei Glaukom/Katarakt-Risiko) und gegebenenfalls der Knochendichte (bei Osteoporose-Risiko) ist erforderlich. Bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A4‑Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Ritonavir) muss eine Wechselwirkung beachtet werden. Während der Behandlung ist auf Alkohol und Grapefruit(‑saft) zu verzichten. Bei Anzeichen einer Infektion (Fieber, Husten, Halsschmerzen) oder einer Verschlechterung der Grunderkrankung sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des behandelnden Arztes. Dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.
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