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Bupropion + Naltrexon ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Unterstützung der Gewichtsabnahme bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht. Es wirkt, indem es Gehirnbereiche beeinflusst, die an Hunger und Heißhunger beteiligt sind, wodurch der Appetit reduziert und das Essverhalten kontrolliert wird.
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In unserer deutschen Apotheke können Sie Bupropion/Naltrexon ohne Rezept kaufen, mit Lieferung in ganz Deutschland innerhalb von 5‑14 Tagen. Diskrete und anonyme Verpackung.
Bupropion/Naltrexon ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Gewichtskontrolle bei Erwachsenen mit Adipositas (Body-Mass-Index größer oder gleich 30 kg/m²) oder Übergewicht (Body-Mass-Index größer oder gleich 27 kg/m²) in Kombination mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung, wie Typ‑2‑Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen. Die Fixkombination aus Bupropion (einem schwachen Wiederaufnahmehemmer von Noradrenalin und Dopamin) und Naltrexon (einem Opioid-Antagonisten) wirkt auf das Belohnungssystem und das Appetitzentrum im Gehirn. Bupropion verstärkt die Aktivität von POMC-Neuronen im Hypothalamus, was den Appetit reduziert und den Energieverbrauch erhöht, während Naltrexon die appetitsteigernde Rückkopplung blockiert, was synergistisch das Hungergefühl und das Verlangen nach besonders schmackhaften Nahrungsmitteln verringert.
Die übliche Dosis von Bupropion/Naltrexon beträgt: Die Behandlung wird in einem vierwöchigen Aufdosierungsschema nach dem folgenden Schema gesteigert (jede Tablette enthält 8 mg Naltrexonhydrochlorid und 90 mg Bupropionhydrochlorid):
Woche 1: 1 Tablette einmal täglich (morgens).
Woche 2: 1 Tablette zweimal täglich (morgens und abends).
Woche 3: 2 Tabletten morgens und 1 Tablette abends.
Woche 4 und Erhaltungstherapie: 2 Tabletten zweimal täglich (morgens und abends) – entsprechend einer Gesamttagesdosis von 32 mg Naltrexon und 360 mg Bupropion.
Die maximale Tagesdosis wird nicht überschritten. Falls nach zwölf Wochen Erhaltungstherapie keine klinisch bedeutsame Gewichtsabnahme von mindestens fünf Prozent des Ausgangsgewichts erreicht wurde, sollte die Behandlung beendet werden.
Darreichungsform: Retardtabletten mit 8 mg Naltrexonhydrochlorid und 90 mg Bupropionhydrochlorid.
Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden für Naltrexon nach etwa 2 Stunden, für Bupropion nach etwa 3 Stunden erreicht.
Wirkdauer: Die Plasmahalbwertszeit von Bupropion beträgt etwa 21 Stunden, die von Naltrexon etwa 4 Stunden (der aktive Metabolit 6‑β‑Naltrexol verlängert die Wirkung). Die zweimal tägliche Einnahme gewährleistet eine gleichmäßige Wirkstoffexposition über den gesamten Tag.
Alkoholempfehlung: Während der Behandlung sollte auf Alkohol verzichtet werden, da Alkohol die Krampfschwelle senken, das Risiko für unerwünschte Wirkungen (insbesondere Blutdruckanstieg, Schwindel, Übelkeit) erhöhen und die gewünschte Gewichtsabnahme beeinträchtigen kann.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Übelkeit (tritt bei etwa 30‑40 % der Patienten auf, meist in der Aufdosierungsphase), Kopfschmerzen, Verstopfung (etwa 20 %), Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Bluthochdruck und erhöhte Herzfrequenz.
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Allgemeine Informationen über Bupropion/Naltrexon
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Naltrexonhydrochlorid / Bupropionhydrochlorid
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Mysimba® (Originalpräparat von Orexigen Therapeutics, in Deutschland nicht regulär im Handel). Da sich Mysimba in Deutschland nicht im Verkehr befindet, ist die Therapieoption hierzulande nicht standardmäßig verfügbar. Über Einzelimport kann das Arzneimittel jedoch auf ärztliche Verschreibung bezogen werden.
- ATC‑Code: A08AA62 – Zentrale Antiadiposita, Kombination von Naltrexon und Bupropion.
- Darreichungsformen und Dosierungen: Retardtabletten mit 8 mg Naltrexonhydrochlorid und 90 mg Bupropionhydrochlorid.
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): In Deutschland nicht von einem einheimischen Hersteller vertrieben. Das Präparat (Mysimba) stammte ursprünglich von Orexigen Therapeutics (vertrieben über Meda).
- Registrierungsstatus in Deutschland: Mysimba ist durch die Europäische Kommission zugelassen, befindet sich jedoch derzeit nicht im deutschen Verkehr.
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx).
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Die Fixkombination aus Bupropion und Naltrexon ist ein zentral wirksames Anti-Adipositas-Medikament mit zwei sich synergistisch ergänzenden Angriffspunkten. Bupropion ist ein Antidepressivum und ein schwacher, nicht‑selektiver Hemmer der neuronalen Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin. Es stimuliert die hypothalamischen Pro‑Opio‑Melanocortin‑Neuronen (POMC), was zur Freisetzung von alpha‑Melanozyten‑stimulierendem Hormon (alpha‑MSH) führt. Dies aktiviert melanocortinerge Bahnen, die den Appetit reduzieren und den Energieverbrauch steigern. Gleichzeitig wird durch die POMC‑Aktivierung Beta‑Endorphin freigesetzt, das über eine negative Rückkopplung den Appetit steigern würde. Hier greift Naltrexon ein: als Opioid‑Antagonist blockiert es die appetitsteigernde Wirkung von Beta‑Endorphin, wodurch die hypophagische (appetitmindernde) Wirkung von alpha‑MSH ungehindert bleibt. Zusätzlich wirkt die Kombination auf das mesolimbische Belohnungssystem, das für das Verlangen nach besonders kalorienreichen, schmackhaften Nahrungsmitteln (Heißhunger) verantwortlich ist. Durch diese Dual‑Mechanism‑Strategie verstärkt Naltrexon die appetitreduzierende und sättigungsfördernde Wirkung von Bupropion. Die orale Bioverfügbarkeit ist dosisabhängig; fettreiche Mahlzeiten erhöhen die Resorption von Naltrexon und Bupropion erheblich, weshalb die Einnahme nicht zusammen mit fetthaltigen Speisen erfolgen darf.
Anwendungsgebiete
- Chronisches Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit Adipositas (Body-Mass-Index größer oder gleich 30 kg/m²).
- Chronisches Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit Übergewicht (Body-Mass-Index größer oder gleich 27 kg/m²) in Kombination mit einem oder mehreren gewichtsbedingten Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Typ‑2‑Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie).
- Immer als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und gesteigerter körperlicher Aktivität.
- Nicht zugelassen zur Behandlung von Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen – trotz des Bupropion‑Anteils.
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren): Die Sicherheit und Wirksamkeit ist nicht belegt; die Anwendung wird nicht empfohlen (auch wegen der Warnung der US‑amerikanischen Zulassungsbehörde FDA vor erhöhtem Suizidrisiko unter Bupropion bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen).
- Ältere Patienten (65 Jahre und älter): Die Sicherheit und Wirksamkeit ist nicht ausreichend belegt; die Anwendung wird nicht empfohlen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung ist kontraindiziert. Naltrexon und Bupropion passieren die Plazenta und gehen in die Muttermilch über; das Risiko für den Fötus oder den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Bei Eintritt einer Schwangerschaft während der Behandlung ist das Medikament abzusetzen.
- Patienten mit Anfallsleiden (Epilepsie) oder Erkrankungen, die die Krampfschwelle senken (z. B. Anorexia nervosa, Bulimie, Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen, Barbituraten oder Antiepileptika): Absolute Kontraindikation, da Bupropion die Krampfschwelle senkt.
- Patienten mit unbehandelter Hypertonie (Bluthochdruck, systolisch über 145 mmHg oder diastolisch über 95 mmHg): Kontraindikation; der Blutdruck muss vor Therapiebeginn eingestellt sein.
- Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child‑Pugh C): Kontraindikation. Bei mittelschwerer Leberinsuffizienz (Child‑Pugh B) ist die Dosis auf 1 Tablette (8 mg/90 mg) einmal täglich zu reduzieren.
- Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance unter 30 ml/min): Kontraindikation.
- Patienten mit opioidabhängigkeit oder Personen, die aktuell Opioid‑Analgetika (z. B. Morphin, Codein, Tramadol), Opioid‑Ersatzmittel (Methadon, Buprenorphin) oder Opioid‑haltige Husten‑, Erkältungs‑ oder Durchfallmittel einnehmen: Absolute Kontraindikation, da Naltrexon die Wirkung von Opioiden blockiert und einen akuten Opioid‑Entzug auslösen kann.
- Patienten mit Bipolaren Störungen: Bupropion kann manische Episoden auslösen. Vor Therapiebeginn sollte eine gründliche psychiatrische Anamnese erhoben werden.
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Bupropion/Naltrexon kann Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen und verlangsamte Reaktionszeiten verursachen. Daher ist die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen erheblich beeinträchtigt; Patienten sollten kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, bis sie die individuelle Verträglichkeit kennen. Alkohol erhöht das Risiko von Krampfanfällen sowie von zentralnervösen und kardiovaskulären Nebenwirkungen und ist während der Behandlung strikt zu vermeiden.
Dosierungsanleitung
- Erwachsene (Normalfunktion von Leber und Nieren): Es erfolgt eine vierwöchige Titration wie oben beschrieben. Die Erhaltungsdosis beträgt 2 Tabletten zweimal täglich (32 mg Naltrexon / 360 mg Bupropion pro Tag).
- Behandlungsdauer und Erfolgskontrolle: Die Wirksamkeit der Gewichtsreduktion wird nach 12 Wochen bei der Erhaltungsdosis überprüft – wenn keine Gewichtsabnahme von mindestens 5 % erreicht wurde, muss das Medikament abgesetzt werden.
- Leberinsuffizienz (Child‑Pugh B): Maximale Tagesdosis 1 Tablette (8 mg/90 mg) einmal täglich. Bei Child‑Pugh C kontraindiziert.
- Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance 30‑59 ml/min): Maximal 1 Tablette zweimal täglich. Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance unter 30 ml/min) kontraindiziert.
- Einnahmevorschrift: Die Retardtabletten sind im Ganzen zu schlucken (nicht teilen, zerkauen oder zerdrücken) und einzunehmen mit etwas Wasser, vorzugsweise zu einer fettarmen Mahlzeit (nicht zu fetthaltigen Speisen, da diese die Resorption von Naltrexon und Bupropion signifikant erhöhen).
- Vergessene Dosis: Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte sie nicht nachgeholt werden; die nächste Dosis ist zum regulären Zeitpunkt einzunehmen. Keine doppelte Dosis einnehmen.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Sehr häufige/häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 100 Behandelten)
- Übelkeit (tritt in den ersten Behandlungswochen auf, klingt meist innerhalb von 2‑4 Wochen ab), Erbrechen, Bauchbeschwerden.
- Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Mundtrockenheit.
- Kopfschmerzen, Schwindel.
- Schlaflosigkeit, ungewöhnlich lebhafte Träume.
- Müdigkeit, Gereiztheit, Unruhe.
- Blutdruckanstieg, Tachykardie (erhöhte Herzfrequenz).
Gelegentliche Nebenwirkungen (mehr als 1 von 1.000 bis weniger als 1 von 100 Behandelten)
- Angstzustände, Depression, Nervosität.
- Zittern (Tremor), Muskel‑ und Gelenkschmerzen.
- Hautausschläge, Juckreiz.
- Erektile Dysfunktion, Libidoverlust.
- Verminderter Appetit, Gewichtsabnahme.
Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1.000 Behandelten)
- Krampfanfälle – insbesondere bei prädisponierenden Faktoren oder Überdosierung (Risiko beträgt etwa 0,1 % unter Bupropion).
- Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie, Angioödem).
- Erhöhte Suizidalität (insbesondere bei jungen Erwachsenen unter 24 Jahren).
- Manische Episoden (bei Patienten mit bipolarer Störung).
- Hepatotoxizität (erhöhte Leberenzyme, Hepatitis, Gelbsucht) – v. a. bei Dosen von mehr als 50 mg Naltrexon pro Tag.
- Serotonin‑Syndrom (bei sehr rascher Dosissteigerung oder Kombination mit anderen serotonergen Substanzen).
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Bupropion, Naltrexon oder einen sonstigen Bestandteil.
- Unkontrollierte Hypertonie (Bluthochdruck).
- Krampfleiden oder Zustand nach Krampfanfällen (auch fieberbedingt in der Kindheit).
- Essstörungen (Anorexia nervosa oder Bulimie) – erhöhtes Krampfrisiko.
- Gleichzeitige Anwendung von anderen bupropionhaltigen Arzneimitteln (Wellbutrin, Zyban, generisches Bupropion).
- Chronische Opioid‑Einnahme (z. B. bei Heroin‑ oder Methadon‑/Buprenorphin‑Substitution) und während einer Opioid‑Entzugsbehandlung.
- Plötzlicher Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen, Barbituraten oder Antiepileptika.
- Gleichzeitige Anwendung oder Anwendung innerhalb der letzten 14 Tage von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern (Linezolid, Phenelzin, Tranylcypromin, Selegilin).
- Bestehende schwere Leber‑ oder Niereninsuffizienz (Child‑Pugh C bzw. Kreatinin‑Clearance unter 30 ml/min).
- Schwangerschaft und Stillzeit.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- MAO‑Hemmer: Absolute Kontraindikation – vorher mindestens 14‑tägige Auswaschphase und auch nach Absetzen von Contrave 14 Tage Abstand.
- Opioide (Morphin, Codein, Oxycodon, Buprenorphin, Methadon, Tramadol, Opioid‑haltige Husten‑/Erkältungsmittel): Naltrexon blockiert die schmerzstillende Wirkung opioidhaltiger Arzneimittel und kann einen akuten Opioid‑Entzug auslösen (Gefahr hypertensiver Reaktionen). Bei geplanten Operationen ist Bupropion/Naltrexon mindestens 3 Tage vor der Opioid‑Gabe abzusetzen.
- CYP2B6‑Inhibitoren (Ticlopidin, Clopidogrel, Cimetidin, Ritonavir): Erhöhen die Bupropion‑Spiegel – maximale Tagesdosis dann auf 2 Tabletten reduzieren.
- Zentral dämpfende Substanzen (Benzodiazepine, Barbiturate, Neuroleptika, Opioidanalgetika, Alkohol, Antihistaminika der ersten Generation): additive Sedierung und Herabsetzung der Krampfschwelle.
- Serotonerge Substanzen (SSRI, SNRI, Trizyklika, Triptane, Buprenorphin, Tramadol, Johanniskraut): Erhöhte Gefahr des Serotonin‑Syndroms – Kombination vermeiden.
- Betablocker (Metoprolol): Mögliche Interaktionen – regelmäßige Blutdruckkontrolle.
- Kortikosteroide (z. B. Prednison), Theophyllin, Antidiabetika (Insulin, orale Antidiabetika): Additive blutzucker‑ und blutdrucksenkende Effekte möglich.
- Hepatotoxische Arzneimittel (Paracetamol in hohen Dosen, Azol‑Antimykotika, Methotrexat, Statine, NSAR, Carbamazepin, Valproinsäure): Erhöhtes Risiko für Leberschäden – vermeiden oder engmaschige Kontrolle der Leberwerte.
Praktische Hinweise
- Einnahme: Morgens und abends jeweils zur gleichen Tageszeit einnehmen, immer mit etwa einem Glas Wasser. Wegen der Nahrungsmittel‑Interaktion: nicht zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit einnehmen (erhöht die Resorption der Wirkstoffe mit möglichen Nebenwirkungen). Ein fettarmes Frühstück oder Abendessen ist hingegen gestattet.
- Therapieabbruch bei fehlendem Erfolg: Nach spätestens zwölf Wochen Erhaltungsdosis überprüfen, ob mindestens 5 % des Körpergewichts abgenommen wurden. Andernfalls Bupropion/Naltrexon absetzen.
- Absetzen: Da keine Entzugserscheinungen bekannt sind, kann die Behandlung jederzeit beendet werden. Trotzdem empfiehlt sich ein Ausschleichen über 1‑2 Wochen, um Absetzschwindel zu vermeiden.
- Vergessene Dosis: Wenn weniger als 4 Stunden bis zur nächsten Einnahme (also innerhalb eines zwölfstündigen Abstandsintervalls) vergangen sind, die ausgelassene Dosis auslassen; sonst nachholen. Keine doppelte Menge einnehmen.
- Überwachung von Blutdruck und Puls: Bei Beginn und dann monatlich Blutdruck und Herzfrequenz kontrollieren; bei Patienten mit Bluthochdruck ist eine Messung auch nach Dosiserhöhung erforderlich.
- Magen‑Darm‑Beschwerden: Verstärkte Übelkeit in den ersten zwei Wochen – hier hilft oft die Einnahme zu einer leichten Mahlzeit, viel trinken, nicht mit fettem Essen einnehmen. Bei anhaltender starker Übelkeit den Arzt aufsuchen.
- Operationen: Vor elektiven Eingriffen ist der Anästhesist über die Einnahme von Bupropion/Naltrexon zu informieren, insbesondere wegen der Interaktion mit Opioid‑Anästhetika (Naltrexon blockiert deren Wirkung). Bupropion/Naltrexon sollte mindestens 3 Tage vor einer geplanten Operation mit Opioidgabe abgesetzt werden.
- Patientenkarte: Aufgrund des Risikos der Opioid‑Interaktion sollten Patienten eine Patientenkarte bei sich tragen, die über die Behandlung informiert.
- Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Orlistat (z. B. Xenical): Lipasehemmer (verringert die Fettresorption im Darm) – erste zugelassene Anti‑Adipositas‑Therapie. Nebenwirkungen: öliger Stuhl, Flatulenz, gesteigerter Stuhldrang. Geringes Hypoglykämierisiko.
- Liraglutid (Saxenda): GLP‑1‑Rezeptoragonist, injizierbar, zur Gewichtsabnahme zugelassen, führt zu etwa 5‑10 % Gewichtsverlust im Schnitt.
- Semaglutid (Wegovy): Wöchentliche subkutane Injektion, sehr gute Wirksamkeit, führt zu etwa 10‑15 % Gewichtsverlust im Schnitt; erste Wahl bei vielen übergewichtigen Patienten.
- Phentermin / Topiramat (Qsymia): Fixed‑dose‑Kombination eines Amphetamin‑artigen Appetitzüglers und eines Antiepileptikums; in den USA zugelassen, in Deutschland jedoch nur als Off‑Label‑Therapie möglich und sehr eingeschränkt verfügbar.
- Metformin (nur bei Typ‑2‑Diabetes oder PCOS): Nicht primär zur Gewichtsreduktion zugelassen, kann aber bei Patienten mit Insulinresistenz moderate Gewichtsabnahme fördern.
- Semaglutid (Rybelsus) oder Liraglutid (Victoza): Orale bzw. injizierbare GLP‑1‑Rezeptoragonisten zur Behandlung des Typ‑2‑Diabetes, aber mit gewichtsreduzierendem Nebeneffekt; nicht für die reine Adipositastherapie ohne Diabetes zugelassen.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Bupropion/Naltrexon (Mysimba) wurde in mehreren randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien, den sogenannten COR‑Studien (Contrave Obesity Research), über 56 Wochen belegt. In der COR‑I‑Studie (an übergewichtigen/adipösen Patienten mit oder ohne Diabetes) betrug der mittlere Gewichtsverlust unter Contrave plus Lebensstilintervention 5,4 kg im Vergleich zu 1,2 kg unter Placebo (p kleiner als 0,001). In der COR‑II‑Studie (nur Patienten ohne Diabetes) war die Differenz 4,9 kg gegenüber Placebo; der Anteil der Patienten mit einer Gewichtsabnahme von mindestens 5 % betrug 56 % in der Verumgruppe gegenüber 17,5 % mit Placebo.
Eine gepoolte Analyse der Phase‑III‑Studien mit über 4.500 Patienten zeigte, dass unter Bupropion/Naltrexon (32/360 mg) eine mittlere Gewichtsreduktion von 5,7‑6,5 kg nach 56 Wochen erreicht wurde (Placebo: 1,4‑2,0 kg). Die Responderrate (mehr als 5 % Gewichtsverlust) lag bei 56‑62 %. Eine Real‑World‑Datenanalyse mit 98 Patienten ergab nach 12 Monaten eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 11,5 % des Ausgangsgewichts bei einer Abbruchrate von 52,7 %.
Eine Post‑hoc‑Analyse von vier Phase‑III‑Studien bei Patienten mit Adipositas oder Übergewicht und milden bis moderaten depressiven Symptomen zeigte eine signifikante Gewichtsabnahme von 5,7 % (gegenüber 2,7 % unter Placebo) ohne Verschlechterung der Depression. Die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurde in diesen Studien nicht untersucht, jedoch kann Bupropion den Blutdruck leicht erhöhen. In der klinischen Praxis wird Bupropion/Naltrexon als Zweitlinientherapie oder als Alternative für Patienten betrachtet, die GLP‑1‑Rezeptoragonisten nicht vertragen.
Wichtig: Bupropion/Naltrexon ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die Anwendung darf nur nach strenger ärztlicher Nutzen‑Risiko‑Abwägung erfolgen und setzt eine gründliche kardiovaskuläre und psychiatrische Anamnese voraus. Wegen des Risikos von Krampfanfällen, Blutdruckerhöhung, Leberschädigung und Suizidalität ist die Therapie auf geeignete Patienten zu beschränken. Bei Bekanntwerden einer Schwangerschaft ist die Behandlung sofort zu beenden. Naltrexon kann die Wirkung opioidhaltiger Schmerzmedikamente (selbst bei Notfalleinsätzen) völlig aufheben – daher ist ein Notfallausweis mit Angabe der Naltrexon‑Therapie unerlässlich. Gleichzeitiger Alkoholkonsum ist strikt untersagt. Patienten mit Krampfleiden oder Zustand nach Krampfanfällen dürfen dieses Medikament nicht erhalten. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des Arztes. Dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.
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