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Generic Chloroquine (Chloroquine phosphate)
Chloroquin (Chloroquinphosphat, Handelsname Resochin® oder generisch) ist ein 4-Aminochinolin-Derivat mit antimalarieller und antirheumatischer Wirkung. Es wird zur Prophylaxe und Behandlung der Malaria tropica und anderer Malariaformen in Gebieten ohne Chloroquinresistenz sowie zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und des systemischen Lupus erythematodes eingesetzt. Chloroquin hemmt die Häm-Polymerase in Plasmodien und reichert sich in der Nahrungsvakuole des Parasiten an, wodurch toxische Häm-Metaboliten akkumulieren und der Parasit abgetötet wird. Zusätzlich wirkt es immunmodulatorisch und entzündungshemmend bei rheumatischen Erkrankungen.
Übliche Erwachsenendosis: Die Dosierung richtet sich nach der Indikation. Zur Malariaprophylaxe beträgt die Dosis 500 mg Chloroquinphosphat (entsprechend 300 mg Chloroquin-Base) einmal wöchentlich, beginnend 1 Woche vor Einreise, während des Aufenthalts und bis 4 Wochen nach Rückkehr. Zur Malariatherapie werden initial 1000 mg Chloroquinphosphat (600 mg Base) eingenommen, gefolgt von 500 mg nach 6 bis 8 Stunden und weiteren 500 mg täglich an den folgenden 2 Tagen (Gesamtdosis 2500 mg Chloroquinphosphat). Bei rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes werden üblicherweise 250 mg bis 500 mg Chloroquinphosphat einmal täglich eingesetzt, wobei die Dosis individuell angepasst und die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis angestrebt wird. Die 250-mg-Tablette dient der niedrigen entzündungshemmenden Dosierung, die 500-mg-Tablette der Standarddosis zur Malariaprophylaxe und -therapie. Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit zu oder nach einer Mahlzeit eingenommen, um die gastrointestinale Verträglichkeit zu verbessern. Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich. Während der Langzeittherapie sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen wegen des Risikos einer Retinopathie obligatorisch.
Darreichungsform: Tabletten in zwei Stärken: 250 mg Chloroquinphosphat (entsprechend 155 mg Chloroquin-Base) und 500 mg Chloroquinphosphat (entsprechend 300 mg Chloroquin-Base). Erhältlich in Packungen zu 20, 50 und 100 Tabletten. Die Tabletten sind in der Regel weiß bis cremefarben und können an der Bruchkerbe geteilt werden.
Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 2 bis 6 Stunden nach oraler Einnahme erreicht. Bei Malariatherapie tritt die antiparasitäre Wirkung rasch ein, und Fieber und Parasitämie klingen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Bei rheumatischen Erkrankungen entwickelt sich die entzündungshemmende Wirkung langsam über 4 bis 12 Wochen.
Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Chloroquin ist sehr lang und beträgt etwa 30 bis 60 Tage, da sich der Wirkstoff stark in Geweben anreichert. Dies ermöglicht die einmal wöchentliche Gabe zur Malariaprophylaxe. Chloroquin wird überwiegend renal unverändert ausgeschieden, ein Teil wird hepatisch metabolisiert. Aufgrund der langen Halbwertszeit kann es bei Überdosierung oder Niereninsuffizienz zu erheblicher Kumulation und Toxizität kommen.
Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Chloroquin eingeschränkt oder vermieden werden. Chloroquin wird über die Leber metabolisiert und kann Hepatotoxizität verursachen. Alkohol kann die Leberfunktion zusätzlich beeinträchtigen und das Risiko für Leberschäden erhöhen. Zudem kann Alkohol die gastrointestinalen Nebenwirkungen von Chloroquin wie Übelkeit und Bauchschmerzen verstärken.
Häufigste Nebenwirkungen: Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen sind häufig, insbesondere zu Therapiebeginn. Juckreiz, Hautausschlag und Photosensitivität treten gelegentlich auf. Bei Langzeitanwendung ist die Chloroquin-Retinopathie die schwerwiegendste Nebenwirkung; sie kann zu irreversiblen Sehstörungen führen und erfordert regelmäßige augenärztliche Kontrollen vor und während der Therapie. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kardiomyopathie, QT-Verlängerung, Myopathie, periphere Neuropathie und hämatologische Veränderungen wie Leukopenie und Thrombozytopenie. Chloroquin ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen 4-Aminochinoline, bei Retinopathie, bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz, bei Myasthenia gravis sowie bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel mit erhöhtem Hämolyserisiko. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Chloroquin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.
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Was ist Chloroquin?
Chloroquin ist ein 4-Aminochinolin-Derivat, das seit den 1940er Jahren zur Behandlung und Prophylaxe der Malaria eingesetzt wird. Es wirkt gegen die Blutstadien von Plasmodium vivax, Plasmodium ovale, Plasmodium malariae und in bestimmten Regionen auch gegen Plasmodium falciparum, auch wenn die Resistenzen gegen Chloroquin bei Malaria tropica in weiten Teilen der Welt die Anwendung eingeschränkt haben. Daneben hat Chloroquin immunmodulierende Eigenschaften und wird in der Rheumatologie bei systemischem Lupus erythematodes und rheumatoider Arthritis eingesetzt, weil es die überschießende Immunantwort dämpft und die Krankheitsaktivität reduziert. Es ist kein Schmerzmittel und kein Medikament für akute entzündliche Schübe, sondern eine Basistherapie, die über Wochen und Monate wirkt. Chloroquin ist zudem wirksam gegen extraintestinale Amöbiasis, also den Leberabszess durch Entamoeba histolytica, wenn Metronidazol allein nicht ausreicht oder nicht vertragen wird.
Die Wirkung bei Malaria setzt innerhalb von Stunden ein. Die Parasiten in den roten Blutkörperchen sterben ab, Fieber und Schüttelfrost klingen ab. Bei rheumatischen Erkrankungen dauert es sechs bis zwölf Wochen, bis die volle Wirkung auf Gelenkschmerzen, Hautveränderungen und Fatigue eintritt. Chloroquin heilt die Malaria, wenn der Erreger empfindlich ist, und es kontrolliert die rheumatische Erkrankung, solange es eingenommen wird. Wer es absetzt, muss bei Malaria mit einem Rückfall rechnen, wenn nicht eine vollständige Therapie durchgeführt wurde, und bei Lupus oder rheumatoider Arthritis mit einem Wiederaufflammen der Krankheitsaktivität.
Die Tabletten enthalten Chloroquinphosphat. Eine Tablette zu 250 mg Chloroquinphosphat entspricht etwa 150 mg Chloroquin-Base. Die Tablette zu 500 mg Chloroquinphosphat entspricht etwa 300 mg Chloroquin-Base. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Dosierung in der Regel auf die Base bezogen wird. Die Tabletten werden unzerkaut mit Wasser nach einer Mahlzeit eingenommen, um Magen-Darm-Beschwerden zu reduzieren.
Wirkweise und Pharmakologie
Chloroquin reichert sich in den sauren Verdauungsvakuolen der Malariaparasiten an und hemmt dort die Polymerisation von Häm zu Hämozoin. Häm ist ein toxisches Abbauprodukt des Hämoglobins, das die Parasiten beim Abbau des roten Blutfarbstoffs freisetzen. Normalerweise entgiften die Parasiten das Häm, indem sie es zu unlöslichem Hämozoin kristallisieren. Chloroquin blockiert diesen Prozess, Häm akkumuliert, und der Parasit stirbt an seiner eigenen Toxizität. Menschliche Zellen haben diesen Stoffwechselweg nicht, was die selektive Wirkung gegen die Parasiten erklärt. Bei rheumatischen Erkrankungen hemmt Chloroquin die Präsentation von Autoantigenen durch antigenpräsentierende Zellen, reduziert die Freisetzung von Zytokinen wie Tumornekrosefaktor-alpha und Interleukin-6 und stabilisiert die Lysosomenmembranen. Dadurch wird die autoimmune Entzündungsreaktion gedämpft.
Nach oraler Einnahme wird Chloroquin schnell und nahezu vollständig resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird nach zwei bis vier Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit liegt bei 80 bis 90 Prozent und wird durch Nahrung verbessert. Chloroquin verteilt sich stark in Gewebe, besonders in Leber, Milz, Niere und Lunge, und reichert sich in Erythrozyten und im retinalen Pigmentepithel an. Die Halbwertszeit ist lang und beträgt 30 bis 60 Tage, was die einmal wöchentliche Gabe bei Malariaprophylaxe und die anhaltende Wirkung bei rheumatischen Erkrankungen ermöglicht. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal, teils unverändert, teils als Metaboliten. Bei Niereninsuffizienz muss die Dosis reduziert werden, bei schwerer Lebererkrankung ist Vorsicht geboten. Chloroquin passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.
Anwendung von Chloroquin
Für die Behandlung der Malaria wird die Gesamtdosis von 25 mg Chloroquin-Base pro Kilogramm Körpergewicht über drei Tage gegeben. Üblich sind 600 mg Base am ersten Tag, gefolgt von 300 mg Base nach sechs bis acht Stunden, und dann 300 mg Base täglich an Tag zwei und Tag drei. Das entspricht bei den 250-mg-Tabletten mit 150 mg Base vier Tabletten am ersten Tag, zwei Tabletten nach sechs bis acht Stunden, und zwei Tabletten an Tag zwei und Tag drei. Die 500-mg-Tabletten mit 300 mg Base werden entsprechend eingesetzt. Die Tabletten werden nach einer Mahlzeit mit Wasser eingenommen. Für die Malariaprophylaxe werden 300 mg Base einmal wöchentlich gegeben, beginnend eine Woche vor der Einreise in das Malariagebiet, fortgesetzt während des Aufenthalts und bis vier Wochen nach der Rückkehr.
Für rheumatische Erkrankungen liegt die Dosis bei 150 bis 300 mg Chloroquin-Base täglich, je nach Körpergewicht und Verträglichkeit. Die Therapie beginnt oft mit der niedrigeren Dosis und wird nach einigen Wochen angepasst. Die Tabletten werden zu einer Mahlzeit eingenommen, um Magenbeschwerden zu reduzieren. Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus. Verdoppeln Sie nicht. Eine doppelte Dosis erhöht das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Magen-Darm-Beschwerden, ohne den therapeutischen Nutzen zu verbessern.
Während der Langzeittherapie mit Chloroquin müssen regelmäßige augenärztliche Kontrollen durchgeführt werden, weil der Wirkstoff das retinale Pigmentepithel schädigen und eine irreversible Retinopathie verursachen kann. Die erste Untersuchung sollte vor Therapiebeginn erfolgen, danach jährlich, bei höheren Dosen häufiger. Die kumulative Dosis und die Behandlungsdauer sind die wichtigsten Risikofaktoren für die Netzhautschädigung, und bei einer kumulativen Dosis über 460 Gramm Chloroquin-Base steigt das Risiko deutlich an.
Nebenwirkungen von Chloroquin
Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Durchfall sind die häufigsten Nebenwirkungen, besonders zu Beginn der Therapie. Die Einnahme nach den Mahlzeiten reduziert die Symptome erheblich. Juckreiz ist eine charakteristische Nebenwirkung, die besonders bei Patienten mit dunkler Haut auftritt und sehr quälend sein kann. Sie tritt meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme auf und verschwindet nach Absetzen des Medikaments. Antihistaminika können helfen, aber die wirksamste Maßnahme ist die Dosisreduktion oder der Wechsel auf ein anderes Medikament.
Die Retinopathie ist die gefürchtetste Langzeitnebenwirkung. Chloroquin reichert sich im retinalen Pigmentepithel an und führt zu einer dosisabhängigen Schädigung der Netzhaut, die mit verschwommenem Sehen, Leseschwierigkeiten, Farbsinnstörungen und im fortgeschrittenen Stadium mit Gesichtsfeldausfällen und Erblindung einhergehen kann. Die Schädigung ist meist irreversibel, auch nach Absetzen des Medikaments. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen mit Gesichtsfelduntersuchung, Farbsehtest und Funduskopie sind bei Langzeittherapie obligatorisch. Bei ersten Anzeichen einer Retinopathie muss Chloroquin sofort abgesetzt werden.
Herzrhythmusstörungen sind selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Chloroquin kann die QT-Zeit verlängern und bei prädisponierten Patienten ventrikuläre Arrhythmien wie Torsades de Pointes auslösen. Vor Therapiebeginn sollte ein EKG geschrieben werden, und bei Patienten mit Herzerkrankungen, Elektrolytstörungen oder gleichzeitiger Einnahme QT-verlängernder Medikamente ist besondere Vorsicht geboten. Bei Überdosierung kann Chloroquin schwere Vergiftungen mit Hypokaliämie, Krampfanfällen, Koma und Herzstillstand verursachen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Hautausschlag, Haarausfall und eine Blaufärbung der Haut sind weitere mögliche Nebenwirkungen, die bei längerer Anwendung auftreten können. In seltenen Fällen kann Chloroquin eine Myopathie oder eine periphere Neuropathie verursachen.
Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)
Schwangerschaft und Stillzeit sind relative Kontraindikationen, auch wenn Chloroquin in Malariagebieten während der Schwangerschaft eingesetzt wird, weil die Malaria selbst für Mutter und Fötus gefährlicher ist als das Medikament. Chloroquin passiert die Plazenta, aber es gibt keine Hinweise auf teratogene Effekte beim Menschen. In der Schwangerschaft sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein und die Indikation streng gestellt werden. Stillen: Chloroquin geht in die Muttermilch über, und der Säugling sollte beobachtet werden. Die Menge in der Muttermilch reicht für den Säugling nicht als Malariaprophylaxe aus, und es gibt keine Hinweise auf Schäden.
Ältere Patienten über 65 Jahre haben ein erhöhtes Risiko für Retinopathie und Herzrhythmusstörungen. Die Dosis sollte am unteren Ende des therapeutischen Bereichs liegen, und die augenärztlichen sowie kardiologischen Kontrollen müssen engmaschiger sein. Patienten mit Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel können unter Chloroquin eine Hämolyse entwickeln, besonders bei hohen Dosen, und sollten das Medikament nur mit Vorsicht und unter Überwachung einnehmen. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz benötigen eine Dosisreduktion, weil Chloroquin renal ausgeschieden wird und akkumulieren kann. Patienten mit schwerer Lebererkrankung oder bekannter Überempfindlichkeit gegen Chloroquin oder andere 4-Aminochinoline sind keine Kandidaten für das Medikament. Patienten mit Psoriasis oder Porphyrie sollten Chloroquin meiden, weil es diese Erkrankungen verschlimmern kann.
Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)
Autofahren ist unter Chloroquin in der Regel möglich, aber Sehstörungen und Schwindel können in den ersten Tagen auftreten. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren. Wenn Sie verschwommen sehen oder sich benommen fühlen, setzen Sie sich nicht ans Steuer. Bei langfristiger Anwendung müssen die augenärztlichen Kontrollen eingehalten werden, weil eine beginnende Retinopathie die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann, noch bevor der Patient es selbst bemerkt. Alkohol hat keine direkte Wechselwirkung mit Chloroquin, aber er belastet die Leber und kann die Magen-Darm-Beschwerden verstärken. Während der Therapie sollte Alkohol nur in Maßen getrunken werden, bei Leberfunktionsstörungen gar nicht. Grapefruitsaft kann den Abbau von Chloroquin hemmen und die Plasmaspiegel erhöhen, daher sollten große Mengen vermieden werden. Sonnenexposition sollte bei Langzeittherapie vermieden werden, weil Chloroquin die Haut lichtempfindlich machen und eine Blaufärbung fördern kann.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Antazida mit Magnesium oder Aluminium und Kaolin reduzieren die Resorption von Chloroquin erheblich. Zwischen der Einnahme von Chloroquin und diesen Substanzen müssen mindestens vier Stunden liegen. Cimetidin hemmt den Abbau von Chloroquin und kann die Plasmaspiegel erhöhen, was das Risiko für Toxizität steigert. Die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden oder die Chloroquin-Dosis reduziert werden. QT-verlängernde Medikamente wie Antiarrhythmika, bestimmte Antibiotika wie Moxifloxacin, Antipsychotika und einige Antidepressiva erhöhen das Risiko für Herzrhythmusstörungen additiv und sollten nur mit Vorsicht kombiniert werden. Chloroquin kann die Wirksamkeit von Impfstoffen mit Lebendimpfstoffen beeinträchtigen, wenn es gleichzeitig verabreicht wird, daher sollte die Impfung vor Beginn der Therapie abgeschlossen sein. Probenecid hemmt die renale Ausscheidung von Chloroquin und kann die Spiegel erhöhen. Digoxin und andere herzwirksame Medikamente können in ihren Spiegeln beeinflusst werden, und die gleichzeitige Gabe sollte überwacht werden. Orale Antikoagulanzien werden durch Chloroquin nicht direkt beeinflusst, aber die Kombination mit anderen Medikamenten, die die Gerinnung beeinflussen, sollte beachtet werden.
Alternative Optionen
Chloroquin ist ein bewährtes Medikament, aber es gibt Alternativen mit anderen Profilen. Hydroxychloroquin ist das modernere 4-Aminochinolin mit einem günstigeren Sicherheitsprofil und wird heute in der Rheumatologie bevorzugt, weil es seltener eine Retinopathie verursacht. In der Malariatherapie ist Chloroquin in vielen Regionen wegen Resistenzen nicht mehr die erste Wahl, und Artemisinin-basierte Kombinationstherapien wie Artemether-Lumefantrin oder Artesunat-Amodiaquin sind der Standard für Malaria tropica. Für die Prophylaxe in Gebieten ohne Chloroquin-Resistenz ist Chloroquin weiterhin geeignet, in anderen Gebieten werden Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin oder Mefloquin eingesetzt. Für die Behandlung von Lupus und rheumatoider Arthritis sind neben Hydroxychloroquin auch Methotrexat, Azathioprin und Biologika wie Belimumab oder Rituximab Optionen, je nach Krankheitsaktivität und Organbeteiligung. Die Wahl des richtigen Medikaments gehört in die Hand des behandelnden Arztes, der die Resistenzlage, die Begleiterkrankungen und die individuellen Risiken beurteilen kann.
INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland
INN (Internationaler Freiname): Chloroquin
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Resochin (Bayer), Chloroquin-ratiopharm, Chloroquin AbZ und weitere Generika
ATC-Code: P01BA01
Formen und Stärken: Tabletten zu 250 mg Chloroquinphosphat (entspricht etwa 150 mg Chloroquin-Base) und 500 mg Chloroquinphosphat (entspricht etwa 300 mg Chloroquin-Base)
Hersteller: Bayer (Resochin), diverse Generikahersteller
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)
Die richtige Dosierung wählen
Die Dosierung wird immer auf die Chloroquin-Base bezogen, weil die Tabletten unterschiedliche Mengen an Chloroquinphosphat enthalten. Die 250-mg-Tablette enthält etwa 150 mg Base, die 500-mg-Tablette etwa 300 mg Base. Für die Malariatherapie beträgt die Gesamtdosis 25 mg Base pro Kilogramm Körpergewicht über drei Tage. Für die Malariaprophylaxe werden 300 mg Base einmal wöchentlich gegeben. Für rheumatische Erkrankungen liegt die Erhaltungsdosis bei 150 bis 300 mg Base täglich. Die Tabletten werden nach einer Mahlzeit eingenommen, mit reichlich Wasser. Vor Therapiebeginn müssen ein EKG, ein Blutbild, Leber- und Nierenwerte und eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt werden. Während der Langzeittherapie sind jährliche augenärztliche Kontrollen und regelmäßige Blutbildkontrollen obligatorisch, und bei einer kumulativen Dosis über 460 Gramm Base muss die Therapie kritisch überprüft werden. Die Dosis sollte die niedrigste wirksame sein, um das Retinopathierisiko zu minimieren.
In Deutschland ist Chloroquin verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Chloroquin 250 mg und 500 mg bez recepty kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich nach der Einnahme von Chloroquin Auto fahren?
In der Regel ja. Wenn Sehstörungen, Schwindel oder Müdigkeit auftreten, fahren Sie nicht und testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren. Bei Langzeittherapie sind die augenärztlichen Kontrollen wichtig, um eine beginnende Netzhautschädigung rechtzeitig zu erkennen.
Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus. Verdoppeln Sie nicht.
Warum sind augenärztliche Kontrollen so wichtig?
Chloroquin kann bei Langzeittherapie die Netzhaut schädigen und eine irreversible Retinopathie verursachen. Regelmäßige Untersuchungen mit Gesichtsfeldtest, Farbsehtest und Funduskopie können die Schädigung früh erkennen, bevor das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigt ist. Bei ersten Anzeichen muss Chloroquin abgesetzt werden.
Kann ich Chloroquin mit Antazida einnehmen?
Nein, Antazida mit Magnesium oder Aluminium binden Chloroquin im Darm und verhindern die Aufnahme. Mindestens vier Stunden Abstand zwischen der Einnahme von Chloroquin und Antazida.
Ist Chloroquin in der Schwangerschaft erlaubt?
Chloroquin wird in Malariagebieten während der Schwangerschaft eingesetzt, weil die Malaria gefährlicher ist als das Medikament. Die Dosis sollte so niedrig wie möglich sein und die Indikation streng gestellt werden. Besprechen Sie die Anwendung mit Ihrem Arzt.
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