Clenbuterol

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Clenbuterol ist ein Bronchodilatator zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, der auch für Off‑Label‑Anwendungen zur Fettreduktion und im Bodybuilding bekannt ist. Es wirkt, indem es das Nervensystem stimuliert und die Stoffwechselrate erhöht, birgt jedoch erhebliche Risiken, insbesondere für das Herz.

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Clenbuterol ist ein bronchienerweiterndes Arzneimittel aus der Gruppe der Beta‑2‑Sympathomimetika zur Behandlung von Atemwegserkrankungen mit verengten Bronchien, wie Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Bronchitis. Es wirkt, indem es als Agonist selektiv an Beta‑2‑Rezeptoren der glatten Bronchialmuskulatur bindet und eine Signaltransduktionskaskade auslöst, die zur Aktivierung der Adenylatcyclase und zu einem Anstieg des intrazellulären cAMP führt. Diese cAMP‑Erhöhung bewirkt eine Hemmung der Myosin‑Phosphorylierung und damit eine Erschlaffung der bronchialen Muskulatur. Die Folge ist eine lang anhaltende Weitstellung der Atemwege und eine Erleichterung der Atmung.

Die übliche Dosis von Clenbuterol beträgt: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen 0,02 mg (20 µg) Clenbuterol morgens und abends ein. Die 40‑µg‑ und 60‑µg‑Formulierungen entsprechen dem Zweifachen bzw. Dreifachen der einfachen Dosis. Bei akuten Asthmaanfällen kann die Dosis erhöht werden, wobei eine maximale Tagesdosis von 0,15 mg (150 µg) nicht überschritten werden sollte. Die Tabletten werden morgens und abends nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
Darreichungsform: Tabletten mit 40 µg und 60 µg Clenbuterolhydrochlorid.
Wirkungseintritt: Die bronchienerweiternde Wirkung tritt etwa 5‑20 Minuten nach oraler Gabe ein, die maximale Plasmakonzentration wird nach 2‑3 Stunden erreicht.
Wirkdauer: Aufgrund der langen Plasmahalbwertszeit von etwa 25‑39 Stunden hält die Wirkung von Clenbuterol über 12‑14 Stunden an, sodass eine zweimal tägliche Einnahme ausreichend ist. Die volle therapeutische Wirkung stellt sich erst nach mehrtägiger, regelmäßiger Einnahme ein, da der Steady-State aufgrund der langen Halbwertszeit erst ab dem 4. Behandlungstag erreicht wird.
Alkoholempfehlung: Während der Behandlung mit Clenbuterol sollte auf Alkohol verzichtet werden, da Alkohol die herz‑ und kreislaufwirksamen Nebenwirkungen verstärken kann.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Zittern (Tremor), Kopfschmerzen, Unruhe, Herzklopfen (Palpitationen), Übelkeit, Muskelzittern und Schlafstörungen.

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Allgemeine Informationen über Clenbuterol

  • INN (Internationale Nicht‑Eigentumsbezeichnung): Clenbuterolhydrochlorid
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Spiropent® (Saft, Tabletten), Clenbuterol Stada, Clenbuterol AbZ, Clenbuterol AL sowie verschiedene Generika.
  • ATC‑Code: R03CC13 (Selektive Beta‑2‑Adrenozeptor‑Agonisten)
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Tabletten (20 µg, 40 µg, 60 µg), Saft (1 µg pro ml), Injektionslösung (in der Humanmedizin selten).
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG (Spiropent®), Stada Arzneimittel AG, AbZ Pharma GmbH, ALIUD Pharma GmbH.
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen (allerdings nur noch als Saft, die Tabletten sind in Deutschland nicht mehr regulär im Handel).
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx).

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Clenbuterol ist ein hochselektiver, oral wirksamer Beta‑2‑Sympathomimetikum‑Agonist mit bronchodilatatorischen und tokolytischen Eigenschaften. Es aktiviert als Agonist die Beta‑2‑adrenergen Rezeptoren auf der glatten Muskulatur der Atemwege und löst eine intrazelluläre Signalkaskade aus. Nach Bindung an den Rezeptor erfolgt eine Konformationsänderung, die über das Gs‑Protein die Adenylatcyclase aktiviert. Diese wandelt Adenosintriphosphat (ATP) in cyclisches Adenosinmonophosphat (cAMP) um, dessen intrazelluläre Konzentration ansteigt. Das cAMP aktiviert wiederum die Proteinkinase A (PKA), die verschiedene Zielproteine phosphoryliert. Unter anderem wird die Myosin‑leichte‑Ketten‑Kinase (MLCK) gehemmt, wodurch die Kontraktion der glatten Muskulatur verhindert wird. Dieser Mechanismus führt zu einer Relaxation der Bronchien und erweitert die Atemwege.

Zusätzlich zu seinem bronchialen Effekt besitzt Clenbuterol eine tokolytische Wirkung. Es hemmt durch Beta‑2‑Rezeptor‑Stimulation die Wehentätigkeit des Uterus. Die Substanz beeinflusst zudem den Stoffwechsel: Sie steigert die Lipolyse (Fettverbrennung) und die Sauerstoffaufnahme und kann geringe anabole Effekte auf die Skelettmuskulatur ausüben – Eigenschaften, die zu seinem Missbrauch als Dopingmittel beitragen. Die langsame Elimination (Halbwertszeit 25‑39 Stunden) bedingt, dass der Steady‑State erst nach mehrtägiger Behandlung erreicht wird. Die orale Bioverfügbarkeit ist hoch, die maximale Plasmakonzentration wird 2‑3 Stunden nach Einnahme erreicht.

Anwendungsgebiete

  • Symptomatische Behandlung chronisch obstruktiver Atemwegserkrankungen mit reversibler Atemwegsverengung, insbesondere Asthma bronchiale.
  • Chronisch obstruktive Bronchitis (mit oder ohne Emphysem) als Dauertherapie zur Verbesserung der Lungenfunktion.
  • Wehenhemmung (Tokolyse) bei vorzeitiger Wehentätigkeit im Rahmen der Schwangerschaft (vor der 37. Schwangerschaftswoche).
  • Als Kombinationspräparat mit Ambroxol zur Behandlung von Bronchitis mit gesteigerter Schleimproduktion.

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Kinder und Jugendliche (unter 12 Jahren): Bei Kindern dieser Altersgruppe liegen nur begrenzte Erfahrungen vor; eine Anwendung sollte nur unter strenger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Bei Neugeborenen und Kindern unter 6 Monaten ist Clenbuterol kontraindiziert.
  • Ältere Patienten (über 65 Jahre): Die Dosierung ist aufgrund der höheren Empfindlichkeit für kardiovaskuläre Nebenwirkungen und der eingeschränkten kardiovaskulären Reserve anzupassen. Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit vorbestehenden Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen.
  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft sollte Clenbuterol nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden, insbesondere zur Wehenhemmung (Tokolyse) in den letzten Tagen vor der Entbindung. Im ersten Trimenon wird die Anwendung nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten zur Unbedenklichkeit vorliegen. Die Substanz passiert die Plazentaschranke und kann beim Feten Tachykardie und Hypoglykämie verursachen.
  • Stillzeit: Clenbuterol geht in die Muttermilch über. Gestillte Säuglinge sollten auf Symptome wie Unruhe, Tachykardie oder Schlafstörungen beobachtet werden. Eine Anwendung während der Stillzeit sollte nur nach strenger Nutzen‑Risiko‑Abwägung erfolgen.
  • Patienten mit Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen (schwere Koronare Herzkrankheit, tachykarde Arrhythmien, schwere Herzinsuffizienz, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie, Zustand nach Herzinfarkt): Bei diesen Patientengruppen ist die Anwendung kontraindiziert oder nur mit äußerster Vorsicht möglich. Beta‑Sympathomimetika können zu einer Verschlechterung der kardialen Grunderkrankung führen, einschließlich Myokardischämie, Tachykardie, Arrhythmien und Hypotonie.
  • Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Die Anwendung ist bei schwerer Hyperthyreose kontraindiziert.
  • Patienten mit Diabetes mellitus: Clenbuterol kann den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Bei diabetischen Patienten sollte die Blutzuckerkontrolle häufiger erfolgen, da eine Dosisanpassung der Antidiabetika erforderlich sein kann.
  • Patienten mit Phäochromozytom (Nebennierentumor): Die Anwendung sollte nur unter strenger ärztlicher Kontrolle erfolgen, da es zu einer verstärkten Freisetzung von Katecholaminen mit möglicherweise gefährlichen Blutdruckkrisen kommen kann.
  • Patienten mit Hypokaliämie (erniedrigtem Kaliumspiegel): Beta‑2‑Agonisten können eine Hypokaliämie verstärken, insbesondere bei gleichzeitiger Therapie mit Xanthinderivaten (Theophyllin), Diuretika oder Kortikosteroiden. Eine engmaschige Überwachung des Kaliumspiegels ist erforderlich.

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Clenbuterol kann Schwindel, Tremor, Unruhe und Sehstörungen verursachen, was die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen erheblich beeinträchtigen kann. Insbesondere zu Beginn der Therapie oder bei Dosiserhöhung sollte auf das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen verzichtet werden. Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden, da er die Nebenwirkungen auf das Zentralnervensystem und das Herz‑Kreislauf‑System verstärken kann.

Dosierungsanleitung

  • Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren) – Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Bronchitis: Die übliche Dosierung beträgt 0,02 mg (20 µg) Clenbuterol morgens und abends. Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis erhöht werden, wobei die maximale Tagesdosis 0,15 mg (150 µg) nicht überschreiten sollte. Die Tabletten werden nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
  • Kinder (6‑12 Jahre): Die Dosierung sollte nach ärztlicher Anweisung erfolgen und richtet sich nach Körpergewicht und Schweregrad der Erkrankung. In der Regel beträgt sie 10‑15 µg zweimal täglich.
  • Tokolyse (Wehenhemmung) – Off‑Label: Die Dosierung wird individuell nach klinischer Situation festgelegt und erfordert eine kontinuierliche überwachung von Mutter und Kind.
  • Art der Anwendung: Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser nach den Mahlzeiten einnehmen, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu reduzieren. Die Einnahme soll möglichst morgens und abends (im Abstand von 10‑12 Stunden) erfolgen, um einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel aufrechtzuerhalten.
  • Behandlungsdauer: Die Therapie ist auf Langzeitanwendung ausgelegt, da Clenbuterol nur symptomatisch wirkt. Die Dauer der Behandlung wird vom Arzt festgelegt und sollte ohne Rücksprache nicht verändert werden. Ein plötzlicher Therapieabbruch kann zu einer Verschlechterung der Atemwegssituation führen.
  • Vergessene Dosis: Wenn eine Dosis vergessen wurde, holen Sie diese nach, sobald Sie daran denken. Wenn es jedoch fast Zeit für die nächste Dosis ist (weniger als 4 Stunden), lassen Sie die vergessene Dosis aus. Verdoppeln Sie nicht die Dosis.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 100 bis weniger als 1 von 10 Behandelten)

  • Zittern (Tremor), insbesondere der Hände
  • Kopfschmerzen
  • Unruhe, innere Anspannung
  • Herzklopfen (Palpitationen), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)
  • Übelkeit, Magenbeschwerden
  • Schwindel
  • Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)
  • Vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Muskelkrämpfe

Gelegentliche Nebenwirkungen (mehr als 1 von 1000 bis weniger als 1 von 100 Behandelten)

  • Hypokaliämie (erniedrigter Kaliumspiegel)
  • Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel)
  • Erhöhung des Blutdrucks (Hypertonie)
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen)
  • Angstzustände, Nervosität
  • Allergische Hautreaktionen (Urtikaria, Exanthem)
  • Muskelschwäche

Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1000 Behandelten)

  • Schwere Tachykardie (Herzfrequenz mehr als 100 Schläge pro Minute)
  • Vorhofflimmern, ventrikuläre Arrhythmien
  • Myokardischämie (Herzmuskelunterversorgung mit Brustschmerzen)
  • Paradoxer Bronchospasmus (Verschlechterung der Atemnot)
  • Schwere Hypokaliämie (Kaliumspiegel unter 3,0 mmol/l) mit erhöhtem Risiko für Herzrhythmusstörungen
  • Allergische Reaktionen: Angioödem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge), anaphylaktischer Schock
  • Spätdyskinesien (unwillkürliche, abnorme Bewegungen) – bei sehr langer Einnahme hoher Dosen
  • Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) – bei Langzeitanwendung hoher Dosen

Absolute Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Clenbuterolhydrochlorid oder einen sonstigen Bestandteil.
  • Tachykarde Arrhythmien (z. B. Vorhofflimmern mit schneller Überleitung, ventrikuläre Tachykardie).
  • Schwere Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
  • Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM).
  • Akute Phase eines Myokardinfarkts (erste 4‑6 Wochen).
  • Kinder unter 6 Monaten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • Andere Beta‑Sympathomimetika (z. B. Salbutamol, Formoterol, Terbutalin): Verstärkung der bronchienerweiternden und kardiovaskulären Wirkung, erhöhtes Risiko für Tachykardie, Tremor, Arrhythmien. Kombinationen sollten vermieden werden.
  • Betablocker (z. B. Propranolol, Metoprolol, Bisoprolol, Timolol): Hemmung der bronchoerweiternden Wirkung von Clenbuterol, Risiko einer schweren Bronchokonstriktion. Die gleichzeitige Anwendung von Betablockern ist bei Asthma kontraindiziert.
  • Methylxanthine (Theophyllin, Aminophyllin): Additive kardiovaskuläre Wirkung (Tachykardie, Herzrhythmusstörungen) und verstärkte Hypokaliämie. Kontrolle der Kalium‑ und Herzfrequenz.
  • Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika) und Kortikosteroide (systemische oder inhalative Glukokortikoide): Verstärkung der Hypokaliämie durch additive Wirkung auf den Kaliumhaushalt. Kaliumspiegel kontrollieren.
  • Monoaminooxidase‑Hemmer (MAO‑Hemmer, z. B. Tranylcypromin, Moclobemid) und trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Nortriptylin): Potenzierung der kardiovaskulären Wirkungen von Clenbuterol, erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Arrhythmien.
  • Digitalisglykoside (Digoxin): Hypokaliämie verstärkt die Digitalis‑Empfindlichkeit, erhöhtes Risiko für Digitalis‑induzierte Arrhythmien. Kaliumspiegel und EKG kontrollieren.
  • Halogenierte Inhalationsanästhetika (z. B. Halothan, Enfluran): Erhöhung des Risikos für intraoperative Arrhythmien. Clenbuterol sollte vor elektiven Operationen schrittweise abgesetzt werden.
  • Antidiabetika (Insulin, orale Antidiabetika): Clenbuterol kann den Blutzuckerspiegel erhöhen; die blutzuckersenkende Wirkung der Antidiabetika kann vermindert sein. Blutzuckerkontrolle und ggf. Dosisanpassung der Antidiabetika erforderlich.

Praktische Hinweise

  • Einnahme: Die Tabletten werden nach den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser eingenommen. Bei empfindlichem Magen kann die Einnahme während der Mahlzeit helfen.
  • Kontrolle von Kalium und Blutzucker: Bei Langzeittherapie sind regelmäßige Kontrollen des Serumkaliums und des Blutzuckerspiegels erforderlich, insbesondere bei Risikopatienten oder gleichzeitiger Therapie mit Diuretika, Kortikosteroiden oder Theophyllin.
  • Kardiovaskuläre Überwachung: Bei Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen oder während hochdosierter Therapie sind Blutdruck‑ und Herzfrequenzkontrollen sowie ggf. ein EKG‑Monitoring empfohlen.
  • Toleranzentwicklung: Eine Toleranzentwicklung gegenüber den bronchodilatatorischen Wirkungen von Beta‑2‑Agonisten ist möglich; sie tritt jedoch bei Clenbuterol aufgrund der langen Halbwertszeit weniger schnell auf.
  • Nicht zur Akuttherapie: Die orale Clenbuterol‑Therapie ist nicht zur Behandlung eines akuten schweren Asthmaanfalls (Status asthmaticus) geeignet. Für die Notfalltherapie muss immer ein schnell wirksamer Inhalator (z. B. Salbutamol, Terbutalin) bereitgehalten werden.
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Überdosierung: Symptome einer Überdosierung umfassen schwere Tachykardie, Arrhythmien, starken Tremor, Krampfanfälle, Erbrechen, Hypokaliämie, metabolische Azidose, Hyperglykämie, schwere Hypotonie und Kreislaufversagen. Bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe aufsuchen (Notruf 112).

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Kurz wirksame Beta‑2‑Sympathomimetika (SABA – Salbutamol, Terbutalin, Fenoterol): Inhalative Notfallmedikation zur Akutbehandlung von Asthmaanfällen. Sie haben eine kürzere Wirkdauer (4‑6 Stunden), die Inhalation reduziert systemische Nebenwirkungen im Vergleich zur oralen Gabe.
  • Lang wirksame Beta‑2‑Sympathomimetika (LABA – Formoterol, Salmeterol): Inhalative Bronchodilatatoren mit einer Wirkdauer von mindestens 12 Stunden; werden als Zweitlinientherapie bei Asthma und COPD in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden eingesetzt. Formoterol ist durch seinen schnellen Wirkungseintritt auch für den akuten Gebrauch geeignet.
  • Inhalative Kortikosteroide (ICS – Budesonid, Beclometason, Fluticason, Mometason): Entzündungshemmende Basistherapie bei persistierendem Asthma; wirken nicht bronchodilatatorisch, sondern antientzündlich. Sie sind die Mittel der ersten Wahl zur Langzeitkontrolle des Asthmas.
  • Fixkombinationen ICS + LABA (Budesonid/Formoterol, Fluticason/Salmeterol, Beclometason/Formoterol, Mometason/Formoterol): Kombinieren die entzündungshemmende und bronchodilatatorische Wirkung in einem Inhalator. Sie sind heute die Standardtherapie bei Asthma, wenn eine ICS‑Monotherapie nicht ausreicht.
  • Anticholinergika (Ipratropiumbromid, Tiotropium): Inhalative Bronchodilatatoren für die Akutbehandlung oder die Dauertherapie der COPD; bei Asthma als Add‑on‑Therapie eingesetzt.
  • Leukotrien‑Rezeptor‑Antagonisten (LTRA – Montelukast): Orale Alternative oder Add‑on‑Therapie bei allergischem Asthma, besonders bei Kindern.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Clenbuterol bei Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Bronchitis ist durch zahlreiche placebokontrollierte Studien und Langzeitbeobachtungen belegt. In der Dauertherapie führt die regelmäßige orale Gabe zu einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktionsparameter (FEV1, Peak‑Flow) und zu einer Reduktion der Beschwerden (Kurzatmigkeit, Husten) im Vergleich zu Placebo. Die Effektivität ist vergleichbar mit der von langwirksamen inhalativen Beta‑2‑Agonisten, jedoch ist die systemische Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Clenbuterol höher, was mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Nebenwirkungen (Tachykardie, Zittern, Arrhythmien) einhergeht.

Im Vergleich zur inhalativen Therapie bei Asthma bronchiale (z. B. Budesonid/Formoterol) ist Clenbuterol aufgrund des ungünstigeren Nutzen‑Risiko‑Profils (mehr systemische Nebenwirkungen, geringere lokale Wirksamkeit in der Lunge) kein Mittel der ersten Wahl. Die heutigen Asthma‑Leitlinien (z. B. GINA) empfehlen inhalative Kortikosteroide und die Kombination mit langwirksamen Beta‑2‑Agonisten als überlegene Therapie gegenüber einer oralen Beta‑2‑Agonisten‑Monotherapie. Auch für die COPD‑Therapie sind inhalative Bronchodilatatoren und Anticholinergika die etablierte Erhaltungstherapie.

Aufgrund dieser Einschränkungen wird Clenbuterol heute nur noch als Reservemedikament in Einzelfällen eingesetzt. Die Substanz hat weiterhin Zulassungen für die Wehenhemmung (Tokolyse) in speziellen geburtshilflichen Notfallsituationen sowie als oral zugelassenes Medikament für die Asthmatherapie in einigen europäischen Ländern, ist jedoch in der täglichen Praxis weitgehend durch inhalative Substanzen ersetzt worden.

Wichtig: Clenbuterol ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das wegen seiner kardiovaskulären Nebenwirkungen (Tachykardie, Arrhythmien, Hypokaliämie) und der Gefahr schwerer unerwünschter Ereignisse (Krampfanfälle, Myokardischämie) nur unter strenger ärztlicher Aufsicht angewendet werden darf. Eine Behandlung mit Clenbuterol ist bei Patienten mit schweren kardialen Grunderkrankungen, tachykarden Arrhythmien, Schilddrüsenüberfunktion, hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie, unbehandelter Hypertonie, Phäochromozytom sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit (außer bei strenger Indikation) kontraindiziert. Die Anwendung erfordert vor Beginn eine ausführliche kardiologische Abklärung, regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks, der Herzfrequenz, des Kalium‑ und Blutzuckerspiegels sowie bei längerer Therapie ein EKG‑Monitoring. Clenbuterol ist nicht zur Akutbehandlung schwerer Asthmaanfälle (Status asthmaticus) geeignet. Bei gleichzeitiger Therapie mit Diuretika, Kortikosteroiden, Theophyllin oder Digitalis ist besondere Vorsicht geboten. Da Clenbuterol aufgrund seiner missbräuchlichen Anwendung in Bodybuilding‑Kreisen als Dopingmittel bekannt ist, ist ein unautorisierter Erwerb oder Besitz (z. B. ohne ärztliches Rezept) in Deutschland nach dem Anti‑Doping‑Gesetz (AntiDopG) und Arzneimittelgesetz (AMG) strafbar. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.


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