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Cyclobenzaprin ist ein Muskelrelaxans, das zur Linderung von Muskelkrämpfen und Beschwerden bei akuten Verletzungen oder Zerrungen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das zentrale Nervensystem beeinflusst und so die Muskelspannung reduziert.
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Cyclobenzaprin ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans zur Kurzzeitbehandlung von schmerzhaften Muskelverspannungen und -krämpfen im Rahmen akuter, schmerzhafter Erkrankungen des Bewegungsapparats. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, jedoch wird angenommen, dass der Wirkstoff im Hirnstamm die tonische motorische Aktivität der α- und γ-Motoneurone reduziert. Dadurch werden Muskelspasmen gelindert, ohne die Muskelfunktion direkt zu beeinträchtigen.
Die übliche Dosis von Cyclobenzaprin (15 mg Retardkapseln) beträgt: Erwachsene nehmen 1 Retardkapsel (entsprechend 15 mg Cyclobenzaprinhydrochlorid) einmal täglich ein. Die Kapsel sollte zur gleichen Tageszeit (vorzugsweise abends) unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt werden. Bei Bedarf kann die Dosis auf bis zu 30 mg einmal täglich erhöht werden (entweder als eine 30‑mg‑Kapsel oder zwei 15‑mg‑Kapseln). Die Anwendung sollte auf einen Zeitraum von höchstens 2 bis 3 Wochen beschränkt werden.
Darreichungsform: Retardkapseln mit 15 mg und 30 mg Cyclobenzaprinhydrochlorid.
Wirkungseintritt: Die Wirkung setzt innerhalb von 1‑2 Stunden ein; die maximale Plasmakonzentration wird etwa 3‑4 Stunden nach oraler Gabe erreicht.
Wirkdauer: Die Plasmahalbwertszeit von Cyclobenzaprin in der Retardformulierung beträgt etwa 32 Stunden, sodass eine einmal tägliche Gabe ausreicht.
Alkoholempfehlung: Alkohol verstärkt die zentral dämpfende Wirkung erheblich und ist während der Behandlung zu vermeiden.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Mundtrockenheit, Schwindel, Benommenheit, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Verstopfung, Übelkeit und Kopfschmerzen.
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Allgemeine Informationen über Cyclobenzaprin
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Cyclobenzaprin
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Cyclobenzaprin ist in Deutschland nicht regulär zugelassen; internationale Markennamen sind Flexeril®, Amrix® und Fexmid®.
- ATC‑Code: M03BX08
- Darreichungsformen und Dosierungen: Retardkapseln mit 15 mg und 30 mg.
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): Kein regulärer deutscher Hersteller; internationale Hersteller sind u. a. Apotex, Macleods Pharmaceuticals.
- Registrierungsstatus in Deutschland: In Deutschland nicht zugelassen; Import im Einzelfall möglich.
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Cyclobenzaprin ist strukturell mit den trizyklischen Antidepressiva verwandt, sein Wirkmechanismus beim Menschen ist jedoch nicht vollständig geklärt. Präklinische Studien deuten darauf hin, dass der Wirkstoff primär im Hirnstamm wirkt und dort die tonische somatische motorische Aktivität der α- und γ-Motoneurone reduziert. Dadurch wird die Muskelspannung gesenkt, ohne die Muskelfunktion oder die neuromuskuläre Erregungsübertragung direkt zu beeinträchtigen. Die Bioverfügbarkeit von Cyclobenzaprin beträgt etwa 33‑55 %, die Plasmaproteinbindung liegt bei etwa 93 %. Die Substanz wird in der Leber über CYP3A4, CYP1A2 und CYP2D6 metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden. Die Plasmahalbwertszeit der Retardformulierung beträgt etwa 32 Stunden (Spanne 8‑37 Stunden).
Anwendungsgebiete
- Kurzzeitige Behandlung (bis zu 2‑3 Wochen) von Muskelverspannungen und -krämpfen bei akuten, schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparats (wie Lumbago, Zervikalsyndrom, Muskelzerrungen, Zerrungen und Verstauchungen). Die Therapie ist immer als Zusatzmaßnahme zu Ruhe, Physiotherapie und anderen unterstützenden Maßnahmen zu verstehen.
- Nicht wirksam bei spastischen Zuständen zerebraler oder spinaler Ursache (z. B. bei infantiler Zerebralparese).
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Ältere Patienten (≥ 65 J.): Wegen erhöhter Plasmakonzentration (um etwa 40 %) und verlängerter Halbwertszeit (um etwa 56 %) im Vergleich zu jungen Erwachsenen wird die Anwendung bei älteren Patienten nicht empfohlen.
- Schwangerschaft: Es liegen keine ausreichenden Studien am Menschen vor. Cyclobenzaprin sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus eindeutig überwiegt. Vor Beginn der Behandlung wird ein Schwangerschaftstest empfohlen.
- Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Cyclobenzaprin in die Muttermilch übergeht. Daher sollte während der Behandlung nicht gestillt werden.
- Leberfunktionsstörungen: Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird die Anwendung nicht empfohlen, da die Plasmakonzentration deutlich erhöht sein kann.
- Patienten mit Harnverhalt, Engwinkelglaukom oder erhöhtem Augeninnendruck: Wegen der anticholinergen Eigenschaften von Cyclobenzaprin ist Vorsicht geboten.
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Kontraindiziert.
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Cyclobenzaprin kann Schläfrigkeit, Schwindel, Benommenheit und verschwommenes Sehen verursachen. Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen ist erheblich beeinträchtigt. Alkohol verstärkt diese Effekte in gefährlichem Maße und muss daher während der Behandlung strikt vermieden werden.
Dosierungsanleitung
- Erwachsene (Retardkapseln): Die empfohlene Dosis für die meisten Patienten beträgt 15 mg einmal täglich. Die Kapsel wird unzerkaut mit Wasser geschluckt und sollte täglich etwa zur gleichen Zeit eingenommen werden (vorzugsweise abends). Patienten, die auf 15 mg nicht ausreichend ansprechen, können auf 30 mg einmal täglich erhöht werden (entweder als eine 30‑mg‑Kapsel oder zwei 15‑mg‑Kapseln).
- Maximale Therapiedauer: Die Behandlung sollte auf maximal 2‑3 Wochen beschränkt werden. Eine längere Anwendung ist nicht indiziert, da Muskelkrämpfe akuter Erkrankungen in der Regel von kurzer Dauer sind und über längere Zeiträume keine ausreichenden Wirksamkeitsnachweise vorliegen.
- Besondere Patientengruppen: Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung wird eine niedrigere Startdosis (5 mg/Tag) empfohlen; eine langsame Titration und weniger häufige Dosierung sind angezeigt. Die Retardformulierung wird bei Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen.
- Alternative Einnahmeart: Bei Schluckbeschwerden kann der Inhalt der Retardkapsel über einen Esslöffel Apfelmus gestreut und die Mischung sofort, ohne zu kauen, geschluckt werden. Andere Nahrungsmittel wurden nicht getestet und sollten nicht als Ersatz verwendet werden.
- Versäumte Dosis: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken. Ist es jedoch fast Zeit für die nächste Dosis (weniger als 12 Stunden zwischen den Dosen), lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene nachzuholen.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Häufige Nebenwirkungen (≥ 3 % und häufiger als unter Placebo)
- Mundtrockenheit (tritt bei etwa 20‑30 % der Patienten auf, ist die häufigste Nebenwirkung)
- Schwindel (bei etwa 10‑15 %)
- Benommenheit, Schläfrigkeit (bei etwa 10‑15 %)
- Müdigkeit, Schwächegefühl (Asthenie)
- Verstopfung
- Übelkeit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)
- Kopfschmerzen
Gelegentliche bis seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen
- Serotonin‑Syndrom – insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen serotonergen Arzneimitteln (SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva, Tramadol, MAO‑Hemmer).
- Allergische Reaktionen (Urtikaria, Angioödem, Anaphylaxie).
- Herzrhythmusstörungen, AV‑Block, Herzinsuffizienz (insbesondere bei vorbestehenden Herzerkrankungen).
- Krampfanfälle (selten).
- Akutes Engwinkelglaukom (bei Patienten mit anatomischer Prädisposition).
- Harnverhalt (insbesondere bei Prostatahyperplasie).
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Cyclobenzaprin oder einen sonstigen Bestandteil.
- Gleichzeitige Anwendung von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern oder innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen – Gefahr einer hyperpyretischen Krise, Krampfanfälle und Todesfälle.
- Akute Erholungsphase nach einem Herzinfarkt (Post-Myokardinfarkt).
- Herzrhythmusstörungen, AV‑Block, Erregungsleitungsstörungen, dekompensierte Herzinsuffizienz.
- Schwere Leberfunktionsstörung.
- Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance kleiner als 30 ml/min).
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- MAO‑Hemmer (Tranylcypromin, Phenelzin, Selegilin, Moclobemid): Absolute Kontraindikation (siehe oben).
- Serotonerge Substanzen (SSRI wie Fluoxetin, Paroxetin; SNRI wie Duloxetin, Venlafaxin; trizyklische Antidepressiva; Tramadol; Bupropion; Meperidin; Lithium; Johanniskraut): Erhöhtes Risiko für ein lebensbedrohliches Serotonin‑Syndrom.
- Alkohol und andere ZNS‑dämpfende Arzneimittel (Benzodiazepine, Opioide, Neuroleptika, Antihistaminika der ersten Generation): Additive Verstärkung der sedierenden Wirkung, der Beeinträchtigung von Urteilsvermögen, Denken und psychomotorischen Fähigkeiten.
- Anticholinerge Substanzen (Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika): Verstärkung der anticholinergen Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Harnverhalt, Verstopfung, Verwirrtheit).
- Verapamil, Diltiazem: Mögliche Verstärkung der kardialen Nebenwirkungen (Bradykardie, AV‑Block).
- CYP3A4- und CYP1A2‑Inhibitoren (Ketoconazol, Itraconazol, Ciprofloxacin, Fluvoxamin, Cimetidin, Grapefruitsaft): Erhöhung der Cyclobenzaprin‑Spiegel – verstärkte Nebenwirkungen möglich.
- Guanethidin und ähnlich wirkende Antihypertensiva: Cyclobenzaprin kann die blutdrucksenkende Wirkung antagonisieren.
Praktische Hinweise
- Einnahme: Die Retardkapseln sind unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) einzunehmen. Sie können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden; die Kapsel sollte jedoch etwa zur gleichen Tageszeit eingenommen werden.
- Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Überdosierung: Symptome einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Tachykardie, Krampfanfälle, Erregungszustände, Delirium, Koma und Atemdepression. Im Verdachtsfall ist sofort ein Arzt aufzusuchen oder die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren. Es gibt kein spezifisches Antidot; die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend.
- Absetzen: Ein abruptes Absetzen nach längerer Einnahme kann zu Entzugserscheinungen führen (Übelkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein). Die Dosis sollte bei längerer Therapie über mehrere Tage bis Wochen ausschleichend reduziert werden.
- Behandlungsdauer: Die Einnahme über mehr als 2‑3 Wochen hinaus wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Wirksamkeitsnachweise für eine längere Anwendung vorliegen.
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Tolperison (z. B. Mydocalm, Tolperison‑neuraxpharm): Zentral wirksames Muskelrelaxans, bevorzugt bei akuten Rückenschmerzen und Muskelverspannungen. In Deutschland regulär zugelassen, verursacht weniger Mundtrockenheit und sedierende Nebenwirkungen als Cyclobenzaprin.
- Tizanidin (z. B. Sirdalud, Tizanidin Generika): Zentraler alpha‑2‑Adrenozeptor‑Agonist, wirksames Muskelrelaxans bei akuten Muskelverspannungen und bei Spastizität. In Deutschland zugelassen.
- Baclofen (Lioresal, generisches Baclofen): GABAB-Agonist, besonders geeignet bei spastischen Zuständen (z. B. bei Multipler Sklerose, Querschnittlähmung).
- Orale Analgetika (NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen): Bei milden, rein schmerzhaften Muskelverspannungen ohne ausgeprägte Spastik eine Alternative – insbesondere bei unkomplizierten Rückenschmerzen.
- Physiotherapie (Krankengymnastik, Dehnungsübungen, Massagen, Wärme‑/Kälteanwendungen): Nicht‑medikamentöse Grundlagenmaßnahmen, die mit der medikamentösen Therapie kombiniert werden können.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Cyclobenzaprin bei akuten, schmerzhaften Muskelverspannungen ist in placebokontrollierten Studien belegt. In randomisierten Studien über 7‑14 Tage zeigte Cyclobenzaprin (15 mg einmal täglich oder 10 mg dreimal täglich) eine signifikant stärkere Reduktion von Muskelspasmen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Vergleich zu Placebo. Die Behandlung sollte aufgrund der starken sedierenden Wirkung und des Risikos unerwünschter anticholinerger Effekte auf Kurzzeittherapien (maximal 2‑3 Wochen) beschränkt werden. Cyclobenzaprin ist nicht wirksam bei Spastizität infolge von Rückenmarks‑ oder Hirnerkrankungen oder bei Zerebralparese. In der Behandlung der Fibromyalgie wird Cyclobenzaprin gelegentlich off‑label eingesetzt. In Deutschland ist Cyclobenzaprin nicht regulär zugelassen und wird nur im Einzelfall importiert.
Wichtig: Cyclobenzaprin ist ein verschreibungspflichtiges Muskelrelaxans. Die Selbstmedikation ist wegen des Risikos schwerer unerwünschter Arzneimittelwirkungen (Serotonin‑Syndrom, kardiale Ereignisse, Krampfanfälle, anticholinerge Nebenwirkungen) gefährlich. Die gleichzeitige Einnahme von MAO‑Hemmern ist absolut kontraindiziert und kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Bei Auftreten von Symptomen eines Serotonin‑Syndroms (Agitiertheit, Verwirrtheit, Fieber, Muskelrigor, Tachykardie) ist das Medikament sofort abzusetzen und ärztliche Hilfe aufzusuchen. Cyclobenzaprin darf nicht bei Patienten mit Herzerkrankungen (Zustand nach Herzinfarkt, Arrhythmien, AV‑Block, Herzinsuffizienz), Schilddrüsenüberfunktion, Engwinkelglaukom oder Harnverhalt angewendet werden. Aufgrund der starken sedierenden Wirkung ist die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen während der gesamten Behandlung untersagt. Die Einnahme von Alkohol ist strikt zu vermeiden. Bei älteren Patienten oder Patienten mit Leberfunktionsstörungen wird die Anwendung nicht empfohlen. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des behandelnden Arztes. Dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.
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