Diamox

Generic Diamox (Acetazolamide)

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Diamox hilft dabei, die Symptome der Höhenkrankheit, so wie z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel und Atembeschwerden, zu verhindern und zu reduzieren.

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Diamox wird zur Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks bei Glaukom (Offenwinkelglaukom, sekundäres Glaukom), zur Prophylaxe der Höhenkrankheit sowie als Adjuvans bei bestimmten Formen von Epilepsie (petit mal, generalisierte tonisch‑klonische Anfälle) eingesetzt. Das Medikament ist ein Carboanhydrasehemmer (Acetazolamid), der die Produktion von Kammerwasser im Auge und die Bildung von Bikarbonat in den Nieren reduziert, was zu einer Senkung des Augeninnendrucks und einer metabolischen Azidose führt.
Die übliche Dosierung von Diamox für Erwachsene beträgt 250‑500 mg pro Tag, aufgeteilt in 1‑2 Einzeldosen (bei Glaukom). Zur Prophylaxe der Höhenkrankheit: 250 mg alle 8‑12 Stunden, beginnend 24‑48 Stunden vor dem Aufstieg.
Die Darreichungsform ist Filmtabletten (250 mg), Kapseln (125 mg, 250 mg) oder eine Lösung zum Einnehmen (250 mg/5 ml).
Die Wirkung des Medikaments beginnt innerhalb von 1‑2 Stunden nach oraler Einnahme.
Die Wirkdauer beträgt 8‑12 Stunden, daher mehrmalige tägliche Gabe.
Alkoholkonsum wird während der Behandlung nicht empfohlen, da er die Nebenwirkungen verstärken kann.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kribbeln (Parästhesien) in Fingern und Zehen, Geschmacksveränderungen, Müdigkeit, Übelkeit und häufiges Wasserlassen.
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Allgemeine Informationen zu Diamox

  • INN (Internationaler Freiname): Acetazolamid
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Diamox®, generische Produkte (z. B. Acetazolamid‑ratiopharm)
  • ATC‑Code: S01EC01 (ophthalmologisch), N03AC01 (antiepileptisch)
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Filmtabletten – 250 mg; Kapseln – 125 mg, 250 mg; Lösung zum Einnehmen – 250 mg/5 ml
  • Hersteller in Deutschland: Teva GmbH, ratiopharm, Stada, Generikahersteller
  • Zulassungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifizierung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Diamox enthält Acetazolamid, einen nicht‑kompetitiven Hemmer des Enzyms Carboanhydrase (insbesondere der Isoformen II und IV). Die Hemmung der Carboanhydrase im Ziliarepithel des Auges reduziert die Produktion von Kammerwasser um etwa 50%, was zu einer Senkung des intraokularen Drucks führt. In den Nieren hemmt Acetazolamid die Carboanhydrase in den proximalen Tubuli, was zu einer vermehrten Ausscheidung von Bikarbonat, Natrium, Kalium und Wasser führt (metabolische Azidose). Im Zentralnervensystem verlangsamt Acetazolamid die Erregungsleitung, was bei bestimmten Epilepsieformen (petit mal) nützlich ist. Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 100%, die Halbwertszeit 10‑15 Stunden.

Anwendungsgebiete

Diamox ist zugelassen zur:
- Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks bei chronischem Offenwinkelglaukom, sekundärem Glaukom und als präoperative Therapie bei Engwinkelglaukom.
- Prophylaxe und Behandlung der akuten Höhenkrankheit (verminderte Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit).
- Adjuvanten Therapie bei bestimmten Formen von Epilepsie (petit mal, generalisierte tonisch‑klonische Anfälle).
- Off‑Label: Behandlung von idiopathischer intrakranieller Hypertension (Pseudotumor cerebri), zyklischem Glaukom, Hydrozephalus, Hypokaliämie (selten).

Wichtige Warnhinweise und Einschränkungen

Risikogruppen
Ältere Patienten: Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion erforderlich; erhöhtes Risiko für Elektrolytstörungen.
Schwangerschaft: Diamox sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt (Kategorie C). Es liegen keine ausreichenden Daten vor.
Stillzeit: Acetazolamid geht in die Muttermilch über; bei kurzfristiger Anwendung ist Stillen möglich, bei längerer Anwendung absetzen oder nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Alkohol
Fahren: Kann Müdigkeit, Schwindel oder Sehstörungen verursachen – Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen.
Alkohol: Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da er die Nebenwirkungen verstärken kann.

Dosierungsanleitung

Standarddosierungen (Erwachsene)
- Glaukom (Offenwinkelglaukom): 250‑500 mg pro Tag, aufgeteilt in 1‑2 Einzeldosen (morgens und abends). Bei akuten Glaukomanfällen: 500 mg initial, dann 250 mg alle 4‑6 Stunden.
- Höhenkrankheit (Prophylaxe): 250 mg alle 8‑12 Stunden, beginnend 24‑48 Stunden vor dem Aufstieg, während des Aufstiegs und für 48 Stunden auf maximaler Höhe.
- Epilepsie (petit mal): 8‑30 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt in 3‑4 Einzeldosen (max. 1 g/Tag).
Die Tabletten sind unabhängig von den Mahlzeiten mit reichlich Wasser einzunehmen. Bei Niereninsuffizienz (eGFR

Besondere Patientengruppen
Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child‑Pugh C) ist Vorsicht geboten. Bei Kindern unter 12 Jahren ist die Dosierung nach Körpergewicht anzupassen; Sicherheit nicht vollständig belegt.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen (≥1/100 bis <1/10):
- Kribbeln (Parästhesien) in Fingern, Zehen, Gesicht – meist reversibel
- Geschmacksveränderungen (metallischer Geschmack)
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Vermehrtes Wasserlassen (Polyurie)
- Myopie (vorübergehende Kurzsichtigkeit)

Gelegentliche Nebenwirkungen (≥1/1000 bis <1/100):
- Hörstörungen (Tinnitus, Schwerhörigkeit)
- Hautausschlag, Juckreiz
- Hypokaliämie (niedriger Kaliumspiegel), Hyponatriämie
- Metabolisches Azidose (insbesondere bei Langzeittherapie)

Schwerwiegende Nebenwirkungen (ärztliche Hilfe erforderlich):
- Schwere Hautreaktionen (Stevens‑Johnson‑Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) – sehr selten
- Knochenmarksuppression (Leukopenie, Thrombozytopenie, aplastische Anämie)
- Leberschäden (erhöhte Transaminasen, Gelbsucht)
- Nephrolithiasis (Nierensteine) – durch erhöhte Kalziumausscheidung
- Schwere metabolische Azidose, Krampfanfälle (bei Überdosierung)

Absolute Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen Acetazolamid oder einen sonstigen Bestandteil.
- Schwere Niereninsuffizienz (eGFR - Schwere Leberinsuffizienz (Child‑Pugh C).
- Hypokaliämie, Hyponatriämie, metabolische Azidose.
- Morbus Addison (Nebennierenrindeninsuffizienz).
- Gleichzeitige Anwendung mit hohen Dosen von Acetylsalicylsäure (Aspirin) bei Kindern und Jugendlichen (Reye‑Syndrom).

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bedeutsame Wechselwirkungen bestehen mit:
- Acetylsalicylsäure (Aspirin): Erhöhtes Risiko für metabolische Azidose, bei Kindern Reye‑Syndrom – kontraindiziert bei Kindern.
- Lithium: Acetazolamid kann die Lithiumausscheidung erhöhen – Lithiumspiegel überwachen.
- Digoxin: Hypokaliämie verstärkt die Digoxin‑Toxizität – Kalium überwachen.
- Kaliumsparende Diuretika (z. B. Amilorid, Triamteren): Additive Kaliumverluste – Kalium überwachen.
- Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin): Acetazolamid kann deren Spiegel verändern – Spiegel überwachen.
- Methenamin (Urotropin): Acetazolamid alkalisiert den Urin und vermindert die Wirkung – vermeiden.
- Insulin, orale Antidiabetika: Acetazolamid kann die Blutzuckersenkung verstärken – Blutzucker überwachen.

Praktische Hinweise

Einnahme
Diamox sollte regelmäßig zu den gleichen Zeiten eingenommen werden. Die Tabletten sind im Ganzen mit einem Glas Wasser zu schlucken, nicht zu kauen oder zu zerkleinern. Bei Langzeittherapie ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig (um Nierensteinen vorzubeugen). Wenn eine Dosis vergessen wurde, nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern, es sei denn, es sind weniger als 4 Stunden bis zur nächsten Dosis; dann überspringen Sie die vergessene Dosis.

Überwachung
Regelmäßige Kontrollen sind bei Langzeittherapie erforderlich:
- Elektrolyte (Kalium, Natrium) – monatlich
- Nierenfunktion (Kreatinin, eGFR) – alle 3‑6 Monate
- Leberfunktion (ALT, AST) – alle 3‑6 Monate
- Blutbild (Thrombozyten, Leukozyten) – alle 3 Monate
- Bei Glaukom: Augeninnendruck (IOD) – regelmäßig.

Lagerung
Bei Raumtemperatur (20‑25°C) lagern, vor Feuchtigkeit und Hitze schützen. In der Originalverpackung aufbewahren, außerhalb der Reichweite von Kindern.

Alternative Medikamente

  • Brinzolamid (Azopt): Topischer Carboanhydrasehemmer, weniger systemische Nebenwirkungen.
  • Dorzolamid (Trusopt): Topischer Carboanhydrasehemmer, ebenfalls gut verträglich.
  • Timolol (Betablocker, Augentropfen): Senkt Augeninnendruck, keine systemischen Nebenwirkungen.
  • Latanoprost (Xalatan): Prostaglandin‑Analog, erstlinientherapie bei Glaukom.
  • Acetazolamid (Generika): Gleicher Wirkstoff, günstiger.

Klinische Wirksamkeit

Acetazolamid ist seit den 1950er Jahren im Einsatz. Bei Glaukom senkt es den Augeninnendruck um 20‑30% innerhalb von 1‑2 Stunden, die Wirkdauer beträgt 8‑12 Stunden. In der Prophylaxe der Höhenkrankheit reduziert Acetazolamid die Inzidenz von akuter Bergkrankheit um etwa 50% und verbessert die Sauerstoffsättigung. Bei Epilepsie (petit mal) zeigt Acetazolamid eine moderate Wirksamkeit, wird aber aufgrund neuerer Antiepileptika seltener eingesetzt. Aufgrund des Risikos von Nierensteinen und metabolischen Azidosen ist eine Langzeittherapie (>6 Monate) nur unter strenger Kontrolle zu empfehlen.

Wichtig: Diamox erfordert eine ärztliche Verschreibung und darf nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Bei Auftreten von schweren Hautreaktionen, Gelbsucht, Krampfanfällen oder ungewöhnlichen Blutungen suchen Sie sofort einen Arzt auf. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Nierensteine zu vermeiden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, insbesondere über Aspirin, Lithium, Digoxin und Diuretika, vor Beginn der Behandlung.


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