Escitalopram

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Escitalopram (Handelsname Cipralex) ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zur Behandlung der Major Depression (Episoden einer schweren Depression), der generalisierten Angststörung, der sozialen Angststörung, der Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie sowie der Zwangsstörung bei Erwachsenen. Escitalopram ist das pharmakologisch aktive S-Enantiomer des razemischen Citaloprams und hemmt selektiv und hochpotent die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt durch Blockade des Serotonintransporters (SERT). Die erhöhte serotonerge Neurotransmission führt zu einer Stimmungsaufhellung, Angstreduktion und Verbesserung des Antriebs. Escitalopram besitzt im Vergleich zu Citalopram eine höhere Selektivität und Potenz sowie ein günstigeres Nebenwirkungsprofil, da das inaktive R-Enantiomer, das mit der Bindung an andere Rezeptoren interferieren kann, fehlt.

Übliche Erwachsenendosis: Die Initialdosis beträgt 10 mg einmal täglich. Die 5-mg-Tablette dient der einschleichenden Dosierung bei empfindlichen Patienten, insbesondere zu Beginn der Therapie und bei Panikstörungen. Bei unzureichendem Ansprechen kann die Dosis nach 2 bis 4 Wochen auf 20 mg einmal täglich gesteigert werden. Die 20-mg-Dosis ist die maximal empfohlene Tagesdosis. Die Tabletten werden unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen. Bei älteren Patienten über 65 Jahren sollte die Initialdosis auf 5 mg reduziert und die maximale Tagesdosis auf 10 mg begrenzt werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion beträgt die empfohlene Initialdosis 5 mg täglich für die ersten 2 Wochen, mit einer möglichen Steigerung auf 10 mg. Die Behandlung sollte über einen ausreichend langen Zeitraum von mindestens 6 Monaten nach Remission fortgeführt werden, um einen Rückfall zu verhindern. Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden; stattdessen wird die Dosis über mehrere Wochen bis Monate ausschleichend reduziert.

Darreichungsform: Filmtabletten in drei Stärken: 5 mg (weiß, rund, bikonvex, mit Bruchkerbe und Prägung), 10 mg (weiß, oval, mit Bruchkerbe und Prägung) und 20 mg (weiß, oval, mit Bruchkerbe und Prägung). Erhältlich in Packungen zu 20, 28, 30, 50, 56, 98 und 100 Tabletten. Die Tabletten können an den Bruchkerben geteilt werden. Zusätzlich als Tropfen zum Einnehmen (20 mg/ml) verfügbar.

Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 4 bis 5 Stunden nach oraler Einnahme erreicht. Steady-State-Konzentrationen stellen sich nach etwa 7 bis 10 Tagen täglicher Einnahme ein. Die antidepressive und anxiolytische Wirkung entwickelt sich langsam über mehrere Wochen. Erste Anzeichen einer Besserung wie verbesserter Schlaf und reduzierte Angst können nach 1 bis 2 Wochen auftreten. Die volle therapeutische Wirkung wird nach 4 bis 8 Wochen erreicht, bei Zwangsstörungen oft erst nach 8 bis 12 Wochen.

Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Escitalopram beträgt etwa 27 bis 32 Stunden, was eine einmal tägliche Dosierung ermöglicht. Die lange Halbwertszeit gewährleistet stabile Plasmaspiegel über 24 Stunden und reduziert das Risiko von Absetzsymptomen im Vergleich zu kurz wirksamen SSRI. Escitalopram wird hepatisch über CYP2C19, CYP3A4 und CYP2D6 metabolisiert und überwiegend renal als Metaboliten ausgeschieden. Bei langsamen CYP2C19-Metabolisierern können erhöhte Plasmaspiegel auftreten, was eine Dosisreduktion erforderlich machen kann.

Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Escitalopram vermieden oder auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Obwohl Escitalopram im Gegensatz zu anderen Psychopharmaka die kognitive und psychomotorische Leistungsfähigkeit nicht wesentlich beeinträchtigt und keine klinisch relevante Verstärkung der Alkoholwirkungen zeigt, kann Alkohol die zugrundeliegende depressive oder Angsterkrankung verschlimmern und den Therapieerfolg gefährden. Alkohol kann zudem die sedierenden Effekte zu Beginn der Therapie verstärken und das Risiko für Suizidalität erhöhen. Patienten sollten auf die potenzielle Gefahr der Kombination hingewiesen werden.

Häufigste Nebenwirkungen: Übelkeit (sehr häufig, bei etwa 15 bis 20 % der Patienten, in der Regel vorübergehend innerhalb der ersten 1 bis 2 Wochen), Kopfschmerzen, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit), Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Müdigkeit und sexuelle Funktionsstörungen (verzögerte Ejakulation, erektile Dysfunktion, Libidoverlust, Anorgasmie). Die sexuellen Funktionsstörungen sind dosisabhängig und können bei einem Teil der Patienten persistieren. Eine initiale Zunahme von Angst und Unruhe kann besonders zu Therapiebeginn auftreten und erfordert eine einschleichende Dosierung, insbesondere bei Panikstörungen. Gewichtszunahme ist im Vergleich zu anderen Antidepressiva weniger ausgeprägt, kann aber bei langfristiger Anwendung auftreten. Suizidgedanken und suizidales Verhalten können insbesondere in den ersten Wochen der Behandlung und bei jungen Erwachsenen unter 25 Jahren auftreten und erfordern eine engmaschige Überwachung. Ein Serotonin-Syndrom mit Hyperthermie, Rigor, Myoklonus, autonomer Instabilität und Bewusstseinsstörungen kann bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen serotonergen Substanzen wie MAO-Hemmern, Tramadol oder Triptanen auftreten und stellt einen medizinischen Notfall dar. Absetzsymptome wie Schwindel, Parästhesien, Schlafstörungen und Angst treten häufig nach abruptem Absetzen auf und können durch eine ausschleichende Dosisreduktion minimiert werden. Escitalopram ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern und bei Patienten mit QT-Intervall-Verlängerung. Eine EKG-Kontrolle wird vor Therapiebeginn und bei Risikopatienten empfohlen.

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Was ist Escitalopram?

Escitalopram ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI. Es ist das S-Enantiomer von Citalopram, dem Racemat, das seit den 1990er Jahren auf dem Markt ist. Die Idee hinter der Enantiomerentrennung war einfach: Das R-Enantiomer trägt kaum zur Wirkung bei, aber möglicherweise zu den Nebenwirkungen. Also hat man es weggelassen und nur das aktive S-Enantiomer in die Tablette gepackt. Das Ergebnis ist ein Antidepressivum, das bei gleicher serotonerger Potenz etwas schneller wirkt und etwas besser verträglich ist als das Racemat. Kein Quantensprung, aber eine spürbare Verbesserung für viele Patienten.

Escitalopram wird bei Depressionen, generalisierter Angststörung, Panikstörung, sozialer Phobie und Zwangsstörung eingesetzt. Es hebt den Serotoninspiegel im synaptischen Spalt an, indem es den Transporter blockiert, der Serotonin zurück in die präsynaptische Nervenendigung pumpt. Mehr Serotonin bedeutet mehr Stimmung, weniger Angst, weniger Grübelzwang. Die Wirkung setzt nicht sofort ein. Die ersten zwei Wochen können die Symptome sogar schlimmer werden – eine paradoxe Initialverschlechterung, die vielen Patienten Angst macht und die Compliance gefährdet. Danach, nach etwa drei bis vier Wochen, beginnt die Stimmung sich zu heben. Der volle antidepressive Effekt entfaltet sich nach sechs bis acht Wochen. Das ist kein Mangel des Medikaments, sondern die Physiologie der Serotoninrezeptor-Adaptation.

Die Dosis beträgt 10 mg einmal täglich als Standard. 5 mg dienen der Eindosierung bei empfindlichen Patienten oder älteren Menschen. 20 mg ist die Höchstdosis, die bei unzureichendem Ansprechen nach zwei bis vier Wochen angestrebt werden kann. Die Tabletten werden unabhängig von Mahlzeiten eingenommen, mit einem Glas Wasser, immer zur gleichen Tageszeit.

Wirkweise und Pharmakologie

Escitalopram hemmt hochselektiv den Serotonintransporter. Es ist der selektivste Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, der verfügbar ist – etwa 100-fach selektiver für Serotonin als für Noradrenalin oder Dopamin. Das bedeutet weniger Nebenwirkungen, die durch Noradrenalin- oder Dopamin-Wiederaufnahmehemmung verursacht würden, aber auch weniger zusätzliche antriebssteigernde Effekte. Escitalopram ist ein reiner Serotoniner, und das ist seine Stärke und seine Schwäche zugleich.

Zusätzlich zur Transporterblockade bindet Escitalopram an eine allosterische Bindungsstelle am Serotonintransporter, was die Hemmung stabilisiert und verlängert. Das ist der pharmakologische Grund, warum Escitalopram bei gleicher Dosis etwas potenter ist als Citalopram und warum die Wirkung etwas schneller einsetzt. Klinisch macht das vielleicht eine Woche Unterschied im Wirkeintritt aus, aber für einen depressiven Patienten kann diese eine Woche zählen.

Die Pharmakokinetik ist unkompliziert. Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 80 Prozent und wird durch Nahrung nicht beeinflusst. Die maximale Plasmakonzentration wird nach etwa vier Stunden erreicht. Escitalopram wird hepatisch metabolisiert, hauptsächlich über CYP2C19, zu einem geringeren Teil über CYP3A4 und CYP2D6. Die Metaboliten sind inaktiv. Die Halbwertszeit beträgt etwa 27 bis 32 Stunden, was die einmal tägliche Gabe mit stabilen Spiegeln ermöglicht. Die Elimination erfolgt renal und hepatisch. Bei Leberfunktionsstörungen und bei älteren Patienten ist die Clearance verlangsamt, und die Dosis muss reduziert werden.

Anwendung von Escitalopram

Beginnen Sie mit 5 mg einmal täglich, wenn Sie empfindlich auf Medikamente reagieren oder über 65 Jahre alt sind. Nach einer Woche auf 10 mg steigern. Die 5-mg-Tablette ist für die Eindosierung und für die Langzeittherapie bei älteren Patienten, die 10-mg-Tablette ist die Standarddosis, die 20-mg-Tablette die Höchstdosis bei unzureichendem Ansprechen. Morgens oder abends einnehmen, je nachdem, ob Escitalopram müde oder wach macht. Die meisten Patienten nehmen es morgens, weil die antriebssteigernde Komponente überwiegt, aber es gibt auch Patienten, die davon müde werden und auf den Abend ausweichen.

Die Einnahme mit oder ohne Nahrung ist gleichwertig. Wenn Sie Magenprobleme haben, hilft eine kleine Mahlzeit vor der Tablette. Nehmen Sie die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit ein. Die Compliance ist bei Antidepressiva der entscheidende Faktor, und eine feste Routine hilft, das Vergessen zu vermeiden.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine Doppeldosis von 40 mg auf einmal kann Übelkeit, Durchfall und Schwindel auslösen und das Serotoninsyndrom triggern.

Die Therapie ist eine Langzeittherapie. Nach der Remission sollte Escitalopram für mindestens sechs Monate weitergegeben werden, um das Rückfallrisiko zu senken. Bei wiederkehrenden Depressionen kann die Therapie über Jahre fortgeführt werden. Absetzen nie abrupt, sondern über Wochen ausschleichen – 20 mg auf 15 mg, dann 10 mg, dann 5 mg, dann 5 mg jeden zweiten Tag. Abruptes Absetzen verursacht Absetzsymptome: Schwindel, Übelkeit, elektrische Schockgefühle im Kopf, Schlafstörungen. Kein Entzug im suchtmedizinischen Sinn, aber eine physiologische Reaktion, die sich vermeiden lässt.

Nebenwirkungen von Escitalopram

Übelkeit und gastrointestinale Beschwerden sind die häufigsten initialen Nebenwirkungen und treten bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten in den ersten Tagen auf. Der Grund: Serotoninrezeptoren im Darm werden überstimuliert. Nach etwa einer Woche entwickeln die Rezeptoren eine Toleranz, und die Übelkeit klingt ab. Einnahme mit einer kleinen Mahlzeit hilft, und wenn es gar nicht geht, mit 5 mg beginnen und langsam steigern.

Sexuelle Funktionsstörungen – Libidoverlust, verzögerte Ejakulation, Anorgasmie – sind die häufigsten langfristigen Nebenwirkungen und der Hauptgrund für Therapieabbrüche bei SSRI. Sie treten bei etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten auf, sind dosisabhängig und bilden sich nach Absetzen meist zurück. Sildenafil oder Tadalafil können die erektile Dysfunktion partiell kompensieren, aber der Libidoverlust bleibt oft bestehen. Ein Wechsel auf Bupropion, das kaum serotonerg wirkt, ist eine Option, wenn die sexuellen Nebenwirkungen intolerabel sind.

Initiale Unruhe und Agitation – in den ersten Tagen kann Escitalopram paradoxerweise die Angst verstärken und einen Zustand innerer Getriebenheit auslösen. Das ist häufig und geht nach ein bis zwei Wochen vorbei, aber es muss vor Therapiebeginn besprochen werden, damit der Patient nicht nach zwei Tagen die Tabletten wegwirft. Bei Panikstörung ist dieser Effekt besonders ausgeprägt, und die Eindosierung sollte mit 5 mg beginnen.

Gewichtszunahme ist weniger ausgeprägt als bei Paroxetin oder Mirtazapin, aber bei längerer Therapie über Monate kann das Gewicht um zwei bis fünf Kilogramm steigen. Der Mechanismus ist nicht vollständig verstanden, aber eine Kombination aus Appetitsteigerung und metabolischen Effekten. Ernährung und Bewegung sind die Gegenmaßnahmen.

Schlafstörungen – sowohl Schlaflosigkeit als auch vermehrte Müdigkeit kommen vor und sind individuell verschieden. Wer unter Escitalopram nicht schlafen kann, nimmt es morgens. Wer müde wird, nimmt es abends. Einfaches Trial-and-Error.

Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)

Schwangerschaft ist eine relative Kontraindikation. Escitalopram passiert die Plazenta, und im dritten Trimenon kann es beim Neugeborenen zu Adaptationsstörungen führen – Unruhe, Tremor, Atemprobleme, die in der Regel mild und vorübergehend sind. Ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen ist nicht überzeugend belegt, aber die Datenlage ist nicht so robust wie für Sertralin, das in der Schwangerschaft bevorzugt wird. Die Entscheidung für oder gegen Escitalopram in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Unbehandelte Depressionen schaden der Mutter und dem Kind. Stillen: Escitalopram geht in die Muttermilch über, aber die Konzentrationen sind niedrig, und ein Risiko für den Säugling ist nicht belegt. Stillen ist unter Escitalopram vertretbar, und Sertralin ist auch hier die bevorzugte Alternative.

Ältere Patienten über 65 Jahre vertragen Escitalopram gut, aber die Clearance ist verlangsamt. Die Startdosis beträgt 5 mg, und die Höchstdosis liegt bei 10 mg. Ältere Patienten mit kardialen Vorerkrankungen sollten vor Therapiebeginn ein EKG erhalten, weil Escitalopram das QT-Intervall geringfügig verlängern kann, auch wenn das Risiko bei therapeutischen Dosen niedrig ist.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollten die Dosis auf 5 mg reduzieren. Bei schwerer Niereninsuffizienz mit Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min ist Vorsicht geboten, und die Dosis sollte konservativ gewählt werden.

Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)

Autofahren ist unter Escitalopram meist möglich, aber die initiale Sedierung und der mögliche Schwindel können die Fahrtüchtigkeit in den ersten Tagen beeinträchtigen. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren. Im Gegensatz zu älteren Antidepressiva wie Amitriptylin beeinträchtigt Escitalopram die kognitive Funktion und die Reaktionszeit kaum, und die meisten Patienten können Auto fahren, sobald sie sich an das Medikament gewöhnt haben.

Alkohol und Escitalopram sind keine gute Kombination. Alkohol verstärkt die Sedierung und die kognitive Beeinträchtigung und kann die antidepressive Wirkung konterkarieren. Ein Glas Wein zum Abendessen, wenn die Tablette morgens genommen wurde, ist für die meisten Patienten vertretbar. Mehrere Drinks oder regelmäßiger Alkoholkonsum untergraben die Therapie und erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen. Die saubere Lösung ist der Verzicht, zumindest in den ersten Wochen der Eindosierung.

Grapefruitsaft hemmt CYP3A4, aber Escitalopram wird überwiegend über CYP2C19 metabolisiert, sodass die Interaktion gering ist. Trotzdem sollten große Mengen Grapefruitsaft vermieden werden, einfach weil die Kombination unvorhersehbare Spiegel verursachen kann.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

MAO-Hemmer sind absolut kontraindiziert. Die Kombination von SSRI mit MAO-Hemmern kann ein Serotoninsyndrom auslösen – Hyperthermie, Rigidität, Kreislaufversagen, Todesfälle sind dokumentiert. Zwischen dem Absetzen eines MAO-Hemmers und dem Beginn von Escitalopram müssen mindestens 14 Tage liegen, bei irreversiblem MAO-Hemmer wie Tranylcypromin.

Andere serotonerge Substanzen – andere SSRI, SNRIs, trizyklische Antidepressiva, Tramadol, Triptane, Lithium, Johanniskraut – erhöhen das Risiko für ein Serotoninsyndrom additiv. Die Kombination mit Tramadol ist besonders gefährlich und sollte vermieden werden. Wenn mehrere serotonerge Medikamente kombiniert werden, muss der Patient über die Symptome des Serotoninsyndroms aufgeklärt werden.

QT-verlängernde Medikamente – Antiarrhythmika, bestimmte Antibiotika wie Moxifloxacin, Antipsychotika – können das QT-Intervall in Kombination mit Escitalopram weiter verlängern und das Risiko für Torsades de Pointes erhöhen. Bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren ein EKG vor Therapiebeginn durchführen.

CYP2C19-Inhibitoren wie Omeprazol, Esomeprazol oder Fluvoxamin können den Escitalopram-Spiegel erhöhen und die Nebenwirkungen verstärken. Die Kombination ist nicht kontraindiziert, aber die Escitalopram-Dosis sollte am unteren Ende bleiben.

NSAR und Thrombozytenaggregationshemmer – SSRI erhöhen das Blutungsrisiko durch Hemmung der Serotoninaufnahme in Thrombozyten. Die Kombination mit Ibuprofen, ASS oder Antikoagulanzien erhöht das gastrointestinale Blutungsrisiko additiv. Ein Protonenpumpenhemmer als Magenschutz ist sinnvoll, wenn die Kombination unvermeidbar ist.

Alternative Optionen

Escitalopram ist ein Standard-SSRI, aber nicht das einzige Antidepressivum. Die Alternativen hängen vom Symptomprofil und den Nebenwirkungen ab.

Sertralin ist der sicherste SSRI in der Schwangerschaft und hat ein etwas anderes Nebenwirkungsprofil mit mehr Durchfall und weniger QT-Verlängerung. Für Frauen im gebärfähigen Alter und Patienten mit kardialen Risikofaktoren ist Sertralin oft die bessere Wahl.

Venlafaxin ist ein SNRI, das zusätzlich Noradrenalin hemmt und bei schweren Depressionen mit Antriebslosigkeit wirksamer sein kann als Escitalopram. Der Nachteil: mehr Blutdruckanstieg, mehr Absetzsymptome.

Bupropion ist ein Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer ohne serotonerge Komponente und verursacht keine sexuellen Nebenwirkungen. Es ist eine Alternative für Patienten, die unter SSRI sexuelle Funktionsstörungen entwickeln, und kann mit Escitalopram kombiniert werden.

Mirtazapin ist ein noradrenerg und spezifisch serotonerges Antidepressivum mit starker sedierender und appetitsteigernder Wirkung. Für Patienten mit Schlaflosigkeit und Gewichtsverlust ist es besser geeignet als Escitalopram, aber die Gewichtszunahme kann erheblich sein.

INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland

INN (Internationaler Freiname): Escitalopram
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Cipralex (Lundbeck), Escitalopram-ratiopharm, Escitalopram HEXAL, Escitalopram AbZ, Escitalopram AL und zahlreiche weitere Generika
ATC-Code: N06AB10
Formen und Stärken: Filmtabletten zu 5 mg, 10 mg und 20 mg
Hersteller: Lundbeck (Cipralex), diverse Generikahersteller (ratiopharm, HEXAL, AbZ, AL, 1A Pharma und weitere)
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Die richtige Dosierung wählen

5 mg ist die Eindosierungsdosis für empfindliche Patienten und ältere Menschen über 65 Jahre. 10 mg ist die therapeutische Standarddosis. 20 mg ist die Höchstdosis, die nach zwei bis vier Wochen angestrebt wird, wenn 10 mg nicht ausreichen. Die Dosissteigerung von 10 mg auf 20 mg sollte schrittweise erfolgen – erst 15 mg für eine Woche, dann 20 mg – um die Verträglichkeit zu verbessern.

Die 5-mg-Tablette dient der Eindosierung und dem Ausschleichen, die 10-mg-Tablette ist die Standarddosis, die 20-mg-Tablette die Höchstdosis. Morgens oder abends, je nach Verträglichkeit. Die Therapie ist eine Langzeittherapie über Monate bis Jahre, und das Ausschleichen am Ende muss langsam erfolgen, um Absetzsymptome zu vermeiden.

In Deutschland ist Escitalopram verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Escitalopram 5 mg, 10 mg und 20 mg ohne Rezept kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach der Einnahme von Escitalopram Auto fahren?
In der Regel ja, nach der Eindosierungsphase. In den ersten Tagen können Müdigkeit und Schwindel die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann auslassen und mit dem normalen Zeitplan fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.

Warum werde ich in den ersten Tagen unruhiger statt ruhiger?
Das ist eine paradoxe Initialreaktion, die bei vielen SSRI auftritt. Die serotonerge Stimulation kann zu Beginn Angst und Unruhe auslösen. Nach ein bis zwei Wochen klingt das ab, und die antidepressive Wirkung setzt ein. Halten Sie durch und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die Unruhe unerträglich ist.

Macht Escitalopram abhängig?
Nein, Escitalopram macht nicht süchtig wie Benzodiazepine oder Opioide. Aber abruptes Absetzen kann Absetzsymptome verursachen – Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, elektrische Schocks im Kopf. Ausschleichen über Wochen vermeidet das.

Kann ich Escitalopram mit Johanniskraut kombinieren?
Nein, die Kombination erhöht das Risiko für ein Serotoninsyndrom. Johanniskraut wirkt ähnlich wie ein SSRI und addiert sich in seiner serotonergen Wirkung mit Escitalopram. Entweder das eine oder das andere, nicht beides.

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