Flexeril

Generic Flexeril (Сyclobenzaprine hcl)

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Flexeril (Cyclobenzaprin) ist ein Muskelrelaxans, das zur Linderung von Muskelkrämpfen und Beschwerden bei akuten Verletzungen oder Zerrungen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das zentrale Nervensystem beeinflusst und so die Muskelspannung reduziert.

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Flexeril wird zur Kurzzeitbehandlung von Muskelverspannungen und -krämpfen im Rahmen plötzlich auftretender, schmerzhafter Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt. Es enthält Cyclobenzaprin, ein zentral wirksames Muskelrelaxans, das die Muskelaktivität im Gehirnstamm reduziert und dadurch die Spannung der Skelettmuskulatur herabsetzt, ohne direkt in die Muskelfaser einzugreifen.

Die übliche Dosis von Flexeril beträgt: Erwachsene nehmen 15 mg einmal täglich ein (als Retardkapsel). Bei Bedarf kann die Dosis auf bis zu 30 mg einmal täglich erhöht werden. Die Anwendung sollte auf einen Zeitraum von höchstens 2 bis 3 Wochen beschränkt werden.
Darreichungsform: Retardkapseln (15 mg oder 30 mg Cyclobenzaprinhydrochlorid).
Wirkungseintritt: Die Wirkung setzt innerhalb von 1‑2 Stunden ein. Aufgrund der Retardierung wird die volle Wirkung im Steady-State nach etwa 3‑5 Tagen erreicht.
Wirkdauer: Die effektive Plasmahalbwertszeit beträgt etwa 18 Stunden, sodass eine einmal tägliche Gabe ausreicht.
Alkoholempfehlung: Alkohol verstärkt die zentral dämpfende Wirkung und ist während der Behandlung zu vermeiden.
Häufigste Nebenwirkungen: Schläfrigkeit (bei bis zu 39 % der Patienten), Mundtrockenheit (bis zu 27 %), Schwindel (bis zu 11 %).

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Allgemeine Informationen über Flexeril

  • INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Cyclobenzaprin
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Cyclobenzaprin ist in Deutschland wenig verbreitet; unter dem Markennamen Flexeril ist es hier nicht regulär zugelassen. Alternative Markennamen (hauptsächlich in den USA) sind Amrix (Retardkapseln) und Fexmid.
  • ATC-Code: M03BX08
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Retardkapseln mit 15 mg oder 30 mg Cyclobenzaprinhydrochlorid. Es sind auch Tabletten mit sofortiger Freisetzung (5 mg, 7,5 mg, 10 mg) erhältlich, die mehrmals täglich eingenommen werden.
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): In Deutschland ist Cyclobenzaprin selbst als Fertigarzneimittel kaum erhältlich. Internationale Hersteller sind u. a. Teva Pharmaceuticals, Apotex Inc. und Macleods Pharmaceuticals.
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Cyclobenzaprin ist in Deutschland nicht als Standardarzneimittel zugelassen, seine Anwendung wäre daher ein sogenannter Import im Einzelfall.
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx).

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Cyclobenzaprin ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans, das strukturell mit trizyklischen Antidepressiva verwandt ist. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass die Substanz primär im Hirnstamm wirkt und dort die tonische somatische motorische Aktivität der α- und γ-Motoneurone reduziert. Im Gegensatz zu anderen Muskelrelaxanzien hat Cyclobenzaprin keine direkte Wirkung auf die Skelettmuskulatur oder die neuromuskuläre Endplatte. Es beeinflusst auch die monoaminergen Systeme und wirkt als ein schwacher Antagonist verschiedener Serotonin‑ und Histamin-Rezeptoren. Diese zentrale Wirkung führt zu einer Verringerung von Muskelverspannungen, Krämpfen und Schmerzen, ohne jedoch die eigentliche Muskelfunktion zu beeinträchtigen.

Anwendungsgebiete

  • Kurzzeitige Behandlung (bis zu 2‑3 Wochen) von Muskelkrämpfen bei akuten, schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparats (z. B. Lumbago, Zervikalsyndrom, Muskelzerrungen).
  • Ausschließlich als Zusatzmaßnahme zu Ruhe und physikalischer Therapie.
  • Das Medikament ist unwirksam bei spastischen Zuständen cerebraler oder spinaler Ursache (z. B. bei infantiler Zerebralparese oder Multipler Sklerose).

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Ältere Patienten (≥ 65 J.): Wegen deutlich erhöhter Plasmakonzentration und längerer Halbwertszeit ist besondere Vorsicht geboten. Die Anwendung sollte wenn möglich vermieden werden.
  • Schwangerschaft: Da die Sicherheit nicht belegt ist, sollte Cyclobenzaprin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus eindeutig überwiegt.
  • Stillzeit: Da der Übertritt von Cyclobenzaprin in die Muttermilch nicht ausgeschlossen werden kann, sollte es während der Stillzeit nicht angewendet werden.
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion: Cyclobenzaprin wird in der Leber verstoffwechselt. Bei leichten bis mittelschweren Einschränkungen ist die Dosis zu reduzieren, bei schweren Leberfunktionsstörungen ist die Anwendung kontraindiziert.
  • Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Herzrhythmusstörungen: Hier besteht ein erhöhtes Risiko für Tachykardien und Herzrhythmusstörungen.
  • Patienten mit Harnverhalt oder Engwinkelglaukom: Wegen der anticholinergen Eigenschaften von Cyclobenzaprin sollten diese Patienten das Medikament nicht einnehmen.

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Cyclobenzaprin kann zu Schläfrigkeit, Schwindel und verschwommenem Sehen führen. Das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen ist für die Dauer der Behandlung zu unterlassen. Alkohol verstärkt diese Effekte erheblich und muss daher vollständig vermieden werden.

Dosierungsanleitung

  • Erwachsene (Retardkapseln): Die empfohlene Dosis für die meisten Patienten ist 15 mg einmal täglich. Bei unzureichendem Ansprechen kann die Dosis auf eine 30-mg-Kapsel einmal täglich erhöht werden. Die Kapseln werden unzerkaut mit Wasser geschluckt und können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
  • Maximale Therapiedauer: Die Behandlung ist auf maximal 2‑3 Wochen zu beschränken. Eine längere Anwendung ist nicht indiziert, da ausreichende Wirksamkeitsnachweise fehlen und Muskelkrämpfe in der Regel nur von kurzer Dauer sind.
  • Versäumte Dosis: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken. Ist es jedoch fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die ausgelassene Dosis aus und fahren Sie mit Ihrem regulären Dosierschema fort. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1/100)

  • Schläfrigkeit (tritt bei bis zu 39 % der Patienten auf).
  • Mundtrockenheit (bis zu 27 % der Patienten).
  • Schwindel (bis zu 11 % der Patienten).
  • Müdigkeit und Schwächegefühl.
  • Übelkeit und Verdauungsstörungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen (1/100 bis weniger als 1/1000)

  • Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Geschmacksveränderungen, Kopfschmerzen.
  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen).
  • Hautausschläge, Juckreiz oder Urtikaria.
  • Nervosität, Verwirrtheit, Alpträume oder Schlaflosigkeit.
  • Herzklopfen, Tachykardie.

Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1/1000)

  • Serotonin-Syndrom (bei gleichzeitiger Einnahme anderer serotonerger Medikamente).
  • Leberfunktionsstörungen (erhöhte Leberenzyme, Hepatitis, Gelbsucht, Cholestase).
  • Orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen), Synkope (Ohnmacht).
  • Krampfanfälle (insbesondere in Kombination mit Tramadol).
  • Allergische Reaktionen (z. B. Angioödem) und Blutbildveränderungen (z. B. Agranulozytose, sehr selten).

Absolute Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Cyclobenzaprin oder einen sonstigen Bestandteil (z. B. Lactose).
  • Gleichzeitige Anwendung von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern oder innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen.
  • Akute Erholungsphase nach einem Herzinfarkt (Post-Myokardinfarkt).
  • Schwere Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen (Herzblock) oder Erregungsleitungsstörungen.
  • Schwere Leberfunktionsstörung.
  • Gleichzeitige Einnahme von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI, SNRI) oder trizyklischen Antidepressiva (erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, Phenelzin, Selegilin): Absolute Kontraindikation. Es können schwerwiegende, lebensbedrohliche Wechselwirkungen auftreten (hypertensive Krisen, Serotonin-Syndrom, Krampfanfälle, Tod). Ein Abstand von mindestens 14 Tagen zwischen den Therapien ist zwingend.
  • Serotonerge Substanzen (SSRI wie Fluoxetin/Paroxetin, SNRI wie Duloxetin/Venlafaxin, Triptane, Tramadol, Lithium, Johanniskraut): Erhöhtes Risiko für ein Serotonin-Syndrom. Bei gleichzeitiger Anwendung ist eine engmaschige Überwachung erforderlich.
  • Alkohol und andere ZNS-dämpfende Arzneimittel (z. B. Benzodiazepine, Opioide, Antipsychotika, Antihistaminika der ersten Generation): Verstärkung der sedierenden Wirkung. Gleichzeitige Anwendung vermeiden.
  • Tramadol: Erhöhtes Risiko für Krampfanfälle.
  • Guanethidin und ähnlich wirkende Antihypertensiva: Cyclobenzaprin kann die blutdrucksenkende Wirkung dieser Substanzen antagonisieren.
  • Anticholinerge Substanzen (z. B. Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva): Verstärkung der anticholinergen Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Harnverhalt, Verstopfung, Verwirrtheit).

Praktische Hinweise

  • Einnahme: Die Retardkapseln sind unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) einzunehmen. Die Kapseln können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Wenn Sie sie nicht im Ganzen schlucken können, können Sie den Inhalt über einen Esslöffel Apfelmus streuen und die Mischung sofort, ohne zu kauen, schlucken.
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und lichtgeschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Überdosierung: Symptome einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Tachykardie, Erregungszustände, Krampfanfälle, Koma und Atemdepression. Im Verdachtsfall ist sofort ein Arzt aufzusuchen oder die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren.
  • Medikationsplaner: Aufgrund der starken sedierenden Wirkung ist es ratsam, die erste Dosis abends einzunehmen und die individuelle Verträglichkeit am Folgetag zu prüfen.

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Tolperison (z. B. Tolperison-neuraxpharm, Mydocalm): Ein zentral wirksames Muskelrelaxans, das bei Muskelverspannungen in der Neurologie und Orthopädie eingesetzt wird. Im Gegensatz zu Cyclobenzaprin ist es in Deutschland gut etabliert und verursacht weniger sedierende Nebenwirkungen.
  • Baclofen (z. B. Baclofen-CT, Baclofen-ratiopharm, Lioresal): Ein Muskelrelaxans, das über GABA-B-Rezeptoren wirkt. Es wird vor allem bei spastischen Zuständen nach Rückenmarksverletzungen, bei Multipler Sklerose oder als off‑label‑Behandlung von Singultus (Schluckauf) eingesetzt.
  • Tizanidin (z. B. Sirdalud, Tizanidin-CT): Ein zentral wirkendes Alpha‑2‑Agonist-Muskelrelaxans mit ebenfalls sedierendem Effekt, wird bei schmerzhaften Muskelverspannungen in verschiedenen Indikationen verwendet.
  • Orale Analgetika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol, Metamizol): Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder einfache Analgetika sind oft Mittel der Wahl bei unkomplizierten, akuten Rücken‑ oder Muskelschmerzen und verursachen in der Regel keine zentrale Sedierung.

Klinische Wirksamkeit

Cyclobenzaprin ist ein wissenschaftlich gut untersuchtes Muskelrelaxans, das in placebokontrollierten Doppelblindstudien bei akuten Muskelverspannungen signifikant wirksamer ist als ein Scheinmedikament. Die Behandlung mit Cyclobenzaprin führt zu einer deutlichen Reduktion von lokalen Muskelschmerzen, der Muskelspannung und der Bewegungseinschränkung. Studien zur Wirksamkeit bei Fibromyalgie zeigen einen positiven Effekt auf die Schmerzreduktion, die Funktion und die Schlafqualität; dieser Einsatz ist jedoch nicht für alle Formulierungen zugelassen. Die Behandlung sollte aufgrund des Sucht‑ und Toleranzpotenzials sowie der starken sedierenden Nebenwirkungen nur kurzfristig, d. h. für höchstens 2‑3 Wochen, erfolgen. In Deutschland ist Cyclobenzaprin wegen des ungünstigen Nutzen‑Risiko‑Profils kein Standardarzneimittel. Das US-amerikanische National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) stuft Cyclobenzaprin aufgrund seiner nicht-selektiven, sedierenden Wirkung nicht als Mittel der ersten Wahl ein.

Wichtig: Flexeril (Cyclobenzaprin) ist ein verschreibungspflichtiges Muskelrelaxans mit erheblichen Risiken. Die starke sedierende Wirkung kann die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen gefährlich beeinträchtigen. Eine längere Anwendung als drei Wochen ist zu vermeiden, da die Wirksamkeit abnimmt und das Risiko für Abhängigkeit unkalkulierbar ist. Cyclobenzaprin darf nicht gleichzeitig mit Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI/SNRI) eingenommen werden, da lebensgefährliche Wechselwirkungen mit schweren kardiovaskulären Ereignissen oder einem Serotonin-Syndrom drohen. Die Selbstmedikation ist aufgrund der schwerwiegenden Risiken nicht empfehlenswert. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Schmerzen ist dringend eine ärztliche Abklärung (z. B. Röntgen, MRT, Blutuntersuchung) erforderlich, um schwerwiegende Grunderkrankungen (z. B. Tumor, Fraktur, Bandscheibenvorfall, entzündliche Erkrankung) auszuschließen. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage des Arztes sind zu beachten. Dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.


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