Harvoni

Generic Harvoni (Ledipasvir / Sofosbuvir)

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Generic Harvoni ist ein antivirales Medikament, welches zur Behandlung von Hepatitis C (Hep C) eingesetzt wird. Bei Generic Harvoni handelt es sich um eine Kombination aus Ledipasvir und Sofosbuvir. Es ist zugelassen für Menschen mit dem Genotyp 1 Hepatitis C Virus.

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Harvoni wird zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (HCV) bei Erwachsenen eingesetzt, insbesondere der Genotypen 1, 4, 5 und 6. Das Medikament ist eine feste Kombination aus Ledipasvir (einem NS5A‑Hemmer) und Sofosbuvir (einem Nukleosid‑Polymerase‑Hemmer). Es blockiert die Vermehrung des Hepatitis‑C‑Virus an mehreren Stellen, was zu einer Heilung (anhaltendes virologisches Ansprechen) führt.
Die übliche Dosierung von Harvoni beträgt eine Tablette (90 mg Ledipasvir / 400 mg Sofosbuvir) einmal täglich. Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem HCV‑Genotyp, dem Vorliegen einer Zirrhose und der Vortherapie (in der Regel 8‑12 Wochen).
Die Darreichungsform ist Filmtabletten.
Die Wirkung des Medikaments beginnt innerhalb weniger Tage, eine vollständige Viruselimination wird meist nach 8‑12 Wochen erreicht.
Die Wirkdauer beträgt 24 Stunden, daher einmal tägliche Einnahme.
Alkoholkonsum wird während der Behandlung nicht empfohlen, da er die Leberfunktion beeinträchtigen kann.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Schlafstörungen.
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Allgemeine Informationen zu Harvoni

  • INN (Internationaler Freiname): Ledipasvir / Sofosbuvir
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Harvoni®
  • ATC‑Code: J05AP51
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Filmtabletten – 90 mg Ledipasvir / 400 mg Sofosbuvir
  • Hersteller in Deutschland: Gilead Sciences GmbH
  • Zulassungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifizierung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Harvoni enthält Ledipasvir, einen Inhibitor des HCV‑NS5A‑Proteins, das für die virale RNA‑Replikation und ‑Assemblierung essenziell ist, sowie Sofosbuvir, ein Nukleosidanalogon, das die HCV‑NS5B‑Polymerase hemmt und als Kettenabbrecher wirkt. Die Kombination blockiert zwei Schritte des viralen Lebenszyklus, hat eine hohe Resistenzbarriere und ist gegen die Genotypen 1, 4, 5 und 6 hochwirksam. Sofosbuvir wird über die Nieren ausgeschieden, Ledipasvir über die Galle. Die Resorption wird durch Nahrung nicht beeinflusst.

Anwendungsgebiete

Harvoni ist zugelassen zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen mit HCV‑Genotyp 1, 4, 5 oder 6, ohne Zirrhose oder mit kompensierter Zirrhose (Child‑Pugh A). Es wird auch bei Patienten mit HIV‑Ko‑Infektion, nach Lebertransplantation und bei dekompensierter Zirrhose (Child‑Pugh B/C) in Kombination mit Ribavirin eingesetzt. Die Therapie ist Interferon‑frei und wird oral verabreicht.

Wichtige Warnhinweise und Einschränkungen

Risikogruppen
Ältere Patienten: Keine Dosisanpassung erforderlich, jedoch bei eingeschränkter Nierenfunktion Vorsicht geboten.
Schwangerschaft: Harvoni sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt. In Kombination mit Ribavirin ist Ribavirin teratogen – absolute Kontraindikation für Ribavirin in der Schwangerschaft und bei Männern mit Partnerin im gebärfähigen Alter.
Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Ledipasvir oder Sofosbuvir in die Muttermilch übergehen; Stillen wird nicht empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Alkohol
Fahren: Kann Müdigkeit oder Schwindel verursachen – Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen.
Alkohol: Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da er die Leberfunktion beeinträchtigen kann.

Dosierungsanleitung

Standarddosierungen
Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt eine Tablette (90 mg Ledipasvir / 400 mg Sofosbuvir) einmal täglich mit oder ohne Nahrung. Die Behandlungsdauer:
- Genotyp 1, ohne Zirrhose, behandlungsnaiv: 8 Wochen (bei Ausgangs‑HCV‑RNA - Genotyp 1, ohne Zirrhose, vorbehandelt (z. B. mit Peginterferon/Ribavirin): 12 Wochen.
- Genotyp 1, mit kompensierter Zirrhose: 12 Wochen.
- Genotyp 4,5,6: 12 Wochen.
- Dekompensierte Zirrhose (Child‑Pugh B/C): 12 Wochen + Ribavirin.
- Nach Lebertransplantation: 12 Wochen.

Besondere Patientengruppen
Bei leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz (eGFR ≥30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei schwerer Niereninsuffizienz (eGFR

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Übelkeit
- Durchfall
- Schlafstörungen
- Abdominalschmerzen

Schwerwiegende Nebenwirkungen (ärztliche Hilfe erforderlich):
- Symptomatische Bradykardie bei gleichzeitiger Einnahme von Amiodaron – Notfall.
- Reaktivierung einer Hepatitis B bei HBsAg‑positiven Patienten (vor Therapie Screening und ggf. HBV‑Therapie).
- Schwere Leberfunktionsstörung (bei dekompensierter Zirrhose möglich).
- Schwere allergische Reaktionen (sehr selten).

Absolute Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen Ledipasvir, Sofosbuvir oder einen sonstigen Bestandteil.
- In Kombination mit Ribavirin: Schwangerschaft, Stillzeit, schwere Niereninsuffizienz (eGFR - Gleichzeitige Anwendung mit Amiodaron wird wegen des Risikos einer schweren Bradykardie nicht empfohlen, es sei denn, es ist keine Alternative verfügbar und es erfolgt ein engmaschiges Monitoring.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bedeutsame Wechselwirkungen bestehen mit:
- Amiodaron: Erhöhtes Risiko einer symptomatischen Bradykardie – Kontraindiziert, falls möglich; wenn unvermeidbar, Herzmonitoring (erste 48 Stunden stationär).
- Rifampicin, Johanniskraut, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Oxcarbazepin: Vermindern die Sofosbuvir‑Spiegel (Induktion von P‑gp) – nicht gleichzeitig anwenden.
- Antazida (Magnesium‑ oder Aluminium‑haltig), Protonenpumpenhemmer (PPI), H2‑Blocker: Können die Aufnahme von Ledipasvir verringern – getrennte Einnahme um mindestens 4 Stunden (Antazida) bzw. 12 Stunden (PPI, H2‑Blocker) empfohlen.
- Statine (Rosuvastatin, Atorvastatin, Pravastatin): Ledipasvir kann Statinspiegel erhöhen – niedrigste Statindosis verwenden und auf Myopathie achten.
- Orale Kontrazeptiva (Ethinylestradiol, Norethisteron): Keine signifikante Wechselwirkung.
- Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF): Keine signifikante Wechselwirkung, aber Kombination mit TDF bei HIV‑Ko‑Infektion ist möglich.

Praktische Hinweise

Einnahme
Harvoni sollte einmal täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden, mit oder ohne Nahrung. Die Tablette ist im Ganzen zu schlucken, nicht zu kauen oder zu zerkleinern. Wenn eine Dosis vergessen wurde, nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern, es sei denn, es sind weniger als 18 Stunden bis zur nächsten Dosis; dann überspringen Sie die vergessene Dosis. Brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab.

Überwachung
Vor Therapiebeginn und während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen erforderlich:
- HCV‑RNA (Viruslast) – zu Beginn, nach 4 Wochen, am Ende der Therapie und 12 Wochen nach Ende (SVR12).
- Leberfunktion (ALT, AST, Bilirubin) – vor Therapie, dann nach 4 Wochen und bei Bedarf.
- Nierenfunktion (Kreatinin, eGFR) – vor und während der Therapie (bei Risikopatienten).
- HBV‑Screening (HBsAg, Anti‑HBc) vor Therapiebeginn, um eine Reaktivierung zu erkennen.
- Schwangerschaftstest bei Frauen im gebärfähigen Alter (bei Kombination mit Ribavirin).

Lagerung
Bei Raumtemperatur (20‑25°C) lagern, vor Feuchtigkeit und Hitze schützen. In der Originalverpackung aufbewahren, außerhalb der Reichweite von Kindern.

Alternative Medikamente

  • Epclusa (Sofosbuvir/Velpatasvir): Pan‑genotypische Fixkombination, 12 Wochen, auch bei dekompensierter Zirrhose (+ Ribavirin).
  • Mavyret (Glecaprevir/Pibrentasvir): Pan‑genotypisch, 8 Wochen, keine Nieren‑/Leber‑Einschränkungen.
  • Vosevi (Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir): Für Patienten mit vorheriger DAA‑Therapie (Rescue).
  • Zepatier (Elbasvir/Grazoprevir): Für Genotypen 1 und 4, mit oder ohne Ribavirin.
  • Daklinza (Daclatasvir) + Sovaldi (Sofosbuvir): Für Genotypen 1‑4, aber keine Fixkombination.

Klinische Wirksamkeit

In klinischen Studien (ION‑1, ION‑2, ION‑3) erreichte Harvoni bei Patienten mit HCV‑Genotyp 1 Heilungsraten (SVR12) von 94‑99% nach 8‑12 Wochen Behandlung. Bei Genotyp 4, 5 und 6 lagen die Raten bei 93‑100%. Die Therapie ist gut verträglich, weist ein sehr geringes Resistenzrisiko auf und hat Interferon‑basierte Regime weitgehend abgelöst. Harvoni ist eine der Standardtherapien für Genotyp 1, 4, 5 und 6 in Deutschland.

Wichtig: Harvoni erfordert eine ärztliche Überwachung und darf nur auf Verschreibung angewendet werden. Vor Beginn der Therapie muss eine Genotypisierung und Resistenztestung erfolgen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Amiodaron ist eine engmaschige kardiale Überwachung erforderlich. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente und über eine bestehende Nieren‑ oder Lebererkrankung sowie über eine mögliche Schwangerschaft.


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