Lamisil

Generic Lamisil (Terbinafine)

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Lamisil ist ein anti-pilzliches Antibiotikum, welches zur Behandlung von Tinea versicolor oder anderen Pilzinfektionen.

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Lamisil wird zur Behandlung von Pilzinfektionen wie Nagelpilz, Fußpilz, Ringelflechte (Tinea corporis) und Pityriasis versicolor eingesetzt. Das Medikament ist ein Antimykotikum (Terbinafin), das das Wachstum von Pilzen hemmt und diese abtötet.

Die übliche Dosis von Lamisil beträgt 250 mg einmal täglich über 2 bis 6 Wochen bei Hautinfektionen oder 6 bis 12 Wochen bei Nagelinfektionen.
Darreichungsform: Tablette.
Wirkungseintritt: innerhalb weniger Tage bis Wochen (sichtbare Besserung der Haut oder Nägel).
Wirkdauer: langanhaltend (Konzentration bleibt wochenlang in den Nägeln erhalten).
Alkoholempfehlung: Vermeiden Sie Alkohol während der Behandlung (kann beschleunigten Herzschlag und Hautrötung verursachen).
Häufigste Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Magen‑Darm‑Beschwerden und Geschmacksveränderungen.

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Allgemeine Informationen über Lamisil

  • INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Terbinafin
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Lamisil, Terbinafin‑CT, Terbinafin‑ratiopharm, Terbinafin Heumann, Terbinafin AL
  • ATC-Code: D01BA02
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Tabletten (250 mg), Creme, Spray, Gel (topisch rezeptfrei in niedrigeren Konzentrationen)
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): Novartis Pharma GmbH (Lamisil), Teva GmbH, Sandoz Pharmaceuticals GmbH, ratiopharm GmbH, Hexal AG, ALIUD Pharma GmbH
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig) für orale Tabletten; topische Formen (Creme, Spray) apothekenpflichtig, aber nicht rezeptpflichtig.

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Terbinafin ist ein Allylamin‑Antimykotikum. Es hemmt selektiv die Squalen‑Epoxidase, ein Schlüsselenzym der Pilzzellmembran‑Synthese (Ergosterol‑Biosynthese). Dadurch kommt es zu einer intrazellulären Akkumulation von Squalen und zu einem tödlichen Ergosterolmangel. Die Pilzzellmembran wird instabil, die Zelle stirbt ab. Terbinafin wirkt fungizid gegen Dermatophyten (z. B. Trichophyton, Microsporum, Epidermophyton) und fungistatisch gegen Hefen (Candida). Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 70–80 %. Es reichert sich stark im Nagel‑, Haut‑ und Fettgewebe an (lipophil) und wird über die Leber (CYP2C9, CYP2C8) metabolisiert. Die terminale Halbwertszeit beträgt etwa 36 Stunden, in den Nägeln bleibt es jedoch wochenlang nachweisbar.

Anwendungsgebiete

  • Onychomykose (Nagelpilz) – durch Dermatophyten verursacht
  • Tinea pedis (Fußpilz)
  • Tinea corporis (Ringelflechte des Körpers)
  • Tinea cruris (Leistenpilz, Rasurbrand)
  • Tinea capitis (Kopfpilz, insbesondere bei Kindern)
  • Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte, durch Malassezia furfur) – hier ist topische Behandlung meist Mittel der Wahl, orales Terbinafin bei schweren Fällen
  • Cutane Candidose (als Alternative, wenn andere Antimykotika nicht wirken)

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Ältere Patienten (≥ 65 J.): Keine generelle Dosisanpassung, jedoch erhöhte Vorsicht wegen häufigerer Leber‑ und Nierenfunktionsstörungen.
  • Schwangerschaft: Terbinafin passiert die Plazenta. Da keine ausreichenden Studien vorliegen, wird in der Schwangerschaft die systemische Anwendung nicht empfohlen (nur bei zwingender Indikation nach Nutzen‑Risiko‑Abwägung).
  • Stillzeit: Terbinafin geht in die Muttermilch über. Während der Stillzeit wird von der oralen Einnahme abgeraten (topische Anwendung ist möglich).
  • Patienten mit Leberschäden: Chronische oder aktive Lebererkrankung – Kontraindikation. Vor Therapie und regelmäßig Leberfunktionstests (ALT, AST).
  • Patienten mit Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance weniger als 50 ml/min): Dosisreduktion oder alternative Behandlung erwägen.
  • Kinder (Körpergewicht weniger als 20 kg): Erfahrungen begrenzt – nur unter fachärztlicher Kontrolle.

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Lamisil kann Schwindel, Müdigkeit oder Geschmacksstörungen verursachen – die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein. Alkohol erhöht das Risiko von Tachykardie, Hautrötungen und Leberschäden. Während der Behandlung sollte kein Alkohol konsumiert werden.

Dosierungsanleitung

  • Erwachsene (Standard): 250 mg einmal täglich (eine Tablette) – unabhängig von den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
  • Dauer der Therapie:
    • Tinea pedis (Fußpilz): 2–6 Wochen
    • Tinea corporis / Tinea cruris: 2–4 Wochen
    • Onychomykose (Fingernägel): 6 Wochen (bei langsamen Wachstum bis 12 Wochen)
    • Onychomykose (Zehennägel): 12 Wochen
    • Tinea capitis (Kopfpilz, Kinder): 4–8 Wochen, dosiert nach Körpergewicht (etwa 62,5 mg bis 250 mg täglich)
  • Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance 30–50 ml/min): Dosis auf 125 mg einmal täglich (halbe Tablette) reduzieren. Bei Clearance kleiner als 30 ml/min kontraindiziert.
  • Leberinsuffizienz: Absolute Kontraindikation.
  • Hinweis: Eine vollständige Ausheilung (nachwachsender gesunder Nagel) kann Wochen bis Monate nach Therapieende dauern.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1/100)

  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Dyspepsie)
  • Hautausschläge (leicht, urtikariell)
  • Geschmacksstörungen (Dysgeusie, Hypogeusie) – meist reversibel nach Absetzen
  • Erhöhte Leberenzyme (asymptomatisch, vorübergehend)

Gelegentliche Nebenwirkungen (1/100 bis weniger als 1/1000)

  • Müdigkeit, Asthenie
  • Arthralgie, Myalgie
  • Parese der Geschmacksknospen (vollständiger Geschmacksverlust, selten)
  • Übelkeit mit Erbrechen, verminderter Appetit

Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1/1000)

  • Hepatobiliäre Störungen: Cholestase, Gelbsucht, Hepatitis, Leberversagen (in Einzelfällen)
  • Schwere Hautreaktionen: Stevens‑Johnson‑Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Erythema multiforme
  • Blutbildveränderungen: Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie
  • Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie, Angioödem)
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)-ähnliches Syndrom

Absolute Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Terbinafin oder einen sonstigen Bestandteil
  • Schwere Lebererkrankung (akut oder chronisch, Leberinsuffizienz)
  • Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance weniger als 30 ml/min)
  • Gleichzeitige Einnahme von CYP2D6‑Substraten mit enger therapeutischer Breite (z. B. Metoprolol, Propafenon, Flecainid, Desipramin, Nortriptylin) – Terbinafin hemmt CYP2D6 und kann deren Spiegel stark erhöhen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • CYP2D6‑Hemmung (Terbinafin als Inhibitor): Erhöhte Spiegel von Metoprolol, Propranolol, Carvedilol, Flecainid, Propafenon, Nortriptylin, Amitriptylin, Clomipramin, Haloperidol, Risperidon, Codein (vermindert Umwandlung zu Morphin) – Dosisanpassung und Monitoring erforderlich.
  • CYP3A4‑Substrate: Terbinafin hat geringe Wirkung, aber mit Ciclosporin, Tacrolimus kann es deren Spiegel erhöhen (Nierenfunktion und Blutspiegel kontrollieren).
  • Rifampicin (CYP2C9/2C8-Induktor): Verkürzt die Halbwertszeit von Terbinafin (mögliche Wirkungsabnahme).
  • Cimetidin (CYP2C9-Hemmer): Kann den Terbinafin‑Spiegel erhöhen.
  • Warfarin: Terbinafin kann die Wirkung von Warfarin verstärken (erhöhtes Blutungsrisiko) – INR häufiger kontrollieren.
  • Selektive Serotonin‑Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin, Paroxetin: Additive CYP2D6‑Hemmung – Kombination mit Vorsicht.
  • Koffein: Terbinafin reduziert den Abbau von Koffein (mögliche Unruhe, Schlaflosigkeit).

Praktische Hinweise

  • Einnahme: Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit (z. B. morgens) mit oder ohne Nahrung. Bei Vergessen einer Dosis: Nachholen, sobald Sie daran denken, wenn die nächste Dosis nicht in weniger als 6 Stunden fällig ist. Sonst auslassen – keine doppelte Dosis.
  • Vor Therapiebeginn: Bestimmung der Leberwerte (ALT, AST, GGT, AP, Bilirubin), Nierenfunktion, großes Blutbild. Nach 4‑6 Wochen Therapie sowie bei Beschwerden erneute Leberkontrollen.
  • Aufklärung über Lebertoxizität: Bei Auftreten von unerklärlicher Übelkeit, Erbrechen, Gelbsucht, dunklem Urin, hellem Stuhl oder rechtsseitigen Oberbauchschmerzen – Lamisil sofort absetzen und Arzt aufsuchen.
  • Geschmacksstörungen: Selten (weniger als 1 %), aber möglich – meist reversibel nach Absetzen. Falls nach 2 Wochen keine Besserung, Therapie abbrechen (um bleibende Dysgeusie zu vermeiden).
  • Sonnenlicht: Terbinafin kann photosensibilisierend wirken – intensive UV‑Exposition, Solarien, Sonnenbäder meiden.
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Überdosierung: Symptome: Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Hautausschlag. Behandlung: Magenspülung (innerhalb von 2 Stunden), Aktivkohle, symptomatische Maßnahmen. Kein spezifisches Antidot.

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Itraconazol (z. B. Sempera, Itraconazol‑ratiopharm): Breiteres Wirkungsspektrum (auch gegen Candida und Schimmelpilze), jedoch mehr Wechselwirkungen (CYP3A4) und kardiovaskuläre Risiken (QT‑Verlängerung). Bei Nagelpilz Dauer 3 Monate (Pulstherapie).
  • Fluconazol (z. B. Diflucan): Wirkt gut gegen Hefepilze, weniger gegen Dermatophyten – Option bei Nagelcandidose.
  • Topische Antimykotika (Ciclopirox‑Nagellack, Amorolfin‑Nagellack, Clotrimazol, Miconazol, Terbinafin‑Creme): Erste Wahl bei oberflächlichen Mykosen der Haut und leichter Onychomykose (weniger als 50 % Nagelbefall). Keine systemische Toxizität, aber niedrigere Heilungsrate.
  • Griseofulvin (heute selten): Nur bei Tinea capitis, nahezu obsolet wegen niedriger Wirksamkeit und Nebenwirkungen.
  • Naftifin (topisch): Ebenfalls fungizid, ähnlich gut gegen Dermatophyten.
  • Lasertherapie (z. B. Nd:YAG‑Laser) – Alternative bei Nagelpilz, teuer und Wirksamkeit umstritten.

Klinische Wirksamkeit

Terbinafin ist das wirksamste orale Antimykotikum gegen Nagelpilz durch Dermatophyten. In randomisierten kontrollierten Studien (z. B. Metaanalyse von 2017) wurde eine mykologische Heilungsrate (negativer Pilznachweis plus klinische Besserung) von ca. 70–80 % für Zehennagelmykose nach 12 Wochen Therapie erreicht (gegenüber 40–50 % bei Itraconazol kontinuierlich und 20–30 % Placebo). Bei Fingernagelpilz sind die Raten höher (mehr als 80 %). Die vollständige Heilung (kosmetisch normaler Nagel) tritt bei etwa 60–70 % der Patienten 6–9 Monate nach Therapieende ein. Bei Hautpilzinfektionen (Tinea pedis, Tinea corporis) ist Terbinafin in einer 2‑wöchigen Therapie anderen Antimykotika (z. B. Clotrimazol 4 Wochen) überlegen: klinische Heilungsraten um 90 %. Die Therapie von Tinea capitis bei Kindern ist ebenfalls gut belegt (Dauer 4‑8 Wochen). Die Rate schwerer Leberschäden ist sehr gering (geschätzt 1:50.000 – 1:120.000 Behandlungen), aber aufgrund des Risikos werden regelmäßige Leberkontrollen gefordert. Die Europäische Leitlinie für Onychomykose empfiehlt Terbinafin als Mittel der ersten Wahl (Evidenzgrad A).

Wichtig: Lamisil (Terbinafin) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die orale Einnahme darf nur nach ärztlicher Diagnose (Pilznachweis mittels Mikroskopie oder Kultur) und unter regelmässiger Kontrolle der Leber‑ und Nierenwerte erfolgen. Eine Selbstbehandlung ohne vorherige Laborkontrollen ist wegen des Risikos schwerer Leberschäden, Blutbildveränderungen und schwerer Hautreaktionen lebensgefährlich. Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten (insbesondere Metoprolol, Warfarin, Ciclosporin, Antidepressiva) muss der Arzt über alle bestehenden Arzneimitteltherapien informiert werden. Nehmen Sie Lamisil nicht ein, wenn Sie an einer aktiven Lebererkrankung leiden oder in der Vergangenheit eine Terbinafin‑Unverträglichkeit hatten. Beenden Sie die Therapie sofort und suchen Sie einen Arzt auf, wenn Gelbsucht, dunkler Urin, anhaltende Übelkeit, ungewöhnliche Blutergüsse, Fieber oder Hautausschläge mit Blasenbildung auftreten. Die alleinige topische Behandlung (Creme, Spray) ist bei oberflächlichen Hautpilzen oft ausreichend und risikoärmer. Dieses Informationsblatt ersetzt nicht die aktuelle Fachinformation; verbindlich sind die Anweisungen des Arztes und die Packungsbeilage.


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