Metformin

Generic Metformin (Metformin hydrochloride)

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Metformin (Metformin-Hydrochlorid, Handelsname Glucophage®, Metfogamma® oder generisch) ist ein orales Antidiabetikum aus der Klasse der Biguanide zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren. Es wird als Erstlinientherapie eingesetzt, wenn Diät und körperliche Aktivität allein nicht ausreichen, um eine ausreichende Blutzuckerkontrolle zu erreichen. Metformin senkt die hepatische Glukoneogenese, verbessert die periphere Insulinempfindlichkeit, steigert die Glukoseaufnahme in die Muskelzellen und verlangsamt die intestinale Glukoseresorption. Es führt zu keiner relevanten Hypoglykämie bei Monotherapie und ist gewichtsneutral oder begünstigt eine moderate Gewichtsabnahme. Metformin reduziert zudem kardiovaskuläre Ereignisse und die Mortalität bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern.

Übliche Erwachsenendosis: Die Behandlung wird einschleichend begonnen, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu minimieren. Die Initialdosis beträgt 500 mg einmal täglich oder 500 mg zweimal täglich zu den Mahlzeiten. Die 500-mg-Tablette dient der Eindosierung und niedrigen Erhaltungsdosis. Nach 10 bis 15 Tagen wird die Dosis anhand des Blutzuckerspiegels schrittweise erhöht. Die 850-mg-Tablette wird häufig als Zwischenstufe oder für die zweimal tägliche Erhaltungstherapie verwendet, die 1000-mg-Tablette als höchste Einzeldosis für die zweimal tägliche Gabe oder als einmal tägliche Retardformulierung. Die übliche therapeutische Tagesdosis liegt zwischen 1000 mg und 2000 mg, aufgeteilt auf 2 bis 3 Einzelgaben. Die maximale Tagesdosis beträgt 3000 mg bei der Standardformulierung (sofortige Wirkstofffreisetzung), verteilt auf drei Gaben. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen, um die Magen-Darm-Verträglichkeit zu verbessern. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis anhand der eGFR angepasst werden: Bei eGFR 45–59 ml/min beträgt die maximale Tagesdosis 1000 mg; bei eGFR 30–44 ml/min maximal 500 mg; bei eGFR unter 30 ml/min ist Metformin kontraindiziert. Metformin sollte 48 Stunden vor geplanten jodhaltigen Kontrastmitteluntersuchungen pausiert und erst nach Kontrolle der Nierenfunktion wieder begonnen werden.

Darreichungsform: Filmtabletten in drei Stärken: 500 mg (weiß, rund, bikonvex, mit Bruchkerbe), 850 mg (weiß, rund, bikonvex, mit Bruchkerbe) und 1000 mg (weiß, länglich, mit Bruchkerbe). Erhältlich in Packungen zu 30, 60, 100 und 120 Tabletten. Zusätzlich sind Retardtabletten (500 mg, 750 mg, 1000 mg) für die einmal tägliche Einnahme verfügbar.

Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 2,5 Stunden nach oraler Einnahme der Standardtablette erreicht. Eine blutzuckersenkende Wirkung ist bereits innerhalb der ersten Behandlungstage messbar. Die volle therapeutische Wirkung auf die Nüchternblutzucker- und HbA1c-Werte wird nach etwa 1 bis 2 Wochen erreicht, wobei die Dosisfindung mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Metformin beträgt etwa 6,5 Stunden. Die Wirkdauer beträgt etwa 8 bis 12 Stunden, weshalb die Tagesdosis auf zwei bis drei Gaben verteilt wird. Metformin wird unverändert über die Nieren ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion besteht Kumulationsgefahr und ein erhöhtes Risiko für eine Laktatazidose.

Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Metformin stark eingeschränkt oder vollständig vermieden werden. Metformin birgt in Kombination mit übermäßigem Alkoholkonsum ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Laktatazidose, einer seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung. Alkohol verstärkt die Hemmung der hepatischen Glukoneogenese und kann die Laktatclearance beeinträchtigen, insbesondere bei Nahrungskarenz oder eingeschränkter Leberfunktion. Zudem kann Alkohol die Blutzuckerkontrolle stören und das Hypoglykämierisiko erhöhen.

Häufigste Nebenwirkungen: Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und metallischer Geschmack sind sehr häufig, insbesondere zu Therapiebeginn. Diese Symptome sind durch einschleichende Dosierung und Einnahme zu den Mahlzeiten meist gut beherrschbar und bilden sich in der Regel spontan zurück. Laktatazidose ist eine sehr seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation, die vor allem bei Patienten mit Niereninsuffizienz, schwerer Lebererkrankung, Herzinsuffizienz, Sepsis oder Alkoholexzess auftritt. Warnsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, tiefe und schnelle Atmung, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe und Somnolenz. Bei Verdacht ist Metformin sofort abzusetzen und notärztliche Hilfe zu suchen. Ein Vitamin-B12-Mangel kann bei langfristiger Anwendung auftreten und sollte regelmäßig kontrolliert werden. Metformin ist kontraindiziert bei diabetischer Ketoazidose, schwerer Niereninsuffizienz, akuten Zuständen mit Gewebshypoxie und schwerer Leberfunktionsstörung.

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Was ist Metformin?

Metformin ist ein orales Antidiabetikum aus der Gruppe der Biguanide und seit Jahrzehnten der unangefochtene Goldstandard in der Behandlung des Typ-2-Diabetes. Es senkt den Blutzucker, ohne die Bauchspeicheldrüse zu einer vermehrten Insulinausschüttung zu zwingen, und verursacht deshalb keine gefährlichen Unterzuckerungen, wenn es allein eingenommen wird. Die Hauptwirkung entfaltet Metformin in der Leber: Es drosselt die nächtliche Zuckerproduktion, die bei Diabetikern oft ungebremst abläuft und den Nüchternblutzucker in die Höhe treibt. Gleichzeitig verbessert es die Insulinempfindlichkeit in der Skelettmuskulatur und im Fettgewebe, sodass das körpereigene Insulin wieder besser wirken kann.

Die Wirkung setzt nicht schlagartig ein. Es dauert einige Tage, bis die Blutzuckerwerte sichtbar sinken, und der volle Effekt auf den HbA1c, das Blutzuckergedächtnis, entfaltet sich über sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit gewöhnt sich der Körper an den Wirkstoff, und der Darm, der anfangs oft rebelliert, beruhigt sich meist wieder. Metformin heilt den Diabetes nicht. Es kontrolliert ihn, solange es eingenommen wird, und verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung. Setzt man es ab, kehren die erhöhten Werte innerhalb von Tagen zurück.

Die Dosis wird einschleichend aufgebaut, um die Magen-Darm-Verträglichkeit zu verbessern. Man beginnt mit 500 mg einmal täglich und steigert je nach Verträglichkeit und Blutzuckerwerten auf 500 mg zweimal täglich oder 850 mg zweimal täglich. Die maximale Tagesdosis beträgt 2000 bis 3000 mg, aufgeteilt auf zwei bis drei Einzeldosen. Die 500-mg-Tablette ist die Einstiegsstärke, 850 mg und 1000 mg sind die therapeutischen Stärken für die Erhaltungstherapie. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser zu den Mahlzeiten eingenommen.

Wirkweise und Pharmakologie

Metformin entfaltet seine blutzuckersenkende Wirkung über mehrere Angriffspunkte gleichzeitig. Der wichtigste ist die Hemmung der hepatischen Glukoneogenese in der Leber. Es reduziert die mitochondriale Atmungskette, senkt den ATP-Spiegel in den Leberzellen und aktiviert die AMP-aktivierte Proteinkinase, die die Expression von Schlüsselenzymen der Zuckerneubildung herunterfährt. Die Leber schüttet weniger Glukose ins Blut aus, der Nüchternblutzucker sinkt. Zusätzlich steigert Metformin die Insulinempfindlichkeit der peripheren Gewebe, fördert die Aufnahme von Glukose in die Muskulatur und verzögert die Resorption von Zucker aus dem Darm. Es greift an mehreren Stellen in den gestörten Stoffwechsel ein, ohne die Insulinsekretion direkt zu beeinflussen, und trägt so nicht zur Erschöpfung der Betazellen bei.

Pharmakokinetisch ist Metformin ein unkompliziertes Molekül. Es wird nach oraler Einnahme über organische Kationentransporter im Dünndarm resorbiert, die maximale Plasmakonzentration wird nach etwa zweieinhalb Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 50 bis 60 Prozent und wird durch Nahrung nicht klinisch relevant beeinflusst, auch wenn die Einnahme zu den Mahlzeiten die Magen-Darm-Verträglichkeit verbessert. Metformin wird nicht hepatisch metabolisiert, sondern unverändert über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit beträgt etwa sechs Stunden, was die zwei- bis dreimal tägliche Gabe erforderlich macht. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Clearance verlangsamt, und die Dosis muss reduziert werden, weil sonst das Risiko einer Laktatazidose steigt, einer seltenen, aber gefährlichen Komplikation.

Anwendung von Metformin

Beginnen Sie mit 500 mg einmal täglich zum Abendessen. Nach drei bis fünf Tagen, wenn der Magen das verträgt, steigern Sie auf 500 mg zweimal täglich zum Frühstück und Abendessen. Dann, je nach Blutzuckerwerten und Verträglichkeit, auf 850 mg zweimal täglich oder 1000 mg zweimal täglich. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt, immer zu den Mahlzeiten. Das Essen im Magen puffert die Reizung der Schleimhaut ab und reduziert die Übelkeit und den Durchfall, die in den ersten Wochen bei etwa einem Drittel der Patienten auftreten. Die 500-mg-Tablette ist die Stärke zum Einstieg, 850 mg und 1000 mg sind die Optionen für die Erhaltungstherapie, wobei die maximale Tagesdosis bei 3000 mg liegt.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine Doppeldosis von 2000 mg auf einmal führt zu heftigem Durchfall und Übelkeit, und das Risiko einer Laktatazidose steigt, auch wenn es bei normaler Nierenfunktion gering ist.

Die Therapie ist eine Dauertherapie. Metformin wird nicht abgesetzt, wenn die Blutzuckerwerte im Zielbereich sind – es hält sie dort. Ein eigenmächtiges Absetzen führt innerhalb von Tagen zum Wiederanstieg der Werte. Regelmäßige Kontrollen des HbA1c, der Nierenfunktion und der Leberwerte sind Teil der Therapie, nicht optional. Die Nierenfunktion muss vor Therapiebeginn und mindestens jährlich überprüft werden, weil Metformin bei eingeschränkter Clearance akkumuliert und das Risiko einer Laktatazidose steigt.

Nebenwirkungen von Metformin

Gastrointestinale Beschwerden sind die mit Abstand häufigste Nebenwirkung und der Hauptgrund, warum Patienten Metformin vorzeitig absetzen. Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen und ein metallischer Geschmack im Mund treten bei 20 bis 30 Prozent der Patienten in den ersten Wochen auf. Der Durchfall kann wässrig sein und mehrmals täglich auftreten, die Übelkeit legt sich oft wie ein flauer Schleier über den ganzen Tag. Die langsame Eindosierung ist die beste Vorbeugung, und die Einnahme zu den Mahlzeiten ist obligatorisch. Nach etwa vier bis sechs Wochen gewöhnt sich der Darm an das Medikament, und die Symptome klingen ab. Wer zu schnell aufdosiert oder die Tabletten auf nüchternen Magen nimmt, riskiert einen Therapieabbruch, bevor der Nutzen eintritt. Wenn die Beschwerden persistieren, hilft der Wechsel auf die Retardformulierung, die den Wirkstoff langsamer freisetzt und deutlich besser verträglich ist.

Laktatazidose ist die gefürchtetste, aber extrem seltene Nebenwirkung von Metformin. Sie tritt mit einer Häufigkeit von etwa drei bis zehn Fällen pro hunderttausend Patientenjahre auf und fast ausschließlich bei Patienten, bei denen die Kontraindikationen missachtet wurden – schwere Niereninsuffizienz, Leberversagen, Herzinsuffizienz mit Gewebehypoxie, Alkoholabusus. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, eine tiefe und schnelle Atmung und zunehmende Verwirrtheit. Bei Verdacht auf Laktatazidose muss Metformin sofort abgesetzt und der Notarzt gerufen werden. Die Mortalität liegt bei 30 bis 50 Prozent, aber bei Beachtung der Kontraindikationen ist die Laktatazidose praktisch immer vermeidbar.

Vitamin-B12-Mangel ist eine schleichende Langzeitnebenwirkung, die oft übersehen wird. Metformin reduziert die Resorption von Vitamin B12 im terminalen Ileum, und nach mehrjähriger Einnahme sinken die B12-Spiegel bei etwa 10 bis 30 Prozent der Patienten in den subnormalen Bereich. Die Symptome – Müdigkeit, Kribbeln in Händen und Füßen, kognitive Verschlechterung – werden oft fälschlich dem Diabetes zugeschrieben. Vitamin B12 sollte vor Therapiebeginn und bei Langzeittherapie alle ein bis zwei Jahre gemessen werden, und bei Mangel wird es oral oder intramuskulär substituiert.

Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)

Schwangerschaft und Stillzeit – Metformin wird in der Schwangerschaft zunehmend eingesetzt, sowohl beim Gestationsdiabetes als auch bei Frauen mit Typ-2-Diabetes und polyzystischem Ovarialsyndrom, und gilt als sicher. Es passiert die Plazenta, aber in den zahlreichen Studien und Jahrzehnten der klinischen Erfahrung wurden keine teratogenen Effekte dokumentiert. Die FDA stuft es in Kategorie B ein. Stillen: Metformin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, ein Risiko für den Säugling ist nicht belegt. Stillen ist unter der Therapie vertretbar, und der Säugling sollte auf Hypoglykämien beobachtet werden, die aber extrem selten sind.

Ältere Patienten über 65 Jahre vertragen Metformin in der Regel gut, aber die Nierenfunktion ist im Alter oft eingeschränkt, und die Dosis muss entsprechend angepasst werden. Die glomeruläre Filtrationsrate sollte vor Therapiebeginn berechnet und nicht nur das Serumkreatinin betrachtet werden. Bei einer Filtrationsrate unter 60 ml/min ist die Dosis zu reduzieren, bei Werten unter 30 ml/min ist Metformin kontraindiziert. Ältere Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko für Vitamin-B12-Mangel und sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min, sollten Metformin nicht erhalten. Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz, Alkoholkrankheit oder Zuständen mit Gewebehypoxie wie dekompensierter Herzinsuffizienz oder frischem Herzinfarkt sind keine Kandidaten für Metformin. Vor der Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln muss Metformin pausiert werden, weil die Kontrastmittel die Nierenfunktion akut verschlechtern können und das Risiko einer Laktatazidose steigt. Metformin am Tag der Untersuchung absetzen und erst 48 Stunden nach der Kontrastmittelgabe wieder einnehmen, nachdem die Nierenfunktion kontrolliert wurde.

Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)

Autofahren ist unter Metformin problemlos möglich, solange der Blutzucker stabil ist und keine Hypoglykämien auftreten. Metformin allein verursacht keine Unterzuckerungen, aber in Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin kann das Risiko steigen. Wer zusätzlich solche Medikamente einnimmt, sollte vor Fahrtantritt den Blutzucker messen und bei Werten unter 90 mg/dl eine kleine Kohlenhydratmahlzeit zu sich nehmen.

Alkohol und Metformin sind eine potenziell gefährliche Kombination. Alkohol hemmt die Glukoneogenese in der Leber und kann bei nüchternem Magen zu Hypoglykämien führen. Gleichzeitig erhöht Alkohol das Risiko für Laktatazidose, weil er die hepatische Laktat-Clearance beeinträchtigt. Ein Glas Wein zum Abendessen, wenn die Tablette mit der Mahlzeit eingenommen wurde, ist für die meisten Patienten vertretbar. Regelmäßiger oder starker Alkoholkonsum ist unter Metformin kontraindiziert. Die Fachinformation empfiehlt, den Alkoholkonsum auf ein Minimum zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.

Kontrastmittel mit Jod – das ist die praktisch relevanteste Wechselwirkung im Alltag von Diabetikern, die immer wieder bildgebende Untersuchungen benötigen. Metformin muss vor der Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln abgesetzt und die Nierenfunktion vor der Wiederaufnahme kontrolliert werden. Diese Regel gilt auch für Notfalluntersuchungen, und der Patient sollte seinen Diabetologen informieren, wenn eine Kontrastmitteluntersuchung ansteht.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Kortikosteroide und Thiaziddiuretika erhöhen den Blutzucker und können die Wirkung von Metformin abschwächen. Bei Beginn oder Absetzen dieser Medikamente sollte der Blutzucker engmaschiger kontrolliert und die Metformin-Dosis gegebenenfalls angepasst werden. Sulfonylharnstoffe und Insulin – die Kombination mit Metformin erhöht das Hypoglykämierisiko, weil die Insulinsekretion additiv stimuliert wird. Die Dosis des Sulfonylharnstoffs oder Insulins muss bei Beginn der Metformin-Therapie möglicherweise reduziert werden.

Kationische Medikamente wie Cimetidin, Ranitidin oder Trimethoprim können die renale Clearance von Metformin reduzieren und die Plasmaspiegel erhöhen. Die Kombination ist nicht kontraindiziert, aber die Nierenfunktion sollte engmaschiger kontrolliert werden, und bei steigenden Kreatininwerten muss die Metformin-Dosis reduziert werden. Orale Antikoagulanzien – Metformin beeinflusst die Blutgerinnung nicht, und es gibt keine klinisch relevante Wechselwirkung mit Warfarin oder NOAKs. Bei Kombination mit anderen Antidiabetika, insbesondere Sulfonylharnstoffen, ist das Hypoglykämierisiko der limitierende Faktor.

Alternative Optionen

Metformin ist der Goldstandard, aber es gibt Alternativen für Patienten, die es nicht vertragen oder bei denen es allein nicht ausreicht.

Sulfonylharnstoffe wie Glimepirid senken den Blutzucker, indem sie die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse anregen. Sie sind billig und effektiv, verursachen aber häufiger Hypoglykämien und führen langfristig zu einer Gewichtszunahme. Für ältere Patienten mit unregelmäßigen Mahlzeiten sind sie wegen des Hypoglykämierisikos weniger geeignet.

DPP-4-Hemmer wie Sitagliptin verlängern die Wirkung der körpereigenen Inkretinhormone und steigern die Insulinausschüttung nach den Mahlzeiten. Sie verursachen keine Hypoglykämien und sind gewichtsneutral, aber teurer als Metformin. Für Patienten, die Metformin nicht vertragen, sind sie eine gut verträgliche Alternative, besonders in Kombination mit einem SGLT2-Hemmer.

SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin oder Dapagliflozin senken den Blutzucker unabhängig von Insulin, indem sie die Rückresorption von Glukose in der Niere blockieren und Zucker über den Urin ausscheiden. Sie führen zu Gewichtsverlust und senken den Blutdruck, haben aber ein erhöhtes Risiko für genitale Pilzinfektionen und die seltene, aber gefährliche Ketoazidose. In Kombination mit Metformin sind sie eine der potentesten oralen Therapien.

GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Liraglutid oder Semaglutid sind injizierbare Medikamente, die den Appetit zügeln, die Magenentleerung verlangsamen und den Blutzucker senken. Sie sind die wirksamste nicht-insulin-basierte Therapie, aber teuer und mit gastrointestinalen Nebenwirkungen behaftet. Für Patienten mit Adipositas und unzureichender Blutzuckerkontrolle unter Metformin allein sind sie die nächste Eskalationsstufe.

INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland

INN (Internationaler Freiname): Metforminhydrochlorid
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Glucophage (Merck), Metformin-ratiopharm, Metformin HEXAL, Metformin AbZ, Metformin AL, Metformin-CT und zahlreiche weitere Generika
ATC-Code: A10BA02
Formen und Stärken: Filmtabletten zu 500 mg, 850 mg und 1000 mg; Retardtabletten zu 500 mg, 750 mg und 1000 mg
Hersteller: Merck (Glucophage), diverse Generikahersteller (ratiopharm, HEXAL, AbZ, AL, 1A Pharma und weitere)
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Die richtige Dosierung wählen

500 mg einmal täglich zum Abendessen ist der Einstieg. Nach drei bis fünf Tagen steigern auf 500 mg zweimal täglich, dann auf 850 mg zweimal täglich oder 1000 mg zweimal täglich, je nach Verträglichkeit und Blutzuckerwerten. Die maximale Tagesdosis liegt bei 3000 mg, aufgeteilt auf drei Gaben. Die 500-mg-Tablette dient der Eindosierung, 850 mg und 1000 mg sind die therapeutischen Stärken für die Erhaltungstherapie. Die Retardformulierung ist eine sinnvolle Alternative für Patienten, die die Magen-Darm-Beschwerden der herkömmlichen Tabletten nicht tolerieren, und wird einmal täglich zum Abendessen eingenommen.

Die Nierenfunktion muss vor Therapiebeginn und dann jährlich kontrolliert werden. Bei einer glomerulären Filtrationsrate unter 60 ml/min ist die Dosis zu reduzieren, bei Werten unter 30 ml/min ist Metformin kontraindiziert. Die Therapie ist eine Dauertherapie, und die regelmäßige Einnahme ist entscheidend für den Therapieerfolg. Auch wenn die Blutzuckerwerte im Zielbereich sind, darf Metformin nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

In Deutschland ist Metformin verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Metformin 500 mg, 850 mg und 1000 mg ohne Rezept kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach der Einnahme von Metformin Auto fahren?
Ja, solange Ihr Blutzucker stabil ist und Sie keine Hypoglykämien haben. Metformin allein verursacht keine Unterzucker. Wenn Sie zusätzlich Sulfonylharnstoffe oder Insulin einnehmen, messen Sie Ihren Blutzucker vor Fahrtantritt.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann auslassen und mit dem normalen Zeitplan fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.

Warum muss ich Metformin zu den Mahlzeiten einnehmen?
Metformin reizt die Magen-Darm-Schleimhaut, und die Nahrung puffert diesen Effekt ab. Die Einnahme zum Essen reduziert die Übelkeit und den Durchfall, die in den ersten Wochen häufig sind, erheblich.

Kann Metformin einen Vitamin-B12-Mangel verursachen?
Ja, bei langjähriger Einnahme kann der Vitamin-B12-Spiegel sinken. Lassen Sie Ihren B12-Spiegel vor Therapiebeginn und bei Dauertherapie alle ein bis zwei Jahre kontrollieren. Bei Mangel wird Vitamin B12 substituiert.

Darf ich unter Metformin Alkohol trinken?
Ein Glas Wein gelegentlich zu einer Mahlzeit ist vertretbar. Regelmäßiger oder starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Unterzucker und Laktatazidose und sollte vermieden werden.

Lieferinformationen für Deutschland

Wir versenden Metformin 500 mg, 850 mg und 1000 mg in alle Bundesländer. Die Lieferzeiten variieren je nach Ihrer Region:

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