Methimazole

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Methimazol (Handelsname Thyrozol, in Deutschland als Thiamazol bekannt) ist ein Thyreostatikum aus der Klasse der Thioharnstoff-Derivate zur Behandlung der Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), insbesondere des Morbus Basedow, zur Vorbereitung einer Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie sowie zur Langzeittherapie bei Patienten, für die eine definitive Therapie nicht geeignet ist. Methimazol hemmt die thyreoidale Peroxidase und blockiert dadurch die Jodisation von Tyrosinresten im Thyreoglobulin sowie die Kopplung der Jodtyrosine zu den Schilddrüsenhormonen Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Es reduziert die Neubildung von Schilddrüsenhormonen, beeinflusst jedoch nicht die Freisetzung bereits gespeicherter Hormone, weshalb die klinische Wirkung erst nach Tagen bis Wochen eintritt.

Übliche Erwachsenendosis: Die Initialdosis beträgt je nach Schweregrad der Hyperthyreose 10 mg bis 40 mg pro Tag, aufgeteilt auf ein bis zwei Gaben. Bei leichter Hyperthyreose werden initial 10 mg bis 15 mg täglich, bei mittelschwerer 20 mg bis 30 mg täglich und bei schwerer Hyperthyreose 30 mg bis 40 mg täglich verabreicht. Die 5-mg-Tablette dient der niedrigen Dosierung und der Erhaltungstherapie, die 10-mg-Tablette der Standarddosierung und der Initialtherapie. Nach Erreichen einer euthyreoten Stoffwechsellage, in der Regel nach 3 bis 8 Wochen, wird die Dosis schrittweise auf eine Erhaltungsdosis von 5 mg bis 10 mg pro Tag reduziert. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen und können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tagesdosis sollte bei höheren Dosen auf zwei Gaben verteilt werden. Die Behandlungsdauer beträgt bei der Langzeittherapie des Morbus Basedow in der Regel 12 bis 18 Monate, gefolgt von einer Überprüfung der Remission. Bei schwerer Leberfunktionsstörung oder Knochenmarkdepression ist besondere Vorsicht geboten. Die maximale Tagesdosis beträgt 40 mg.

Darreichungsform: Filmtabletten in zwei Stärken: 5 mg (weiß, rund, flach, mit Bruchkerbe und Prägung) und 10 mg (weiß, rund, flach, mit Bruchkerbe und Prägung). Erhältlich in Packungen zu 30, 50 und 100 Tabletten. Die Tabletten können an den Bruchkerben geteilt werden, um eine individuelle Dosierung zu ermöglichen.

Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 1 bis 2 Stunden nach oraler Einnahme erreicht. Eine Normalisierung der Schilddrüsenhormonspiegel tritt erst nach mehreren Tagen bis Wochen ein, da bereits gespeicherte Hormone weiter freigesetzt werden. Eine klinische Besserung der Symptome wie Tachykardie, Schwitzen und Nervosität kann nach 1 bis 3 Wochen beobachtet werden. Die volle thyreostatische Wirkung wird nach 3 bis 8 Wochen erreicht.

Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Methimazol beträgt etwa 5 bis 6 Stunden, kann jedoch bei Schilddrüsenüberfunktion verlängert sein. Die thyreostatische Wirkung hält nach einer Einzeldosis etwa 24 Stunden an, da Methimazol in der Schilddrüse akkumuliert. Die einmal tägliche Gabe ist bei niedrigen Erhaltungsdosen ausreichend, bei höheren Initialdosen wird eine Aufteilung auf zwei Gaben empfohlen. Methimazol wird hepatisch metabolisiert und überwiegend renal als Metaboliten ausgeschieden.

Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Methimazol eingeschränkt oder vermieden werden. Alkohol kann die Leberfunktion beeinträchtigen und das Risiko für Leberschäden erhöhen, insbesondere da Methimazol selbst Hepatotoxizität verursachen kann. Zudem kann Alkohol die kardiovaskulären Symptome der Hyperthyreose wie Tachykardie und Palpitationen verstärken. Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion sollten übermäßigen Alkoholkonsum grundsätzlich vermeiden.

Häufigste Nebenwirkungen: Agranulozytose ist die schwerwiegendste und potenziell lebensbedrohliche Nebenwirkung und tritt bei etwa 0,2 bis 0,5 % der Patienten auf, meist innerhalb der ersten 3 Monate der Therapie. Warnsymptome sind Fieber, Halsschmerzen, schmerzhafte Mundschleimhautentzündung und andere Infektionszeichen; bei Auftreten muss sofort ein Blutbild angefertigt und das Medikament abgesetzt werden. Hautausschläge, Pruritus und Urtikaria sind häufig und können auf eine allergische Reaktion hinweisen. Leberenzymerhöhungen, Cholestase und in seltenen Fällen schwere Hepatitis wurden berichtet. Vasculitis, Lupus-ähnliches Syndrom und Arthralgien sind seltene immunologische Nebenwirkungen. Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit treten gelegentlich auf. Methimazol ist kontraindiziert bei schwerer Leukopenie, Agranulozytose in der Vorgeschichte, schwerer Leberinsuffizienz und Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Regelmäßige Blutbildkontrollen, insbesondere in den ersten Monaten der Therapie, sind obligatorisch.

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Was ist Methimazol?

Methimazol, in Deutschland meist Thiamazol genannt, ist ein Thyreostatikum aus der Gruppe der Thioharnstoff-Derivate. Es wird zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt, medizinisch Hyperthyreose, wie sie bei Morbus Basedow, bei funktionellen Knoten oder bei einer thyreotoxischen Krise vorkommt. Der Wirkstoff greift direkt in die Hormonproduktion der Schilddrüse ein, indem er das Enzym Thyreoperoxidase hemmt. Dieses Enzym ist dafür zuständig, Iod in das Eiweiß Thyreoglobulin einzubauen und die Vorstufen der Schilddrüsenhormone miteinander zu verknüpfen. Ohne diesen Schritt kann die Schilddrüse kein Thyroxin und kein Triiodthyronin mehr herstellen. Methimazol behandelt also die Ursache der Überfunktion, nicht nur die Symptome.

Die Wirkung setzt nicht sofort ein. Bereits gespeicherte Schilddrüsenhormone werden durch Methimazol nicht blockiert, und der Körper verbraucht seine Vorräte über Tage bis Wochen. Erste Verbesserungen von Unruhe, Herzrasen und Schwitzen zeigen sich nach ein bis zwei Wochen, ein normaler Hormonspiegel ist je nach Ausgangslage nach zwei bis acht Wochen erreicht. Die Therapie wird bei Morbus Basedow üblicherweise über zwölf bis achtzehn Monate fortgesetzt, um eine dauerhafte Remission zu erreichen. Wer zu früh absetzt, riskiert einen Rückfall.

Die übliche Anfangsdosis liegt je nach Schwere der Überfunktion bei 10 bis 40 mg pro Tag. Die Erhaltungsdosis beträgt meist 5 bis 10 mg einmal täglich. Methimazol gibt es als Tabletten zu 5 mg und 10 mg, was eine präzise Anpassung an den individuellen Bedarf ermöglicht.

Wirkweise und Pharmakologie

Methimazol hemmt die Schilddrüsenperoxidase, das Schlüsselenzym der Hormonsynthese. Es blockiert die Oxidation von Iodid, den Einbau von Iod in Tyrosinreste des Thyreoglobulins und die Kopplung der iodierten Tyrosine zu Thyroxin und Triiodthyronin. Die Iodaufnahme in die Schilddrüse und die Freisetzung bereits gespeicherter Hormone bleiben dagegen unbeeinflusst. Deshalb dauert es Tage bis Wochen, bis der Hormonspiegel im Blut sinkt, und deshalb ist Methimazol kein Notfallmedikament für die thyreotoxische Krise allein, sondern wird dort mit Betablockern und anderen Maßnahmen kombiniert.

Nach oraler Einnahme wird Methimazol schnell und nahezu vollständig resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration ist nach ein bis zwei Stunden erreicht, die Bioverfügbarkeit liegt bei 80 bis 95 Prozent. Methimazol wird kaum an Plasmaproteine gebunden, in der Leber metabolisiert und überwiegend renal ausgeschieden. Die Plasmahalbwertszeit beträgt vier bis sechs Stunden, aber die Wirkung in der Schilddrüse hält durch die Anreicherung des Wirkstoffs deutlich länger an. Das erlaubt die einmal tägliche Einnahme, auch wenn in der Anfangsphase manchmal auf zwei Gaben aufgeteilt wird. Der Wirkstoff passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.

Anwendung von Methimazol

Nehmen Sie die Tablette unzerkaut mit einem Glas Wasser ein, mit oder nach einer Mahlzeit. In der Anfangsphase wird die Tagesdosis je nach Verordnung auf eine oder zwei Gaben aufgeteilt, in der Erhaltungsphase reicht meist eine Tablette morgens. Beginnen Sie nicht eigenmächtig mit einer hohen Dosis. Die Einstellung gehört in die Hand eines Endokrinologen, der die Dosis anhand von TSH, freiem Thyroxin und freiem Triiodthyronin festlegt.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine doppelte Dosis bringt keine schnellere Hormonsenkung, erhöht aber das Risiko für Leukopenie und Leberschäden. Die Therapie darf nicht abrupt beendet werden, denn ein plötzliches Absetzen führt bei noch nicht ausgeheilter Grunderkrankung zu einem Wiederanstieg der Schilddrüsenhormone und einem Rückfall.

Vor Therapiebeginn müssen Blutbild mit Differenzialblutbild, Leberwerte und Schilddrüsenwerte bestimmt werden. Während der ersten Monate wird das Blutbild regelmäßig kontrolliert, anfangs alle ein bis zwei Wochen, später in größeren Abständen. Jeder Patient muss über die Warnzeichen einer Agranulozytose aufgeklärt werden: Fieber, Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen und ein schweres Krankheitsgefühl. Beim Auftreten dieser Symptome muss sofort ein Blutbild abgenommen und Methimazol bis zur Klärung abgesetzt werden.

Nebenwirkungen von Methimazol

Die gefürchtetste Nebenwirkung ist die Agranulozytose, ein massiver Abfall der neutrophilen Granulozyten. Sie tritt bei etwa 0,1 bis 0,5 Prozent der Patienten auf, meist in den ersten drei Monaten, und kann ohne Vorwarnung zu lebensbedrohlichen Infektionen führen. Die ersten Anzeichen sind Fieber, starke Halsschmerzen, schmerzhafte Mundschleimhaut und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Das sind Notfallzeichen, kein Grund abzuwarten. Blutbild abnehmen lassen, Methimazol absetzen, und wenn sich die Diagnose bestätigt, darf der Wirkstoff nie wieder gegeben werden.

Leberschäden sind die zweite schwere Nebenwirkung. Methimazol kann eine cholestatische Hepatitis mit Gelbsucht, dunklem Urin und starkem Juckreiz auslösen. Die Leberwerte müssen regelmäßig kontrolliert werden, und bei Anzeichen einer Leberschädigung wird das Medikament abgesetzt. Hautausschlag, Juckreiz und Urtikaria sind häufiger, meist mild und sprechen oft auf Antihistaminika an. Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und ein veränderter Geschmackssinn können auftreten. In seltenen Fällen entwickelt sich eine ANCA-positive Vaskulitis oder ein lupusartiges Krankheitsbild, das nach Absetzen meist abklingt.

Eine Überdosierung führt zur Unterfunktion der Schilddrüse. Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und eine Vergrößerung der Schilddrüse sind Zeichen, dass die Dosis zu hoch ist. Die Therapie wird dann reduziert oder vorübergehend pausiert. Methimazol kann auch die Bildung von Blutplättchen und roten Blutkörperchen beeinträchtigen, weshalb das Blutbild nicht nur auf die Granulozyten, sondern auf alle Zellreihen kontrolliert wird.

Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)

Schwangerschaft ist eine besondere Situation. Methimazol passiert die Plazenta und kann im ersten Trimenon Fehlbildungen verursachen, darunter Aplasia cutis, Choanalatresie und Gesichtsdysmorphien. Deshalb wird im ersten Schwangerschaftsdrittel Propylthiouracil bevorzugt, sofern ein Thyreostatikum überhaupt nötig ist. Ab dem zweiten Trimenon kann auf Methimazol umgestellt werden, weil Propylthiouracil dann ein höheres Risiko für schwere Leberschäden bei der Mutter hat. Die Dosis muss so niedrig wie möglich sein, und die Schilddrüsenwerte werden engmaschig kontrolliert. Stillen: Methimazol geht in die Muttermilch über, in niedrigen Dosen bis 10 mg täglich gilt das Stillen bei engmaschiger Überwachung des Säuglings als vertretbar, die Entscheidung gehört aber in ärztliche Hand.

Ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Agranulozytose und Leberschäden. Mit 5 mg einmal täglich beginnen und die Dosis nur langsam steigern. Das Blutbild muss in dieser Altersgruppe besonders engmaschig kontrolliert werden, weil Infektionen bei Agranulozytose schneller lebensbedrohlich werden. Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung oder einer bekannten Blutbildungsstörung sollten Methimazol nur erhalten, wenn es keine Alternative gibt. Patienten mit einer schweren Leukopenie oder einer Überempfindlichkeit gegen Thioharnstoff-Derivate dürfen Methimazol nicht einnehmen.

Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)

Autofahren ist unter Methimazol grundsätzlich möglich. Der Wirkstoff selbst verursacht keine Sedierung oder Sehstörungen. Wenn jedoch Fieber oder ein schweres Krankheitsgefühl als Zeichen einer beginnenden Agranulozytose auftreten, darf man sich nicht ans Steuer setzen und muss sofort ärztliche Hilfe suchen. Ein geschwächtes Immunsystem und eine unerkannte Infektion können die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, auch wenn das Medikament selbst nicht dafür verantwortlich ist.

Alkohol hat keine direkte Wechselwirkung mit Methimazol, belastet aber die Leber, die durch das Medikament ohnehin kontrolliert werden muss. Wer bereits erhöhte Leberwerte hat, sollte auf Alkohol verzichten. Bei stabiler Leberfunktion ist ein Glas Wein gelegentlich vertretbar, regelmäßiger Konsum jedoch nicht. Iodreiche Ernährung kann die Wirkung von Methimazol abschwächen. Meiden Sie Iodtabletten, jodhaltige Röntgenkontrastmittel und übermäßigen Verzehr von Algen oder Seetang, weil die Schilddrüse mit dem zusätzlichen Iod wieder mehr Hormone produzieren kann. Vor geplanten Untersuchungen mit Kontrastmittel muss der behandelnde Arzt informiert werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Methimazol verändert den Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone und damit auch die Wirkung anderer Medikamente. Orale Antikoagulanzien wie Warfarin oder Phenprocoumon können stärker wirken, wenn die Schilddrüsenfunktion sich unter der Therapie normalisiert. Die INR muss engmaschig kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls angepasst werden. Digoxinspiegel können ebenfalls schwanken, sobald der Hormonstatus sich ändert, und sollten bei gleichzeitiger Einnahme überwacht werden. Theophyllin wird bei Hyperthyreose schneller abgebaut, und mit Normalisierung der Schilddrüsenfunktion kann die Theophyllin-Clearance sinken.

Betablocker wie Propranolol oder Metoprolol werden häufig begleitend eingesetzt, um Herzrasen und Zittern zu lindern, bis das Methimazol wirkt. Diese Kombination ist sinnvoll und sicher, aber der Betablocker muss ausgeschlichen werden, wenn die Schilddrüsenwerte sich normalisieren. Medikamente, die das Knochenmark schädigen können, etwa Chemotherapeutika oder andere Immunsuppressiva, erhöhen das Risiko für eine Agranulozytose additiv und sollten nur mit Vorsicht kombiniert werden. Iodhaltige Präparate und Röntgenkontrastmittel blockieren die Wirkung von Methimazol und sollten während der Therapie möglichst vermieden werden. Lithium kann die Schilddrüsenfunktion beeinflussen und die Wirkung von Methimazol verändern, weshalb bei gleichzeitiger Gabe engmaschige Kontrollen nötig sind.

Alternative Optionen

Methimazol ist der Standard für die medikamentöse Behandlung der Hyperthyreose, aber es gibt Alternativen, die je nach Ursache, Schweregrad und Patientenwunsch eingesetzt werden.

Propylthiouracil ist das zweite Thyreostatikum mit ähnlichem Wirkmechanismus, aber zusätzlicher Hemmung der Umwandlung von Thyroxin in Triiodthyronin in der Peripherie. Es wird heute vor allem im ersten Trimenon der Schwangerschaft eingesetzt, weil Methimazol dort embryotoxisch ist. Der Nachteil sind schwerere Leberschäden, weshalb Propylthiouracil außerhalb der Schwangerschaft nur noch selten verwendet wird.

Radiojodtherapie ist die definitive Behandlung vieler Formen der Hyperthyreose. Radioaktives Iod wird gezielt von der Schilddrüse aufgenommen und zerstört das überaktive Gewebe. Der Preis ist in den meisten Fällen eine lebenslange Unterfunktion, die mit Thyroxin behandelt wird. Die Methode ist bei großen Knoten, Rezidiven und bei Morbus Basedow nach erfolgloser medikamentöser Therapie etabliert.

Schilddrüsenoperation ist die Alternative, wenn eine große Struma Beschwerden macht, ein Malignom vermutet wird oder Radiojod nicht infrage kommt. Auch hier entsteht meist eine Unterfunktion, die substituiert werden muss. Betablocker dienen unabhängig von der gewählten Therapie der symptomorientierten Behandlung von Herzrasen und Tremor, bis die Schilddrüsenwerte kontrolliert sind.

INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland

INN (Internationaler Freiname): Thiamazol (Methimazol)
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Thyrozol, Favistan, Thiamazol-ratiopharm, Thiamazol HEXAL und weitere Generika
ATC-Code: H03BB02
Formen und Stärken: Tabletten zu 5 mg und 10 mg
Hersteller: Merck (Thyrozol), diverse Generikahersteller
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Die richtige Dosierung wählen

Die Anfangsdosis richtet sich nach der Schwere der Überfunktion. Bei leichter Hyperthyreose beginnen die meisten Patienten mit 10 bis 15 mg pro Tag, bei mittelschwerer mit 20 bis 30 mg, bei schwerer mit 40 mg, aufgeteilt auf eine oder zwei Gaben. Die 5-mg-Tablette dient der Feindosierung und der niedrigen Erhaltungstherapie, die 10-mg-Tablette ist die praktische Stärke für die meisten Anfangsdosierungen. Sobald die Schilddrüsenwerte sich normalisieren, wird die Dosis schrittweise auf 5 bis 10 mg einmal täglich reduziert.

Die Therapiedauer bei Morbus Basedow beträgt zwölf bis achtzehn Monate. Danach wird ein Auslassversuch unternommen, wenn die Schilddrüsenwerte stabil sind. Ein Teil der Patienten bleibt dauerhaft in Remission, andere benötigen eine erneute Behandlung oder eine definitive Therapie. Während der gesamten Behandlungszeit sind regelmäßige Blutbild- und Leberwertkontrollen obligatorisch, und die Patienten müssen die Warnzeichen einer Agranulozytose kennen.

In Deutschland ist Methimazol verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Methimazol 5 mg und 10 mg bez recepty kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach der Einnahme von Methimazol Auto fahren?
In der Regel ja. Der Wirkstoff macht nicht müde. Bei Fieber, Halsschmerzen oder schwerem Krankheitsgefühl als möglichen Zeichen einer Agranulozytose müssen Sie jedoch sofort ärztliche Hilfe suchen und dürfen nicht fahren.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus. Verdoppeln Sie nicht.

Wie schnell wirkt Methimazol?
Die gespeicherten Schilddrüsenhormone werden durch Methimazol nicht beeinflusst. Erste Verbesserungen zeigen sich nach ein bis zwei Wochen, ein normaler Hormonspiegel nach zwei bis acht Wochen. Geduld ist Teil der Therapie.

Warum muss mein Blutbild so oft kontrolliert werden?
Methimazol kann eine Agranulozytose auslösen, einen gefährlichen Mangel an weißen Blutkörperchen. Die regelmäßige Kontrolle erkennt den Abfall frühzeitig, und das Medikament kann abgesetzt werden, bevor schwere Infektionen entstehen. Fieber und Halsschmerzen sind Warnzeichen, die sofort abgeklärt werden müssen.

Kann ich Methimazol zusammen mit Iodtabletten einnehmen?
Nein, zusätzliches Iod kann die Wirkung von Methimazol abschwächen. Meiden Sie Iodtabletten, jodhaltige Kontrastmittel und größere Mengen Algen. Informieren Sie Ihren Arzt vor jeder geplanten Untersuchung mit Kontrastmittel.

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