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Metronidazol (Handelsname Flagyl, Clont oder generisch) ist ein Nitroimidazol-Antibiotikum zur Behandlung bakterieller Infektionen mit anaeroben Erregern sowie Protozoeninfektionen bei Erwachsenen und Kindern. Es wird eingesetzt bei Infektionen des Genitaltrakts (bakterielle Vaginose, Trichomoniasis), des Gastrointestinaltrakts (Amöbenruhr, Clostridioides-difficile-Colitis, Helicobacter-pylori-Eradikation im Rahmen einer Kombinationstherapie), des ZNS (Hirnabszesse), des Knochens und der Gelenke sowie bei intraabdominellen Infektionen und zur perioperativen Prophylaxe. Metronidazol ist ein Prodrug, das durch anaerobe Bakterien und empfindliche Protozoen intrazellulär reduziert wird. Die entstehenden toxischen Metaboliten schädigen die DNA der Mikroorganismen durch Strangbrüche und Hemmung der Nukleinsäuresynthese, was bakterizid und protozoizid wirkt. Metronidazol ist ausschließlich gegen Anaerobier und bestimmte Protozoen wirksam und hat keine relevante Aktivität gegen aerobe Bakterien.

Übliche Erwachsenendosis: Die Dosierung variiert je nach Indikation. Bei bakterieller Vaginose beträgt die Dosis 400 mg bis 500 mg zweimal täglich über 5 bis 7 Tage oder 2 g als Einzeldosis. Bei Trichomoniasis wird eine Einzeldosis von 2 g verabreicht; alternativ 200 mg dreimal täglich über 7 Tage. Bei Amöbiasis beträgt die Dosis 400 mg bis 800 mg dreimal täglich über 5 bis 10 Tage. Bei Clostridioides-difficile-Infektion wird 400 mg bis 500 mg dreimal täglich über 10 bis 14 Tage eingesetzt. Die 200-mg-Tablette dient der niedrigen Dosierung und der Verteilung auf mehrere Einzelgaben, die 400-mg-Tablette der Standarddosierung und höheren Dosen. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen, um die gastrointestinale Verträglichkeit zu verbessern. Bei schwerer Leberfunktionsstörung ist eine Dosisreduktion erforderlich. Bei Niereninsuffizienz ist in der Regel keine Dosisanpassung notwendig.

Darreichungsform: Filmtabletten in zwei Stärken: 200 mg (weiß bis cremefarben, rund, flach, mit Bruchkerbe) und 400 mg (weiß bis cremefarben, länglich, mit Bruchkerbe). Erhältlich in Packungen zu 10, 14, 20, 28 und 30 Tabletten. Zusätzlich als Infusionslösung, Vaginaltabletten, Vaginalgel und Suspension zum Einnehmen verfügbar.

Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 1 bis 2 Stunden nach oraler Einnahme erreicht. Die antibakterielle und antiprotozoische Wirkung setzt unmittelbar nach Erreichen therapeutischer Gewebespiegel ein. Eine klinische Besserung der Infektionssymptome ist bei akuten Infektionen innerhalb von 24 bis 72 Stunden zu erwarten. Bei der Behandlung der bakteriellen Vaginose tritt eine Linderung von Ausfluss und Geruch meist nach 2 bis 3 Tagen ein.

Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Metronidazol beträgt etwa 6 bis 10 Stunden. Bei zweimal täglicher Gabe werden über 24 Stunden bakterizide Konzentrationen im Gewebe aufrechterhalten. Metronidazol penetriert exzellent in nahezu alle Gewebe und Körperflüssigkeiten, einschließlich des ZNS, und erreicht im Liquor nahezu identische Spiegel wie im Plasma. Metronidazol wird überwiegend hepatisch metabolisiert und renal als unveränderte Substanz und Metaboliten ausgeschieden. Der aktive Hydroxy-Metabolit trägt zur therapeutischen Wirkung bei und hat eine längere Halbwertszeit von etwa 12 Stunden.

Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum muss während der Behandlung mit Metronidazol und bis mindestens 48 Stunden nach der letzten Dosis strikt vermieden werden. Metronidazol hemmt die Aldehyddehydrogenase und verursacht eine Disulfiram-ähnliche Reaktion bei gleichzeitigem Alkoholkonsum. Diese ist charakterisiert durch Übelkeit, Erbrechen, Flush, Kopfschmerzen, Tachykardie, Hypotonie, Schwindel und Verwirrtheit. Die Reaktion kann bereits nach Aufnahme geringer Alkoholmengen auftreten und ist potenziell schwerwiegend. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, auch alkoholhaltige Medikamente, Mundspülungen und Lebensmittel zu meiden.

Häufigste Nebenwirkungen: Gastrointestinale Beschwerden wie metallischer Geschmack, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen sind sehr häufig und dosisabhängig. Die Einnahme zu den Mahlzeiten kann diese Symptome mildern. Dunkelbraune bis rotbraune Verfärbung des Urins ist häufig und harmlos und auf Azofarbstoffe aus dem Metabolismus zurückzuführen. Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit treten gelegentlich auf. Bei längerer Anwendung und hohen kumulativen Dosen kann eine periphere Neuropathie mit Parästhesien, Taubheitsgefühl und Schmerzen in den Extremitäten auftreten, die ein Absetzen des Medikaments erfordert und in der Regel reversibel ist. Enzephalopathie, zerebelläre Ataxie und Krampfanfälle sind seltene, aber schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen. Leukopenie und Thrombozytopenie wurden in Einzelfällen beschrieben. Metronidazol ist mutagen in Bakterien und karzinogen in Nagetieren bei Langzeitanwendung; die klinische Relevanz für den Menschen ist unklar, jedoch sollte die Therapiedauer auf das medizinisch Notwendige begrenzt werden. Metronidazol passiert die Plazenta und tritt in die Muttermilch über; während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimenon, und der Stillzeit sollte die Anwendung nur bei strenger Indikationsstellung und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Bei schwerer Leberinsuffizienz besteht das Risiko einer Akkumulation und erhöhter Toxizität.

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Was ist Metronidazol?

Metronidazol ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole mit einem ungewöhnlich breiten Spektrum. Es wirkt gegen anaerobe Bakterien, gegen Protozoen und gegen Helicobacter pylori. In der Klinik wird es bei Infektionen eingesetzt, die in sauerstofffreiem Milieu gedeihen – intraabdominelle Abszesse, gynäkologische Infektionen, Zahninfektionen, Hirnabszesse. Und es ist das Mittel der Wahl bei Trichomoniasis, bakterieller Vaginose und Amöbiasis. Ein Antibiotikum, das gleichzeitig ein Antiparasitikum ist. Das gibt es nicht oft.

Die Sache mit Metronidazol ist: Es dringt in anaerobe Bakterien ein und wird dort durch bakterielle Enzyme zu einem toxischen Metaboliten reduziert, der die DNA angreift und den Zelltod auslöst. Aerobe Bakterien haben diese Enzyme nicht, und menschliche Zellen auch nicht. Deshalb ist es so selektiv toxisch für Anaerobier und so sicher für den Patienten. Es hat in den letzten Jahrzehnten kaum an Wirksamkeit verloren, weil die Resistenzraten bei Anaerobiern stabil niedrig sind. Kein Wundermittel, aber ein zuverlässiges Arbeitspferd, wenn die Infektion unterhalb der Sauerstoffgrenze sitzt.

Die Dosierung richtet sich nach der Infektion. 200 mg dreimal täglich für leichtere Infektionen oder als Teil einer Kombinationstherapie gegen Helicobacter pylori. 400 mg zweimal täglich für schwere anaerobe Infektionen oder Trichomoniasis. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt, mit oder nach einer Mahlzeit, um gastrointestinale Beschwerden zu reduzieren. Ein metallischer Geschmack im Mund ist fast universell und verschwindet nach Absetzen.

Wirkweise und Pharmakologie

Metronidazol ist ein Prodrug. Es wird passiv in anaerobe Bakterien und Protozoen aufgenommen und dort durch Ferredoxin- oder Flavodoxin-abhängige Oxidoreduktasen reduziert. Der reduzierte Metabolit interkaliert in die DNA und verursacht Strangbrüche, die die Transkription und Replikation blockieren. Die Bakterienzelle kann sich nicht mehr teilen und stirbt. Menschliche Zellen exprimieren die reduzierenden Enzyme nicht und sind vor der toxischen Wirkung geschützt. Das erklärt die Selektivität und die relative Sicherheit des Medikaments, auch bei längerer Anwendung.

Das Wirkspektrum umfasst Bacteroides fragilis, Clostridium difficile, Gardnerella vaginalis, Trichomonas vaginalis, Entamoeba histolytica und Helicobacter pylori. Nicht wirksam gegen aerobe Bakterien, gegen Pilze oder Viren. Metronidazol ist oft der Partner in Kombinationstherapien, weil es die Lücke füllt, die Betalaktam-Antibiotika und Chinolone bei Anaerobiern lassen.

Die Pharmakokinetik ist einfach. Die Bioverfügbarkeit nach oraler Einnahme liegt bei nahezu 100 Prozent. Die maximale Plasmakonzentration wird nach ein bis zwei Stunden erreicht. Metronidazol verteilt sich hervorragend in fast alle Gewebe, einschließlich Liquor, Abszesse und Knochen. Die Halbwertszeit beträgt etwa sechs bis acht Stunden, was die zweimal oder dreimal tägliche Gabe nötig macht. Der Abbau erfolgt hepatisch, die Ausscheidung renal, wobei der Urin sich braun-rot verfärben kann – harmlos, aber Patienten sollten das wissen, sonst entsteht unnötige Panik. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist die Dosis zu reduzieren.

Anwendung von Metronidazol

Nehmen Sie 200 mg dreimal täglich oder 400 mg zweimal täglich, je nach Indikation und ärztlicher Verordnung. Die Tabletten mit einem vollen Glas Wasser schlucken, vorzugsweise mit oder nach einer Mahlzeit. Nicht nüchtern. Metronidazol reizt die Magenschleimhaut, und die Nahrung puffert das ab. Wer die Tablette auf leeren Magen nimmt, riskiert Übelkeit und Magenschmerzen, die in den ersten Tagen der Therapie ohnehin häufig sind.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine Doppeldosis erhöht das Risiko für neurologische Nebenwirkungen und gastrointestinale Beschwerden, ohne die antibakterielle Wirkung zu verbessern.

Die Therapiedauer richtet sich nach der Infektion. Bakterielle Vaginose: sieben Tage. Trichomoniasis: Einmaldosis von 2 Gramm oder sieben Tage mit 400 mg zweimal täglich. Amöbiasis: zehn Tage. Helicobacter-pylori-Eradikation: sieben bis vierzehn Tage als Teil einer Triple- oder Quadrupeltherapie. Anaerobe Infektionen: sieben bis vierzehn Tage. Die Dauer muss eingehalten werden, auch wenn die Symptome nach drei Tagen verschwunden sind. Vorzeitiger Abbruch züchtet Resistenzen.

Nebenwirkungen von Metronidazol

Metallischer Geschmack im Mund ist die häufigste und charakteristischste Nebenwirkung. Fast jeder Patient bemerkt ihn, und er hält während der gesamten Therapie an. Es ist kein Zeichen von Toxizität, sondern eine harmlose sensorische Störung, die nach Absetzen innerhalb von ein bis zwei Tagen verschwindet. Gegenmaßnahmen: viel trinken, zuckerfreie Bonbons lutschen, nach dem Essen den Mund ausspülen.

Übelkeit, Erbrechen und gastrointestinale Beschwerden sind häufig, besonders in den ersten Tagen. Einnahme mit Mahlzeiten reduziert die Symptome erheblich. Wenn die Übelkeit stark ist, kann die Dosis auf 200 mg dreimal täglich verteilt werden, auch wenn 400 mg zweimal täglich verordnet waren. Die Compliance ist wichtiger als das exakte Schema.

Dunkler Urin – braun oder rötlich – ist ein harmloser Effekt eines Metaboliten und kein Grund zur Sorge. Trotzdem sollte der Patient vorher gewarnt werden, damit er nicht denkt, er hätte Blut im Urin.

Periphere Neuropathie – Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen in Händen und Füßen – ist eine seltene, aber ernste Nebenwirkung bei längerer Therapie, besonders bei Dosen über 1,2 Gramm pro Tag oder bei Behandlungsdauern über vier Wochen. Bei ersten Anzeichen Metronidazol absetzen und den Arzt kontaktieren. Die Neuropathie ist meist reversibel, kann aber Monate dauern.

Alkoholunverträglichkeit – das ist der wichtigste Punkt. Metronidazol hemmt die Aldehyddehydrogenase, das Enzym, das Acetaldehyd abbaut. Wer unter Metronidazol Alkohol trinkt, erlebt eine Disulfiram-ähnliche Reaktion mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Tachykardie und Blutdruckabfall. Diese Reaktion kann innerhalb von Minuten auftreten und ist mehr als unangenehm. Während der gesamten Therapie und für mindestens 48 Stunden nach der letzten Dosis muss komplett auf Alkohol verzichtet werden. Das gilt auch für alkoholhaltige Medikamente, Mundspülungen und Lebensmittel.

Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)

Schwangerschaft ist eine relative Kontraindikation, besonders im ersten Trimenon. Metronidazol passiert die Plazenta, und es gibt Bedenken wegen möglicher teratogener Effekte, auch wenn die Datenlage uneinheitlich ist. Im ersten Trimenon sollte Metronidazol nur eingesetzt werden, wenn es keine Alternative gibt und die Infektion für die Mutter gefährlicher ist als das Medikament für den Fötus. Im zweiten und dritten Trimenon ist die Anwendung vertretbarer, aber die Einmaldosis von 2 Gramm sollte vermieden und stattdessen das siebentägige Schema gewählt werden. Stillen: Metronidazol geht in die Muttermilch über und kann beim Säugling Durchfall und metallischen Geschmack verursachen. Bei Einmaldosis sollte die Milch für 24 Stunden verworfen werden. Bei längerer Therapie sollte abgestillt oder ein alternatives Antibiotikum gewählt werden.

Ältere Patienten vertragen Metronidazol in der Regel gut, aber die Leberfunktion ist oft eingeschränkt, und die Clearance kann verlangsamt sein. Die Dosis sollte bei schwerer Leberinsuffizienz halbiert werden. Die periphere Neuropathie ist bei älteren Patienten häufiger und sollte aktiv erfragt werden.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz – Child-Pugh C – brauchen eine Dosisreduktion um 50 Prozent. Die Metabolisierung ist stark verlangsamt, und die Akkumulation kann zu Neurotoxizität führen. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz benötigen keine routinemäßige Dosisanpassung, aber die Dosis sollte am unteren Ende des therapeutischen Bereichs liegen.

Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)

Autofahren ist unter Metronidazol meist möglich, aber Schwindel und Müdigkeit können in den ersten Tagen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren. Die periphere Neuropathie, wenn sie auftritt, kann die Feinmotorik stören und das Bedienen von Pedalen unsicher machen.

Alkohol ist absolut kontraindiziert, und das ist nicht verhandelbar. Kein Bier, kein Wein, kein Schnaps, kein alkoholhaltiges Hustenmittel, keine alkoholhaltige Mundspülung. Die Disulfiram-ähnliche Reaktion ist heftig und kann bei vorgeschädigten Patienten gefährlich werden. Der Verzicht muss mindestens 48 Stunden über die letzte Dosis hinaus andauern, weil Metronidazol eine Halbwertszeit von acht Stunden hat und der Metabolit noch länger zirkuliert.

Grapefruitsaft und CYP3A4-Inhibitoren sind bei Metronidazol weniger problematisch als bei anderen Medikamenten, da der Abbau nicht hauptsächlich über CYP3A4 erfolgt. Trotzdem sollten große Mengen Grapefruitsaft vermieden werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Alkohol und alkoholhaltige Medikamente – die Disulfiram-ähnliche Reaktion ist die gravierendste Wechselwirkung und absolut kontraindiziert.

Warfarin und andere orale Antikoagulanzien – Metronidazol hemmt den Abbau von Warfarin und kann die INR drastisch erhöhen. Die Kombination erfordert engmaschige INR-Kontrollen und eine Dosisreduktion des Antikoagulans um 30 bis 50 Prozent während der Therapie.

Lithium – Metronidazol kann den Lithiumspiegel erhöhen und toxische Werte verursachen. Die Kombination sollte vermieden oder der Lithiumspiegel engmaschig kontrolliert werden.

Phenytoin und Phenobarbital – Metronidazol kann den Abbau dieser Antiepileptika hemmen und die Spiegel erhöhen. Umgekehrt induzieren Phenytoin und Phenobarbital den Abbau von Metronidazol und können die Wirksamkeit reduzieren.

Ciclosporin und Tacrolimus – Metronidazol kann die Spiegel dieser Immunsuppressiva erhöhen. Engmaschige Spiegelkontrollen sind notwendig, wenn die Kombination unvermeidbar ist.

Alternative Optionen

Metronidazol ist das Standardmittel gegen Anaerobier und Protozoen, aber es gibt Alternativen mit anderen Profilen.

Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum mit ähnlichem anaerobem Spektrum. Es wird bei bakterieller Vaginose topisch als Creme eingesetzt und hat weniger gastrointestinale Nebenwirkungen als orales Metronidazol. Für die Trichomoniasis ist Clindamycin nicht wirksam. Für anaerobe Infektionen ist es eine Alternative, wenn Metronidazol nicht vertragen wird.

Tinidazol ist ein neueres Nitroimidazol mit längerer Halbwertszeit und besserer Verträglichkeit. Es wird für Trichomoniasis und Amöbiasis eingesetzt und hat weniger metallischen Geschmack als Metronidazol. Die Einmaldosis von 2 Gramm ist effektiver als die von Metronidazol, aber das Medikament ist teurer.

Penicillin-Derivate mit Betalaktamase-Inhibitoren – Amoxicillin-Clavulansäure oder Piperacillin-Tazobactam – decken Anaerobier ebenfalls ab und werden bei intraabdominellen Infektionen eingesetzt. Sie haben ein anderes Nebenwirkungsprofil mit mehr allergischen Reaktionen, aber keine Disulfiram-ähnliche Alkoholreaktion.

Vaginale Metronidazol-Gel oder -Zäpfchen – für die lokale Behandlung der bakteriellen Vaginose, ohne systemische Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit ist etwas geringer als die orale Therapie, aber die Verträglichkeit ist besser, und es gibt keine Alkoholunverträglichkeit.

INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland

INN (Internationaler Freiname): Metronidazol
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Clont (Pfizer), Flagyl (Sanofi), Metronidazol-ratiopharm, Metronidazol HEXAL, Metronidazol AbZ, Metronidazol AL, Arilin und weitere Generika
ATC-Code: J01XD01
Formen und Stärken: Filmtabletten zu 200 mg und 400 mg; Vaginalgel; Vaginalzäpfchen; Infusionslösung
Hersteller: Pfizer (Clont), Sanofi (Flagyl), diverse Generikahersteller
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Die richtige Dosierung wählen

200 mg dreimal täglich für leichtere Infektionen, Helicobacter-pylori-Eradikation und als vaginale Begleittherapie. 400 mg zweimal täglich für schwere anaerobe Infektionen und Trichomoniasis. Die 200-mg-Tablette dient der feineren Dosierung und der besseren gastrointestinalen Verträglichkeit, die 400-mg-Tablette ist die praktische Stärke für die höhere Dosierung. Die Einmaldosis von 2 Gramm bei Trichomoniasis sollte mit 400-mg-Tabletten gegeben werden – fünf Tabletten auf einmal, mit einer Mahlzeit, um die Übelkeit zu reduzieren.

Die Therapiedauer ist strikt einzuhalten. Sieben Tage für bakterielle Vaginose, zehn Tage für Amöbiasis, sieben bis vierzehn Tage für anaerobe Infektionen. Vorzeitiger Abbruch führt zu Rezidiven und Resistenzentwicklung.

In Deutschland ist Metronidazol verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Metronidazol 200 mg und 400 mg ohne Rezept kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach der Einnahme von Metronidazol Auto fahren?
In der Regel ja. Schwindel und Müdigkeit können in den ersten Tagen auftreten. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann auslassen und mit dem normalen Zeitplan fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.

Darf ich unter Metronidazol Alkohol trinken?
Auf keinen Fall. Metronidazol löst eine heftige Alkoholunverträglichkeit aus mit Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen und Blutdruckabfall. Während der gesamten Therapie und für mindestens 48 Stunden danach muss jeglicher Alkohol vermieden werden.

Warum schmeckt alles metallisch?
Das ist die häufigste Nebenwirkung von Metronidazol. Der metallische Geschmack ist harmlos und verschwindet nach Absetzen. Viel trinken und zuckerfreie Bonbons helfen, den Geschmack zu überdecken.

Darf ich Metronidazol in der Schwangerschaft nehmen?
Im ersten Trimenon nur bei zwingender Indikation und wenn es keine Alternative gibt. Im zweiten und dritten Trimenon ist die Anwendung vertretbarer, aber die Einmaldosis von 2 Gramm sollte vermieden werden. Besprechen Sie die Einnahme immer mit Ihrem Arzt.

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