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Minoxidil (Handelsname Loniten) ist ein peripherer Vasodilatator zur Behandlung der schweren Hypertonie, die auf eine Kombinationstherapie mit Diuretikum und anderen Antihypertensiva nicht ausreichend anspricht. Minoxidil ist ein Prodrug, das in der Leber zu seinem aktiven Metaboliten Minoxidilsulfat umgewandelt wird und als Kaliumkanalöffner direkt auf die glatte Gefäßmuskulatur der Arteriolen wirkt. Es relaxiert die Widerstandsgefäße und senkt den peripheren Gefäßwiderstand, was zu einer deutlichen Blutdrucksenkung führt. Anders als die topische Formulierung, die rezeptfrei zur Behandlung des Haarausfalls eingesetzt wird, ist die orale Form von Minoxidil ein stark wirksames und potenziell gefährliches Antihypertensivum mit erheblichen Nebenwirkungen, das nur unter strenger Indikationsstellung und Überwachung bei therapierefraktärer Hypertonie eingesetzt wird. Es muss zwingend mit einem Diuretikum zur Vermeidung von Flüssigkeitsretention und mit einem Beta-Blocker zur Unterdrückung der reflektorischen Tachykardie kombiniert werden.

Übliche Erwachsenendosis: Die Initialdosis beträgt 5 mg einmal täglich, vorzugsweise morgens. Die Dosis kann in Abständen von 3 bis 7 Tagen schrittweise um 2,5 bis 5 mg gesteigert werden, bis der gewünschte Blutdruckabfall erreicht ist. Die übliche Erhaltungsdosis liegt zwischen 10 mg und 40 mg pro Tag, aufgeteilt auf eine oder zwei Gaben. Die 5-mg-Tablette dient der Eindosierung und niedrigen Erhaltungsdosis, die 10-mg-Tablette wird für die weitere Auftitration und höhere Erhaltungsdosen verwendet. Die maximale Tagesdosis beträgt 100 mg, jedoch sind Dosen über 50 mg selten erforderlich. Bei raschem Blutdruckabfall oder unzureichender Wirkung kann die Dosis auf zweimal täglich verteilt werden. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Minoxidil muss zwingend mit einem Schleifendiuretikum (z. B. Furosemid) und einem Beta-Blocker (z. B. Propranolol) kombiniert werden, um Ödeme und Tachykardie zu kontrollieren. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann eine Dosisreduktion erforderlich sein.

Darreichungsform: Tabletten in zwei Stärken: 5 mg (weiß, rund, flach, mit Bruchkerbe und Prägung) und 10 mg (weiß, rund, flach, mit Bruchkerbe und Prägung). Erhältlich in Packungen zu 30, 60, 100 und 250 Tabletten. Zusätzlich ist Minoxidil als Lösung und Schaum zur topischen Anwendung auf der Kopfhaut in Konzentrationen von 2 % und 5 % rezeptfrei erhältlich; diese topischen Formulierungen sind ausschließlich für die Behandlung des Haarausfalls bestimmt und dürfen nicht systemisch angewendet werden.

Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 1 Stunde nach oraler Einnahme erreicht. Die blutdrucksenkende Wirkung setzt innerhalb von 30 Minuten ein und erreicht ihr Maximum nach etwa 2 bis 3 Stunden. Eine klinisch bedeutsame Blutdruckreduktion ist bereits nach der ersten Dosis messbar. Die volle antihypertensive Wirkung wird innerhalb von 3 bis 7 Tagen nach Dosisanpassung erreicht.

Wirkdauer: Die blutdrucksenkende Wirkung einer Einzeldosis hält etwa 12 bis 24 Stunden an, obwohl die Eliminationshalbwertszeit von Minoxidil nur 3,5 bis 4 Stunden beträgt. Die verlängerte pharmakodynamische Wirkung im Vergleich zur Plasmahalbwertszeit ist auf die langsame Dissoziation des aktiven Metaboliten von den Kaliumkanälen der glatten Gefäßmuskulatur zurückzuführen. Bei einmal täglicher Gabe kann die Wirkung gegen Ende des Dosierungsintervalls nachlassen, weshalb bei unzureichender 24-Stunden-Kontrolle eine Aufteilung auf zwei Gaben erforderlich sein kann. Minoxidil wird extensiv in der Leber metabolisiert und überwiegend renal als Metaboliten ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit oralem Minoxidil strikt vermieden oder auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Alkohol hat eine gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung und kann die antihypertensive Wirkung von Minoxidil unkontrolliert verstärken, was zu schwerer Hypotonie, Schwindel, Synkopen und kardiovaskulärem Kollaps führen kann. Zudem kann Alkohol die reflektorische Tachykardie unter Minoxidil verstärken und das Risiko für Arrhythmien erhöhen. Die ohnehin bestehende Gefahr von Orthostase und Kreislaufdysregulation wird durch Alkohol potenziert. Patienten mit schwerer Hypertonie sollten grundsätzlich auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichten.

Häufigste Nebenwirkungen: Hypertrichose (vermehrte Körperbehaarung, sehr häufig, bei nahezu 100 % der Patienten bei längerer Anwendung, betrifft Gesicht, Arme, Beine und Rumpf) ist die charakteristischste Nebenwirkung und der Grund, warum topisches Minoxidil zur Behandlung des Haarausfalls entwickelt wurde. Natrium- und Wasserretention mit peripheren Ödemen, Aszites, Pleuraerguss und Perikarderguss treten häufig auf und erfordern eine adäquate Diuretikatherapie; bei inadäquater Diurese kann es zu Herzinsuffizienz und hämodynamischer Verschlechterung kommen. Reflektorische Tachykardie, Palpitationen und Angina pectoris sind sehr häufig und werden durch die Aktivierung des Barorezeptorreflexes und des sympathischen Nervensystems verursacht; eine Beta-Blocker-Therapie ist obligatorisch. Perikarderguss, in seltenen Fällen mit Tamponade, ist eine gefürchtete Komplikation, insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Kollagenosen. EKG-Veränderungen mit T-Wellen-Abflachung oder -Inversion wurden beschrieben und sind in der Regel reversibel. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Hautausschlag treten gelegentlich auf. Minoxidil ist kontraindiziert bei Phäochromozytom, pulmonaler Hypertonie sekundär zu Mitralklappenstenose und akutem Myokardinfarkt. Die Therapie erfordert engmaschige Kontrollen des Blutdrucks, des Körpergewichts, der Flüssigkeitsbilanz, der Herzfrequenz und des EKGs. Plötzliches Absetzen kann zu schwerer Rebound-Hypertonie führen.

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Was ist orales Minoxidil?

Minoxidil ist ein Medikament mit zwei völlig verschiedenen Gesichtern. Topisch, als Lösung oder Schaum, ist es das bekannteste Mittel gegen Haarausfall, rezeptfrei und millionenfach verwendet. Oral, als Tablette, ist es ein potenter Vasodilatator, der ursprünglich in den 1970er Jahren als Antihypertensivum entwickelt wurde. Die blutdrucksenkende Wirkung ist stark, aber unberechenbar, und als man in den Studien bemerkte, dass die Patienten plötzlich mehr Haare bekamen, verschob sich der Fokus. Heute wird orales Minoxidil fast ausschließlich off-label gegen Haarausfall eingesetzt, in Dosen, die weit unter der blutdrucksenkenden Schwelle liegen. 5 mg oder 10 mg täglich, nicht 40 mg wie bei schwerer Hypertonie.

Orales Minoxidil wirkt systemisch. Es erreicht über das Blut jeden Haarfollikel, auch die, die mit der Lösung kaum zu benetzen sind. Der Effekt ist oft stärker und gleichmäßiger als mit dem topischen Präparat, aber die Nebenwirkungen sind ebenfalls systemisch. Wer Minoxidil schluckt, setzt seinen ganzen Körper dem Wirkstoff aus, nicht nur die Kopfhaut. Hypertrichose – vermehrtes Haarwachstum an unerwünschten Stellen – ist die logische Konsequenz und für viele der Grund, warum sie die Tabletten nach drei Monaten wieder absetzen.

Die Dosis beginnt bei 2,5 mg oder 5 mg einmal täglich und kann bei unzureichendem Ansprechen auf 10 mg gesteigert werden. Die 5-mg-Tablette ist der therapeutische Standard, die 10-mg-Tablette die obere Grenze für den Haarausfall. Die Tabletten werden unzerkaut mit Wasser geschluckt, mit oder ohne Mahlzeit.

Wirkweise und Pharmakologie

Minoxidil ist ein Prodrug. Es wird in der Leber durch Sulfotransferasen in Minoxidilsulfat umgewandelt, den aktiven Metaboliten. Minoxidilsulfat öffnet ATP-sensitive Kaliumkanäle in der glatten Gefäßmuskulatur. Kalium strömt aus der Zelle, die Membran hyperpolarisiert, die spannungsabhängigen Kalziumkanäle schließen sich, und die intrazelluläre Kalziumkonzentration sinkt. Die glatte Muskulatur entspannt sich, die Blutgefäße weiten sich. Das ist der Mechanismus für die Blutdrucksenkung.

Am Haarfollikel ist der Mechanismus nicht vollständig verstanden. Die Vasodilatation verbessert die Durchblutung der Kopfhaut und die Sauerstoffversorgung der Follikel, aber das erklärt nicht alles. Minoxidil verlängert die anagene Phase des Haarzyklus, die aktive Wachstumsphase, und verkürzt die telogene Ruhephase. Es stimuliert die Proliferation der dermalen Papillenzellen und erhöht die Expression von Wachstumsfaktoren wie VEGF. Der Effekt ist dosisabhängig, und genau hier liegt der Vorteil des oralen gegenüber dem topischen Minoxidil: Die systemische Gabe erreicht höhere Wirkspiegel im Follikel und aktiviert die Sulfotransferase in der Leber effizienter als die Kopfhaut. Patienten, die topisches Minoxidil nicht ausreichend sulfatieren können und deshalb nicht ansprechen, profitieren oft von der oralen Form.

Die Pharmakokinetik: Minoxidil wird nach oraler Einnahme zu etwa 90 Prozent resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird nach etwa einer Stunde erreicht. Die Halbwertszeit beträgt etwa 3,5 Stunden, die biologische Wirkdauer ist jedoch länger, was die einmal tägliche Gabe ermöglicht. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal, etwa 97 Prozent als Metaboliten. Bei Niereninsuffizienz ist die Clearance reduziert, und die Dosis muss angepasst werden.

Anwendung von oralem Minoxidil

Beginnen Sie mit 2,5 mg oder 5 mg einmal täglich. Nicht mit 10 mg starten. Die niedrige Dosis gibt dem Körper Zeit, sich an die Vasodilatation zu gewöhnen, und zeigt, ob Sie zu den Patienten gehören, die mit einer minimalen Dosis bereits ein gutes Haarwachstum erzielen. Nach drei bis sechs Monaten kann die Dosis bei unzureichendem Ansprechen und guter Verträglichkeit auf 10 mg gesteigert werden. Mehr als 10 mg für Haarausfall ist selten sinnvoll und bringt vor allem mehr Nebenwirkungen, nicht mehr Haare.

Nehmen Sie die Tablette einmal täglich ein, morgens oder abends, immer zur gleichen Zeit. Mit oder ohne Nahrung. Wenn Sie Magenprobleme haben, hilft eine kleine Mahlzeit vor der Einnahme. Die Tablette ganz schlucken, nicht teilen, nicht kauen. Wenn Sie eine Dosis vergessen haben und es weniger als sechs Stunden her ist, nehmen Sie sie ein. Ist es länger her, lassen Sie sie aus und nehmen die nächste planmäßige Dosis. Verdoppeln Sie nicht. Eine doppelte Dosis von 20 mg auf einmal kann zu Tachykardie, Hypotonie und Ödemen führen.

Geduld ist entscheidend. Die ersten drei Monate passiert sichtbar nichts, manchmal fällt das Haar sogar vorübergehend stärker aus, weil die ruhenden Telogenhaare synchron ausgestoßen werden, während neue Anagenhaare nachwachsen. Das ist ein gutes Zeichen, kein Grund zur Panik. Nach sechs Monaten zeigt sich bei den meisten Anwendern eine Stabilisierung des Haarausfalls, und nach zwölf Monaten ist der Effekt auf die Haardichte beurteilbar. Wie bei Finasterid gilt: Absetzen führt innerhalb von Monaten zum Verlust des gewonnenen Haars. Minoxidil ist eine Dauertherapie.

Nebenwirkungen von oralem Minoxidil

Hypertrichose ist die häufigste und für viele die störendste Nebenwirkung. Haare wachsen nicht nur auf dem Kopf, sondern auch im Gesicht, an den Armen, am Rücken, an den Händen. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer, weil bei Männern Körperbehaarung kulturell anders bewertet wird und weil Frauen auf die androgenetische Komponente der Hypertrichose empfindlicher reagieren. Die Dosis bestimmt das Ausmaß. Unter 5 mg ist die Hypertrichose meist mild und auf die Schläfen und Wangen begrenzt, unter 10 mg wird sie oft zum Problem. Rasieren, Epilieren, Laserhaarentfernung sind die Gegenmaßnahmen, aber die einfachste ist die Dosisreduktion.

Flüssigkeitsretention und Ödeme sind direkte Folgen der Vasodilatation und der renalen Natriumretention. Die Knöchel schwellen an, die Finger werden dicker, das Gesicht wirkt aufgedunsen. Gewichtszunahme von zwei bis drei Kilogramm innerhalb weniger Tage ist typisch und durch Wassereinlagerung bedingt. Ein Diuretikum wie Spironolacton oder Furosemid kann helfen, aber die bessere Lösung ist die Dosisreduktion. Wer bei 10 mg Ödeme entwickelt, geht auf 5 mg zurück.

Tachykardie und Palpitationen sind reflektorische Effekte der Blutdrucksenkung. Das Herz schlägt schneller, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten. Bei 5 mg ist dieser Effekt meist mild und vorübergehend, bei 10 mg kann er lästig werden. Ein Betablocker wie Bisoprolol kann die Tachykardie dämpfen, wird aber selten nötig sein. Patienten mit kardialen Vorerkrankungen sollten orales Minoxidil nur unter kardiologischer Überwachung einnehmen.

Orthostatische Hypotonie – Schwindel beim Aufstehen – ist bei Dosen unter 10 mg selten, aber möglich. Langsam aufstehen, ausreichend trinken, und bei anhaltendem Schwindel die Dosis reduzieren.

Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)

Schwangerschaft und Stillzeit sind absolute Kontraindikationen. Minoxidil geht in die Muttermilch über und kann beim Säugling schwere kardiovaskuläre Nebenwirkungen verursachen. In der Schwangerschaft ist es kontraindiziert, und Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Einnahme eine zuverlässige Kontrazeption anwenden. Das gilt auch für das topische Minoxidil, aber für das orale umso mehr.

Ältere Patienten über 65 Jahre reagieren empfindlicher auf die blutdrucksenkende Wirkung von Minoxidil. Stürze durch Orthostase sind die Hauptgefahr. Wenn orales Minoxidil bei älteren Patienten eingesetzt wird, dann nur in niedriger Dosis, 2,5 mg oder maximal 5 mg, mit engmaschiger Blutdruckkontrolle.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz – Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min – haben eine reduzierte Clearance und sollten Minoxidil nur in reduzierter Dosis und unter Kontrolle von Blutdruck und Volumenstatus einnehmen. Dialysepatienten sind besonders gefährdet für Flüssigkeitsretention und Perikardergüsse, eine bekannte Nebenwirkung von Minoxidil in hohen Dosen.

Patienten mit Phäochromozytom, einem Katecholamin-produzierenden Tumor, sollten Minoxidil nicht bekommen, weil die reflektorische Sympathikusaktivierung eine hypertensive Krise auslösen kann.

Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)

Autofahren ist unter oralem Minoxidil in der Regel möglich, aber die blutdrucksenkende Wirkung und die mögliche Tachykardie können in den ersten Tagen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren. Wenn Sie Schwindel oder Herzrasen verspüren, fahren Sie nicht.

Alkohol und Minoxidil sind eine ungünstige Kombination. Alkohol erweitert ebenfalls die Gefäße und kann die blutdrucksenkende Wirkung von Minoxidil verstärken, was zu Schwindel und Kollaps führen kann. Ein Glas Wein zum Abendessen, wenn die Tablette morgens genommen wurde, ist für die meisten vertretbar. Mehrere Drinks oder Alkohol kurz vor oder nach der Einnahme sollten vermieden werden.

Salzkonsum – Minoxidil fördert die Natriumretention, und eine salzreiche Ernährung verstärkt die Ödemneigung. Wer unter Minoxidil Wassereinlagerungen entwickelt, sollte seine Salzzufuhr reduzieren und ausreichend trinken.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Andere Antihypertensiva und Vasodilatatoren – die Kombination mit Betablockern, Diuretika, ACE-Hemmern oder Kalziumantagonisten kann die blutdrucksenkende Wirkung potenzieren und zu Hypotonie führen. Blutdruck regelmäßig kontrollieren, und die Dosen der Begleitmedikation gegebenenfalls anpassen.

Guanethidin und andere Sympatholytika – Minoxidil wurde ursprünglich mit Guanethidin kombiniert, um die reflektorische Tachykardie zu blockieren. Diese Kombination ist heute selten, aber sie zeigt, dass die Sympathikusaktivierung durch Minoxidil gegenreguliert werden muss. Betablocker sind die modernere Alternative.

Topisches Minoxidil und orales Minoxidil sollten nicht gleichzeitig angewendet werden, es sei denn unter ärztlicher Kontrolle. Die additive Wirkung erhöht das Risiko für systemische Nebenwirkungen, ohne dass ein Zusatznutzen belegt ist. Wer von topisch auf oral umsteigt, sollte das topische absetzen.

Es gibt keine relevanten Wechselwirkungen über CYP-Enzyme, da Minoxidil nicht über diesen Weg metabolisiert wird. Das macht es in der Polypharmazie sicherer als viele andere Wirkstoffe, abgesehen von den additiven hämodynamischen Effekten.

Alternative Optionen

Orales Minoxidil ist eine Option, wenn topisches Minoxidil nicht wirkt oder nicht vertragen wird, aber es gibt Alternativen mit anderen Profilen.

Topisches Minoxidil 5 Prozent ist die erste Wahl für die meisten Patienten mit androgenetischem Haarausfall. Es ist rezeptfrei, sicher, und die systemischen Nebenwirkungen sind minimal. Der Nachteil: zweimal täglich auftragen, und etwa 40 Prozent der Patienten sprechen nicht ausreichend an, weil die Sulfotransferase-Aktivität in der Kopfhaut zu gering ist. Für diese Gruppe ist orales Minoxidil eine Option.

Finasterid 1 mg blockiert die DHT-Produktion und ist der Standard für den hormonell bedingten Haarausfall bei Männern. Es kann mit Minoxidil kombiniert werden, und die Kombination ist wirksamer als jeder Wirkstoff allein. Finasterid hat ein anderes Nebenwirkungsprofil, mit sexuellen Nebenwirkungen statt Hypertrichose und Ödemen.

Dutasterid ist ein potenterer 5-alpha-Reduktase-Hemmer, der für Haarausfall off-label eingesetzt wird. Die DHT-Senkung ist stärker, die sexuellen Nebenwirkungen ebenfalls. Eine Option für Männer, die auf Finasterid nicht ansprechen.

Haartransplantation ist die einzige dauerhafte Lösung, aber teuer und invasiv. Minoxidil und Finasterid werden oft begleitend gegeben, um die verbliebenen Originalhaare zu erhalten und das Transplantationsergebnis zu optimieren.

INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland

INN (Internationaler Freiname): Minoxidil
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Loniten (oral, historisch), Minoxidil-ratiopharm topisch, Regaine topisch, diverse Generika für die topische Anwendung. Orale Tabletten sind in Deutschland nicht als Fertigarzneimittel für Haarausfall zugelassen und werden über internationale Apotheken als Import bezogen.
ATC-Code: C02DC01 (oral), D11AX01 (topisch)
Formen und Stärken: Tabletten zu 5 mg und 10 mg; Lösung oder Schaum zu 2 Prozent und 5 Prozent topisch
Hersteller: Pfizer (Loniten), Johnson & Johnson (Regaine), diverse Generikahersteller
Registrierungsstatus in Deutschland: Orale Tabletten sind für die Indikation Haarausfall nicht zugelassen, aber als Importmedikament erhältlich. Topische Formen sind rezeptfrei.
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx) für orale Tabletten; rezeptfrei für topische Formen

Die richtige Dosierung wählen

2,5 mg oder 5 mg einmal täglich ist der Einstieg. Nach drei bis sechs Monaten kann bei guter Verträglichkeit und unzureichendem Ansprechen auf 10 mg gesteigert werden. Die 5-mg-Tablette ist der Standard für die meisten Patienten, die 10-mg-Tablette die obere Grenze. Mehr als 10 mg bringt keine proportional bessere Wirkung auf das Haar, aber mehr Hypertrichose und Ödeme. Die Tablette ist teilbar, und viele Patienten beginnen mit einer halben 5-mg-Tablette, also 2,5 mg.

Die Therapie ist eine Dauertherapie. Wer nach einem Jahr zufrieden ist und absetzt, verliert innerhalb von Monaten den gesamten Gewinn. Orales Minoxidil ist eine Entscheidung für Jahre, und die Nebenwirkungen – vor allem die Hypertrichose – müssen in die Langzeitplanung einbezogen werden.

In Deutschland sind orale Minoxidil-Tabletten für Haarausfall nicht zugelassen, aber über unsere Apotheke können Sie Minoxidil 5 mg und 10 mg ohne Rezept als Import kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach der Einnahme von oralem Minoxidil Auto fahren?
In der Regel ja. Wenn Sie jedoch Schwindel oder Herzrasen verspüren, fahren Sie nicht. Testen Sie Ihre Reaktion in den ersten Tagen nach Therapiebeginn.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Weniger als sechs Stunden her: Tablette einnehmen. Länger als sechs Stunden: Dosis auslassen und mit der nächsten planmäßigen Dosis fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.

Wachsen mir Haare im Gesicht von oralem Minoxidil?
Ja, Hypertrichose ist die häufigste Nebenwirkung. Bei 5 mg ist sie meist mild, bei 10 mg oft deutlicher. Frauen sind stärker betroffen als Männer. Rasieren, Epilieren oder Dosisreduktion sind die Gegenmaßnahmen.

Kann ich orales Minoxidil mit Finasterid kombinieren?
Ja, die Kombination ist wirksamer als jeder Wirkstoff allein und wird in der Praxis häufig eingesetzt. Beide wirken über unterschiedliche Mechanismen und ergänzen sich synergistisch.

Warum wirkt orales Minoxidil bei manchen und topisches nicht?
Topisches Minoxidil muss in der Kopfhaut durch Sulfotransferasen aktiviert werden. Etwa 40 Prozent der Menschen haben eine zu geringe Enzymaktivität und sprechen nicht an. Orales Minoxidil wird in der Leber aktiviert und umgeht dieses Problem.

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