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Misoprostol (Handelsname Cytotec® oder generisch) ist ein synthetisches Prostaglandin-E1-Analogon zur Prävention und Behandlung von gastroduodenalen Ulzera, die durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verursacht werden, sowie in Kombination mit Mifepriston zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch und zur Zervixreifung vor operativen Eingriffen. Es wird ferner off-label zur Prävention und Behandlung postpartaler Blutungen eingesetzt. Misoprostol wirkt durch Bindung an Prostaglandin-E-Rezeptoren und ahmt die protektiven Effekte von Prostaglandinen auf die Magenschleimhaut nach, indem es die Magensäuresekretion hemmt, die Bikarbonat- und Schleimproduktion fördert und die Durchblutung der Schleimhaut verbessert. Zudem stimuliert es die Kontraktion der glatten Uterusmuskulatur und führt zur Erweichung und Öffnung der Zervix.
Übliche Erwachsenendosis: Die Dosierung variiert je nach Indikation. Zur Prävention NSAR-induzierter gastroduodenaler Ulzera beträgt die übliche Dosis 200 µg zwei- bis viermal täglich, eingenommen zu den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen. Die 200-µg-Tablette ist die Standarddosis für den Magenschutz. Bei Unverträglichkeit oder zur niedrigeren Dosierung kann die 100-µg-Dosis (halbe 200-µg-Tablette) ein- bis zweimal täglich verwendet werden. Zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch in Kombination mit Mifepriston werden in der Regel 400 µg (zwei 200-µg-Tabletten) als Einzeldosis bukkal, sublingual oder vaginal verabreicht; die 100-µg-Tablette dient hier der Anpassung bei speziellen Protokollen. Zur Zervixreifung werden 200 µg vaginal oder bukkal appliziert. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser zu den Mahlzeiten eingenommen; für gynäkologische Indikationen erfolgt die Anwendung meist vaginal oder bukkal nach ärztlicher Anweisung. Die maximale Einzeldosis für den Magenschutz beträgt 200 µg, die maximale Tagesdosis 800 µg.
Darreichungsform: Tabletten zu 100 µg und 200 µg Misoprostol (weiß, rund, flach, mit Bruchkerbe bei der 200-µg-Tablette). Die 200-µg-Tablette kann an der Bruchkerbe geteilt werden, um die 100-µg-Dosis zu erreichen. Erhältlich in Packungen zu 10, 28, 30, 50 und 100 Tabletten. Die 100-µg-Tablette ist speziell für niedrigere Dosierungen und gynäkologische Anwendungen erhältlich.
Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 30 Minuten nach oraler Einnahme erreicht. Die säurehemmende und schleimhautprotektive Wirkung setzt innerhalb von 30 bis 60 Minuten ein. Die uterotonische Wirkung tritt nach bukkaler oder vaginaler Applikation innerhalb von 30 Minuten bis 3 Stunden ein und hält mehrere Stunden an.
Wirkdauer: Die antisekretorische Wirkung hält etwa 3 bis 4 Stunden an, weshalb eine mehrfach tägliche Gabe erforderlich ist. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 20 bis 40 Minuten. Misoprostol wird rasch in der Leber und im Plasma zu seinem aktiven Metaboliten Misoprostolsäure hydrolysiert, die überwiegend renal ausgeschieden wird. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Ausscheidung verzögert sein, eine Dosisanpassung ist in der Regel nicht erforderlich, jedoch wird eine vorsichtige Dosistitration empfohlen.
Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Misoprostol auf ein Minimum beschränkt werden. Alkohol kann die Magenschleimhaut reizen und die schützende Wirkung von Misoprostol konterkarieren. Zudem kann Alkohol die gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall verstärken. Bei der Anwendung zum Schwangerschaftsabbruch oder zur Zervixreifung sollte auf Alkohol vollständig verzichtet werden, da er die Kreislaufsituation und das Wohlbefinden beeinträchtigen kann.
Häufigste Nebenwirkungen: Durchfall ist die häufigste und klinisch bedeutsamste Nebenwirkung und tritt bei 15 bis 40 % der Patienten auf; er ist dosisabhängig und in der Regel mild und selbstlimitierend, kann jedoch bei Fortbestehen eine Dosisreduktion oder das Absetzen erfordern. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Obstipation sind ebenfalls häufig. Diese gastrointestinalen Effekte sind auf die Stimulation der glatten Darmmuskulatur zurückzuführen. Bei Frauen können Menstruationsstörungen, Zwischenblutungen, Uteruskrämpfe und eine erhöhte Inzidenz von Fehlbildungen bei Einnahme während der Schwangerschaft auftreten. Misoprostol ist in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert, da es Uteruskontraktionen auslöst und zu einem Abort oder fetalen Schäden führen kann. Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Therapiebeginn über das Risiko und die Notwendigkeit einer wirksamen Kontrazeption aufgeklärt werden. Allergische Reaktionen sind selten. Misoprostol ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit und bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft.
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Was ist Misoprostol?
Misoprostol ist ein synthetisches Prostaglandin-E1-Analogon mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern. In der Gastroenterologie schützt es die Magenschleimhaut vor den aggressiven Effekten nicht-steroidaler Antirheumatika. In der Gynäkologie und Geburtshilfe wird es eingesetzt, um die Gebärmutter zu kontrahieren, den Muttermund zu öffnen und eine Schwangerschaft zu beenden oder eine Geburt einzuleiten. Es ist dasselbe Molekül, dieselbe Tablette, aber die Dosis und der Kontext entscheiden, ob es ein Ulkus verhindert oder eine uterine Blutung auslöst. Diese Dualität macht Misoprostol zu einem der vielseitigsten und zugleich am strengsten regulierten Medikamente.
Für den Magenschutz wird Misoprostol in Dosen von 100 µg oder 200 µg zwei- bis viermal täglich zusammen mit einem NSAR eingenommen. Es ersetzt die Prostaglandine, die das NSAR in der Magenschleimhaut unterdrückt, und hält die Schutzbarriere aus Schleim und Bikarbonat aufrecht. In der Geburtshilfe werden einmalig 400 µg bis 800 µg vaginal, bukkal oder oral gegeben, um Wehen auszulösen oder einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Die 100-µg- und 200-µg-Tabletten sind die Bausteine für beide Indikationen, und die Kunst liegt darin, die richtige Anzahl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu platzieren.
Die Wirkung setzt je nach Applikationsweg und Indikation innerhalb von 30 Minuten bis mehreren Stunden ein. Oral eingenommen beginnt die Magenschutzwirkung nach etwa 30 Minuten und hält drei bis vier Stunden an. Vaginal appliziert setzen die uterinen Kontraktionen nach ein bis zwei Stunden ein und halten vier bis sechs Stunden an. Die Halbwertszeit beträgt etwa 20 bis 40 Minuten, aber der Effekt auf die Gebärmutter hält länger an, weil Misoprostol intrazellulär wirkt und die Kontraktionskaskade in Gang setzt, auch wenn der Plasmaspiegel bereits abgefallen ist.
Wirkweise und Pharmakologie
Misoprostol bindet an Prostaglandin-E-Rezeptoren in der Magenschleimhaut und im Myometrium. Im Magen stimuliert es die Schleim- und Bikarbonatsekretion, erhöht die Durchblutung der Mukosa und beschleunigt die Zellteilung in den Epithelzellen. All das sind die Schutzmechanismen, die nicht-steroidale Antirheumatika durch die Hemmung der Cyclooxygenase-1 unterdrücken. Misoprostol stellt diese Schutzmechanismen wieder her, ohne die entzündungshemmende Wirkung des NSAR zu beeinträchtigen, weil es die COX-Hemmung umgeht und direkt die fehlenden Prostaglandine ersetzt. Es ist eine Substitutionstherapie auf Zellebene.
In der Gebärmutter bindet Misoprostol an dieselben Rezeptoren, aber mit einer anderen Konsequenz: Es erhöht die intrazelluläre Kalziumkonzentration in den glatten Muskelzellen, löst rhythmische Kontraktionen aus und erweicht gleichzeitig die Kollagenfasern im Gebärmutterhals. Der Muttermund wird weich und nachgiebig, und die Gebärmutter zieht sich zusammen. Diese Kombination aus Zervixreifung und Weheninduktion ist der Grund, warum Misoprostol für den Schwangerschaftsabbruch und die Geburtseinleitung so effektiv ist. Es ahmt den natürlichen Geburtsbeginn nach, nur stärker und schneller.
Die Pharmakokinetik von Misoprostol ist schnell und kurz. Nach oraler Einnahme wird es innerhalb von Minuten resorbiert und in der Leber und im Plasma durch Esterasen zur aktiven Misoprostolsäure hydrolysiert. Die maximale Plasmakonzentration wird nach etwa 30 Minuten erreicht, die Halbwertszeit beträgt etwa 20 bis 40 Minuten. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal, etwa 80 Prozent als Metaboliten im Urin. Bei Niereninsuffizienz ist die Clearance verlangsamt, aber eine Dosisanpassung ist bei den üblichen therapeutischen Dosen selten nötig. Die kurze Halbwertszeit bedeutet, dass für eine anhaltende Wirkung auf den Magen eine mehrmals tägliche Gabe erforderlich ist, während für die Gebärmutter eine einmalige vaginale Applikation ausreicht, weil der Wirkstoff direkt am Zielort wirkt und die Kontraktionskaskade länger anhält als der Plasmaspiegel.
Anwendung von Misoprostol
Für den Magenschutz nehmen Sie 100 µg oder 200 µg zwei- bis viermal täglich ein, immer zusammen mit dem NSAR und mit einer Mahlzeit. Die Tablette unzerkaut mit einem Glas Wasser schlucken. Die Mahlzeit ist nicht optional – Misoprostol kann Durchfall verursachen, und Nahrung im Magen puffert diesen Effekt ab. Beginnen Sie mit 100 µg und steigern Sie die Dosis nur, wenn der Durchfall ausbleibt und der Magenschutz bei höheren NSAR-Dosen nicht ausreicht. Die 200-µg-Tablette ist die Standarddosis für die meisten Patienten, die 100-µg-Tablette für empfindliche Personen oder zum Eindosieren.
Für den Schwangerschaftsabbruch oder die Geburtseinleitung wird Misoprostol vaginal, bukkal oder oral angewendet, und die Dosierung liegt mit 400 µg bis 800 µg deutlich über der gastroenterologischen Dosis. Diese Anwendung erfolgt unter ärztlicher Aufsicht und nach einem festgelegten Protokoll. Die Tabletten werden in die Vagina eingelegt, in der Backentasche zergehen lassen oder geschluckt, je nach Protokoll und Verfügbarkeit. Die vaginale Applikation hat die höchste Bioverfügbarkeit und die geringste Rate an gastrointestinalen Nebenwirkungen, weil der First-Pass-Metabolismus umgangen wird.
Wenn Sie eine Dosis für den Magenschutz vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine Doppeldosis von 400 µg auf einmal führt zu heftigem Durchfall und Bauchkrämpfen, und bei Frauen im gebärfähigen Alter kann sie uterine Blutungen auslösen. Die gastroenterologische und die geburtshilfliche Dosis liegen Welten auseinander, und eine Verwechslung kann schwerwiegende Folgen haben.
Nebenwirkungen von Misoprostol
Durchfall ist die mit Abstand häufigste Nebenwirkung und der Hauptgrund, warum Patienten die Therapie abbrechen. Er tritt bei 20 bis 40 Prozent der Anwender auf, ist dosisabhängig und beginnt typischerweise innerhalb der ersten zwei Wochen. Der Mechanismus ist eine direkte Stimulation der intestinalen Chloridsekretion und eine Hemmung der Natriumresorption – der Darm wird mit Flüssigkeit überschwemmt, und der Stuhl wird wässrig. Loperamid kann helfen, aber die bessere Strategie ist die langsame Eindosierung und die Einnahme mit Mahlzeiten. Nach einigen Wochen gewöhnt sich der Darm an den Wirkstoff, und der Durchfall klingt ab. Wenn er persistiert, muss die Dosis reduziert oder das Medikament abgesetzt werden.
Bauchschmerzen und Krämpfe sind direkte Effekte der Prostaglandinwirkung auf die glatte Muskulatur des Darms und der Gebärmutter. Sie sind meist mild und klingen innerhalb von ein bis zwei Stunden nach der Einnahme ab. Frauen im gebärfähigen Alter sollten über die Möglichkeit uteriner Krämpfe und vaginaler Blutungen informiert werden, auch wenn sie Misoprostol nur als Magenschutz einnehmen. Eine Schwangerschaft muss vor Therapiebeginn ausgeschlossen werden, weil Misoprostol einen Abort auslösen kann.
Uterine Blutungen und Krämpfe – bei gynäkologischer Anwendung sind sie der erwünschte Effekt, bei gastroenterologischer Anwendung eine gefährliche Nebenwirkung. Jede Frau, die Misoprostol einnimmt und schwanger ist oder sein könnte, muss über dieses Risiko aufgeklärt werden. Misoprostol passiert die Plazenta und kann zu fetalen Fehlbildungen führen, wenn der Abortversuch scheitert. Das Moebius-Syndrom, eine angeborene Fazialisparese, und Gliedmaßenfehlbildungen sind in der Literatur beschrieben.
Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sind häufig, aber meist mild und vorübergehend. Allergische Reaktionen – Hautausschlag, Urtikaria, selten Angioödeme – sind möglich und ein Grund, das Medikament abzusetzen.
Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)
Schwangerschaft ist die absolute Kontraindikation für die gastroenterologische Anwendung. Misoprostol ist ein Abortivum. Es löst uterine Kontraktionen aus, öffnet den Muttermund und treibt den Fötus aus. Vor Beginn einer Therapie mit Misoprostol als Magenschutz muss eine Schwangerschaft durch einen negativen Test ausgeschlossen werden. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme eine zuverlässige Kontrazeption anwenden. Wird Misoprostol in der Geburtshilfe zum Schwangerschaftsabbruch eingesetzt, ist die Schwangerschaft der Grund für die Einnahme, und die Risiken sind andere: starke Blutungen, unvollständiger Abort, Uterusruptur bei Narbenuterus. Diese Anwendung gehört in die Hand eines erfahrenen Arztes und nicht in die Selbstmedikation. Stillen: Misoprostol geht in geringen Mengen in die Muttermilch über und kann beim Säugling Durchfall verursachen. Während der Einnahme sollte der Säugling beobachtet werden, und bei starkem Durchfall sollte das Medikament abgesetzt oder die Milch für einige Stunden nach der Einnahme verworfen werden.
Ältere Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen, die NSAR einnehmen, sind die Hauptzielgruppe für Misoprostol als Magenschutz. Sie vertragen es in der Regel gut, aber der Durchfall kann im Alter gefährlicher sein als bei jungen Menschen, weil Dehydratation und Elektrolytstörungen schneller eintreten. Mit 100 µg beginnen, mit Mahlzeiten einnehmen und die Dosis nur langsam steigern. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sollten Misoprostol nur mit Vorsicht einnehmen, weil die renale Clearance der Metaboliten verlangsamt ist und die Exposition steigt. Patienten mit aktiven Magengeschwüren sollten Misoprostol nicht als alleinige Therapie erhalten, sondern eine adäquate Ulkustherapie mit Protonenpumpenhemmern und gegebenenfalls Antibiotika gegen Helicobacter pylori. Misoprostol verhindert NSAR-Ulzera, aber es heilt sie nicht zuverlässig.
Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)
Autofahren ist unter Misoprostol meist möglich, aber Schwindel und Durchfall können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Testen Sie Ihre Reaktion, bevor Sie längere Strecken fahren. Wenn Sie Durchfall haben, trinken Sie ausreichend und planen Sie Ihre Fahrten mit Toilettenpausen. Alkohol und Misoprostol sind keine gute Kombination. Alkohol reizt die Magenschleimhaut und kann den Durchfall unter Misoprostol verstärken. Ein Glas Wein zum Abendessen, wenn die Tablette mit der Mahlzeit eingenommen wurde, ist vertretbar. Mehrere Drinks sollten vermieden werden. Die Einnahme mit Mahlzeiten ist nicht optional, sondern Teil der Therapie, um die gastrointestinalen Nebenwirkungen zu reduzieren. Wer Misoprostol auf nüchternen Magen nimmt, provoziert Krämpfe und Durchfall, die sich mit ein paar Bissen Brot oder einem Joghurt vermeiden lassen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Antazida mit Magnesium – Misoprostol und magnesiumhaltige Antazida addieren sich in ihrer laxierenden Wirkung und können einen schweren Durchfall auslösen. Die Kombination sollte vermieden oder mit mindestens zwei Stunden Abstand eingenommen werden. Andere Prostaglandin-Analoga oder Oxytocin – die additive Wirkung auf die Gebärmutter kann zu tetanischen Kontraktionen und Uterusruptur führen. Diese Kombinationen sind nur unter strenger geburtshilflicher Überwachung zulässig und in der Selbstmedikation absolut kontraindiziert.
NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen – das ist die Kombination, für die Misoprostol entwickelt wurde. Das NSAR hemmt die Prostaglandinsynthese, Misoprostol ersetzt die fehlenden Prostaglandine im Magen. Die Kombination ist sicher und erwünscht, und die Dosen beider Medikamente werden unabhängig voneinander eingestellt. Orale Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer – Misoprostol beeinflusst die Blutgerinnung nicht, und es gibt keine klinisch relevante Wechselwirkung. Es gibt keine relevanten Wechselwirkungen über CYP-Enzyme, da Misoprostol nicht hepatisch metabolisiert wird, sondern durch Esterasen im Plasma und in der Leber hydrolysiert wird.
Alternative Optionen
Misoprostol ist das einzige zugelassene Medikament zur Prävention von NSAR-induzierten Ulzera, das direkt die fehlenden Prostaglandine ersetzt. Aber es gibt Alternativen mit anderen Mechanismen.
Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol sind die erste Wahl für die meisten Patienten, die einen Magenschutz unter NSAR benötigen. Sie blockieren die Säureproduktion und lassen die Schleimhaut heilen, ohne Durchfall zu verursachen. Sie sind besser verträglich und gleich wirksam in der Ulkusprävention. Misoprostol ist die zweite Wahl, wenn Protonenpumpenhemmer nicht vertragen werden oder wenn die NSAR-Dosis so hoch ist, dass ein dualer Schutz aus Säureblockade und Prostaglandinersatz gewünscht wird.
H2-Blocker wie Ranitidin oder Famotidin sind eine weitere Alternative, aber sie sind weniger wirksam als Protonenpumpenhemmer und Misoprostol und werden heute nur noch selten eingesetzt. Für den Schwangerschaftsabbruch gibt es medikamentöse und chirurgische Alternativen. Mifepriston in Kombination mit Misoprostol ist der Standard für den medikamentösen Abbruch bis zur neunten Schwangerschaftswoche. Die chirurgische Saugkürettage ist die Alternative, wenn Medikamente kontraindiziert sind oder der Abbruch unvollständig war.
INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland
INN (Internationaler Freiname): Misoprostol
Verfügbarer Markenname in Deutschland: Cytotec (Pfizer), Misoprostol-ratiopharm, diverse Generika. Die 100-µg- und 200-µg-Tabletten sind die gastroenterologischen Stärken, die geburtshilfliche Anwendung erfolgt off-label mit denselben Tabletten.
ATC-Code: A02BB01 (Magenschutz), G02AD06 (Geburtshilfe)
Formen und Stärken: Tabletten zu 100 µg und 200 µg
Hersteller: Pfizer (Cytotec), diverse Generikahersteller
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)
Die richtige Dosierung wählen
100 µg zwei- bis viermal täglich ist die gastroenterologische Einstiegsdosis für empfindliche Patienten oder zur langsamen Eindosierung. 200 µg zwei- bis viermal täglich ist die Standarddosis für den Magenschutz unter NSAR. Die Dosis wird mit den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen eingenommen, immer zusammen mit dem NSAR. Die 100-µg-Tablette dient der Eindosierung und der individuellen Anpassung, die 200-µg-Tablette ist die praktische Stärke für die Erhaltungstherapie. Bei Durchfall die Dosis reduzieren, bei unzureichendem Schutz steigern. Die geburtshilfliche Dosierung liegt mit 400 µg bis 800 µg als Einmaldosis weit über dem gastroenterologischen Bereich und darf nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.
Die Therapie als Magenschutz dauert so lange wie die NSAR-Therapie. Wenn das NSAR abgesetzt wird, wird auch Misoprostol abgesetzt. Es gibt keinen Grund, Misoprostol ohne NSAR einzunehmen, es sei denn, ein Magengeschwür soll ohne Säureblocker behandelt werden, was heute nicht mehr üblich ist. Ausschleichen ist nicht nötig, die Tablette wird einfach weggelassen.
In Deutschland ist Misoprostol verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Misoprostol 100 µg und 200 µg ohne Rezept kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich nach der Einnahme von Misoprostol Auto fahren?
In der Regel ja. Wenn Sie unter Schwindel oder Durchfall leiden, fahren Sie nicht und planen Sie Ihre Fahrten mit Toilettenpausen.
Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Dann auslassen und mit dem normalen Zeitplan fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.
Warum verursacht Misoprostol Durchfall?
Misoprostol stimuliert die Flüssigkeitssekretion im Darm. Das ist eine direkte Prostaglandinwirkung und ein Zeichen, dass der Wirkstoff arbeitet. Die Einnahme mit Mahlzeiten und eine langsame Eindosierung reduzieren den Durchfall. Wenn er unerträglich wird, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Dosisreduktion oder einen Wechsel zu einem Protonenpumpenhemmer.
Kann ich Misoprostol in der Schwangerschaft einnehmen?
Nein. Misoprostol ist ein Abortivum und kann eine Schwangerschaft beenden oder schwere Fehlbildungen beim Fötus verursachen, wenn die Schwangerschaft fortbesteht. Vor der Einnahme als Magenschutz muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden, und während der Therapie muss eine zuverlässige Kontrazeption angewendet werden.
Kann ich Misoprostol mit anderen Magenmedikamenten kombinieren?
Mit Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol ist die Kombination möglich und manchmal sinnvoll, wenn ein dualer Schutz gewünscht wird. Mit magnesiumhaltigen Antazida sollten Sie vorsichtig sein, weil sich die laxierenden Effekte addieren. Besprechen Sie die Kombination mit Ihrem Arzt.
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