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Orlistat (Xenical) ist eine Lipase-Inhibitor die verwendet wird, um Ihnen zu helfen, ihr Gewicht zu verlieren und es zurückzuhalten. Orlistat (Xenical) ist für korpulente Personen und übergewichtige Menschen vorgeschrieben, die andere gesundheitliche Probleme wie Diabetes, hohen Blutdruck oder hohen Cholesterinspiegel haben.
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Orlistat ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht. Der Wirkstoff zählt zu den sogenannten Lipasehemmern: Er blockiert im Magen- und Dünndarm die fettspaltenden Lipase-Enzyme, wodurch etwa 30 % der mit der Nahrung aufgenommenen Fette nicht resorbiert werden können. Die unverdauten Fettmoleküle werden ungenutzt mit dem Stuhl ausgeschieden. Diese Wirkung hilft, die tägliche Kalorienaufnahme zu reduzieren, und ist bei konsequenter Anwendung in Kombination mit einer fettreduzierten Diät sowie regelmäßiger Bewegung nachweislich wirksam.
Die übliche Dosis von Orlistat beträgt: 1 Kapsel (60 mg als rezeptfreies Präparat bzw. 120 mg als verschreibungspflichtiges Arzneimittel) zu jeder Hauptmahlzeit, die Fett enthält. Die Kapsel wird unmittelbar vor, während oder bis zu einer Stunde nach der Mahlzeit eingenommen. Überschreiten Sie nicht mehr als 3 Kapseln täglich. Falls eine Hauptmahlzeit ausgelassen wird oder kein Fett enthält, sollte auch die Einnahme von Orlistat ausgelassen werden.
Darreichungsform: Hartkapseln mit 60 mg oder 120 mg Orlistat.
Wirkungseintritt: Die ersten Effekte auf die Fettverdauung treten innerhalb von 24‑48 Stunden nach der ersten Einnahme ein.
Wirkdauer: Die systemische Halbwertszeit von Orlistat beträgt etwa 1‑2 Stunden; die lokale Hemmung der Lipasen im Darm hält jedoch 24‑48 Stunden an.
Alkoholempfehlung: Orlistat weist keine direkte Wechselwirkung mit Alkohol auf. Allerdings kann Alkohol die Fettkalorienbilanz ungünstig beeinflussen, weshalb ein maßvoller Konsum empfohlen wird.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Blähungen mit öligem Abgang, ölige Flecken am After, fettiger/ölartiger Stuhl, starker Stuhldrang, vermehrte Stuhlfrequenz und weicher Stuhl.
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Allgemeine Informationen über Orlistat
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Orlistat
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Xenical® (120 mg, verschreibungspflichtig), Alli® (60 mg, apothekenpflichtig), sowie zahlreiche Generika wie z. B. Orlistat‑ratiopharm (60 mg und 120 mg), Orlistat Hexal (60 mg und 120 mg), Orlistat‑1A Pharma, Orlistat Stada.
- ATC‑Code: A08AB01
- Darreichungsformen und Dosierungen: Hartkapseln mit 60 mg und 120 mg Orlistat.
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): ratiopharm GmbH (Orlistat‑ratiopharm), HEXAL AG (Orlistat Hexal), 1A Pharma GmbH, Stada Arzneimittel AG, Cheplapharm Arzneimittel GmbH, Orifarm GmbH (Xenical).
- Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
- OTC / Rx‑Klassifikation: 60 mg: apothekenpflichtig, nicht verschreibungspflichtig. 120 mg: verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx).
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Orlistat ist ein reversibler, potenter und selektiver Inhibitor gastrointestinaler Lipasen. Nach oraler Gabe bindet Orlistat kovalent an den aktiven Serinrest (Ser‑152) der Magen‑ und Pankreaslipase. Diese Enzyme sind normalerweise für die Spaltung von Triglyceriden in absorbierbare freie Fettsäuren und Monoglyceride verantwortlich. Durch die Bindung wird die Spaltung der Nahrungstriglyceride blockiert, sodass unverdaute Triglyceride das Lumen des Dünndarms passieren und unabsorbiert mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Die systemische Resorption von Orlistat ist minimal (weniger als 1 % der verabreichten Dosis). Die Wirkung ist auf das Lumen des Magens und des oberen Dünndarms beschränkt, die Hemmung der Lipasen wird durch die Synthese neuer Enzyme nach 24‑48 Stunden wieder aufgehoben. Zusätzlich kann Orlistat die Aktivität verwandter Carboxylesterasen (CES‑2) in der Leber hemmen, was für bestimmte Wechselwirkungen mit Arzneimitteln verantwortlich sein könnte.
Anwendungsgebiete
- Gewichtsmanagement bei Adipositas: In Verbindung mit einer kalorienreduzierten, fettarmen Diät zur Gewichtsabnahme bei Erwachsenen mit einem Body‑Mass‑Index (BMI) von 30 kg/m² oder höher (Adipositas Grad I‑III).
- Gewichtsmanagement bei Übergewicht mit Risikofaktoren: Bei übergewichtigen Erwachsenen (BMI größer oder gleich 28 kg/m²) in Kombination mit Begleiterkrankungen wie Typ‑2‑Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen.
- Rückfallprophylaxe: Orlistat kann auch angewendet werden, um das Risiko einer erneuten Gewichtszunahme nach vorangegangener Gewichtsabnahme zu reduzieren.
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren): Die Sicherheit und Wirksamkeit von Orlistat bei Personen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen; die Anwendung wird nicht empfohlen.
- Schwangerschaft: Orlistat ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Eine Gewichtsreduktion während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen. Bei Eintritt einer Schwangerschaft muss das Medikament sofort abgesetzt werden.
- Stillzeit: Orlistat geht in die Muttermilch über. Aufgrund potenzieller Risiken für den Säugling darf Orlistat während der Stillzeit nicht angewendet werden.
- Patienten mit Malabsorptionssyndrom (chronische Malabsorption): Orlistat beeinträchtigt die Aufnahme von Nährstoffen und ist bei Malabsorptionssyndrom kontraindiziert.
- Patienten mit Cholestase (Gallenabflussstörung): Orlistat ist kontraindiziert, da die Resorption fettlöslicher Vitamine bereits durch die Grunderkrankung gestört ist.
- Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD): Orlistat wurde mit Oxalat‑Nephrolithiasis (Nierensteinen) und Oxalat‑Nephropathie in Verbindung gebracht. Bei bestehender Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten; die Nierenfunktion sollte regelmäßig überwacht werden.
- Patienten nach Organtransplantation: Orlistat stört die Resorption von Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin); die Anwendung ist kontraindiziert.
- Patienten mit Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimie): Orlistat darf nicht bei Patienten mit diagnostizierten Essstörungen angewendet werden, da die Nahrungsaufnahme in diesen Fällen bereits krankhaft beeinträchtigt ist.
- Ältere Patienten (≥ 65 Jahre): Die Sicherheit und Wirksamkeit bei älteren Patienten ist nicht durch ausreichende Studien belegt.
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Orlistat hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Alkohol sollte während der Behandlung in Maßen konsumiert werden, da größere Mengen alkoholischer Getränke die Kalorienbilanz negativ beeinflussen und die Motivation für die empfohlene Diät untergraben können.
Dosierungsanleitung
- Erwachsene – Gewichtsreduktion: Die empfohlene Dosis beträgt 1 Kapsel Orlistat zu jeder Hauptmahlzeit, die Fett enthält. Wird eine Mahlzeit ausgelassen oder enthält sie kein Fett, sollte die Dosis ausgelassen werden. Die Gesamtdosis sollte 3 Kapseln pro Tag nicht überschreiten.
- Erhaltungstherapie / Rückfallprophylaxe: Die gleiche Dosis (1 Kapsel zu den Hauptmahlzeiten) wird nach Erreichen des gewünschten Gewichts fortgesetzt, um den Erfolg zu stabilisieren.
- Dauer der Behandlung: Die Anwendungsdauer sollte 6 Monate nicht überschreiten. Falls nach 12 Wochen Behandlung keine messbare Gewichtsabnahme (mindestens 5 % des Ausgangskörpergewichts) erreicht wurde, ist die Therapie zu überdenken.
- Art der Anwendung: Die Kapseln sind unzerkaut mit Wasser während (oder innerhalb von 1 Stunde nach) der Mahlzeit einzunehmen. Um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten, sollte eine Multivitamin‑Supplementierung (mit fettlöslichen Vitaminen A, D, E, K) mindestens 2 Stunden vor oder nach der Einnahme von Orlistat (z. B. abends vor dem Schlafengehen) erfolgen.
- Wichtige Ernährungsrichtlinie: Die tägliche Fettzufuhr sollte auf etwa 30 % der gesamten Kalorienaufnahme verteilt werden (bei einer 2000‑Kalorien‑Diät entspricht dies ca. 67 g Fett). Eine Diät mit höherem Fettgehalt verstärkt die gastrointestinalen Nebenwirkungen.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Behandelten)
- Öliger, fettiger Stuhl (Steatorrhoe)
- Ölige Flecken am After
- Blähungen mit unwillkürlichem Abgang öligen Sekrets
- Stuhldrang (plötzlicher, starker Stuhldrang)
- Vermehrte Stuhlfrequenz (mehr als 3 Stuhlgänge pro Tag)
- Weicher, flüssiger Stuhl
Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 100 bis weniger als 1 von 10 Behandelten)
- Bauchschmerzen, Übelkeit
- Stuhlinkontinenz (unwillkürlicher Stuhlabgang)
- Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege (Erkältungen, grippale Infekte)
- Unterzuckerung (Hypoglykämie) – insbesondere bei gleichzeitiger Antidiabetika‑Therapie
- Grippeartige Symptome, Müdigkeit
Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1.000 Behandelten)
- Oxalat‑Nephrolithiasis (Bildung von Calcium‑Oxalat‑Nierensteinen)
- Oxalat‑Nephropathie mit Nierenversagen (insbesondere bei vorbestehenden Nierenerkrankungen oder Risikofaktoren)
- Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung, in Einzelfällen mit letalem Ausgang)
- Schwere Leberfunktionsstörungen (erhöhte Leberenzyme, Hepatitis, Leberversagen)
- Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria, Angioödem, Anaphylaxie)
- Rektalblutungen, Divertikulitis
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Orlistat oder einen sonstigen Bestandteil
- Chronisches Malabsorptionssyndrom (gestörte Nährstoffaufnahme)
- Cholestase (Gallenabflussstörung)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin, Warfarin oder anderen Vitamin‑K‑Antagonisten (ohne ärztliche Rücksprache)
- Zustand nach Organtransplantation
- Bestehende Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimie)
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- Ciclosporin (Immunsuppressivum): Orlistat reduziert die Resorption von Ciclosporin erheblich; die gleichzeitige Gabe ist kontraindiziert. Bei einer Therapieumstellung muss der Ciclosporin‑Spiegel engmaschig überwacht werden.
- Warfarin und andere orale Antikoagulanzien (Cumarin‑Typ): Orlistat kann die Vitamin‑K‑Resorption reduzieren, was die gerinnungshemmende Wirkung verstärken kann. Die INR ist häufiger zu kontrollieren und die Dosis gegebenenfalls anzupassen.
- Amiodaron (Antiarrhythmikum): Orlistat kann die Resorption von Amiodaron vermindern; die gleichzeitige Gabe sollte nur unter sorgfältiger klinischer Überwachung erfolgen.
- Schilddrüsenhormone (Levothyroxin): Die Resorption von Levothyroxin kann verringert sein; die Behandlung der Hypothyreose ist engmaschig zu überwachen und die Dosis gegebenenfalls anzupassen.
- Antidiabetika (Metformin, Sulfonylharnstoffe, Insulin): Orlistat kann die Blutzuckerkontrolle verbessern; bei gleichzeitiger Anwendung ist das Risiko von Hypoglykämien erhöht (Blutzuckerkontrolle, gegebenenfalls Dosisanpassung der Antidiabetika).
- Antiepileptika (Valproinsäure, Lamotrigin, Carbamazepin): Durch Durchfall oder Malabsorption kann die Wirksamkeit oraler Antiepileptika beeinträchtigt sein; die Gefahr von Krampfanfällen kann zunehmen.
- Orale Kontrazeptiva („Pille“): Bei schweren Durchfällen unter Orlistat kann die Resorption der Kontrazeptiva beeinträchtigt sein. Frauen wird die Verwendung einer zusätzlichen Barrieremethode (z. B. Kondome) empfohlen.
- Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) und Carotinoide (z. B. Beta‑Carotin): Orlistat reduziert die Absorption dieser Nährstoffe; die Einnahme eines Multivitamin‑Präparats mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden (z. B. abends) ist obligatorisch.
- HIV‑Protease‑Hemmer (z. B. Ritonavir, Atazanavir): Orlistat kann die Resorption dieser Wirkstoffe beeinträchtigen; eine klinische Überwachung wird empfohlen.
Praktische Hinweise
- Ernährung: Befolgen Sie strikt eine fettarme und kalorienreduzierte Diät, in der etwa 30 % der Kalorien aus Fett stammen (maximal 30 g Fett pro Hauptmahlzeit). Eine fettarme Diät reduziert die typischen gastrointestinalen Nebenwirkungen (fettige Stühle, Blähungen, Stuhlinkontinenz) erheblich.
- Multivitamin‑Supplement: Nehmen Sie einmal täglich (z. B. vor dem Schlafengehen) ein Multivitamin‑Präparat ein, das die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und Beta‑Carotin enthält, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
- Erfolgskontrolle: Nach 12 Wochen Behandlung sollte der Gewichtsverlauf überprüft werden. Eine Gewichtsabnahme von weniger als 5 % des Ausgangsgewichts spricht gegen die Fortführung der Therapie (die Wirksamkeit ist dann nicht nachgewiesen).
- Langzeittherapie: Die Behandlung sollte 6 Monate nicht überschreiten. Eine fortgesetzte Einnahme über diesen Zeitraum hinaus erfordert eine ärztliche Evaluation.
- Flüssigkeitszufuhr: Orlistat kann die Oxalat‑Konzentration im Urin erhöhen. Trinken Sie reichlich Flüssigkeit (mindestens 2 Liter pro Tag), um das Risiko von Nierensteinen zu reduzieren.
- Vergessene Dosis: Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollten Sie sie nachholen, sobald Sie sich daran erinnern (es sei denn, die nächste Hauptmahlzeit steht unmittelbar bevor). Verdoppeln Sie nicht die Dosis, um eine vergessene Einnahme auszugleichen.
- Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Bei Nieren‑ oder Leberschmerzen / Gelbsucht: Bei starken Oberbauchschmerzen (mit Ausstrahlung in den Rücken), Gelbfärbung von Haut oder Augen (Ikterus), dunkler Urinfarbe oder anhaltender Übelkeit muss die Behandlung sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden (Hinweis auf Pankreatitis oder schwere Leberfunktionsstörung).
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Liraglutid (Saxenda): GLP‑1‑Rezeptoragonist (täglich subkutane Injektion), führt zu einer moderaten Gewichtsabnahme über zentrale Appetitzügelung und Magenentleerungsverzögerung. Zugelassen bei Adipositas (BMI größer oder gleich 30) oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen.
- Semaglutid (Wegovy): GLP‑1‑Rezeptoragonist (wöchentliche Injektion), bessere Wirksamkeit hinsichtlich Gewichtsverlust als Liraglutid. Zugelassen bei Adipositas (BMI größer oder gleich 30) oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen.
- Tirzepatid (Mounjaro): Doppelagonist von GLP‑1 und GIP (wöchentliche Injektion). In Studien zur Gewichtsreduktion am effektivsten. Zugelassen zur Behandlung von Typ‑2‑Diabetes, jedoch auch off‑label für Gewichtsmanagement eingesetzt.
- Naltrexon/Bupropion (Mysimba): Orale Fixkombination (zweimal täglich), die zentral auf die Appetitregulation wirkt. Zugelassen zur Gewichtsreduktion bei Adipositas (BMI größer oder gleich 30) oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen, in Deutschland jedoch nicht regulär im Handel.
- Phentermin/Topiramat (Qsymia): Orale Kombination eines Appetitzüglers mit einem Antiepileptikum; nicht in Deutschland zugelassen.
- Diätetische Maßnahmen: Wissenschaftlich fundierte Ernährungsumstellung (kalorienreduzierte, ausgewogene Diät) sowie ein strukturiertes Bewegungsprogramm sind die Basis jeder Behandlung und können in vielen Fällen ausreichend sein, ohne dass Medikamente erforderlich sind.
- Ballaststoffreiche Quellmittel (z. B. Glucomannan, Flohsamenschalen): Pflanzliche Verdickungsmittel, die im Magen aufquellen und das Sättigungsgefühl erhöhen, ohne systemisch zu wirken. Rezeptfrei erhältlich, geringere Wirksamkeit (nur unterstützend).
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Orlistat als Zusatz zu einer hypokalorischen Diät ist in mehreren großen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien (XENDOS‑Studie, XEDO‑Studien) über 1‑4 Jahre belegt. In der XENDOS‑Studie (2004) mit über 3.300 adipösen Patienten (BMI größer oder gleich 30) führte Orlistat über 4 Jahre zu einer durchschnittlichen Gewichtsabnahme von 5,8 kg (Placebo 3,0 kg). Die Reduktion des Risikos für die Entwicklung eines Typ‑2‑Diabetes betrug 37 % unter Orlistat im Vergleich zu Placebo. Eine Metaanalyse aus 16 Studien (n = 10.631) zeigte, dass mit Orlistat durchschnittlich 2,9 kg mehr Gewicht verloren wurden als mit Placebo (mittlere Differenz). Die Anzahl der Patienten, die eine Gewichtsabnahme von mindestens 5 % erreichten, war unter Orlistat signifikant höher (50 % vs. 28 % unter Placebo). Eine separate Metaanalyse bei Typ‑2‑Diabetikern zeigte zusätzlich eine Verbesserung der glykämischen Kontrolle (Reduktion von HbA1c um 0,3‑0,5 % im Vergleich zu Placebo). Die häufigsten Nebenwirkungen waren gastrointestinale Beschwerden, die in den ersten Behandlungswochen auftraten und durch eine fettreduzierte Diät abgemildert werden konnten. In Studien mit 60 mg Orlistat (Alli®) war die Gewichtsabnahme geringer als mit 120 mg, aber immer noch signifikant besser als Placebo.
Wichtig: Orlistat ist kein „Allheilmittel“ zur Gewichtsabnahme, sondern ein Hilfsmittel, das nur als Teil eines umfassenden Programms aus Diät und Bewegung wirken kann. Ohne gleichzeitige Ernährungsumstellung (insbesondere strikte Reduzierung des Nahrungsfetts) treten unangenehme Nebenwirkungen wie öliger, unkontrollierter Stuhlgang auf, und die langfristige Gewichtsabnahme ist nicht gewährleistet. Die 120 mg‑Dosierung (Xenical® und Generika) ist verschreibungspflichtig; die 60 mg‑Dosis (Alli®) ist rezeptfrei, jedoch auch nur für eine BMI‑Indikation von größer oder gleich 28 kg/m² zugelassen. Nehmen Sie niemals die höhere Dosis ohne ärztliche Kontrolle. Da Orlistat die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen behindert, ist die Einnahme eines Multivitamin‑Supplements unerlässlich. Bei anhaltenden starken Bauchschmerzen, Gelbsucht, dunklem Urin, starken Flankenschmerzen (Nierensteine) oder anhaltendem Durchfall mit Gewichtsverlust ist die Behandlung sofort zu beenden und ein Arzt aufzusuchen. Eine regelmäßige Überwachung der Leber‑, Nierenfunktion und des Vitaminstatus ist bei Langzeitanwendung zu empfehlen. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des Arztes.
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