Permethrin

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Permethrin ist ein topisches antiparasitäres Arzneimittel zur Behandlung von Läusen und Krätze. Es wirkt, indem es die Parasiten und deren Eier lähmt und abtötet. Es wird auf die Haut oder die Kopfhaut aufgetragen und muss genau nach Anweisung angewendet werden, um wirksam zu sein und eine erneute Infektion zu vermeiden. Leichte Hautreizungen können auftreten, sind aber in der Regel vorübergehend.

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Permethrin ist ein antiparasitäres Arzneimittel, das zur Behandlung der Krätze (Skabies) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab dem vollendeten 2. Lebensmonat eingesetzt wird. Das Medikament gehört zur Wirkstoffgruppe der Pyrethroide und wirkt als Kontakt- und Fraßgift gegen Krätzmilben sowie deren Eier und Larven. Es schädigt die Natriumkanäle im Nervensystem der Parasiten, was zu einer Lähmung und zum Absterben der Milben führt. Die Therapie erfolgt in der Regel durch eine einmalige Ganzkörperbehandlung mit einer 5%igen Creme, die für mindestens acht Stunden einwirken muss.

Die übliche Dosis von Permethrin beträgt: Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre tragen eine ausreichende Menge Creme (bis zu 30 g, entsprechend einer 30‑g‑Tube) einmalig auf die gesamte Körperoberfläche auf. Kinder von 6‑12 Jahren erhalten bis zu 15 g (entsprechend einer halben 30‑g‑Tube), Kinder von 2 Monaten bis 5 Jahren bis zu 7,5 g (entsprechend einer viertel 30‑g‑Tube). Bei besonders großen Körperoberflächen können einzelne Erwachsene auch eine zweite Tube (insgesamt maximal 60 g) benötigen.
Darreichungsform: Creme mit 50 mg Permethrin pro 1 g (5%ige Creme).
Wirkungseintritt: Die Creme beginnt unmittelbar nach dem Auftragen auf der Haut zu wirken. Abgetötete Milben können bereits wenige Stunden nach der Anwendung von der Haut abgewaschen werden.
Wirkdauer: Die Creme muss für mindestens 8 Stunden (besser 12 Stunden) auf der Haut einwirken. Danach wird sie mit Wasser und Seife abgewaschen.
Alkoholempfehlung: Während der Behandlung mit Permethrin bestehen keine spezifischen Einschränkungen bezüglich Alkohol. Allerdings sollte die Haut vor dem Auftragen der Creme trocken und kühl sein, daher sollte auf alkoholhaltige Produkte unmittelbar vor der Anwendung verzichtet werden.
Häufigste Nebenwirkungen: Vorübergehende Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung, Brennen, Kribbeln (Parästhesien) sowie Trockenheit der Haut an den behandelten Stellen treten häufig auf.

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Allgemeine Informationen über Permethrin

  • INN (Internationale Nicht‑Eigentumsbezeichnung): Permethrin
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: InfectoScab® 5% Creme, Permethrin AL 5% Creme, Permethrin-biomo Creme 5%, gepescab 5% Creme.
  • ATC‑Code: P03AC04
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Creme (50 mg/g = 5%) als Einzeldosisbehältnis oder in Tuben zu 30 g, 60 g, 90 g und 120 g.
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH (InfectoScab), ALIUD Pharma GmbH (Permethrin AL), biomo pharma GmbH (Permethrin-biomo), gepepharm GmbH (gepescab).
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Permethrin ist ein synthetisches Pyrethroid, das strukturell mit den natürlich vorkommenden Pyrethrinen aus Chrysanthemenblüten verwandt ist. Es wirkt als Kontaktgift gegen Ektoparasiten. Der Wirkmechanismus basiert auf einer Modulation der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenzellmembranen der Milben und anderen Gliederfüßern. Permethrin verlängert die Öffnungsphase der Natriumkanäle, was zu einer anhaltenden Depolarisation der Nervenzellen führt. Dies löst zunächst eine Übererregung mit Koordinationsstörungen aus, gefolgt von einer Lähmung (Paralyse) und schließlich dem Tod der Parasiten. Die perkutane Resorption von Permethrin durch die menschliche Haut ist minimal; die durchschnittliche Resorptionsrate beträgt nur 0,15-0,47 % der aufgetragenen Dosis. Resorbiertes Permethrin wird in der Leber rasch zu inaktiven Metaboliten gespalten, die über die Nieren ausgeschieden werden. Die geringe systemische Verfügbarkeit erklärt die hohe lokale Verträglichkeit und das geringe Risiko für systemische Nebenwirkungen.

Anwendungsgebiete

  • Behandlung der Krätze (Skabies), verursacht durch Sarcoptes scabiei var. hominis, bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab dem vollendeten 2. Lebensmonat.
  • Die 5%‑Creme ist gemäß den Leitlinien der WHO und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft das Mittel der ersten Wahl zur Skabiestherapie.
  • In niedrigeren Konzentrationen (0,5%‑Lösung) ist Permethrin auch zur Behandlung von Kopfläusen zugelassen, die Creme wird jedoch standardmäßig für die Skabiestherapie eingesetzt.

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Kinder unter 2 Monaten: Die Anwendung bei Neugeborenen und Säuglingen unter 2 Monaten ist kontraindiziert, da keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen.
  • Kinder von 2‑23 Monaten: Eine Behandlung sollte nur unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht erfolgen, da begrenzte Erfahrungen vorliegen.
  • Asthma und Ekzeme: Permethrin kann die Symptome von Asthma oder Ekzemen verschlechtern; bei bekannter Überempfindlichkeit ist Vorsicht geboten.
  • Schwangerschaft: Aufgrund der minimalen systemischen Resorption und langjähriger Erfahrungen ohne Hinweise auf teratogene Wirkungen kann Permethrin in der Schwangerschaft nach strenger Nutzen‑Risiko‑Abwägung eingesetzt werden.
  • Stillzeit: Ein toxisches Risiko für den Säugling über die Muttermilch ist nicht zu erwarten. Nach der Anwendung auf der Brust sollte die Creme vor dem Stillen gründlich von den Brustwarzen entfernt werden.
  • Ältere Patienten (über 65 Jahre): Bei älteren Menschen sollte auch das Gesicht, die Ohren und die Kopfhaut mitbehandelt werden. (Bei Kindern und älteren Menschen)

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Permethrin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Alkohol ist während der Behandlung nicht grundsätzlich verboten, jedoch sollte die Haut vor dem Auftragen der Creme trocken sein. Bei übermäßigem Alkoholkonsum kann die Haut zusätzlich austrocknen und gereizt werden.

Dosierungsanleitung

  • Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre: Eine ausreichende Menge Creme (bis zu 30 g) wird einmalig auf die gesamte Körperoberfläche aufgetragen. Bei besonders großen Körperflächen können einzelne Patienten eine zweite Tube (insgesamt maximal 60 g) benötigen.
  • Kinder von 6‑12 Jahren: Bis zu 15 g Creme (entsprechend einer halben 30‑g‑Tube) einmalig auf den gesamten Körper auftragen (einschließlich Hals, Gesicht, Ohren und Kopfhaut). Die Augen- und Mundpartie sind auszusparen.
  • Kinder von 2 Monaten bis 5 Jahren: Bis zu 7,5 g Creme (entsprechend einer viertel 30‑g‑Tube) einmalig auf den gesamten Körper auftragen (einschließlich Hals, Gesicht, Ohren und Kopfhaut). Die Behandlung sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
  • Art der Anwendung: Die Creme wird auf saubere, trockene und kühle Haut aufgetragen. Vor der Anwendung sollte die Haut nach einem warmen Bad wieder normale Körpertemperatur haben. Tragen Sie die Creme gleichmäßig und dünn auf den gesamten Körper auf, einschließlich der Finger‑ und Zehenzwischenräume, unter den Nägeln, Handgelenke, Achselhöhlen, äußere Genitalien, Knöchel und Gesäß. Verwenden Sie beim Auftragen Einweghandschuhe. Lassen Sie die Creme mindestens 8 Stunden (besser 12 Stunden) einwirken – vorzugsweise über Nacht. Danach duschen Sie die Creme gründlich mit Wasser und Seife ab.
  • Wiederholungsbehandlung: In der Regel ist eine einmalige Anwendung ausreichend. Bei schwerem Befall, geschwächtem Immunsystem oder wenn mehrere Personen im Umfeld betroffen sind, wird eine zweite Behandlung nach 7‑14 Tagen empfohlen.
  • Vergessene Anwendung: Falls Sie eine Anwendung vergessen haben, tragen Sie die Creme so bald wie möglich auf. Wenn die nächste Anwendung bereits in weniger als 12 Stunden fällig ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Eine doppelte Dosis ist nicht erforderlich.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen (1‑10 %)

  • Juckreiz (Pruritus) – meist durch die Grunderkrankung bedingt, kann aber auch behandlungsbedingt sein
  • Hautreizungen: Rötungen, Brennen, Stechen, Kribbeln (Parästhesien)
  • Trockene Haut

Gelegentliche Nebenwirkungen (0,1‑1 %)

  • Hautausschlag, Ekzeme
  • Vorübergehende Verstärkung des Juckreizes

Seltene bis sehr seltene Nebenwirkungen (weniger als 0,1 %)

  • Kopfschmerzen
  • Allergische Reaktionen (Kontaktdermatitis, Urtikaria) – in diesem Fall Behandlung sofort abbrechen und Arzt konsultieren
  • Exkoriationen (Hautabschürfungen), Follikulitis (Haarbalgentzündung), Hypopigmentierung (verminderte Hautpigmentierung)

Absolute Kontraindikationen

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Permethrin, andere Pyrethrine oder Pyrethroide.
  • Neugeborene und Säuglinge in den ersten 2 Lebensmonaten.
  • Bei Allergie gegen Chrysanthemen oder andere Korbblütler (Kompositen) sollte die Anwendung nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • Andere topische Anwendungen: Es liegen keine Studien zu Wechselwirkungen vor. Andere topische Produkte (Cremes, Lotionen) sollten nicht gleichzeitig auf den gleichen Hautarealen angewendet werden, da sie die Resorption oder Wirksamkeit beeinflussen könnten.
  • Latexprodukte (Kondome, Diaphragmen): Die in der Creme enthaltenen Hilfsstoffe (Paraffin, weißes Vaselin) können die Funktionsfähigkeit von Latexprodukten beeinträchtigen. Daher sollte nach der Anwendung der Creme für mindestens 48 Stunden auf die Verwendung von Kondomen oder Diaphragmen verzichtet werden.
  • Keine systemischen Wechselwirkungen bekannt: Aufgrund der minimalen Resorption durch die Haut sind klinisch relevante Wechselwirkungen mit oralen Medikamenten nicht bekannt.

Praktische Hinweise

  • Ganzkörperanwendung: Eine gründliche und vollständige Eincremung aller Körperregionen (auch der oft vernachlässigten Stellen wie Knöchel, Zehenzwischenräume, Sakralbereich) ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Studien zeigten, dass die Knöchel in 62% der Fälle unbehandelt blieben, gefolgt von den Zehenzwischenräumen (33%) und dem Sakralbereich (24%).
  • Behandlung von Kontaktpersonen: Alle Haushaltsmitglieder und engen Kontaktpersonen sollten gleichzeitig untersucht und gegebenenfalls behandelt werden, um Reinfektionen zu vermeiden.
  • Begleitmaßnahmen: Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten nach der Behandlung bei mindestens 60°C gewaschen werden. Nicht waschbare Textilien für mindestens 3 Tage in einem verschlossenen Plastikbeutel aufbewahren, da die Milben ohne Wirt nach 3 Tagen absterben. Teppiche und Polstermöbel gründlich absaugen.
  • Nach der Behandlung: Der Juckreiz kann noch mehrere Wochen anhalten, da er durch eine allergische Reaktion auf die abgetöteten Milben verursacht wird. Dies ist kein Zeichen eines Therapieversagens. Eine Nachbehandlung mit rückfettenden Pflegesalben oder Ölbädern ist empfehlenswert.
  • Lagerung: Nicht über 25°C lagern. Tube fest verschlossen halten. Nach dem ersten Öffnen ist die Creme maximal 12 Wochen haltbar. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Überdosierung: Eine Überdosierung ist bei äußerlicher Anwendung nicht zu befürchten. Bei versehentlichem Verschlucken sofort einen Arzt aufsuchen – es kann zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Krämpfen kommen.
  • Umwelthinweis: Permethrin ist schädlich für Wasserorganismen. Die Creme darf nicht in Gewässer gelangen. Entsorgen Sie Reste über die Apotheke oder den Hausmüll – nicht über die Toilette oder das Waschbecken.

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Ivermectin (oral): Ein systemisches Antiparasitikum in Tablettenform (z. B. Stromectol). Wird bei Skabies üblicherweise als Einmaldosis (200 µg/kg Körpergewicht) eingesetzt. Alternative für Patienten mit Kontraindikationen für Permethrin oder bei Therapieversagen.
  • Benzylbenzoat: Topisches Antiskabiosum (10‑25%ige Lotion oder Emulsion). Wirkt ebenfalls akarizid, muss jedoch an 3‑5 aufeinanderfolgenden Tagen angewendet werden. Kann stärkere Hautreizungen verursachen.
  • Crotamiton (z. B. Eurax): Topisches Antiskabiosum mit zusätzlicher antipruriginöser (juckreizstillender) Wirkung. Wirkt etwas schwächer als Permethrin und erfordert ebenfalls Mehrfachanwendungen über mehrere Tage.
  • Malathion 0,5%: Ein Organophosphat, das ebenfalls gegen Skabies eingesetzt werden kann, ist jedoch nur begrenzt wirksam und kann lokale Reizungen verursachen.
  • Schwefelpräzipitat (2‑10%): Eine traditionelle topische Therapie, die besonders bei Neugeborenen, Schwangeren und Stillenden eingesetzt werden kann. Wirkt weniger effektiv und hat einen starken Eigengeruch.

Klinische Wirksamkeit

Permethrin ist der Goldstandard in der Skabiestherapie. In randomisierten kontrollierten Studien wurde eine Heilungsrate von bis zu 90% nach einer einmaligen Anwendung belegt. Die Wirksamkeit ist signifikant höher als bei Benzylbenzoat oder Crotamiton. In einer Metaanalyse von 20 Studien zeigte Permethrin eine Überlegenheit gegenüber Ivermectin bei der einmaligen Anwendung; die kombinierte einmalige Permethrin‑Creme erzielte eine Heilungsrate von 80‑90% im Vergleich zu 60‑80% für Ivermectin. Allerdings ist die Compliance bei der Ganzkörperanwendung für manche Patienten schwierig, sodass bei unvollständiger Anwendung oder fehlenden Begleitmaßnahmen (z. B. Wäschebehandlung) die Heilungsrate auf unter 50% sinken kann. Aufgrund der geringen Resorption, der guten Hautverträglichkeit und der hohen akariziden Potenz wird Permethrin von allen internationalen Leitlinien (WHO, CDC, AWMF) als Behandlung der ersten Wahl für Skabies bei Erwachsenen und Kindern ab dem 2. Lebensmonat empfohlen.

Wichtig: Permethrin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das nicht ohne ärztliche Diagnose und Anleitung angewendet werden sollte. Vor der Behandlung muss die Diagnose Skabies durch einen Arzt gesichert sein. Eine vollständige und sorgfältige Ganzkörperanwendung ist entscheidend für den Therapieerfolg. Die Creme muss für mindestens 8 Stunden (besser 12 Stunden) auf der Haut verbleiben – Baden oder Duschen in dieser Zeit ist kontraindiziert. Alle Haushaltsmitglieder und engen Kontaktpersonen müssen gleichzeitig untersucht und gegebenenfalls behandelt werden, um einen Reinfektionszyklus zu durchbrechen. Begleitende Hygienemaßnahmen (Waschen von Kleidung, Bettwäsche bei >60°C, 3‑tägige Isolierung nicht waschbarer Textilien) sind obligatorisch. Rückfälle innerhalb der ersten 2‑3 Wochen sind meist auf mangelhafte Anwendung oder fehlende Umgebungsbehandlung zurückzuführen, nicht auf Therapieversagen. Bei anhaltendem Juckreiz über 4 Wochen hinaus sollte erneut ein Arzt konsultiert werden, bevor eine zweite Behandlung durchgeführt wird. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des Arztes. Dieses Informationsblatt ersetzt keine medizinische Beratung.


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