Phenergan

Generic Phenergan (Promethazine)

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Phenergan behandelt verschiedene Typen von Allergie-Symptomen, einschließlich des Juckens, der laufenden Nase, des Niesens, der juckenden oder wässerigen Augen, der Nesselausschläge, und der juckenden Hautausschläge.

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Phenergan wird zur Behandlung von allergischen Symptomen wie Juckreiz, laufender Nase, Niesen, Nesselsucht und Hautausschlag eingesetzt. Das Medikament ist ein Antihistaminikum (Promethazin), das die Wirkung von Histamin blockiert. Außerdem wird es als Beruhigungs‑ und Schlafmittel sowie zur Vorbeugung von Reisekrankheit und Übelkeit verwendet.

Die übliche Dosis von Phenergan beträgt: 25 mg für Erwachsene vor dem Schlafengehen; bei Reisekrankheit 25 mg zweimal täglich.
Darreichungsform: Tablette.
Wirkungseintritt: innerhalb von 20–30 Minuten.
Wirkdauer: etwa 4–6 Stunden.
Alkoholempfehlung: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol während der Behandlung.
Häufigste Nebenwirkung: Tagesmüdigkeit (Schläfrigkeit).

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Allgemeine Informationen über Phenergan

  • INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Promethazin
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Phenergan, Promethazin‑Neuraxpharm, Promethazin‑ratiopharm, Promethazin AL, Prothazin
  • ATC-Code: R06AD02
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Tabletten (10 mg, 25 mg, 50 mg), Saft (1 mg/ml), Injektionslösung (25 mg/ml)
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Phenergan), Neuraxpharm Arzneimittel GmbH, ratiopharm GmbH, ALIUD Pharma GmbH, Teva GmbH
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx) – Ausnahme: niedrig dosierte Saftzubereitung (1 mg/ml) in manchen Bundesländern apothekenpflichtig, aber nicht rezeptpflichtig; Tabletten ab 10 mg rezeptpflichtig.

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Promethazin ist ein Antihistaminikum der ersten Generation mit zusätzlichen anticholinergen, sedierenden und antiemetischen Eigenschaften. Es blockiert kompetitiv die Histamin‑H1‑Rezeptoren in den glatten Muskeln der Atemwege, den Gefäßen und im Zentralnervensystem. Dadurch werden allergische Reaktionen wie Vasodilatation, Ödembildung und Juckreiz unterdrückt. Die starke zentral dämpfende Wirkung beruht auf der Blockade von H1‑Rezeptoren im Gehirn (insbesondere im aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem) sowie auf der Hemmung von Acetylcholin‑ und Serotonin‑Rezeptoren. Die Plasmahalbwertszeit beträgt etwa 7–14 Stunden. Die Wirkdauer ist aufgrund der langen Rezeptorbindung länger als die Halbwertszeit (4–6 Stunden). Promethazin wird hepatisch metabolisiert (CYP2D6, CYP2B6) und über die Nieren ausgeschieden.

Anwendungsgebiete

  • Allergische Erkrankungen (Heuschnupfen, Urtikaria, Arzneimittelexantheme, Kontaktdermatitis, Insektenstichallergie)
  • Prophylaxe und Therapie von Übelkeit und Erbrechen (postoperativ, medikamenteninduziert, bei Strahlentherapie, Kinetose / Reisekrankheit)
  • Sedierung (Prämedikation vor Operationen, als Schlafmittel bei Ein‑ und Durchschlafstörungen)
  • Als Adjuvans in der Schmerztherapie (zur Potenzierung von Analgetika)
  • Als Notfallmedikament bei akuten allergischen Reaktionen (z. B. intravenös bei Anaphylaxie – jedoch nicht als Erstlinie)

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Kinder unter 2 Jahren: Absolute Kontraindikation (erhöhtes Risiko für Atemdepression, paradoxe Reaktionen). Bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren nur mit äußerster Vorsicht und strenger Indikation.
  • Ältere Patienten (≥ 65 J.): Erhöhte Empfindlichkeit für Schwindel, Stürze, Verwirrtheit (anticholinerge Nebenwirkungen), Orthostase‑Probleme – Dosisreduktion empfohlen.
  • Schwangerschaft (1. Trimenon): Keine ausreichenden Studien, generell soll Promethazin nur nach strenger Nutzen‑Risiko‑Abwägung eingesetzt werden (besser Antihistaminika der zweiten Generation). Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es zu Neugeborenen‑Entzugssyndrom (Unruhe, Tremor) oder Atemdepression kommen.
  • Stillzeit: Promethazin geht in die Muttermilch über, kann beim gestillten Kind zu Sedierung oder Reizbarkeit führen – nicht anwenden oder abstillen.
  • Patienten mit Epilepsie, Prostatahyperplasie, Engwinkelglaukom, Magen‑Darm‑Obstruktion, Harnverhalt: Wegen der anticholinergen Wirkung kontraindiziert oder nur unter Aufsicht.

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Phenergan macht stark schläfrig, beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit erheblich – die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen oder gefährliche Tätigkeiten sind zu unterlassen (für mindestens 24 Stunden). Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung in gefährlichem Maße (Risiko der Atemdepression, Koma) – alkoholische Getränke sind während der Behandlung strikt zu vermeiden.

Dosierungsanleitung

  • Erwachsene – Allergie: 25 mg einmal abends vor dem Schlafengehen (bei schweren Fällen 25 mg morgens und abends). Maximal 75 mg pro Tag.
  • Erwachsene – Reisekrankheit: 25 mg zweimal täglich (erste Dosis 30–60 Minuten vor Reiseantritt).
  • Erwachsene – Schlafstörung: 25–50 mg als einmalige Dosis abends (30–60 Minuten vor dem Schlafengehen). Nicht länger als 7–10 Tage ohne ärztliche Kontrolle.
  • Kinder (2–5 Jahre): In Ausnahmefällen 5–15 mg als Einzeldosis (entsprechend 1–3 ml Saft 1 mg/ml), nach Gewicht (0,2‑0,5 mg/kg).
  • Kinder (6–12 Jahre): 10–25 mg, je nach Schwere.
  • Ältere / Leberinsuffiziente: Dosisreduktion (z. B. 12,5 mg abends).
  • Hinweis: Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei längerer Anwendung ist eine ärztliche Kontrolle erforderlich (insbesondere Blutbild, Leberenzyme).

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1/100)

  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit (bis 30 %), Sedierung, verminderte Aufmerksamkeit
  • Trockener Mund, verschwommenes Sehen (anticholinerg)
  • Schwindel, Koordinationsstörungen
  • Verstimmung, Gewichtszunahme

Gelegentliche Nebenwirkungen (1/100 bis weniger als 1/1000)

  • Hypotonie (insbesondere bei i.v.-Gabe, orthostatische Dysregulation)
  • Tachykardie, Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)
  • Paradoxe Reaktionen (bei Kindern und alten Menschen: Unruhe, Angst, Erregtheit, Halluzinationen)
  • Harnverhalt, Verstopfung
  • Lichtempfindlichkeit (Photosensibilisierung)
  • Appetitsteigerung

Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 1/1000)

  • Spätdyskinesien, extrapyramidale Symptome (Zittern, Muskelsteifheit, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur) – insbesondere bei hohen Dosen oder Langzeittherapie
  • Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS): hohes Fieber, Muskelrigor, Bewusstseinsstörung, autonome Instabilität – Notfall
  • Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie (Blutbildkontrollen bei langer Therapie)
  • Cholestatischer Ikterus (Gelbsucht durch Leberschädigung)
  • Atemdepression (insbesondere bei Kindern und Überdosierung)
  • Schwere Hautreaktionen (Stevens‑Johnson‑Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)

Absolute Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Promethazin oder andere Phenothiazine
  • Kinder unter 2 Jahren (auch niedrig dosierte Zubereitungen)
  • Komatöse Zustände, Atemdepression, akute Vergiftungen mit ZNS‑Dämpfern (Alkohol, Barbiturate, Opioide)
  • Gleichzeitige Therapie mit MAO‑Hemmern (innerhalb der letzten 14 Tage) – Risiko einer hypertensiven Krise oder schwerer Sedierung.
  • Engwinkelglaukom
  • Prostatahyperplasie mit Restharnbildung
  • Pylorusstenose, paralytischer Ileus
  • Schwere Herzinsuffizienz oder verlängertes QT‑Intervall (bekannt)

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • MAO‑Hemmer (Tranylcypromin, Moclobemid, Selegilin, Rasagilin): Verlängern und verstärken die anticholinergen und sedierenden Effekte von Promethazin – Kontraindikation (mindestens 14 Tage Abstand).
  • Alkohol, Beruhigungsmittel, Benzodiazepine, Barbiturate, Opioide, Hypnotika, Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva: Additive zentraldämpfende Wirkung, verstärkte Müdigkeit, Atemdepression – gefährliche Kombinationen, vermeiden oder engmaschige Überwachung.
  • Anticholinergika (Atropin, Biperiden, trizyklische AD, Neuroleptika, Parkinsonmittel): Potenzierung der anticholinergen Nebenwirkungen (Harnverhalt, Mundtrockenheit, Verstopfung, Verwirrtheit).
  • Epinephrin (Adrenalin): Promethazin kann die blutdrucksteigernde Wirkung von Adrenalin umkehren (alpha‑Blockade) – bei Notfällen alternative Vasopressoren (z. B. Phenylephrin) bevorzugen.
  • Lithium: Erhöhtes Risiko für extrapyramidale Symptome und neurotoxische Wirkungen.
  • Betablocker (Propranolol, Metoprolol): Additive blutdrucksenkende Effekte, Bradykardierisiko.
  • Antihypertensiva, Diuretika: Verstärkte Blutdrucksenkung – Orthostasegefahr.
  • Warfarin (Phenprocoumon): Promethazin kann die gerinnungshemmende Wirkung theoretisch verändern (Gerinnung häufiger kontrollieren).
  • Levodopa: Promethazin kann dessen Wirksamkeit reduzieren.

Praktische Hinweise

  • Einnahme: Tabletten mit einem Glas Wasser einnehmen. Bei Magenbeschwerden zusammen mit einer Mahlzeit oder Milch. Bei Schlafstörungen 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen einnehmen. Bei Reisekrankheit erste Dosis eine halbe Stunde vor Reisebeginn.
  • Vergessene Dosis: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie sie so bald wie möglich nach. Ist es aber fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene Dosis aus – nehmen Sie keine doppelte Dosis.
  • Überdosierung: Symptome: tiefe Sedierung bis Koma, Atemdepression, Hypotonie, Tachykardie, erweiterte Pupillen, trockene Schleimhäute, Delirium, Krampfanfälle. Behandlung: Notruf 112, stationäre Überwachung, Atemunterstützung, Aktivkohle (bei oraler Einnahme), keine Analeptika (Gefahr von Krampfanfällen).
  • Lichtempfindlichkeit: Während der Therapie starke Sonneneinstrahlung, Solarien und UV‑Lampen meiden.
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15–25 °C), trocken, vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern.
  • Dauer der Anwendung: Nicht länger als 7‑10 Tage ohne ärztliche Kontrolle (insbesondere bei Schlafstörungen und Kindern).

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Antihistaminika der zweiten Generation (Cetirizin, Loratadin, Desloratadin, Fexofenad, Bilastin): Keine oder nur geringe Sedierung, keine anticholinerge Wirkung, daher für Allergiker im Straßenverkehr und am Tag besser geeignet.
  • Dimenhydrinat (Vomex, Superpep, Reisefrei): Antiemetikum und Mittel gegen Reisekrankheit mit ähnlich sedierender Wirkung, aber schwächerer antiallergischer Komponente.
  • Diphenhydramin (Schlafsterne, Emesan): Vergleichbares Antihistaminikum der ersten Generation, stark sedierend, als Schlafmittel oder bei Urtikaria.
  • Melatonin (z. B. Circadin): Schlafinduktor ohne anticholinerge und antihistaminerge Effekte, nicht sedierend am Tag, gut für ältere Menschen.
  • Doxylamin (Reisetabletten, Schlaf‑Doxylamin): Stark sedierendes Antihistaminikum, zugelassen als Schlafmittel (kürzere Halbwertszeit als Promethazin).
  • Lorazepam oder Z‑Substanzen (Zolpidem, Zopiclon) – bei Schlafstörungen, aber nur kurzfristig, keine antiallergische Wirkung.
  • Setrone (Ondansetron, Granisetron) – hochselektive Antiemetika (bei Chemotherapie, postoperative Übelkeit), keine Sedierung.

Klinische Wirksamkeit

Promethazin ist seit den 1940er Jahren klinisch etabliert. In randomisierten Studien zeigt es eine gute Wirksamkeit bei allergischer Rhinoconjunctivitis (Senkung der Symptomwerte um 50‑70 %) und bei Urtikaria. Als Antiemetikum ist es nach wie vor wirksam (vergleichbar mit Dimenhydrinat), jedoch mit stärkerer Sedierung. Bei der Prophylaxe von Reisekrankheit ist Promethazin Dimenhydrinat leicht überlegen (weniger Erbrechen). In der Prämedikation vor Operationen reduziert es Angst und Speichelsekretion. Für die Indikation Schlafstörung existieren nur wenige moderne Studien; aufgrund der langen Halbwertszeit ist die Tagesmüdigkeit unerwünscht. In Deutschland ist Promethazin in den Leitlinien der Allergologie nicht mehr Mittel der ersten Wahl (bevorzugt werden nicht‑sedierende Antihistaminika). Wegen des Risikos extrapyramidaler Symptome (insbesondere bei Kindern und Langzeittherapie) und der paradoxen Erregung bei Kindern ist die Anwendung streng limitiert. Der Einsatz als Schlafmittel bei älteren Patienten wird wegen des Sturzrisikos und anticholinerger Effekte zunehmend kritisch gesehen.

Wichtig: Phenergan (Promethazin) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit erheblichem sedierenden und anticholinergen Potenzial. Die Selbstmedikation kann zu schweren Unfällen im Straßenverkehr, zu Stürzen (insbesondere bei älteren Menschen) oder zu Atemdepression führen (besonders gefährlich bei Kindern und in Kombination mit Opioiden oder Alkohol). Die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren ist absolut untersagt; bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren erfolgt die Gabe nur nach strenger ärztlicher Indikation und unter Aufsicht. Long‑term‑Therapie erhöht das Risiko für Spätdyskinesien, kognitive Beeinträchtigungen und Blutbildveränderungen. Vor Beginn der Behandlung muss eine gründliche ärztliche Diagnostik stattfinden (insbesondere Ausschluss von Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie, Epilepsie, QT‑Verlängerung). Nehmen Sie das Medikament nicht gemeinsam mit anderen zentral dämpfenden Substanzen ein. Bei Auftreten von unkontrollierten Bewegungen, hohem Fieber, schweren Hautreaktionen oder Atembeschwerden ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Die Packungsbeilage und die ärztliche Anweisung sind verbindlich – dieses Informationsblatt ersetzt keine Fachinformation.


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