Qvar

Generic Qvar (Beclomethasone dipropionate)

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Qvar ist ein inhalatives Kortikosteroid, das zur Vorbeugung und Kontrolle von Asthmasymptomen eingesetzt wird, indem es Entzündungen in den Atemwegen reduziert.

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Qvar (Wirkstoff: Beclometasondipropionat) ist ein entzündungshemmendes Kortikosteroid zur Inhalation, das zur regelmäßigen Behandlung von Asthma bronchiale bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren eingesetzt wird. Es wirkt lokal in der Lunge, indem es die Entzündungsreaktion in den Atemwegen unterdrückt, Schwellungen der Bronchialschleimhaut reduziert und die Überempfindlichkeit der Bronchien verringert. Bei konsequenter, regelmäßiger Anwendung beugt es Asthmaanfällen vor und verbessert langfristig die Lungenfunktion. Es ist nicht zur Akutbehandlung von plötzlichen Atemnotanfällen geeignet.

Die übliche Dosis von Qvar (Beclometasondipropionat 200 µg) beträgt: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren inhalieren bei leichtem Asthma 2-‑4 Hübe (100‑200 µg) pro Tag, bei mittelschwerem Asthma 4‑‑8 Hübe (200‑400 µg) pro Tag und bei schwerem Asthma 8‑16 Hübe (400‑800 µg) pro Tag. Die Tagesgesamtdosis wird auf 2 Inhalationen (morgens und abends) verteilt, also jeweils die Hälfte der Hübe.
Darreichungsform: Druckgasinhalation (Dosieraerosol) mit 200 µg Beclometasondipropionat pro Sprühstoß; erhältlich mit 200 Hüben.
Wirkungseintritt: Die entzündungshemmende Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern erst nach wenigen Tagen regelmäßiger Anwendung. Eine sofortige Besserung der Beschwerden bei einem akuten Asthmaanfall ist nicht zu erwarten.
Wirkdauer: Bei zweimal täglicher Anwendung (morgens und abends) hält die Wirkung über den gesamten Tag an.
Alkoholempfehlung: Während der Behandlung mit Qvar sollte auf Alkohol verzichtet werden, da Alkohol die Atemwege reizen und die Entzündungsreaktion verstärken kann.
Häufigste Nebenwirkungen: Heiserkeit, Hustenreiz, Reizung des Rachens, Mundsoor (Candidose, weiße Beläge im Mund‑Rachen‑Raum).

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Allgemeine Informationen über Qvar (Beclometason)

  • INN (Internationale Nicht‑Eigentumsbezeichnung): Beclometasondipropionat
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Qvar (Autohaler, Redihaler), Beclometason-ratiopharm Dosieraerosol, Beclometason-1A Pharma, Beclometason Heumann, Junik, Sanasthmax, Ventolair sowie weitere Generika.
  • ATC‑Code: R03BA01
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Dosieraerosol (Druckgasinhalation) mit 50 µg, 100 µg, 250 µg und 200 µg pro Sprühstoß; zusätzlich als Autohaler (atemzuggesteuert) mit 50 µg und 100 µg sowie als Inhalationspulver (Cyclocaps) mit 400 µg.
  • Hersteller in Deutschland (Auswahl): Teva GmbH (Qvar), ratiopharm GmbH, STADAPHARM GmbH, Heumann Pharma GmbH & Co. KG, ALIUD Pharma GmbH, Hexal AG, Glenmark Pharmaceuticals, 1A Pharma GmbH.
  • Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen.
  • OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx).

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Beclometasondipropionat ist ein synthetisches Glukokortikoid mit einem speziellen „extrafeinen“ Partikelformulierung. Nach oraler Inhalation setzt sich der Wirkstoff auf der Bronchialschleimhaut fest und entfaltet dort einen starken lokalen, entzündungshemmenden Effekt. Es bindet an intrazelluläre Glukokortikoid-Rezeptoren, hemmt die Ausschüttung pro‑inflammatorischer Zytokine (u. a. Leukotriene, Prostaglandine) und reduziert die Ansammlung von Entzündungszellen (Eosinophile, Mastzellen) in der Atemwegswand. Dadurch werden Ödeme der Bronchialschleimhaut zurückgebildet und die bronchiale Hyperreagibilität verringert – beides zentrale Faktoren für die Entstehung von Asthmaanfällen.

Die extrafeine Formulierung (bei Qvar 200 µg wird ein spezielles Treibgas HFA 134a mit einem ultrafeinen Sprühnebel verwendet) ermöglicht eine besonders tiefe Penetration bis in die kleinen Atemwege (bronchiolen) bei gleichzeitig geringer systemischer Resorption: Die Bioverfügbarkeit über die Lunge liegt bei < 10 %, der größte Teil des in der Lunge deponierten Wirkstoffs wird jedoch direkt in der Lunge aktiviert. Resorbiertes Beclometason wird in der Leber rasch zu inaktiven Metaboliten umgewandelt (hauptsächlich CYP3A4). Die systemische Wirkung ist bei den empfohlenen Dosierungen minimal, was das Risiko von Nebenwirkungen wie Cushing‑Syndrom, Wachstumsverzögerung oder Knochendichteverlust senkt.

Anwendungsgebiete

  • Asthma bronchiale: Prophylaktische Behandlung (Grundtherapie) von leichtem, mittelschwerem und schwerem Asthma bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 5 Jahren. Qvar kommt zum Einsatz, wenn Patienten mit kurz wirksamen Beta‑2‑Sympathomimetika (Bedarfsinhalatoren) allein nicht ausreichend kontrolliert sind oder eine dauerhafte Therapie mit einem Kortikosteroid benötigen.
  • Exposition gegen reizende Gase (Off‑Label): Nach Einatmen von z. B. Ammoniak, Chlorgas, Phosgen oder Nitrosen Gasen kann Beclometason die Entwicklung eines Lungenödems verhindern – nur unter strenger ärztlicher Indikation (Notfalltherapie).

Wichtige Warnungen und Einschränkungen

Risikogruppen

  • Kinder unter 5 Jahren: Die Sicherheit und Wirksamkeit ist nicht ausreichend belegt; die Anwendung wird nicht empfohlen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Bei der inhalativen Anwendung von Beclometason liegen langjährige Erfahrungen vor, die keine schädlichen Wirkungen auf den Fötus oder das gestillte Kind gezeigt haben. Dennoch sollte die Therapie nur nach strenger Nutzen‑Risiko‑Abwägung durch den Arzt erfolgen, um eine unkontrollierte Asthmaerkrankung während der Schwangerschaft zu vermeiden.
  • Patienten mit aktiven Atemwegsinfektionen (Lungentuberkulose, pilzliche, virale oder bakterielle Infektionen): Da Kortikosteroide die Immunabwehr schwächen können, ist eine gleichzeitige Behandlung der Infektion mit geeigneten Antibiotika/Antimykotika erforderlich.
  • Patienten mit Leber‑ oder Nierenfunktionsstörungen: Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist jedoch Vorsicht geboten, da die systemische Verfügbarkeit von aktivem Beclometason‑Metaboliten erhöht sein kann.
  • Patienten mit Nebennieren‑Suppression (nach hohen oralen Kortikosteroid‑Dosen über längere Zeit): Beim Wechsel von oralen Kortikosteroiden auf Qvar muss die Dosis der oralen Steroide sehr langsam (über mehrere Monate) reduziert werden, da sonst eine lebensbedrohliche Nebennieren‑Insuffizienz ausgelöst werden kann.
  • Ältere Patienten (65 Jahre und älter): Keine spezifischen Dosisanpassungen, jedoch ist aufgrund des höheren Risikos für Infektionen und kardiale Begleiterkrankungen Vorsicht geboten.

Fahrtauglichkeit und Alkohol

Qvar hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Alkohol kann die Atemwege reizen und die Asthmasymptome verstärken. Daher sollte während der Behandlung mit Qvar auf Alkoholkonsum verzichtet oder dieser zumindest eingeschränkt werden.

Dosierungsanleitung

  • Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (mit 200‑µg‑Inhalator):
    • Leichtes Asthma: 1‑2 Hübe (entsprechend 100‑200 µg) zweimal täglich (morgens und abends).
    • Mittelschweres Asthma: 2‑4 Hübe (200‑400 µg) zweimal täglich.
    • Schweres Asthma: 4‑8 Hübe (400‑800 µg) zweimal täglich.
  • Kinder (5‑11 Jahre): Die 200‑µg‑Stärke ist für Kinder dieser Altersgruppe in der Regel nicht geeignet (die Dosierung sollte mit niedrigeren Stärken wie 50 µg oder 100 µg erfolgen). Bei strenger ärztlicher Indikation kann eine Dosis von 1‑2 Hüben (100‑200 µg) zweimal täglich verabreicht werden.
  • Art der Anwendung: Die Dosieraerosole (auch Autohaler) werden ohne Spacer verwendet. Vor dem ersten Gebrauch muss der Inhalator mit einem Sprühstoß in die Luft „eingeschossen“ werden („Priming“). Der Patient atmet zunächst vollständig aus, setzt das Mundstück zwischen die Lippen (nicht in den Mund), atmet langsam und tief ein und drückt dabei gleichzeitig auf den Sprühkopf (Auslösung des Sprühstoßes). Nach Einatmung sollte der Atem 10‑10 Sekunden angehalten werden, damit sich das Arzneimittel in den Atemwegen absetzen kann.
  • Nach der Inhalation: Spülen Sie Ihren Mund gründlich mit Wasser aus (ausspucken, nicht schlucken), um das Risiko von Mundsoor (Candidose) und Heiserkeit zu minimieren.
  • Behandlungsdauer: Die Therapie ist als langfristige Erhaltungstherapie konzipiert. Ein abruptes Absetzen ist nicht indiziert; wenn eine Dosisreduktion möglich ist, sollte sie schrittweise unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Sehr häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Behandelten)

  • Heiserkeit
  • Mundsoor (oropharyngeale Candidose, weiße Beläge im Mund‑Rachen‑Raum) – meist durch gründliches Ausspülen des Mundes nach Inhalation vermeidbar.
  • Hustenreiz

Häufige Nebenwirkungen (mehr als 1 von 100 bis weniger als 1 von 10 Behandelten)

  • Reizung des Rachens
  • Trockenheit im Mund‑ und Rachenbereich

Gelegentliche bis seltene Nebenwirkungen (weniger als 1 von 1000 Behandelten)

  • Überempfindlichkeitsreaktionen: Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria (Nesselsucht), Erythem, Angioödem (Schwellungen von Augen, Gesicht, Lippen, Rachen).
  • Paradoxer Bronchospasmus (unmittelbar nach Inhalation verstärkte Atemnot mit pfeifenden Atemgeräuschen) – in diesem Fall sofort den Arzt informieren.
  • Atemnot (Dyspnoe), verstärkter Husten.

Sehr seltene Nebenwirkungen (weniger als 1 von 10.000 Behandelten)

  • Nebennierenrinden‑Suppression (Unterdrückung der körpereigenen Kortisolproduktion), besonders bei Hochdosistherapie über lange Zeit oder nach Wechsel von oralen Kortikosteroiden.
  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern (bei Langzeittherapie mit hohen Dosen).
  • Verminderung der Knochendichte (Osteoporose) – selten, hauptsächlich bei extrem hohen Dosen über Jahre.
  • Grauer Star (Katarakt) und grüner Star (Glaukom) – bei Langzeittherapie mit sehr hohen Dosen.
  • Psychomotorische Unruhe, Schlafstörungen, Angstzustände, Depression, Verhaltensänderungen (insbesondere bei Kindern).
  • Cushing‑Syndrom (Mondgesicht, Stammfettsucht) – bei systemischer Überdosierung (z. B. sehr hohe Dosen über Jahre).

Absolute Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Beclometasondipropionat oder einen sonstigen Bestandteil (z. B. Alkohol (Ethanol) als Hilfsstoff).
  • Unbehandelte aktive Tuberkulose der Lunge oder andere unbehandelte pilzliche, virale oder bakterielle Infektionen der Atemwege, wenn keine gleichzeitige antiinfektiöse Therapie erfolgt.
  • Kinder unter 5 Jahren.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

  • Starke CYP3A4‑Inhibitoren (z. B. Ritonavir, Cobicistat, Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin): Beclometason wird zwar über CYP3A4 metabolisiert, da die systemische Bioverfügbarkeit jedoch sehr gering ist, sind klinisch relevante Wechselwirkungen unwahrscheinlich. Dennoch kann eine gleichzeitige Anwendung dieser starken Inhibitoren nicht ausgeschlossen werden; eine Überwachung auf systemische Kortikosteroid‑Nebenwirkungen wird empfohlen.
  • Andere inhalative Kortikosteroide: Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Kortikosteroiden (z. B. Budesonid, Fluticason) ist die additive Wirkung auf die Immunsuppression zu beachten.
  • Betablocker (z. B. Propranolol, Metoprolol, Atenolol, Timolol‑Augentropfen): Betablocker können die bronchodilatatorische Wirkung von Beta‑2‑Sympathomimetika (die oft als Bedarfsinhalator bei Asthma eingesetzt werden) abschwächen und möglicherweise eine Bronchokonstriktion auslösen. Diese Wechselwirkung betrifft nicht direkt Qvar, sollte aber bei Patienten, die zusätzlich Beta‑2‑Agonisten inhalieren, beachtet werden. Betablocker sind bei Asthma in der Regel kontraindiziert.
  • Orale Antidiabetika, Insuline: Kortikosteroide können den Blutzucker erhöhen. Eine Dosisanpassung der Antidiabetika kann erforderlich sein, allerdings bei inhalativen Kortikosteroiden selten.

Praktische Hinweise

  • Vorbereitung des Inhalators: Vor dem ersten Gebrauch (oder wenn der Inhalator länger als 10‑10 Tage nicht benutzt wurde) den Inhalator durch Abgabe eines Sprühstoßes in die Luft bereitstellen („Primen“).
  • Schütteln: Den Inhalator vor jedem Gebrauch kurz (ca. 5‑10 Sekunden) schütteln, um eine gleichmäßige Dosierung zu gewährleisten.
  • Ausspülen: Spülen Sie nach jeder Inhalation den Mund gründlich mit Wasser aus (ausspucken, nicht schlucken), um das Risiko von Mundsoor und Heiserkeit zu reduzieren.
  • Reinigung: Das Mundstück sollte einmal pro Woche mit einem sauberen, trockenen Tuch gereinigt werden. Nicht mit Wasser auswaschen.
  • Zählen der Dosen: Der Inhalator enthält 200 Sprühstöße. Führen Sie eine Zählhilfe (z. B. Notizzettel), um zu wissen, wann der Inhalator leer ist.
  • Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht einfrieren. Die Kanister dürfen nicht durchstochen oder verbrannt werden.
  • Notfallinhalator: Da Qvar keinen akuten Asthmaanfall behandelt, muss immer ein kurz wirksamer Beta‑2‑Agonist (Notfallinhalator, z. B. Salbutamol, Terbutalin) bereitgehalten werden.
  • Kontrolle der Asthmakontrolle: Wenn die Asthmasymptome trotz regelmäßiger Anwendung von Qvar nicht abnehmen oder sich verschlechtern, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Eine Dosiserhöhung oder eine zusätzliche Therapie mit oralen Kortikosteroiden kann notwendig sein.

Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)

  • Andere inhalative Kortikosteroide (ICS): Budesonid (z. B. Pulmicort), Fluticasonpropionat (z. B. Flixotide), Ciclesonid (Alvesco), Mometason (Asmanex). Diese haben ein ähnliches Sicherheits‑ und Wirksamkeitsprofil.
  • Kombinationsinhalatoren (ICS + LABA): Fixe Kombinationen eines inhalativen Kortikosteroids mit einem langwirksamen Beta‑2‑Agonisten, z. B. Budesonid/Formoterol (Symbicort), Fluticason/Salmeterol (Seretide, Viani), Beclometason/Formoterol (Foster). Diese sind für Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Asthma indiziert, die trotz ICS allein nicht ausreichend kontrolliert sind.
  • Kurz wirksame Beta‑2‑Agonisten (SABA) allein: Salbutamol (z. B. Sultanol, SalbuSaat), Terbutalin (z. B. Bricanyl). Nur zur Akutbehandlung von Asthmaanfällen oder bei leichtem intermittierenden Asthma, nicht als Langzeittherapie.
  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (LTRA): Montelukast (Singulair) – oral verabreichter Wirkstoff, besonders bei allergischem Asthma oder bei Patienten, die ICS nicht vertragen.
  • Bei schwerem, unkontrolliertem Asthma (biologische Therapie): Omalizumab (Xolair), Mepolizumab (Nucala), Benralizumab (Fasenra), Dupilumab (Dupixent).

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Qvar (extrafeines Beclometasondipropionat HFA) wurde in mehreren randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien an Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern belegt. In einer Vergleichsstudie mit 400 µg Qvar (Tagesdosis) versus 1000 µg FCKW‑Beclometason zeigte sich bei gleicher Asthmakontrolle (Reduktion der Symptome, Verbesserung des PEFWertes) die therapeutische Äquivalenz bei weniger als der halben Dosis, was auf die bessere pulmonale Deposition der extrafeinen Partikel zurückzuführen ist.

In einer großen 52‑wöchigen Studie an Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma reduzierte Qvar (200‑400 µg Tagesdosis) die Anzahl schwerer Exazerbationen um etwa 30‑50 % im Vergleich zu Placebo, und die Lungenfunktion (FEV1) verbesserte sich signifikant innerhalb der ersten 4‑8 Wochen um im Mittel 0,2‑0,3 Liter.

Eine 12‑wöchige placebokontrollierte Studie an Kindern (5‑11 Jahre) mit leichtem bis moderatem Asthma belegte den signifikanten Anstieg der morgendlichen Peak‑Exspirations‑Fluss‑Rate (PEF) und die Reduktion des Bedarfs an Notfallinhalatoren um 60% unter Qvar 100 µg zweimal täglich im Vergleich zu Placebo.

Die extrafeine Formulierung führt zu einer bis zu 50% höheren Lungen‑Deposition (55‑60 % der Dosis) im Vergleich zu herkömmlichen CFC‑Inhalatoren, was die niedrigere äquivalente Tagesdosis erklärt. Die Einstufung durch die Global Initiative for Asthma (GINA) empfiehlt inhalative Kortikosteroide (ICS) wie Beclometason als Basis jeder Asthmatherapie bei persistierendem Asthma (Step‑1 für leichte Fälle bei Bedarf, Step‑2 für tägliche Erhaltung).

Wichtig: Qvar (Beclometason) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Dauertherapie von Asthma. Es ist nicht zur Behandlung akuter Asthmaanfälle geeignet – ein schnell wirksamer Notfallinhalator (z. B. Salbutamol) muss stets bereitgehalten werden. Bei starken oder zunehmenden Asthmaattacken, trotz regelmäßiger Anwendung, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Das Risiko einer systemischen Kortikoid‑Wirkung (Nebennieren‑Supression, Cushing‑Syndrom, Wachstumsverzögerung bei Kindern) ist bei den empfohlenen niedrigen und mittleren Dosierungen sehr gering, bei hochdosierter Langzeittherapie besteht jedoch eine erhöhte Gefahr. Daher sollte die Dosis nach Erreichen einer stabilen Asthmakontrolle stets auf die niedrigste wirksame Dosis reduziert werden. Nach der Inhalation ist es zwingend, den Mund mit Wasser auszuspülen, um das Risiko einer oropharyngealen Candidose (Mundsoor) und Heiserkeit zu minimieren. Patienten mit aktiven oder unbehandelten Atemwegsinfektionen (insbesondere Tuberkulose) müssen vor Therapiebeginn eine geeignete antiinfektiöse Behandlung erhalten. Bei der gleichzeitigen Anwendung mit starken CYP3A4‑Inhibitoren (z. B. Ritonavir) ist Vorsicht geboten. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des behandelnden Arztes. Dieses Informationsblatt ersetzt keine ärztliche Beratung.


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