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Symmetrel ist ein Antivirusmedikament, das pflegte, bestimmte Grippe-Infektionen zu verhindern oder zu behandeln.
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Symmetrel (Amantadin) ist ein Arzneimittel mit zwei Hauptanwendungsgebieten: der Behandlung von Parkinson‑Symptomen sowie der Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe Typ A. Bei Parkinson mildert es die Symptome des Dopaminmangels, indem es die Freisetzung von Dopamin aus den Nervenzellen des Striatums fördert und dessen Wiederaufnahme hemmt. Antiviral wirkt es durch die Blockade des M2-Proteins, wodurch die Vermehrung der Grippeviren gestoppt wird. Zudem wird es off‑label zur Behandlung der durch Neuroleptika bedingten extrapyramidalen Symptome und zur Vigilanzsteigerung bei postkomatösen Zuständen eingesetzt.
Die übliche Dosis von Symmetrel (Amantadin 100 mg) beträgt: Bei Parkinson wird die Therapie einschleichend begonnen: in den ersten 4‑7 Tagen 100 mg einmal täglich. Nach etwa einer Woche kann die Dosis schrittweise auf eine Erhaltungsdosis von 100‑200 mg zweimal täglich (entsprechend 200‑400 mg pro Tag) gesteigert werden. Bei älteren Patienten oder Verwirrtheitszuständen wird eine niedrigere Startdosis empfohlen.
Zur Grippeprophylaxe und -therapie: Erwachsene bis 64 Jahre nehmen 100 mg zweimal täglich oder 200 mg einmal täglich über 5‑10 Tage ein. Bei Erwachsenen ab 65 Jahren wird wegen der häufig eingeschränkten Nierenfunktion die Dosis auf 100 mg einmal täglich reduziert. Bei Niereninsuffizienz ist die Dosis an die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) anzupassen.
Darreichungsform: Filmtabletten oder Hartkapseln mit 100 mg Amantadinhydrochlorid bzw. Amantadinhemisulfat.
Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 3‑4 Stunden nach oraler Gabe erreicht.
Wirkdauer: Die Plasmahalbwertszeit beträgt etwa 10‑30 Stunden, bei Niereninsuffizienz verlängert. Bei Parkinson ist die Wirkung von einer verlängerten Rezeptorbindung überlagert.
Alkoholempfehlung: Alkohol verstärkt die zentralnervösen Nebenwirkungen (Schwindel, Verwirrtheit) und sollte während der Behandlung vermieden werden.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Schlafstörungen (insbesondere Schlaflosigkeit), motorische und psychische Unruhe, Schwindel, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit. Eine typische Erscheinung ist die Livedo reticularis (netzartige, bläuliche Hautzeichnung an den Beinen).
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Allgemeine Informationen über Symmetrel (Amantadin)
- INN (Internationale Nicht‑Eigentumsbezeichnung): Amantadin
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Symmetrel, Amantadin-ratiopharm, Amantadin STADA, Amantadin Heumann, Amantadin AL, Amantadin-neuraxpharm, PK‑Merz (Infusionslösung).
- ATC‑Code: N04BB01 (Parkinson‑Mittel) / J05AC02 (Antiviral)
- Darreichungsformen und Dosierungen: Filmtabletten und Hartkapseln mit 100 mg Amantadinhydrochlorid bzw. Amantadinhemisulfat; auch als Infusionslösung und Sirup erhältlich.
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): ratiopharm GmbH, STADAPHARM GmbH, neuraxpharm Arzneimittel GmbH, ALIUD Pharma GmbH, AbZ‑Pharma GmbH, 1A Pharma GmbH, sowie Catalent Germany Eberbach GmbH (als Hersteller der Symmetrel‑Kapseln).
- Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Amantadin wirkt über zwei grundsätzlich verschiedene Mechanismen. Bei Parkinson ist die Wirkung komplex und nicht vollständig geklärt. Es fungiert als schwacher, nicht‑kompetitiver Antagonist des NMDA‑Rezeptors (Glutamat‑Rezeptor), wodurch glutamaterge Überaktivität in den Basalganglien reduziert wird. Zudem verstärkt es die präsynaptische Dopamin‑Freisetzung aus striatalen dopaminergen Nervenendigungen und hemmt dessen Wiederaufnahme, was zu einer Erhöhung des Dopaminspiegels im synaptischen Spalt führt. Diese dopaminerge und antidyskinetische Wirkung lindert die motorischen Hauptsymptome Rigor, Tremor und Hypo‑/Akinese.
Die antivirale Wirkung von Amantadin beschränkt sich auf Influenza‑A‑Viren. Es blockiert das vom viralen M2-Protein gebildete Ionenpaar (Protonenkanal), das für die Ansäuerung des Virusinneren entscheidend ist. Diese Ansäuerung ist notwendig, damit das Virus seine Hülle ablegen (Uncoating) und mit der Vermehrung beginnen kann. Durch die Blockade wird die Freisetzung der viralen Nukleinsäure in die Wirtszelle verhindert. Nach oraler Gabe wird Amantadin gut resorbiert, die Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 80‑90 %. Die Plasmaproteinbindung ist gering (ca. 60‑70 %). Die Ausscheidung erfolgt überwiegend unverändert über die Nieren, was bei Niereninsuffizienz eine Dosisanpassung erforderlich macht.
Anwendungsgebiete
- Parkinson‑Syndrome: Behandlung von Symptomen der Parkinson’schen Krankheit, wie Rigor (Steifheit), Tremor (Zittern) und Hypo‑ bzw. Akinesie (Bewegungsarmut).
- Medikamenteninduzierte extrapyramidale Symptome: Behandlung von Frühdyskinesie, Akathisie und Parkinsonoid bei neuroleptischer Therapie.
- Virusgrippe Typ A: Chemoprophylaxe (Vorbeugung) und Chemotherapie (Behandlung) der echten Influenza A, sofern die zirkulierenden Virusstämme empfindlich sind. Der Therapiebeginn sollte möglichst innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn erfolgen.
- Vigilanzminderung: Behandlung von Wachheitsstörungen, insbesondere bei postkomatösen Zuständen verschiedener Genese (als Fortsetzung einer vorherigen Infusionstherapie).
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Ältere Patienten (≥ 65 J.): Wegen häufiger eingeschränkter Nierenfunktion und erhöhter Empfindlichkeit für ZNS‑Nebenwirkungen (Verwirrtheit, Halluzinationen) ist eine Dosisreduktion (z. B. 100 mg einmal täglich) und engmaschige Überwachung erforderlich.
- Schwangerschaft: Amantadin passiert die Plazenta; es liegen keine ausreichenden Erfahrungen beim Menschen vor. Die Anwendung ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, außer bei zwingender Indikation.
- Stillzeit: Amantadin geht in die Muttermilch über. Der Säugling ist auf mögliche Arzneimittelwirkungen (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen) zu beobachten; falls notwendig muss abgestillt werden.
- Patienten mit Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen (schwere Herzinsuffizienz NYHA IV, Kardiomyopathie, AV‑Block II/III, Bradykardie < 55/min, QT‑Verlängerung > 420 ms): Absolute Kontraindikationen.
- Patienten mit Niereninsuffizienz (Kreatinin‑Clearance unter 50 ml/min): Dosisreduktion erforderlich; bei schwerer Niereninsuffizienz ist die Anwendung kontraindiziert.
- Patienten mit Epilepsie, Krampfleiden oder hirnorganischen Psychosyndromen: Amantadin kann die Krampfschwelle senken und sollte mit Vorsicht angewendet werden; bei unbehandelter Epilepsie ist es kontraindiziert.
- Patienten mit Prostatahyperplasie oder Engwinkelglaukom: Wegen anticholinerger Eigenschaften (Mydriasis, Harnverhalt) ist Vorsicht geboten.
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Amantadin kann Schwindel, Sehstörungen, Verwirrtheit und Koordinationsstörungen verursachen. Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann erheblich beeinträchtigt sein, insbesondere zu Beginn der Therapie. Alkohol verstärkt diese zentralnervösen Effekte und sollte während der Behandlung strikt vermieden werden.
Dosierungsanleitung
- Parkinson‑Syndrome (einschleichende Dosierung): Initial (1. Woche) 100 mg einmal täglich (morgens). Nach mindestens einer Woche Steigerung auf 100 mg zweimal täglich (morgens und mittags, letzte Dosis nicht nach 16 Uhr). Bei Bedarf kann die Dosis auf 200 mg zweimal täglich (400 mg/Tag) erhöht werden. In Einzelfällen sind bis zu 600 mg/Tag möglich. Nach längerer Einnahme ist die Dosis ausschleichend zu reduzieren, um eine akinetische Krise zu vermeiden.
- Virusgrippe Typ A (Prophylaxe und Therapie): Erwachsene bis 64 Jahre: 100 mg zweimal täglich oder 200 mg einmal täglich über 5‑10 Tage. Erwachsene ab 65 Jahre: 100 mg einmal täglich. Die Therapie sollte innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn beginnen und 1‑2 Tage über das Abklingen der Symptome hinaus fortgeführt werden. Die Prophylaxe kann bei Exposition bis zu 3 Monate dauern.
- Niereninsuffizienz (GFR 30‑60 ml/min): Dosisreduktion auf 100 mg einmal täglich oder verlängertes Dosisintervall. Bei GFR unter 30 ml/min strengste Indikationsstellung oder Kontraindikation.
- Art der Anwendung: Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (ein Glas Wasser) eingenommen, vorzugsweise morgens und nachmittags. Die letzte Tagesdosis soll nicht nach 16 Uhr eingenommen werden, um Schlafstörungen zu vermeiden.
- Absetzen: Plötzliches Absetzen kann zu einer starken Verschlechterung der Parkinson‑Symptome bis hin zur akinetischen Krise führen. Die Therapie muss ausschleichend über mehrere Wochen beendet werden.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Häufige Nebenwirkungen (1‑10 % der Patienten)
- Schlafstörungen (Schlaflosigkeit, lebhafte Träume, Alpträume).
- Motorische und psychische Unruhe (Agitiertheit, Nervosität).
- Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit.
- Mundtrockenheit, Übelkeit, Appetitlosigkeit.
- Livedo reticularis (netzartige, bläuliche Hautzeichnung, insbesondere an den Beinen und Unterschenkeln mit Ödemen – häufig, meist reversibel).
- Orthostatische Dysregulation (Blutdruckabfall beim Aufstehen).
Gelegentliche bis seltene Nebenwirkungen (0,1‑1 % bzw. < 0,1 %)
- Halluzinationen (insbesondere optische Halluzinationen, paranoid gefärbte Psychosen bei älteren Patienten).
- Verwirrtheitszustände, Delir (bei prädisponierten älteren Patienten).
- Harnverhalt (insbesondere bei Prostatahyperplasie).
- Periphere Ödeme (Wasseransammlungen).
- Myoklonien (unwillkürliche Muskelzuckungen).
- Leukopenie, Thrombozytopenie (Blutbildveränderungen – sehr selten).
- Periphere Neuropathie (sehr selten, bei Langzeittherapie).
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen (< 0,1 %)
- Epileptische Anfälle (meist bei höheren Dosen oder vorbestehender Epilepsie).
- QT‑Verlängerung mit Torsade de pointes (lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung – vor Therapiebeginn ist ein EKG erforderlich).
- Kardiomyopathie, Herzinsuffizienz (bei Langzeittherapie).
- Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) bei abruptem Absetzen.
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Amantadin oder einen sonstigen Bestandteil (Kapseln enthalten z. B. Sojaöl – bei Erdnuss‑ oder Sojaallergie kontraindiziert).
- Schwere nicht kompensierte Herzinsuffizienz (NYHA IV).
- Kardiomyopathien und Myokarditiden.
- AV‑Block 2. oder 3. Grades, vorbekannte Bradykardie unter 55 Schläge/min.
- Bekanntes langes QT‑Intervall (QTc nach Bazett > 420 ms), erkennbare U‑Wellen, angeborenes QT‑Syndrom in der Familienanamnese.
- Schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien (einschließlich Torsade de pointes) in der Vorgeschichte.
- Gleichzeitige Therapie mit Budipin oder anderen QT‑verlängernden Arzneimitteln.
- Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie (Elektrolytstörungen).
- Schwere Leber‑ oder Niereninsuffizienz (GFR unter 20‑30 ml/min).
- Unbehandelte Epilepsie, Krampfleiden.
- Schwangerschaft und Stillzeit.
- Kinder unter 5 Jahren (bei Grippetherapie).
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- Anticholinergika (Biperiden, Trihexyphenidyl, Scopolamin, Atropin) und trizyklische Antidepressiva: Verstärkung der anticholinergen Wirkungen (Verwirrtheit, Halluzinationen, Mundtrockenheit, Harnverhalt, Obstipation).
- Levodopa (L‑Dopa) und Dopaminagonisten: Kann die Wirksamkeit von Levodopa verbessern bzw. dessen Nebenwirkungen reduzieren; gleichzeitig erhöht sich das Risiko für Verwirrtheit, Halluzinationen und psychotische Reaktionen. Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein.
- Memantin: Additive NMDA‑Antagonisten‑Wirkung (Verstärkung der zentralnervösen Nebenwirkungen).
- Andere ZNS‑dämpfende Substanzen (Alkohol, Beruhigungsmittel, Neuroleptika, Opioide, Antihistaminika der ersten Generation): Additive Verstärkung der sedierenden Wirkung, des Schwindels und der Koordinationsstörungen.
- Neuroleptika (z. B. Haloperidol, Chlorpromazin): Der antipsychotische Effekt kann abgeschwächt werden; gleichzeitig können extrapyramidale Symptome durch Amantadin verringert, aber paradoxe zentralnervöse Reaktionen (z. B. optische Halluzinationen) begünstigt werden.
- QT‑verlängernde Medikamente (Antiarrhythmika der Klasse IA/III, Makrolide, Fluorchinolone, Ketoconazol, bestimmte Antidepressiva, Neuroleptika): Erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes). Diese Kombination ist kontraindiziert.
- Diuretika vom Typ Triamteren/Hydrochlorothiazid: Können die renale Clearance von Amantadin reduzieren und die Plasmakonzentration erhöhen.
- Prokinetika (Metoclopramid): Verstärkte Parkinson‑Symptome möglich.
- Da Amantadin überwiegend renal ausgeschieden wird, können Arzneimittel, die die glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion beeinflussen (z. B. Cimetidin, Trimethoprim), zu erhöhten Plasmaspiegeln durch verminderte Ausscheidung führen.
Praktische Hinweise
- Einnahme: Nehmen Sie die Filmtabletten mit ausreichend Flüssigkeit (ein Glas Wasser) ein, vorzugsweise morgens und nachmittags (nicht nach 16.00 Uhr), um die Schlafqualität nicht zu beeinträchtigen.
- EKG‑Überwachung: Wegen des Risikos von Herzrhythmusstörungen (QT‑Verlängerung, Torsade de pointes) ist vor Therapiebeginn, nach 1 und 3 Wochen sowie jährlich ein EKG erforderlich. Bei Dosiserhöhungen ist ein EKG vorher und 2 Wochen nachher zu schreiben.
- Nierenfunktionskontrollen: Da Amantadin nahezu vollständig renal eliminiert wird, sind regelmäßige Kontrollen der Kreatinin‑Clearance (GFR) erforderlich, insbesondere bei älteren Patienten.
- Vergessene Dosis: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese nach, sofern noch mindestens 4 Stunden bis zur nächsten Einnahme verbleichen. Andernfalls lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein.
- Absetzen: Setzen Sie Symmetrel nicht abrupt ab, da sonst eine lebensbedrohliche akinetische Krise ausgelöst werden kann (besonders bei Parkinson‑Patienten). Reduzieren Sie die Dosis über mehrere Wochen ausschleichend in Absprache mit Ihrem Arzt.
- Lagerung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) in der Originalverpackung, trocken und vor Licht geschützt, außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Überdosierung: Symptome einer Überdosierung sind Erregung, Halluzinationen, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen (QT‑Verlängerung, Torsade de pointes), Koma. Bei Verdacht sofort Notarzt rufen (112).
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Bei Parkinson‑Krankheit:
- Levodopa (L‑Dopa) plus Decarboxylasehemmer (Carbidopa oder Benserazid) – Goldstandard und wirksamstes Medikament, jedoch mit Langzeit‑Dyskinesien.
- Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin) – frühzeitiger Einsatz als Monotherapie, geringeres Dyskinesie‑Risiko, aber mehr Übelkeit, Hypotonie.
- MAO‑B‑Hemmer (Selegilin, Rasagilin) – leicht wirksam, insbesondere in frühen Stadien, neuroprotektive Eigenschaften diskutiert.
- COMT‑Hemmer (Entacapon, Opicapon) – Zusatz bei Wirkungsfluktuationen unter Levodopa.
- Anticholinergika (Biperiden) – vor allem bei starkem Tremor junger Patienten (wegen der vielen Nebenwirkungen in der Geriatrie mit Vorsicht).
- Bei Virusgrippe (Influenza A):
- Neuraminidasehemmer (Oseltamivir / Tamiflu, Zanamivir / Relenza) – aktuell die antiviralen Mittel der ersten Wahl bei Influenza A und B. Die Resistenzraten gegen Amantadin bei Grippeviren sind heute hoch (daher nicht mehr Mittel der 1. Wahl gemäß WHO/RKI).
- Bei Vigilanzstörungen:
- Modafinil – unter bestimmten Bedingungen zur Verbesserung der Tagesschläfrigkeit (z. B. bei Narkolepsie), nicht zugelassen für postkomatöse Syndrome (off‑label).
Klinische Wirksamkeit
Amantadin wurde 1973 in den USA für die Behandlung des Morbus Parkinson zugelassen. Als schwacher NMDA‑Antagonist mit dopaminergen Eigenschaften zeigt es insbesondere eine gute Wirkung auf Rigor, Tremor sowie die L‑Dopa‑induzierten Dyskinesien (die durch eine zentrale glutamaterge Überaktivität mitbedingt sind). Die Evidenz basiert auf zahlreichen kleineren Studien, placebokontrollierte randomisierte Studien mit unmittelbarer Freisetzung bei motorischen Fluktuationen liegen jedoch nur begrenzt vor. Dennoch ist Amantadin aufgrund seines günstigen Nebenwirkungsprofils (keine Levodopa-ähnliche Langzeittoxizität) weiterhin eine wichtige Therapieoption in der Kombinationsbehandlung bei Parkinson.
Als antivirales Mittel wurde Amantadin gegen Influenza A eingesetzt. In den letzten Jahren haben jedoch viele A‑Viren weltweit Resistenzen entwickelt (M2‑Genmutationen), sodass die CDC/WHO Amantadin nicht mehr für die routinemäßige Grippetherapie oder ‑prophylaxe empfiehlt. In Deutschland wird es vereinzelt noch auf ärztliche Entscheidung verwendet, insbesondere in der adjuvanten Therapie oder bei speziellen Ausbruchsituationen (Restempfindlichkeit weniger als 10 %). Ergänzend gibt es positive Hinweise für den Effekt von Amantadin bei der Bewusstseinsverbesserung von Patienten mit nichttraumatischen Hirnerkrankungen (postkomatöse Vigilanzsteigerung).
Wichtig: Symmetrel (Amantadin) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und darf nur unter ärztlicher Überwachung angewendet werden. Vor Beginn einer Therapie stehen eine genaue Diagnose (Parkinson‑ oder Parkinson‑Syndrom, gesicherte Influenzainfektion), ein EKG zur Prüfung der QT‑Zeit, die Bestimmung der Nierenfunktion sowie eine Aufklärung über Risiken von Wechselwirkungen und plötzlichem Absetzen. Wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen (QT‑Verlängerung bis hin zu Torsade de pointes) ist die regelmäßige EKG‑Kontrolle (zu Beginn, nach 1 und 3 Wochen, dann jährlich) zwingend erforderlich. Bei Auftreten von ungewohnten Herzsensationen (Palpitationen, Schwindel, Synkopen), schweren Hautreaktionen oder auffälligen Veränderungen des Sehens / der geistigen Verfassung ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Amantadin ist aufgrund der Wechselwirkungen mit vielen Substanzen (Alkohol, QT‑verlängernden Medikamenten) und der Notwendigkeit der ausschleichenden Beendigung nicht für eine Selbstbehandlung geeignet. Die vollständige Fachinformation und die Packungsbeilage sind zu beachten; der behandelnde Arzt ist in allen Fragen der Therapie der einzig verbindliche Ansprechpartner.
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