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Timoptic (Timololmaleat) ist ein Augentropfen, der zur Behandlung von Glaukom und okulärer Hypertonie durch Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Flüssigkeitsproduktion im Auge reduziert und so dazu beiträgt, den Verlust des Sehvermögens zu verhindern.
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Timoptic (Wirkstoff: Timololmaleat) ist ein Betarezeptorenblocker (Beta‑Blocker), der in der Ophthalmologie zur Senkung eines erhöhten Augeninnendrucks bei Patienten mit Offenwinkelglaukom (Grüner Star) oder okulärer Hypertension eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Produktion von Kammerwasser im Ziliarkörper des Auges hemmt, wodurch der Augeninnendruck effektiv gesenkt und das Risiko von Sehnervenschäden sowie Gesichtsfeldausfällen verringert wird.
Die übliche Dosis von Timoptic beträgt: Einmal täglich 1 Tropfen der 0,5 %igen Lösung in das/die betroffene(n) Auge(n) am Morgen. Bei unzureichender Wirkung kann die Dosierung auf zweimal täglich (morgens und abends) erhöht werden. Eine häufigere Anwendung (mehr als zweimal täglich) bringt keine zusätzliche drucksenkende Wirkung und erhöht das Risiko systemischer Nebenwirkungen.
Darreichungsform: Augentropfen, Lösung 0,5 % (5 mg Timololmaleat pro ml), erhältlich in Mehrdosisbehältnissen (2,5 ml, 5 ml, 10 ml) sowie in konservierungsmittelfreien Einzeldosisbehältnissen.
Wirkungseintritt: Die Senkung des Augeninnendrucks beginnt etwa 30 Minuten nach der ersten Anwendung.
Wirkdauer: Die maximale drucksenkende Wirkung wird nach etwa 2 Stunden erreicht und hält über 24 Stunden an. Bei zweimal täglicher Gabe wird der 24‑Stunden‑Verlauf stabilisiert.
Alkoholempfehlung: Zwischen Timolol-Augentropfen und Alkohol sind keine direkten Wechselwirkungen bekannt. Da jedoch Timolol in geringen Mengen systemisch aufgenommen werden kann und Alkohol die blutdrucksenkende Wirkung von Beta‑Blockern verstärken kann, sollte Alkohol während der Behandlung nur in Maßen konsumiert werden.
Häufigste Nebenwirkungen: Lokale Augenreizungen (Brennen, Stechen, Rötung, Juckreiz), verschwommenes Sehen, Augenrötung, Kopfschmerzen, verminderte Herzfrequenz (Bradykardie), Blutdruckabfall, Müdigkeit und Atemnot (bei prädisponierten Patienten).
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Allgemeine Informationen über Timoptic (Timolol)
- INN (Internationale Nicht-Eigentumsbezeichnung): Timolol (als Maleat)
- In Deutschland verfügbare Markennamen: Timoptic (Original), Timolol-ratiopharm, Timolol STADA, Timolol Heumann, Timolol AL, Cusimolol, Nyogel (Gel) sowie zahlreiche weitere Generika.
- ATC‑Code: S01ED01 (topisch ophthalmologisch)
- Darreichungsformen und Dosierungen: Augentropfen 0,25 % (2,5 mg/ml), 0,5 % (5 mg/ml); Gel 0,1 %, 0,25 %, 0,5 % (bessere Bioverfügbarkeit).
- Hersteller in Deutschland (Auswahl): Pharma Stulln GmbH, ratiopharm GmbH, STADAPHARM GmbH, Heumann Pharma GmbH & Co. KG, ALIUD Pharma GmbH, OmniVision GmbH.
- Registrierungsstatus in Deutschland: Zugelassen
- OTC / Rx‑Klassifikation: Verschreibungspflichtig (Rezeptpflichtig, Rx)
Wirkmechanismus und Pharmakologie
Timolol ist ein nicht‑selektiver Betarezeptorenblocker, der sowohl β1‑ als auch β2‑Rezeptoren antagonistiert. Bei topischer Anwendung am Auge blockiert es die β‑adrenergen Rezeptoren im nicht‑pigmentierten Epithel des Ziliarkörpers. Dies hemmt die Aktivität der Adenylatcyclase, verringert die Produktion von zyklischem AMP (cAMP) und reduziert folglich die Sekretion von Kammerwasser durch den Ziliarkörper. Die Folge ist eine Senkung des intraokularen Drucks (IOD) ohne Beeinflussung des Kammerwasserabflusses. Timolol passiert die Hornhaut und wird gut resorbiert; der Wirkstoff gelangt über die Bindehautgefäße und die Nasenschleimhaut in den systemischen Kreislauf. Bei korrekter Anwendung mit Tränenkanalverschluss oder Lidverschluss für 2‑3 Minuten wird die systemische Resorption um etwa 60‑80 % reduziert. Die Plasmahalbwertszeit beträgt 2‑5 Stunden. Timolol wird in der Leber zu inaktiven Metaboliten hydroxyliert und über die Nieren ausgeschieden.
Anwendungsgebiete
- Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei chronischem Offenwinkelglaukom.
- Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei okulärer Hypertension.
- Behandlung von sekundären Glaukomformen (z. B. aphakes Glaukom, durch Uveitis bedingt).
- Als Zusatztherapie zu Prostaglandin‑Analoga oder anderen drucksenkenden Wirkstoffen, wenn eine Monotherapie nicht ausreicht.
- Off‑Label: Prophylaxe von Migräne (auch wenn hierfür orale Formulierungen, nicht jedoch die Augentropfen, etablierter sind).
Wichtige Warnungen und Einschränkungen
Risikogruppen
- Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale, COPD): Timolol kann Bronchospasmen auslösen und ist kontraindiziert bei Patienten mit Asthma, schwerer COPD oder anderen obstruktiven Atemwegserkrankungen.
- Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen: Bei Patienten mit Sinusknotensyndrom (sick‑sinus‑Syndrom), AV‑Block 2. oder 3. Grades (ohne Herzschrittmacher), dekompensierter Herzinsuffizienz, schwerer Bradykardie (Puls < 50/min), kardiogenem Schock sowie instabiler Angina pectoris ist die Anwendung kontraindiziert.
- Diabetes mellitus (insbesondere labiler Diabetes mit Hypoglykämieneigung): Timolol kann Warnzeichen einer Hypoglykämie (Zittern, Schwitzen, Tachykardie) maskieren.
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Timolol kann die Tachykardie maskieren und eine thyreotoxische Krise auslösen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung sollte nur nach strenger Nutzen‑Risiko‑Abwägung erfolgen. Timolol passiert die Plazenta und geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei Neugeborenen können Bradykardie und Hypotonie auftreten.
- Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren): Die Sicherheit und Wirksamkeit ist nicht ausreichend belegt; Anwendung nur nach strenger ärztlicher Indikation.
- Patienten mit Kontaktlinsen: Benzalkoniumchlorid (Konservierungsmittel in Mehrdosisbehältnissen) kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und zu Hornhautreizungen führen; Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung entfernt werden (frühestens nach 15 Minuten wiedereinsetzen).
Fahrtauglichkeit und Alkohol
Timoptic kann vorübergehend verschwommenes Sehen, Schwindel, Müdigkeit oder andere Sehstörungen verursachen. Daher sollten Sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, bis die Sehschärfe wieder vollständig hergestellt ist. Alkohol kann die blutdrucksenkende und herzfrequenzsenkende Wirkung von Beta‑Blockern verstärken und sollte daher während der Behandlung nur in sehr begrenztem Maße konsumiert werden.
Dosierungsanleitung
- Erwachsene: Die empfohlene Startdosis ist 1 Tropfen der 0,5 %igen Lösung einmal täglich morgens in das/die betroffene(n) Auge(n). Bei unzureichender Drucksenkung (IOD über Target‑Druck) kann die Dosis auf 1 Tropfen zweimal täglich (morgens und abends) erhöht werden. Üblich ist, mit 0,25 % zu beginnen; bei unzureichender Wirkung wird auf 0,5 % umgestellt.
- Art der Anwendung:
- Vor der Anwendung Hände waschen.
- Falls Kontaktlinsen getragen werden: Herausnehmen (frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einsetzen).
- Die Durchstechflasche vor dem ersten Gebrauch aufrecht halten und den Verschluss drehen, bis er sich löst. Den Tropfer nicht mit den Fingern berühren.
- Kopf leicht nach hinten neigen, Unterlid mit einem Finger nach unten ziehen, einen Tropfen in den Bindehautsack fallen lassen.
- Nach dem Eintropfen das Auge langsam schließen und mit dem Finger auf den Tränenkanal im inneren Augenwinkel (Nasolakrimalkanal) für ca. 2‑3 Minuten drücken (systemische Resorption vermeidet).
- Tropferspitze nicht mit Auge oder Haut in Berührung bringen.
- Wenn mehr als ein Augenmedikament angewendet wird, Abstand von mindestens 5 Minuten zwischen den Anwendungen einhalten.
- Vergessene Dosis: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese sobald wie möglich nach. Wenn es jedoch fast Zeit für die nächste Dosis ist (weniger als 4 Stunden Unterschied bei zweimal täglicher Gabe), lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nicht die doppelte Dosis einnehmen, um den Fehler auszugleichen.
- Behandlungsdauer: Timoptic wird in der Regel langfristig (lebenslang) angewendet, da chronisches Glaukom und okuläre Hypertension nicht heilbar sind. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen des Augeninnendrucks und der Sehnervenpapille sind erforderlich.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Häufige Nebenwirkungen (1‑10 %)
- Lokale Augenreizungen: Brennen, Stechen, Rötung, Juckreiz, Schmerzen, Tränenfluss.
- Verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie).
- Hornhautbeteiligung: Punktkeratitis (oberflächliche Hornhautveränderungen).
- Systemische Wirkungen: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Bradykardie (verlangsamter Herzschlag), Hypotonie, verminderte Belastungstoleranz (Atemnot bei Belastung).
Gelegentliche Nebenwirkungen (0,1‑1 %)
- Augenlid– und Bindehautentzündungen (Blepharitis, Konjunktivitis).
- Diplopie (Doppelbilder), Ptosis (Hängen des Oberlids).
- Bradykardie (Puls < 50/min), Palpitationen, Herzrhythmusstörungen (AV‑Block).
- Hypoglykämie (bei Diabetikern maskiert), Übelkeit, Durchfall.
- Depression, Verwirrtheit, Halluzinationen (insbesondere bei älteren Patienten).
- Alopezie (Haarausfall), Psoriasis‑ähnliche Hautausschläge.
Seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (weniger als 0,1 %)
- Schwere kardiale Ereignisse: Herzinsuffizienz, Herzstillstand, AV‑Block 3. Grades, Synkope (Ohnmacht).
- Bronchospasmus (insbesondere bei vorbestehenden Atemwegserkrankungen).
- Zerebrale Ischämie (Schlaganfall), exazerbierte Myasthenia gravis.
- Schwere allergische Reaktionen (Angioödem, Anaphylaxie).
- Okklusion von Netzhautvenen, Netzhautablösung, Keratitis, Hornhauterosion (sehr selten).
Absolute Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Timololmaleat oder einen sonstigen Bestandteil (z. B. Benzalkoniumchlorid).
- Asthma bronchiale, schwere chronisch‑obstruktive Lungenerkrankung (COPD) mit bronchospastischer Komponente.
- Sinusknotensyndrom (sick‑sinus‑Syndrom), AV‑Block 2. oder 3. Grades (ohne Herzschrittmacher).
- Dekompensierte Herzinsuffizienz.
- Bradykardie (Herzfrequenz < 50 Schläge/min).
- Kardiogener Schock.
- Schwere arterielle Hypotonie.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
- Orale Betablocker (Metoprolol, Atenolol, Propranolol) und andere systemische Betablocker: Additive Wirkung auf Herzfrequenz, Blutdruck und AV‑Leitungszeit – schweres Monitoring erforderlich; Kombination häufig kontraindiziert.
- Kalziumkanalblocker (Verapamil, Diltiazem): Starke Herzfrequenzsenkung, AV‑Leitungsstörungen, Auslösung einer Herzinsuffizienz. Kombination vermeiden; wenn unvermeidbar, dann strenges EKG‑Monitoring.
- Antiarrhythmika (Amiodaron, Chinidin, Disopyramid): Verstärkung der kardialen Effekte (Bradykardie, QT‑Verlängerung).
- Digitalisglykoside (Digoxin): Additive Bradykardie – Überwachung der Herzfrequenz.
- Muskelrelaxanzien (Suxamethonium, Tubocurarin): Verlängerung der neuromuskulären Blockade.
- Insulin und orale Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung und die Symptome einer Hypoglykämie (Tachykardie, Schwitzen) können maskiert werden; Blutzuckerspiegel häufiger kontrollieren.
- Sympathomimetika (Adrenalin, Ephedrin, Isoprenalin): Hemmung der bronchodilatierenden, herzfrequenzsteigernden Wirkung – potenziell lebensbedrohlich bei Asthma.
- CYP2D6‑Hemmer (Fluoxetin, Paroxetin, Quinidin, Terbinafin): Verstärkung der Betablocker‑Wirkung.
- Pilocarpin (und andere Parasympathomimetika): Gegenseitige Hemmung der drucksenkenden Wirkung (nicht klinisch relevant).
Praktische Hinweise
- Aufbewahrung: Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) stehend aufbewahren. Vor Kindergriff sicher verschließen. Nach dem ersten Öffnen einer Mehrdosisflasche ist diese maximal 4 Wochen haltbar (Datum auf dem Etikett notieren). Einzeldosisbehältnisse sind für eine einmalige Anwendung bestimmt und sofort nach Gebrauch zu verwerfen.
- Kontaktlinsen: Konservierungsmittel (Benzalkoniumchlorid) kann weiche Kontaktlinsen verfärben und die Verträglichkeit herabsetzen. Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung entfernt und frühestens 15 Minuten nach der Applikation wieder eingesetzt werden.
- Systemische Absorption reduzieren: Nach dem Eintropfen das Auge für 2‑3 Minuten geschlossen halten und gleichzeitig den Tränenkanal verschließen (Finger auf den inneren Augenwinkel drücken). Dadurch wird die systemische Aufnahme um etwa 60‑80 % gesenkt.
- Regelmäßige augenärztliche Kontrollen: Während der Langzeittherapie sind alle 3‑6 Monate Messungen des Augeninnendrucks, eine Spaltlampenuntersuchung und ggf. Gesichtsfeldkontrollen erforderlich.
- Lichtschutz: Timoptic kann die Pupillenreaktion auf Licht verändern; unter bestimmten Umständen ist eine Pupillenerweiterung möglich.
- Myasthenia gravis: Betablocker können die Symptome verschlechtern – bei bekannter Myasthenia gravis ist Vorsicht geboten.
- Absetzsymptome: Ein abruptes Absetzen von topischen Betablockern kann zu einem Rebound‑Anstieg des Augeninnendrucks führen; Dosis immer ausschleichen (z. B. auf zwei- bis dreimal wöchentliche Anwendung reduzieren, dann absetzen).
- Operationen: Patienten, die Timoptic anwenden, sollten den Anästhesisten vor einer geplanten Operation informieren (Verstärkung der Wirkung von Muskelrelaxanzien).
Alternative Medikamente (bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation)
- Prostaglandin‑Analoga (Latanoprost, Bimatoprost, Travoprost): Wirken drucksenkend durch Verbesserung des uveoskleralen Abflusses; Mittel der ersten Wahl bei Glaukom (1‑mal täglich, sehr gute Verträglichkeit, weniger systemische Nebenwirkungen).
- Carbonic‑Anhydrase‑Hemmer (topisch): Dorzolamid (Trusopt), Brinzolamid (Azopt): Hemmen die Kammerwasserproduktion (3‑mal täglich); sie haben kein bronchospastisches Risiko, aber können Geschmacksstörungen oder Hornhautödeme verursachen.
- Alpha‑2‑Agonisten (Brimonidin z. B. Alphagan): Senken den Druck durch erhöhten Abfluss und verminderte Produktion; häufige allergische Reaktionen, Müdigkeit, Mundtrockenheit.
- Betablocker‑Kombinationspräparate (z. B. Cosopt = Dorzolamid + Timolol): Additive Wirkung bei gleichzeitiger Reduktion der systemischen Nebenwirkungen, wirksamer als Monotherapie.
- Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT): Laser‑basierte Alternative, die den Kammerwasserabfluss verbessert; Wirkung hält 1‑5 Jahre an; keine systemischen Nebenwirkungen.
- Betablocker‑medikament mit kardioselektiver Wirkung (Betaxolol): Wirkt überwiegend β1‑selektiv, möglicherweise weniger bronchospastisch – in Deutschland nicht mehr häufig im Markt.
Klinische Wirksamkeit
Timololmaleat 0,5 % ist ein seit über 40 Jahren etablierter Goldstandard unter den Beta‑Blockern in der Glaukomtherapie. In randomisierten, langfristigen klinischen Studien (z. B. der Ocular Hypertension Treatment Study) senkte Timolol den Augeninnendruck durchschnittlich um 22‑32 % (im Mittel 5‑8 mmHg). Die Wirksamkeit wird bereits 30 Minuten nach der ersten Applikation nachweisbar; der maximale Effekt ist nach 2 Stunden erreicht. Bei zweimal täglicher Gabe hält die drucksenkende Wirkung über das gesamte 24‑Stunden‑Intervall an. Timolol ist in seiner drucksenkenden Potenz vergleichbar mit Prostaglandin‑Analoga, jedoch mit einer höheren Rate an systemischen Nebenwirkungen, insbesondere bei Patienten mit kardiopulmonalen Risiken.
In Kopf‑Kopf‑Studien waren Prostaglandin‑Analoga (Latanoprost, Bimatoprost) hinsichtlich der nächtlichen Drucksenkung und der Langzeitstabilität häufig überlegen. Dennoch bleibt Timolol aufgrund seiner langjährigen Erprobung, der guten lokalen Verträglichkeit und der geringen Kosten ein wichtiges Mittel der ersten Wahl in der initialen Monotherapie des Offenwinkelglaukoms, insbesondere bei Patienten ohne Kontraindikationen. Da systemische unerwünschte Wirkungen (Bradykardie, Hypotonie, Bronchospasmus) in verschiedenen Studien bei 5‑15 % der Patienten auftraten, wird vor jeder Verschreibung eine kardiorespiratorische Basisuntersuchung (Puls, Blutdruck, Auskultation der Lunge) empfohlen.
Wichtig: Timoptic (Timolol) 0,5 % ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das aufgrund seiner potenziellen systemischen Nebenwirkungen (Bronchospasmus, Bradykardie, Hypotonie, Herzinsuffizienz) bei Patienten mit Asthma oder COPD, schweren Herzrhythmusstörungen, dekompensierter Herzinsuffizienz oder Bradyarrhythmien kontraindiziert ist. Vor der ersten Anwendung muss ein Augenarzt eine vollständige Untersuchung (Augeninnendruck, Hornhautdicke, Gesichtsfeld, Papillenbeurteilung) sowie eine kardiopulmonale Risikobewertung durchführen. Patientinnen im gebärfähigen Alter, die eine Schwangerschaft planen, müssen die Therapie mit ihrem Arzt besprechen; in der Schwangerschaft ist Timoptic grundsätzlich zu meiden. Bei der erstmaligen Anwendung oder Dosiserhöhung sollte die Herzfrequenz (Puls) überwacht werden. Treten ungewohnte Symptome wie verlangsamter Herzschlag, Kurzatmigkeit, Schwindel, Ohnmacht, Sehstörungen oder unerklärliche Müdigkeit auf, setzen Sie das Medikament ab und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf. Die vollständige Fachinformation und Packungsbeilage sind zu beachten; verbindlich sind die Anweisungen des behandelnden Arztes oder Apothekers.
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