Trazodone

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Trazodon (Trazodon-Hydrochlorid) ist ein Antidepressivum aus der Klasse der Serotonin-Antagonisten und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SARI) zur Behandlung von Episoden einer schweren Depression (Major Depression) bei Erwachsenen, insbesondere wenn Angst, Schlafstörungen und innere Unruhe im Vordergrund stehen. Trazodon hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und blockiert gleichzeitig 5-HT2A- und 5-HT2C-Rezeptoren, was zu einer Modulation der serotonergen Neurotransmission führt. Zusätzlich blockiert es alpha1-adrenerge Rezeptoren und hat eine moderate antihistaminerge Wirkung. Das einzigartige Rezeptorprofil erklärt sowohl die antidepressive als auch die stark sedierende und anxiolytische Wirkung, die Trazodon besonders für depressive Patienten mit ausgeprägten Schlafstörungen und Angstzuständen geeignet macht. Im Gegensatz zu vielen anderen Antidepressiva verursacht Trazodon keine sexuellen Funktionsstörungen und kann sogar bei SSRI-induzierten sexuellen Dysfunktionen eingesetzt werden.

Übliche Erwachsenendosis: Die Therapie wird einschleichend begonnen, um die Verträglichkeit zu verbessern und die initiale Sedierung zu minimieren. Die Initialdosis beträgt 25 mg bis 50 mg abends vor dem Schlafengehen. Die 25-mg-Tablette dient der sehr niedrigen Einstiegsdosis bei besonders empfindlichen Patienten, die 50-mg-Tablette der Standardeindosierung. Die Dosis wird in Abständen von 3 bis 4 Tagen schrittweise um 50 mg erhöht, bis die therapeutische Zieldosis erreicht ist. Die übliche antidepressive Erhaltungsdosis liegt zwischen 150 mg und 300 mg pro Tag, aufgeteilt auf mehrere Einzelgaben, wobei der größere Teil der Tagesdosis abends eingenommen wird, um die sedierende Wirkung zu nutzen. Die 100-mg-Tablette wird für die weitere Auftitration und höhere Erhaltungsdosen verwendet. Die maximale Tagesdosis beträgt 400 mg bei stationärer Behandlung. Bei älteren Patienten sollte die Dosis langsamer gesteigert werden und die Erhaltungsdosis niedriger sein (maximal 200 mg pro Tag). Bei Schlafstörungen im Rahmen einer Depression werden häufig niedrige Dosen von 25 mg bis 50 mg abends eingesetzt. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten eingenommen, um die gastrointestinale Verträglichkeit zu verbessern und Schwindel zu reduzieren. Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden; stattdessen wird die Dosis über mehrere Wochen ausschleichend reduziert.

Darreichungsform: Retardtabletten in drei Stärken: 25 mg (weiß, rund, bikonvex, mit Bruchkerbe), 50 mg (weiß, rund, bikonvex, mit Bruchkerbe) und 100 mg (weiß, länglich, mit Bruchkerbe). Erhältlich in Packungen zu 20, 28, 50, 60 und 100 Tabletten. Die Tabletten können an den Bruchkerben geteilt werden, um eine präzise Dosistitration zu ermöglichen. Zusätzlich als Tropfen zum Einnehmen und als Injektionslösung verfügbar.

Wirkungseintritt: Maximale Plasmakonzentrationen werden etwa 1 bis 2 Stunden nach oraler Einnahme auf nüchternen Magen und etwa 2 bis 4 Stunden nach Einnahme mit Nahrung erreicht. Die sedierende und anxiolytische Wirkung setzt innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach der ersten Dosis ein und ist sofort spürbar. Die antidepressive Wirkung entwickelt sich langsamer über mehrere Wochen. Erste Anzeichen einer Stimmungsaufhellung können nach 1 bis 2 Wochen beobachtet werden. Die volle antidepressive Wirksamkeit wird nach 4 bis 6 Wochen kontinuierlicher Therapie erreicht.

Wirkdauer: Die Eliminationshalbwertszeit von Trazodon ist biphasisch mit einer initialen Phase von etwa 3 bis 6 Stunden und einer terminalen Phase von etwa 5 bis 9 Stunden. Aufgrund der relativ kurzen Halbwertszeit ist eine Aufteilung der Tagesdosis auf mehrere Gaben erforderlich, wobei die abendliche Dosis aufgrund der sedierenden Wirkung höher sein sollte. Trazodon wird extensiv in der Leber über CYP3A4 metabolisiert und überwiegend renal als inaktive Metaboliten ausgeschieden. Der aktive Metabolit m-Chlorphenylpiperazin (mCPP) trägt möglicherweise zu den anxiolytischen Effekten bei.

Empfehlung zu Alkohol: Alkoholkonsum muss während der Behandlung mit Trazodon strikt vermieden werden. Trazodon besitzt eine stark sedierende Wirkung, die durch Alkohol erheblich potenziert wird. Die Kombination kann zu schwerer Schläfrigkeit, Koordinationsstörungen, Atemdepression und Koma führen. Zudem kann Alkohol die antidepressive Wirkung von Trazodon abschwächen und die zugrundeliegende depressive Erkrankung verschlimmern. Patienten müssen eindringlich auf die absolute Notwendigkeit der Alkoholabstinenz hingewiesen werden, insbesondere zu Beginn der Therapie und bei Dosissteigerungen.

Häufigste Nebenwirkungen: Schläfrigkeit und Sedierung (sehr häufig, besonders zu Therapiebeginn und nach Dosissteigerungen, in der Regel innerhalb der ersten 1 bis 2 Wochen nachlassend), Mundtrockenheit, Schwindel, orthostatische Hypotonie, Kopfschmerzen und gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Obstipation. Die ausgeprägte Sedierung kann therapeutisch bei depressiven Patienten mit Schlafstörungen genutzt werden, erfordert jedoch eine abendliche Dosierung des Hauptteils der Tagesdosis. Priapismus, eine schmerzhafte Dauererektion über mehr als 4 Stunden, ist eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung (Inzidenz ca. 1:10.000) und stellt einen urologischen Notfall dar, der sofortige ärztliche Behandlung erfordert, da unbehandelt eine irreversible erektile Dysfunktion droht. Männer sollten vor Therapiebeginn über dieses Risiko und die Notwendigkeit sofortiger ärztlicher Hilfe aufgeklärt werden. Herzrhythmusstörungen, einschließlich QT-Verlängerung, wurden berichtet, insbesondere bei Überdosierung und bei Patienten mit vorbestehenden kardialen Erkrankungen. Trazodon kann die kognitive und psychomotorische Leistungsfähigkeit beeinträchtigen; die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen sind zu Therapiebeginn und nach Dosissteigerungen erheblich eingeschränkt. Trazodon ist kontraindiziert bei akuter Alkohol- oder Hypnotika-Intoxikation, akutem Myokardinfarkt und gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Epilepsie, schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz und Engwinkelglaukom.

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Was ist Trazodon?

Trazodon ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Antagonisten und -Wiederaufnahmehemmer, kurz SARI. Es unterscheidet sich grundlegend von den bekannteren SSRI. Während diese oft wach machen und zu Beginn unruhig, drückt Trazodon auf angenehme Weise die Mattscheibe des Tages auf ein erträgliches Dämmrigkeitsniveau herunter. In niedrigen Dosen von 25 bis 50 mg wird es fast nur als Schlafmittel genutzt, denn seine antihistaminerge und alpha-blockierende Wirkung schlägt stärker durch als die antidepressive. In höheren Dosen von 100 bis 300 mg kippt dieses Verhältnis. Die Serotonin-Wiederaufnahmehemmung gewinnt die Oberhand, und das Medikament entfaltet seine stimmungsaufhellende Wirkung, ohne die bleierne Müdigkeit der niedrigen Dosierung. Es ist das klassische Mittel für depressive Patienten, die nachts nicht zur Ruhe kommen und tagsüber von den üblichen Antidepressiva nur noch unruhiger werden.

Die Wirkung auf den Schlaf setzt sofort ein. Die Wirkung auf die Depression braucht zwei bis vier Wochen, die volle Entfaltung sechs bis acht. In dieser Zeit schraubt sich der Serotonintonus im synaptischen Spalt langsam hoch. Kein Soforteffekt, sondern ein zähes, oft von bleiernen Morgen begleitetes Anpassen des zentralen Nervensystems. Der Schlaf wird tiefer, die nächtlichen Wachphasen weniger, und die Tagesmüdigkeit verzieht sich oft nach einigen Wochen, wenn der Körper die Rezeptorblockaden austariert hat.

Die Dosierung ist zweigeteilt: 25 mg oder 50 mg abends zum Schlafen, 100 mg und mehr, aufgeteilt auf zwei bis drei Gaben, gegen die Depression. Die 25-mg- und 50-mg-Tabletten sind die typischen Einstiegsstärken, die 100-mg-Tablette die therapeutische Dosis für die Depressionsbehandlung. Eingenommen wird nach einer Mahlzeit, weil der volle Magen die Resorption verzögert und die Spitzenkonzentrationen dämpft, die sonst Schwindel und Benommenheit auslösen können.

Wirkweise und Pharmakologie

Trazodon blockiert den Serotonintransporter und stoppt so die Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt. Gleichzeitig blockiert es mit hoher Affinität die 5-HT2A- und 5-HT2C-Rezeptoren. Diese Doppelwirkung – mehr Serotonin, aber selektiv geblockte Serotoninrezeptoren – ist der Grund, warum Trazodon kaum sexuelle Nebenwirkungen und keine innere Unruhe verursacht, die viele Patienten unter SSRI quälen. Die sexuelle Dysfunktion unter SSRI wird vor allem durch die Stimulation von 5-HT2C und 5-HT2A vermittelt. Trazodon blockiert diese Rezeptoren und entschärft damit die eigenen serotonergen Effekte. Es ist ein eingebauter Nebenwirkungsfilter.

Dazu kommen Blockaden an H1-Histaminrezeptoren und alpha-1-Adrenozeptoren. H1-Blockade macht müde, alpha-1-Blockade senkt den Blutdruck und kann beim Aufstehen den Kreislauf absacken lassen. Beide Effekte sind in niedrigen Dosen dominant und nehmen mit steigender Dosierung nicht mehr wesentlich zu, während die antidepressive Wirkung linear ansteigt. Das erklärt das Dosisparadoxon: Eine 25-mg-Tablette macht müder als eine 100-mg-Tablette, einfach weil der relative Anteil der sedierenden Rezeptorblockaden bei niedriger Dosis höher ist.

Die Pharmakokinetik von Trazodon ist kurz und heftig. Die maximale Plasmakonzentration wird etwa eine Stunde nach der Einnahme erreicht, die Halbwertszeit beträgt nur etwa drei bis sechs Stunden. Deshalb die mehrmals tägliche Gabe oder die spezielle Retardformulierung. Der aktive Metabolit m-CPP hat eine längere Halbwertszeit und wirkt als Serotonin-Agonist, was möglicherweise zu den anxiolytischen Effekten beiträgt. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal. Bei Leberinsuffizienz ist die Clearance verlangsamt, und die Dosis muss reduziert werden.

Anwendung von Trazodon

Nehmen Sie die Tablette nach einer Mahlzeit ein. Ein leerer Magen katapultiert den Plasmaspiegel innerhalb von einer Stunde auf einen scharfen Peak, der Ihnen den Boden unter den Füßen wegziehen kann – Schwindel, Benommenheit, manchmal das Gefühl, gleich umzukippen. Mit Essen im Bauch verläuft die Anflutung flacher, und das Kreislaufsystem kommt besser mit der alpha-1-Blockade zurecht.

Zum Schlafen reichen 25 mg oder 50 mg eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen. Die Wirkung setzt schnell ein, und die Nacht wird ruhiger. Wer morgens einen Hangover spürt, reduziert auf 25 mg oder nimmt die Tablette etwas früher. Bei Depression beginnt man mit 50 mg abends und steigert alle drei bis vier Tage um 50 mg, bis man auf 100 bis 200 mg abends als Einmaldosis oder auf zwei bis drei Gaben über den Tag verteilt ankommt. Die 100-mg-Tablette ist die praktische Stärke für die Erhaltungstherapie. Die Tageshöchstdosis liegt bei 300 mg, bei stationären Patienten manchmal bei 400 mg, aber oberhalb von 300 mg wird der Gewinn an antidepressiver Wirkung von der Sedierung oft aufgefressen.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben und es weniger als vier Stunden her ist, nehmen Sie sie ein. Ist es länger her, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen die nächste planmäßige Tablette. Verdoppeln Sie nicht. Eine Doppeldosis kann zu schwerer Sedierung, Hypotonie und in seltenen Fällen zu Herzrhythmusstörungen führen. Die QT-Verlängerung, die Trazodon in höheren Dosen verursachen kann, ist dosisabhängig und bei Überdosierung gefährlich.

Nebenwirkungen von Trazodon

Sedierung und Müdigkeit sind die gewünschte oder unerwünschte Hauptwirkung, je nachdem, warum man das Medikament nimmt. Wer Trazodon gegen Depressionen bekommt und tagsüber einnimmt, fühlt sich in den ersten Wochen wie durch Watte – die Gedanken schleichen, die Lider hängen, und jeder Stuhl sieht aus wie ein Bett. Das gibt sich meist, sobald die Rezeptoren adaptiert sind. Wer das Medikament gegen Schlafstörungen nimmt, bekommt genau das, was er will: eine tiefe, traumlose Nacht.

Orthostatische Hypotonie – beim Aufstehen wird einem schwarz vor Augen. Das ist die alpha-1-Blockade, die das venöse Pooling in den Beinen begünstigt und den Rückstrom zum Herzen drosselt. Langsam aufstehen, Füße vor dem Losgehen kurz wippen lassen, und nach einigen Tagen gewöhnen sich die Gefäße daran. Bei Stürzen im Alter ist diese Nebenwirkung kein Kavaliersdelikt, sondern ein ernstes Problem.

Priapismus – eine schmerzhafte Dauererektion, die nichts mit sexueller Erregung zu tun hat. Das ist die gefürchtetste Nebenwirkung von Trazodon, eine Rarität mit einer Inzidenz von etwa 1 zu 10.000, aber wenn sie auftritt, tickt die Uhr. Nach vier Stunden wird das Schwellkörpergewebe hypoxisch, und ohne sofortige urologische Intervention droht die irreversible Fibrose mit dauerhafter Impotenz. Wer eine anhaltende, schmerzhafte Erektion bekommt, muss in die Notaufnahme, ohne Scham, ohne Zögern.

Mundtrockenheit, Gewichtszunahme und gastrointestinale Beschwerden sind mild ausgeprägt und im Vergleich zu anderen Antidepressiva eher selten. Trazodon ist in puncto sexuelle Funktion und Gewicht das verträglichste Antidepressivum seiner Klasse, und genau das macht es für viele Patienten zur ersten Wahl, die ein Vorgängermedikament wegen dieser Nebenwirkungen abgesetzt haben.

Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangerschaft)

Schwangerschaft ist eine relative Kontraindikation. Trazodon passiert die Plazenta, und systematische Studien zur Sicherheit gibt es nicht. In der Schwangerschaft wird es nur eingesetzt, wenn der Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für das Kind überwiegt, und dann in der niedrigsten möglichen Dosis. Im dritten Trimenon kann es beim Neugeborenen zu Anpassungsstörungen und Sedierung kommen. Stillen: Trazodon geht in die Muttermilch über, und der Säugling sollte während der Einnahme nicht gestillt werden.

Ältere Patienten über 65 sind das Hauptklientel für Trazodon, gerade weil es schlaffördernd wirkt und in niedrigen Dosen kaum anticholinerge Effekte hat, die im Alter zur kognitiven Verschlechterung beitragen. Aber die orthostatische Hypotonie ist bei sturzgefährdeten Patienten gefährlich. Mit 25 mg beginnen, langsam steigern, und den Blutdruck im Stehen und Liegen kontrollieren. Nie mehr als 100 mg am Tag ohne strenge Indikation.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz müssen die Dosis halbieren, weil der First-Pass-Metabolismus reduziert ist und die Plasmaspiegel steigen. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz brauchen ebenfalls eine Dosisanpassung, da der aktive Metabolit renal eliminiert wird.

Patienten mit vorbestehenden Herzrhythmusstörungen oder QT-Verlängerung sollten Trazodon meiden. Die QTc-Zeit kann dosisabhängig ansteigen, und in Kombination mit anderen QT-verlängernden Medikamenten kann das zu Torsades de Pointes führen, einer potenziell tödlichen ventrikulären Tachykardie.

Wechselwirkungen mit Alltagsaktivitäten (Autofahren, Alkohol)

Autofahren und Trazodon vertragen sich in den ersten Tagen überhaupt nicht. Die Sedierung kann massiv sein, und die Reaktionszeit ist verlängert, auch wenn Sie sich subjektiv wach fühlen. Nach zwei bis drei Wochen, wenn der Körper sich an die Dosis gewöhnt hat und keine Tagessedierung mehr auftritt, ist das Fahren meist wieder möglich. Wer Trazodon abends nimmt und morgens ohne Hangover aufwacht, kann Auto fahren. Wer mittags noch müde ist, bleibt besser vom Steuer weg.

Alkohol und Trazodon sind eine gefährliche Kombination. Beide dämpfen das zentrale Nervensystem, und die Wirkung ist überadditiv. Ein Glas Wein zum Abendessen, wenn die Tablette schon vor Stunden genommen wurde, mag für die meisten vertretbar sein. Aber zwei Gläser und eine Tablette kurz vorher können zu Atemdepression, schwerer Sedierung und Sturz führen. Bei Schlafstörungen mit Alkohol zu behandeln, während man Trazodon nimmt, ist, als würde man mit einem Feuerlöscher gegen die Flammen ankämpfen, während man gleichzeitig Benzin nachgießt.

Grapefruitsaft hemmt CYP3A4, über das Trazodon zu einem Teil metabolisiert wird, und kann die Plasmaspiegel erhöhen. Große Mengen sollten vermieden werden. Johanniskraut beschleunigt den Abbau und kann die Wirkung abschwächen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

MAO-Hemmer sind absolut kontraindiziert. Die Kombination kann ein Serotoninsyndrom mit Hyperthermie, Rigidität und Kreislaufversagen auslösen. Zwischen dem Absetzen eines MAO-Hemmers und dem Beginn von Trazodon müssen mindestens vierzehn Tage liegen.

Andere serotonerge Substanzen – SSRI, SNRIs, trizyklische Antidepressiva, Tramadol, Triptane, Lithium – erhöhen das Serotoninsyndrom-Risiko additiv. Die Kombination mit Tramadol ist besonders tückisch, weil beide Substanzen serotonerg wirken und Tramadol zusätzlich die Krampfschwelle senkt.

QT-verlängernde Medikamente – Antiarrhythmika, bestimmte Antibiotika wie Moxifloxacin, Antipsychotika – können das QT-Intervall in Kombination mit Trazodon weiter verlängern. Vor Therapiebeginn sollte bei Risikopatienten ein EKG vorliegen, und die Kombination sollte vermieden werden.

Antihypertensiva – die alpha-1-Blockade von Trazodon addiert sich zur Wirkung von ACE-Hemmern, Sartanen, Betablockern und Diuretika. Der Blutdruck kann bei Kombination zu stark abfallen, besonders bei älteren Patienten. Blutdruck kontrollieren und die Dosen gegebenenfalls anpassen.

Warfarin – Trazodon kann die INR geringfügig erhöhen, aber die klinische Relevanz ist gering. Trotzdem sollte die INR zu Beginn der Therapie kontrolliert werden, einfach aus Vorsicht.

Alternative Optionen

Trazodon ist das einzige Antidepressivum mit diesem speziellen sedierend-serotonergen Profil, aber es gibt Alternativen, je nachdem, ob die Depression oder die Schlafstörung im Vordergrund steht.

Mirtazapin ist der nächtliche Schwergewichts-Kollege. Es wirkt ebenfalls sedierend und antidepressiv, aber über noradrenerge und serotonerge Mechanismen, und es hat einen ausgeprägten Appetit-steigernden Effekt, der bei untergewichtigen Depressiven erwünscht sein kann, bei adipösen Patienten aber eine Katastrophe ist. Die Sedierung ist stärker, die Gewichtszunahme ebenso.

Amitriptylin ist das alte trizyklische Antidepressivum, das bei niedrigen Dosen als Schlafmittel und bei höheren gegen Schmerzen und Depressionen wirkt. Es hat mehr anticholinerge Nebenwirkungen, Mundtrockenheit und Obstipation, dafür mehr Evidenz bei neuropathischen Schmerzen.

Agomelatin ist ein melatonerges Antidepressivum, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, ohne zu sedieren oder das Gewicht zu beeinflussen. Es ist eine Option, wenn der Schlaf gestört ist, aber die Sedierung am Tag unerwünscht ist.

SSRI wie Sertralin oder Escitalopram sind die erste Wahl bei Depressionen, aber sie machen wach und können den Schlaf stören. Für den depressiven Schlaflosen, der nicht sediert werden will, ist das oft die bessere Wahl, auch wenn die sexuellen Nebenwirkungen viele Patienten abschrecken.

INN, Markennamen und Einstufung in Deutschland

INN (Internationaler Freiname): Trazodon
Verfügbare Markennamen in Deutschland: Trittico (Angelini), Trazodon-ratiopharm, Trazodon HEXAL, Trazodon AbZ, Trazodon-neuraxpharm und weitere Generika
ATC-Code: N06AX05
Formen und Stärken: Tabletten zu 25 mg, 50 mg und 100 mg
Hersteller: Angelini (Trittico), diverse Generikahersteller
Registrierungsstatus in Deutschland: Registriert
Einstufung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Die richtige Dosierung wählen

25 mg oder 50 mg abends sind die Dosen für den Schlaf. Wer nur wegen Insomnie behandelt wird, bleibt auf dieser Stufe und fährt gut damit. 100 mg abends oder aufgeteilt auf zwei Gaben ist der Beginn der antidepressiven Dosierung. Die 25-mg-Tablette dient dem Einstieg und dem Ausschleichen, die 50-mg-Tablette ist die Standard-Schlafdosis, die 100-mg-Tablette die therapeutische Dosis für die Depression. Mehr als 200 mg am Tag werden selten gebraucht, und oberhalb von 300 mg wird der Nutzen von der Sedierung und der QT-Verlängerung in Frage gestellt.

Die Einnahme nach dem Essen ist keine Formalie, sondern eine Vorsichtsmaßnahme gegen den orthostatischen Kollaps. Wer Trazodon nüchtern schluckt und eine Stunde später abrupt aufsteht, riskiert einen Sturz, der bei älteren Patienten eine Hüftfraktur bedeuten kann.

In Deutschland ist Trazodon verschreibungspflichtig. Über unsere Apotheke können Sie Trazodon 25 mg, 50 mg und 100 mg ohne Rezept kaufen und in diskreter Verpackung in ganz Deutschland erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nach der Einnahme von Trazodon Auto fahren?
In den ersten Tagen nicht. Danach nur, wenn Sie tagsüber keine Müdigkeit verspüren und Ihre Reaktionszeit subjektiv normal ist. Testen Sie Ihre Reaktion vorsichtig, bevor Sie längere Strecken fahren.

Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
Weniger als vier Stunden her: Tablette einnehmen. Länger als vier Stunden: Dosis auslassen und mit der nächsten planmäßigen Tablette fortfahren. Verdoppeln Sie nicht.

Warum macht eine niedrige Dosis müder als eine hohe?
Bei niedrigen Dosen dominieren die sedierenden Rezeptorblockaden an H1 und alpha-1. Bei höheren Dosen gewinnt die antidepressive Serotonin-Wiederaufnahmehemmung die Oberhand, und die relative Sedierung nimmt ab. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Balance verschiedener Rezeptorwirkungen.

Kann Trazodon einen Priapismus auslösen?
Ja, das ist eine sehr seltene, aber gefährliche Nebenwirkung. Eine schmerzhafte Erektion, die länger als vier Stunden anhält, ist ein urologischer Notfall. Suchen Sie sofort die Notaufnahme auf.

Kann ich Trazodon mit Schlaftabletten kombinieren?
Nur mit Vorsicht. Benzodiazepine und Z-Substanzen wie Zolpidem addieren sich zur Sedierung und können die Atmung dämpfen. Kombinieren Sie Trazodon nicht ohne ärztliche Rücksprache mit anderen Schlafmitteln.

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