Valtrex

Generic Valtrex (Valacyclovir)

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Valtrex ist ein antivirales Rauschgift, das verwendet ist, um Herpes-Zoster, Geschlechtsherpes, und Herpes-Bläschenausschläge auf dem Gesicht und den Lippen zu behandeln.

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Valtrex wird zur Behandlung von Herpes-simplex-Virus(HSV)-Infektionen eingesetzt, einschließlich Lippenherpes (Herpes labialis), Genitalherpes sowie zur Behandlung von Gürtelrose (Herpes zoster). Das Medikament ist ein Prodrug von Aciclovir, das nach oraler Gabe rasch zu Aciclovir umgewandelt wird, einem nukleosidanalogen Virostatikum, das die virale DNA‑Synthese durch Hemmung der viralen DNA‑Polymerase blockiert, die Virusvermehrung stoppt und die Schwere sowie Dauer der Ausbrüche reduziert.
Die übliche Dosierung von Valtrex variiert je nach Erkrankung: Bei Lippenherpes 2 Gramm zweimal täglich für 1 Tag; bei erstmaligem Genitalherpes 1 Gramm zweimal täglich für 10 Tage; bei wiederkehrendem Genitalherpes 500 mg zweimal täglich für 3 Tage oder 1 Gramm einmal täglich für 5 Tage; zur Suppression (Rückfallprophylaxe) von Genitalherpes 500 mg oder 1 Gramm einmal täglich; bei Gürtelrose 1 Gramm dreimal täglich für 7 Tage.
Die Darreichungsform ist Tabletten (500 mg, 1000 mg).
Die Wirkung des Medikaments beginnt innerhalb von 1‑2 Tagen nach Behandlungsbeginn, die Symptome bessern sich typischerweise nach 3‑5 Tagen.
Die Behandlungsdauer beträgt 1‑10 Tage bei akuten Ausbrüchen oder langfristig bei Suppressionstherapie.
Alkoholkonsum wird während der Behandlung nicht empfohlen, da er Nebenwirkungen verstärken und die Immunfunktion beeinträchtigen kann.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwindel.
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Allgemeine Informationen zu Valtrex

  • INN (Internationaler Freiname): Valaciclovir (als Hydrochlorid)
  • In Deutschland verfügbare Markennamen: Valtrex®
  • ATC‑Code: J05AB11
  • Darreichungsformen und Dosierungen: Tabletten – 500 mg, 1000 mg
  • Hersteller in Deutschland: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
  • Zulassungsstatus in Deutschland: Zugelassen
  • OTC / Rx‑Klassifizierung: Verschreibungspflichtig (Rx)

Wirkmechanismus und Pharmakologie

Valtrex enthält Valaciclovir, den L‑Valyl-Ester von Aciclovir. Nach oraler Gabe wird Valaciclovir rasch und nahezu vollständig zu Aciclovir umgewandelt. Aciclovir ist ein Nukleosidanalogon, das selektiv von der viralen Thymidinkinase (bei HSV‑ und VZV‑infizierten Zellen) phosphoryliert wird. Das entstehende Aciclovirtriphosphat hemmt die virale DNA‑Polymerase und wird in die virale DNA eingebaut, was zum Kettenabbruch führt. Valaciclovir hat eine deutlich höhere orale Bioverfügbarkeit (ca. 55 %) im Vergleich zu Aciclovir (10‑20 %), wodurch eine seltener Dosierung möglich ist.

Anwendungsgebiete

Valtrex ist zugelassen für:
- Behandlung von Gürtelrose (Herpes zoster) bei immun kompetenten Erwachsenen.
- Behandlung von erstmaligen und wiederkehrenden Episoden von Genitalherpes bei Erwachsenen.
- Suppression (Rückfallprophylaxe) von wiederkehrendem Genitalherpes bei immun kompetenten und HIV‑infizierten Erwachsenen.
- Behandlung von Lippenherpes (Herpes labialis) bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren).
- Verringerung der Übertragung von Genitalherpes auf den Partner (in Kombination mit Safer‑Sex‑Praktiken).
- Behandlung von Windpocken (Varizellen) bei immun kompetenten Kindern (ab 2 Jahren).

Wichtige Warnhinweise und Einschränkungen

Risikogruppen
Ältere Patienten: Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich; auf neuropsychiatrische Nebenwirkungen (Verwirrtheit, Halluzinationen) achten.
Schwangerschaft: Valaciclovir wird in der Schwangerschaft nur angewendet, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt (Kategorie B). Schwangerschaftsregister haben kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen gezeigt.
Stillzeit: Valaciclovir geht als Aciclovir in geringen Mengen in die Muttermilch über; Vorsicht ist geboten, aber es wird allgemein als mit dem Stillen vereinbar angesehen.

Verkehrstüchtigkeit und Alkohol
Fahren: Kann Schwindel oder Benommenheit verursachen – Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen.
Alkohol: Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da er Nebenwirkungen verstärken und die Immunantwort beeinträchtigen kann.

Dosierungsanleitung

Standarddosierungen
- Lippenherpes: 2 Gramm zweimal täglich für 1 Tag (im Abstand von 12 Stunden).
- Erstmaliger Genitalherpes: 1 Gramm zweimal täglich für 10 Tage.
- Wiederkehrender Genitalherpes: 500 mg zweimal täglich für 3 Tage oder 1 Gramm einmal täglich für 5 Tage.
- Suppressionstherapie bei Genitalherpes (immun kompetent): 500 mg oder 1 Gramm einmal täglich (bei ≤9 Rezidiven/Jahr: 500 mg; bei ≥10 Rezidiven: 1 Gramm).
- Suppressionstherapie bei HIV‑infizierten: 500 mg zweimal täglich.
- Gürtelrose (Herpes zoster): 1 Gramm dreimal täglich für 7 Tage.
- Windpocken (Varizellen, Kinder ≥2 Jahre): 20 mg/kg (maximal 1 Gramm) dreimal täglich für 5 Tage.
- Nierenfunktionsstörung (Kreatinin‑Clearance): Dosisanpassung erforderlich (siehe Fachinformation).

Besondere Patientengruppen
Bei Kindern wird die Dosierung nach Körpergewicht berechnet. Bei älteren Patienten ist die Nierenfunktion zu überwachen.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Häufige Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Bauchschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Durchfall

Schwerwiegende Nebenwirkungen (ärztliche Hilfe erforderlich):
- Schwere allergische Reaktionen (Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellungen, Anaphylaxie)
- Neurotoxische Wirkungen (Verwirrtheit, Halluzinationen, Agitiertheit, Krampfanfälle) – besonders bei älteren oder niereninsuffizienten Patienten
- Akute Nierenschädigung (insbesondere bei bestehender Nierenerkrankung oder Dehydratation)
- Thrombotisch‑thrombozytopenische Purpura/hämolytisch‑urämisches Syndrom (TTP/HUS) – sehr selten, hauptsächlich bei immunsupprimierten Patienten
- Schwere Hautreaktionen (Stevens‑Johnson‑Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)

Absolute Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen Valaciclovir, Aciclovir oder einen sonstigen Bestandteil.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bedeutsame Wechselwirkungen bestehen mit:
- Probenecid: Erhöht die Aciclovir‑Spiegel durch Hemmung der tubulären Sekretion; Dosisreduktion möglich.
- Cimetidin: Kann die Aciclovir‑Plasmaspiegel erhöhen; keine Dosisanpassung erforderlich.
- Nephrotoxische Arzneimittel (z. B. NSAID, Aminoglykoside, Ciclosporin, Tacrolimus): Erhöhtes Risiko für Nierenschäden; Nierenfunktion überwachen.
- Mycophenolatmofetil: Kann die Aciclovir‑Spiegel erhöhen.
- Lebendimpfstoffe (Varizellen, Zoster): Gleichzeitige Anwendung vermeiden, da Valaciclovir die Immunantwort abschwächen kann.

Praktische Hinweise

Einnahme
Valtrex sollte mit reichlich Wasser eingenommen werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Nierenschäden zu vermeiden. Die Tabletten sind im Ganzen zu schlucken, nicht zu kauen oder zu zerkleinern. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen (Nahrung beeinflusst die Resorption nicht). Bei Lippenherpes sollte die Behandlung bei ersten Anzeichen (Kribbeln, Juckreiz) begonnen werden. Bei Suppressionstherapie ist die regelmäßige Einnahme auch zwischen den Ausbrüchen wichtig. Wenn eine Dosis vergessen wurde, nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis (nicht die doppelte Dosis einnehmen).

Überwachung
Bei langfristiger Suppressionstherapie oder bei Niereninsuffizienz sollte die Nierenfunktion (Serumkreatinin, BUN) regelmäßig kontrolliert werden. Bei älteren Patienten auf neuropsychiatrische Symptome achten.

Lagerung
Bei Raumtemperatur (20‑25°C) lagern, vor Feuchtigkeit und Hitze schützen. In der Originalverpackung aufbewahren. Nicht im Badezimmer lagern.

Alternative Medikamente

  • Aciclovir (Zovirax): Die Muttersubstanz, geringere Bioverfügbarkeit, erfordert häufigere Einnahme (5‑mal täglich).
  • Famciclovir (Famvir): Prodrug von Penciclovir, ebenfalls wirksam gegen HSV und VZV, komfortable Dosierung.
  • Penciclovir (Denavir) Creme: Topisches Mittel gegen Lippenherpes.
  • Docosanol (Abreva) Creme: Rezeptfreies topisches Mittel gegen Lippenherpes.
  • Lysin‑Präparate: Begrenzte Evidenz für die Prophylaxe von Herpesrezidiven.

Klinische Wirksamkeit

Valaciclovir ist aufgrund seiner höheren Bioverfügbarkeit eine wichtige Alternative zu Aciclovir. In klinischen Studien verkürzte eine 1‑tägige Gabe von 2 Gramm zweimal täglich bei Lippenherpes die Abheilungszeit um 1‑2 Tage. Bei erstmaligem Genitalherpes war Valaciclovir 1 Gramm zweimal täglich über 10 Tage genauso wirksam wie Aciclovir. Bei rezidivierendem Genitalherpes reduzierte eine 3‑tägige Kur mit 500 mg zweimal täglich die Läsionsdauer. Eine Suppressionstherapie mit 500 mg einmal täglich senkte die Rezidivrate um 75‑80 %. Bei Gürtelrose reduzierte Valaciclovir (1 Gramm dreimal täglich für 7 Tage) die Dauer der postherpetischen Neuralgie. Zudem wurde gezeigt, dass Valaciclovir die Übertragung von Genitalherpes auf den Partner um etwa 50 % verringert.

Wichtig: Valtrex erfordert eine ärztliche Überwachung und darf nur auf Verschreibung angewendet werden. Beenden Sie die Behandlung nicht vorzeitig, da dies zu einem Wiederaufflammen der Infektion führen kann. Bei Verwirrtheit, Halluzinationen oder Anzeichen einer Nierenschädigung (verringerte Urinausscheidung, Schwellungen) suchen Sie sofort einen Arzt auf. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente und über eine bestehende Nierenerkrankung vor Beginn der Behandlung.


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